9 Gründe, warum "Twin Peaks" Kult ist
Wir werfen einen etwas anderen Blick auf die Mystery-Serie aus den Neunzigern, die 2016 wiederbelebt werden soll
3. Unberechenbarkeit der Story.
Spätestens seit Game of Thrones dürften Serienfans bemerkt haben, dass eine gewisse Unberechenbarkeit eine richtig gute Story ausmachen kann: Jeder könnte ein doppeltes Spiel spielen, jeder ein potentieller Verbrecher sein oder mit ihm unter einer Decke stecken und ja, alle Charaktere, auch solche, die man mit der Zeit lieb gewonnen und ins Herz geschlossen hat, können sterben. Und zwar oft reichlich unvermittelt und unpathetisch.
Nun möchten wir denjenigen, denen Twin Peaks noch fremd ist, nicht die Spannung nehmen. Es sei jedoch gesagt, dass die Handlung in Teilen durchaus vergleichbar mit der munteren Sterbe-Orgie von Game of Thrones ist – wenn nicht gar in derartigen Ausmaßen. Manchmal geschieht aber auch genau das Gegenteil, und die Todgeglaubten leben länger, wie es so schön heißt.
Nebenbei gestaltet sich auch der allgemeine Handlungsverlauf alles andere als linear und vorhersehbar. Es ist gerade diese Verquickung aus Krimi und Mystery, aus Realem und Surrealem, die es dem Zuschauer fast unmöglich macht, vorherzusehen, wie sich die Geschehnisse entwickeln und wer am Ende als Sieger und wer als Verlierer da stehen wird.
Eine Ironie des Schicksals: Nachdem der Fernsehsender ABC die Schöpfer Lynch und Frost dazu gedrängt hatte, eines der größten Geheimnisse der Serie zu lüften – nämlich wer den ursprünglichen Mord an Laura Palmer begangen hatte – sackten die Einschaltquoten merklich ab. Wäre es nach Frost und Lynch selbst gegangen, hätten sie dieses Rätsel, wie (zum Glück) noch einige andere, bis zuletzt nicht aufgelöst. Das in vielerlei Hinsicht offen gehaltene Ende von Twin Peaks ist denn auch mehr Segen als Fluch, denn so darf die Fantasie des Zuschauers die Geschichte selbst zu Ende schreiben – eine wahrhaft einzigartige Möglichkeit.
