Tully: Filmrezension zur lebensnahen Tragikomödie
Es ist ein Thema, welches in der breiten Gesellschaft wenig diskutiert wird, mit dem sich der "Thank You For Smoking"-Regisseur Jason Reitman und "Jennifer's Body"-Autorin Diablo Cody bei ihrer dritten Kollaboration befassen. "Tully - Dieses verdammte Mutterglück" erzählt eine Geschichte, die jede Mutter nachempfinden kann. Die sonst so glamouröse Charlize Theron ist in dieser Tragikomödie als Wrack mit postnataler Depression zu sehen. Eine Rolle, die der Schauspielerin sowohl körperlich als auch mental einiges abverlangte.
Marlo ist gefangen in der Mama-Falle: Zwei Kinder hat sie schon, eines ist unterwegs. Ihr Tages- und auch Nachtablauf richtet sich nach der Familie, ihre Figur hat gelitten und ihr Gatte macht lieber Überstunden. Zu allem Überfluss will die Schule nicht mehr die Verantwortung für den hyperaktiven Sohn tragen. Voller Selbstzweifel geht sie nach der Geburt des neuen Töchterleins auf den Vorschlag ihres Bruders ein, für die Nächte eine Nanny ins Haus zu holen: Tully (jetzt kaufen 7,99 € ). Diese scheint viel zu jung für den Job, beginnt aber bald, eine positive Wirkung auf Marlos Leben auszuüben ...
Zum dritten Mal nach Juno und Young Adult tat sich das bewährte Gespann Jason Reitman (Regie) und Diablo Cody (Drehbuch) zusammen und schuf das detaillierte Porträt einer Frau brutal nah an der frustrierenden Wirklichkeit von Müttern mit kleinen Kindern. Charlize Theron beweist einmal mehr Mut zur (körperlichen) Veränderung und dürfte in ihrer Rolle unzähligen weiblichen Elternteilen ein seufzendes "Ja, genau so ist es!" entlocken.
FAZIT:
Ohne den Wortwitz eines Juno, aber toll beobachtet und ideal für Betroffene zum Schmunzeln und Seelestreicheln gegen Mama-Blues.
