E-Sports-Kaufberatung Teil 2: Maus, Tastatur, Headsets und Gaming-Stuhl für VALORANT

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E-Sports-Kaufberatung Teil 2: Maus, Tastatur, Headsets und Gaming-Stuhl für VALORANT
Quelle: PCGH

Kein Setup der Welt ersetzt Können. Doch wer mit hoher Latenz spielt, verliert. Im E-Sports entscheidet auch Technik, ob Talent wirklich zur Geltung kommt. Im zweiten Teil des Guides klären unsere Kollegen von PC Games Hardware die Frage nach der richtigen Maus, Tastatur, Headset und Gaming-Stuhl am Beispiel von VALORANT.

Hardware-Wissen in Kooperation mit Riot Games

Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums von VALORANT unterstützt Riot Games diese E-Sports-Hardware-Kaufberatung unserer Kollegen von PC Games Hardware mit einem Sponsoring. Abseits des Fokus auf den Free-to-Play-Titel (mit kurzer Erklärung) und der Versalien-Schreibweise bleibt die redaktionelle Umsetzung frei: Alle Inhalte, Tests und Empfehlungen basieren wie gewohnt auf eigenen Messungen und Analysen. Im Mittelpunkt stehen fundierte Einschätzungen und praxisnahe Tipps im E-Sports-Bereich - nicht nur gültig für VALORANT, sondern für kompetitive Spiele allgemein.

VALORANT: Windows ist Pflicht

Beim Betriebssystem ist bei VALORANT für Windows-11-Nutzer je nach Vorkonfiguration ein Besuch im UEFI Ihres Mainboards nötig, denn VALORANT nutzt beim Einsatz von Windows 11 dessen TPM 2.0 zwecks Anti-Cheat-Maßnahme und verweigert ohne zugeschaltetem UEFI-Secure-Boot (dort zu finden unter "Security") den Start. Windows-10-Nutzer sind davon nicht betroffen, müssen aber unter Umständen Optionen wie VBS (virtualisierungsbasierte Sicherheit) umstellen. Entsprechende Guides finden sich beim Entwickler und in der Community. Erfahrungsgemäß sollten die Installation und der erste Start von VALORANT jedoch ohne Probleme verlaufen. Wichtig zu wissen: Der in VALORANT eingebaute Anti-Cheat-Schutz "Vanguard" operiert auf tieferer Kernel-Ebene (mit umfangreicherem Zugriff auf Prozesse, Treiber etc.). Linux als OS-Alternative wird unter anderem deshalb bislang nicht unterstützt.

VALORANT wird 5 Jahre alt!

Bildergalerie

Als praxisnaher E-Sports-Titel hält hier der First-Person-Shooter VALORANT (jetzt kaufen 20,00 € ) her, welcher aktuell auch sein 5-jähriges Jubiläum feiert und mit dem Patch 11.0 auch die zwölfte Karte Corrode erhalten hat. Der kostenlos spielbare Taktik-Shooter von Riot Games verzichtet auf Pay-to-Win-Elemente (es gibt rein kosmetische Skins), setzt naturgemäß auf kurze Reaktionszeiten, präzises Zielen sowie strategisches Teamplay - und ist damit technisch wie strukturell ein ideales Beispiel für kompetitives Gameplay am PC (auch wenn VALORANT ebenfalls auf Konsolen wie der Xbox Series oder Playstation 5 vertreten ist). Gespielt wird in einem rundenbasierten 5-gegen-5-Modus mit festen Rollenverteilungen, klar definierten Kartenlayouts und ökonomischen Aspekten beim Kauf-System, was sich direkt auf Spieltempo und Entscheidungsfindung möglicher Strategien auswirkt.

Die Teams starten als Angreifer (die den bombenartigen Spike platzieren und bis zur Explosion halten müssen) oder Verteidiger. Nach zwölf Runden wechseln die Seiten. Zu Beginn jeder Runde gibt es eine kurze Kaufphase, in der Waffen und Fähigkeiten je nach verfügbaren Credits individuell gewählt werden können. Insgesamt stehen 27 Agenten mit unterschiedlichen Fähigkeiten zur Auswahl, die in vier Rollen eingeteilt sind: Duellanten, Initiatoren, Taktiker und Wächter. Ihr Zusammenspiel sorgt für zusätzliche taktische Tiefe - nicht nur durch die Schusswaffengattungen, sondern auch durch die individuellen Fähigkeiten, die etwa Flächen versperren, Sichtlinien blockieren, Verbündete heilen oder Informationen fürs Team beschaffen. Es geht mehr als "nur" um perfektes Aiming.

E-Sports geht auch locker

VALORANT bietet im regulären Standard-Play elf vollständig ausgebaute Karten (fünf weitere im Team-Deathmatch), die variierende strategische Anforderungen mitbringen - etwa vertikale Ebenen, alternative Routen oder offene Bereiche in der Mitte. Zu den Kernmodi zählen u. a. das ELO-basierte Ranglistenmatch, der Premier-Modus für organisierte Teams sowie die ungewerteten Partien und lockeren Modi (Spike Rush, Swift Play, Eskalation und (Team-)Deathmatch). Ergänzt wird das Spiel durch eine aktive Map-Rotation, regelmäßige Balancing-Updates und ein Agenten-Freischaltesystem - mit frischem Account stehen nicht alle Charaktere zur Verfügung, sondern müssen freigespielt werden.

Alles "glänzt", so schön neu

Zu den künftigen Features gehören das von der Community langersehnte und für September geplante Replay-System für gespielte Matches sowie verstärkte Anti-Smurf-Schutzmaßnahmen (um zu starke Spieler von niedrigeren Rängen fernzuhalten). Spannend wird's auch beim Technik-Unterbau: VALORANT setzt aktuell noch auf die ältere Unreal Engine 4 - ein geplanter Umstieg auf die Unreal Engine 5 erfolgt voraussichtlich mit Patch 11.02 im Juli 2025. Laut Entwickler werden dabei vor allem Ladezeiten verkürzt und Patches effizienter umgesetzt - bei unverändertem Gameplay und optisch im Grunde identischer Präsentation. Wir sind gespannt!

Form und Gewicht der Maus

Im kompetitiven E-Sports-Umfeld zählt jede Bewegung - besonders in einem präzise getakteten Taktik-Shooter, in dem Zielverfolgung mit der Maus und Reaktionsschnelligkeit unmittelbar über Sieg und Niederlage entscheiden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die eingesetzte Maus: geringe Eingabelatenz, zuverlässiges Tracking, passgenaue Ergonomie und ein möglichst geringes Gewicht bilden die Grundlage für kontrollierte und wiederholgenaue Aiming-Bewegungen. In aller Kürze: Zwar sollten Sie billige (Office-)Mäuse meiden, die technischen Unterschiede zwischen etablierten Gaming-Maus-Modellen werden jedoch von Jahr zu Jahr immer geringer. Größere und für E-Sports-Titel ausschlaggebende Vorteile sind am ehesten durch die individuell passende Form und das Gewicht der Maus realisierbar.

Im E-Sports-Segment dominieren fast immer leichte Mausmodelle mit einem Gewicht von (teils weit) unter 70 Gramm. Die Turtle Beach Burst II Air im Bild ist mit nur 46 Gramm ein ganz besonderes Leichtgewicht. Quelle: PCGH Im E-Sports-Segment dominieren fast immer leichte Mausmodelle mit einem Gewicht von (teils weit) unter 70 Gramm. Die Turtle Beach Burst II Air im Bild ist mit nur 46 Gramm ein ganz besonderes Leichtgewicht.

Während konventionelle Gaming-Mäuse früher häufig mehr als 100 Gramm auf die Waage brachten, dominieren im E-Sports-Segment leichte Modelle (teils weit) unter 70 Gramm. Mäuse wie die Logitech G Pro X Superlight 2 (kabellos, ca. 60 g) für ca. 70 bis 100 Euro, die Razer Viper V3 Pro (kabellos, ca. 55 g) oder die Steelseries Prime Mini (kabelgebunden, mit 61 g, ca. 25 Euro) bewegen sich in diesem Bereich und minimieren den Kraftaufwand im Spiel. Je leichter die Maus, desto geringer die Trägheit - was sich besonders bei Mikrokorrekturen beim Zielen und Flicks (ruckartiges Drehen mit Schuss auf den Gegner) bemerkbar macht. Allerdings ist die Umstellung auf eine leichte Maus nicht für jeden Nutzer sofort intuitiv. Wer bislang mit schwereren MMO- oder Allround-Mäusen gearbeitet hat, sollte sich an das neue Handling schrittweise herantasten. Eine Umgewöhnungsphase von mehreren Wochen mit reduzierter Empfindlichkeit und großzügiger Pad-Fläche kann helfen, die neuen Bewegungsabläufe sauber zu verinnerlichen.

Die reine Sensorleistung spielt bei hochwertigen Modellen inzwischen eine untergeordnete Rolle. Nahezu alle E-Sports-Mäuse setzen auf präzise optische Sensoren wie Pixart PAW3395, Hero 2 oder Razer Focus Pro, die in Auflösungsbereichen bis zu utopisch hohen (und im Alltag irrelevanten) 30.000 Dpi arbeiten. Wichtiger als die maximale Dpi-Zahl ist eine stabile, jitterfreie Abtastung, geringe Lift-off-Distanz und eine störungsfreie Umsetzung selbst kleinster Bewegungen - ohne künstliches Angle-Snapping oder sonstige softwareseitige Glättung. Polling-Raten von 1.000 bis 2.000 Hz sind in der Praxis vollkommen ausreichend, da der Vorteil höherer Abfrage-Werte (etwa 4.000 oder 8.000 Hz) marginal ausfällt, selbst bei professionellen Spielern. Als Nachteil zu hoher Polling-Raten wäre zumindest auch die höhere CPU-Last und bei kabellosen Varianten die drastisch sinkende Akkulaufzeit zu nennen.

Die drei Griffarten, die sich auch beim E-Sports in der Praxis etabliert haben, sind der Palm-Grip (oben), der Claw-Grip (Mitte) und der Fingertip-Grip (unten). Quelle: Steelseries Die drei Griffarten, die sich auch beim E-Sports in der Praxis etabliert haben, sind der Palm-Grip (oben), der Claw-Grip (Mitte) und der Fingertip-Grip (unten).

Oft übersehen, schwer aus der Ferne subjektiv zu beurteilen und dennoch enorm wichtig: die Ergonomie - also die Frage, wie gut die Mausform zur eigenen Handgröße und Grifftechnik passt. In der Praxis haben sich drei Griffarten etabliert: Palm-Grip, bei dem die Hand großflächig aufliegt, Claw-Grip mit gebogener Fingerhaltung und Fingertip-Grip, bei dem die Maus ausschließlich mit den Fingerspitzen geführt wird. Je nach Griffstil ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Form, Höhe und Länge der Maus. Marken wie Zowie bieten deshalb gezielt Serien mit unterschiedlichen Formfaktoren an - etwa die symmetrischen FK-, die ergonomischen EC- oder die höher bauenden ZA-Modelle. Online-Hilfen wie das "Mouse-Finder-Quiz" des Herstellers oder Datenbanken wie auf www.rocketjumpninja.com helfen bei der Vorauswahl mit Fragen und eigenen Handmaßen, doch letztlich entscheidet immer die persönliche Passform und der Griff. Soweit möglich empfiehlt sich eine Probe bei Ausstellobjekten in Läden.

Softwareseitig lassen sich viele moderne Mäuse sinnvoll konfigurieren. Dpi-Stufen im Bereich von 400 bis 1.600 haben sich für VALORANT als praxisgerecht erwiesen. Die Kombination zwischen Maus-Dpi und Ingame-Sensitivität wird als e-Dpi zusammengerechnet. Bei VALORANT ist eine Ingame-Empfindlichkeit von 0,2 bei einer Dpi von 1.600 ein guter Initialwert zum Nachjustieren (auch wenn die Empfindlichkeit im ersten Eindruck viel zu gering ausfällt). Niedrigere e-Dpi-Werte in Kombination mit großem Mauspad und gleichmäßigen Bewegungen ermöglichen eine höhere Präzision. Viele Modelle bieten per Software eine anpassbare Lift-off-Distanz, Umschaltung zwischen Profilen, Tastenbelegung und Polling-Rate. Auch wenn RGB-Beleuchtung, Makros und Oberflächenerkennung für den Alltag komfortabel und schick anzusehen sein können, spielen sie im E-Sports-Umfeld eine untergeordnete Rolle. Hier zählt in erster Linie die zuverlässige, schnelle und konsistente Umsetzung der Bewegung.

Ob kabelgebundene oder kabellose Maus ist heute ebenfalls weniger eine Frage der Technik als der persönlichen Präferenz und des Budgets - hochwertige Wireless-E-Sports-Modelle liegen oft im Preisbereich von 70 bis (seltener) 200 Euro. Gute 2,4-GHz-Verbindungen mit eigener Signaloptimierung (ganz im Gegensatz zu stark verzögernden und deshalb zu vermeidenden Bluetooth-Kopplungen) bieten (beinahe) identische Reaktionszeiten wie klassische USB-Modelle - vorausgesetzt, der Empfänger wird in direkter Nähe zur Maus positioniert und es treten keine Interferenzen auf. Akkulaufzeiten von über 60 Stunden ohne Beleuchtung sind inzwischen Standard. Modelle mit Schnellladefunktion oder Ladedock erhöhen zusätzlich den Komfort, ohne die Latenz zu beeinträchtigen.

Es braucht nicht immer die teuersten (Sonder-)Modelle wie die Razer Viper V3 Pro Faker Edition für 200 Euro: Ältere, günstige Mäuse wie die Razer Viper Mini (nur kabelgebunden) für ca. 40-60 Euro können auch top sein. Quelle: PCGH Es braucht nicht immer die teuersten (Sonder-)Modelle wie dieRazer Viper V3 Pro Faker Edition für 200 Euro: Ältere, günstige Mäuse wie die Razer Viper Mini (nur kabelgebunden) für ca. 40-60 Euro können auch top sein.

Mausuntergrund

Ein geeignetes Mauspad ist für zuverlässige und zumindest auf die Maus bezogene Reproduzierbarkeit im E-Sports kein optionales Zubehör, sondern ein relevanter Teil der Eingabekette. Sensoren moderner Gaming-Mäuse sind auf strukturierte, reibungsarme Oberflächen kalibriert. Ohne passende Unterlage steigt zudem der Verschleiß der Mausfüße, und Abtastfehler oder Mikroruckler können die Folge sein. Hochwertige PTFE-/Glas-Mausfüße (Skates) reduzieren den Reibungswiderstand auf dem Maus-Pad erheblich und reduzieren Stocken.

Für die Ergonomie eines Mauspads ist seine Höhe entscheidend. Während Mauspads wie das Razer Shpex V2 Mini (links) gerade einmal 0,5 mm hoch ist, kommt das Asus Balteus (rechts) auf eine Höhe von fast 8 mm. Ausführliche Informationen zu Mauspads gibt es bei den Kollegen vom PCGH-Ratgeber. Quelle: PCGH Für die Ergonomie eines Mauspads ist seine Höhe entscheidend. Während Mauspads wie das Razer Shpex V2 Mini (links) gerade einmal 0,5 mm hoch ist, kommt das Asus Balteus (rechts) auf eine Höhe von fast 8 mm. Ausführliche Informationen zu Mauspads gibt es bei den Kollegen vom PCGH-Ratgeber. In Kombination mit einer geeigneten Oberfläche - je nach Vorliebe weich, hart, texturiert oder hybrid - ergibt sich ein homogener Bewegungsfluss, der sich positiv auf die Zielpräzision und das zusammenhängende, sich über die Zeit aufbauende Muscle-Memory wirkt. Dickere Stoffpads sind weitverbreitet und bieten ein empfehlenswertes Verhältnis aus Kontrolle und Gleitfähigkeit. Hartplastikpads sorgen für besonders geringe Reibung, sind langlebiger und weniger schmutzanfällig, können aber für Einsteiger (zu) rutschig wirken. Glas- oder Silikonpads bilden Speziallösungen mit besonderer Haptik. Low-Sense-Spieler benötigen mehr Fläche (XL/XXL).

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