Unreal Engine 5: Ex-Epic-Manager baut europäische Konkurrenz-Engine mit KI-Fokus
Die Unreal Engine dominiert seit Jahren große Teile der Spielebranche. Jetzt arbeitet ein ehemaliger Epic Games Manager offenbar an einer europäischen Alternative mit starkem KI‑Fokus.
Die Unreal Engine gehört seit Jahren zu den wichtigsten Tools der Spielebranche und treibt unbestreitbar einige der schönsten Spiele überhaupt an. Schön und gut, doch das scheinbar immer gleiche Look and Feel der Engine nervt viele Spieler. Unter anderem deshalb arbeitet jetzt ein ehemaliger Epic Games Manager offenbar an einer europäischen Alternative, die aber vor allem bei KI und Datenschutz neue Wege gehen soll.
Unreal Engine bekommt Konkurrenz aus Europa: Ex‑Epic-Games-Entwickler baut neue KI-Engine
Arjan Brussee, Mitgründer von Guerrilla Games und früherer Produktchef der Unreal Engine bei Epic Games, entwickelt aktuell eine neue Game Engine namens "Immense Engine". Das Projekt entsteht in den Niederlanden und soll laut Brussee eine europäische Alternative zu amerikanischen und chinesischen Engines bieten.
Über sein neues Projekt hat Brussee im Podcast von De Technoloog gesprochen. Dort erklärte er, dass es aktuell kaum große Engines gebe, die vollständig in Europa betrieben werden und gleichzeitig die europäischen Regeln beim Datenschutz und Hosting erfüllen.
Für viele Studios könnte genau das künftig wichtiger werden. Vor allem bei Cloud-Systemen, KI-Tools und sensiblen Daten spielen europäische Vorgaben inzwischen eine deutlich größere Rolle als noch vor ein paar Jahren.
Brussee kennt den Markt dabei ziemlich genau und so hat er nicht nur Guerrilla Games mit aufgebaut, sondern später bei Epic Games als globaler "Director of Product Management" an der Unreal Engine gearbeitet. Jetzt möchte er seine Erfahrung nutzen, um eine komplett neue Plattform aufzubauen. Die "Immense Engine" soll laut Brussee übrigens nicht nur für Videospiele gedacht sein. Er sieht auch Einsatzmöglichkeiten bei 3D-Simulationen für Militär, Verteidigung oder Logistik.
Neue Immense Engine soll KI deutlich stärker integrieren
Besonders spannend dürfte für viele Entwickler aber der Fokus auf künstliche Intelligenz sein. Brussee glaubt offenbar, dass moderne Software künftig ganz anders entwickelt werden muss als bisher.
Er sagte im Podcast:
"Der Aufstieg von KI bedeutet, dass wir die Entwicklung solcher wichtiger Software anders angehen müssen."
Außerdem erklärte er:
"Wenn man clever arbeitet und ein gutes Framework aus KI-Agenten aufbaut, kann man die Arbeit von zehn oder fünfzehn Menschen erledigen."
KI bleibt in der Gaming-Branche aktuell eines der größten Diskussionsthemen. Viele Studios testen bereits generative KI, automatisierte Entwicklungsprozesse oder KI-gestützte Werkzeuge. Auch bei PlayStation haben Verantwortliche zuletzt darüber gesprochen, wie stark KI zukünftige Spiele beeinflussen könnte.
Ob die "Immense Engine" irgendwann wirklich mit der Unreal Engine konkurrieren kann, ist aktuell noch offen. Das Projekt zeigt aber schon jetzt, dass immer mehr Entwickler nach Alternativen suchen, die stärker auf europäische Infrastruktur und moderne KI-Systeme setzen.
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