Trüberbrook: Deutsches Mystery-Adventure - liebevoll, aber mit Schwächen
Mystery-Adventures müssen nicht immer in versunkenen Tempeln, alten Herrenhäusern oder stillgelegten Irrenanstalten spielen. Trüberbrook erzählt uns die Geschichte um einen amerikanischen Quantenphysiker, verrückte Wissenschaftler, Menschen in Baumhäusern und verschwundenen Doppelkopfspielern, die in der tiefsten deutschen Provinz von Trüberbrook angesiedelt ist. Das Point-and-Click-Adventure sieht zwar wunderschön aus, hat aber spielerische Schwächen.
Wenn man an Point-and-Click Adventures denkt, dann kommt einem nicht unbedingt die deutsche Provinz in den Sinn. Genau dahin entführt uns Trüberbrook (jetzt kaufen / 23,99 € ) aber. Genauer gesagt in den gleichnamigen Luftkurort im Schwarzwald der sechziger Jahre. Mit uns meinen wir Hans Tannhauser, der Hauptprotagonist des Abenteuers. Der ist seinerseits ein vollkommen überarbeiteter amerikanischer Quantenphysiker, der die Reise nach Trüberbrook bei einem Gewinnspiel gewonnen hat. Interessanterweise erinnert er sich zwar nicht mehr daran, an einem solchen teilgenommen zu haben, macht sich aber trotzdem auf Richtung Provinz, um ein wenig Erholung zu bekommen. Dort angekommen erleidet er nicht nur einen kleinen Kulturschock, sondern wird bereits in der ersten Nacht Opfer eines Diebstahls, bei dem seine gesamten Aufzeichnungen verschwinden. Auf der Suche nach dem Täter lernt er die junge Paläoanthropologin Gretchen kennen und es entwickelt sich eine Geschichte, in der es am Ende um nicht weniger als die Rettung der Welt geht.
Einfaches Point-and-Klick
Trüberbrook konzentriert sich mehr auf das Erzählen einer schönen Geschichte, denn auf komplizierte der neuartige Spielmechaniken. Das Point-And-Click-System ist dabei auf das nötigste runtergebrochen. Ihr könnt allerlei Gegenstände betrachten und bekommt dann von Tannhauser erklärt, um was es sich handelt. Einige Dinge könnt ihr einsammeln, woraufhin sie in eurem Inventar landen. Dort verschiedene Gegenstände zu kombinieren, wie es in anderen Adventures der Fall ist, dürft ihr bei Trüberbrook nicht. Stattdessen bekommt ihr bei Hotspots eurer Umgebung immer direkt angezeigt, welche Items aus eurem Inventar sich damit direkt verbinden lassen. Das vereinfacht das Spiel doch deutlich. Wenn ihr mal nicht weiterkommt, bietet euch das Spiel zudem eine Hilfestellung. Durch Drücken der Space-Taste bekommt ihr sämtliche Gegenstände oder Personen angezeigt, mit denen ihr in der aktuellen Umgebung interagieren könnt.
Ein schönes Detail ist die REC-Funktion. Damit fertigt Tannhauser per Diktiergerät Aufzeichnungen an, die euch mit verschiedenen Hintergrundinformationen versorgen, euch mehr vom Leben des Quantenphysikers verraten und hin und wieder wichtige Hinweise geben.
Skurrile Charaktere
Wie jedes Adventure lebt auch Trüberbrook von den handelnden und umgebenden Charakteren. Diese greifen jede Menge Klischees auf und sind dennoch bis auf wenige Ausnahmen liebenswert und mit viel Hingabe gestaltet. Besonders der schon früh in der Geschichte auftauchende Freiherr von Sülz hat uns mehr als ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert und ist nach dem später in Erscheinung tretenden Barbarossa 2000 unser Liebling. Allerdings gibt es auch einige Charaktere, die trotz liebevoller Gestaltung keine wirkliche Rolle in der Geschichte einnehmen. Sie sind nur Mittel zum Zweck und ihr Auftauchen lässt uns etwas ratlos zurück. Aber verständlicherweise braucht die etwa fünf bis zehn Stunden lange Geschichte neben den Hauptcharakteren auch einige Nebendarsteller, die unseren Tannhauser auf dem richtigen Weg halten.
Wunderschöne Kulissen
Am meisten punktet Trüberbrook durch die wunderschöne Optik. Diese ist nicht etwa am PC entstanden oder durch die Hand eines begabten Malers zum Leben erweckt worden. Es handelt sich bei jedem einzelnen Schauplatz um ein einzigartiges Modell. Ob die Innenstadt, das Seeufer oder die einzelnen Räume der Gebäude - alles wurde komplett in Hand angefertigt und anschließend in die Grafik-Engine von Trüberbrook übertragen. Dadurch ergibt sich nicht nur ein ganz besonderer Look, sondern es entsteht auch ein angenehmer Tiefeneffekt. Dazu noch die passenden, leicht schlacksig wirkenden Charaktere und schon gehört Trüberbrook zu den optischen Highlights des Genres. Wer natürlich eher auf realistische Grafik steht, der kann dem Ganzen eventuell nicht so viel abgewinnen.
Teils einfache, teils frustrierende Rätsel
Die unterschiedlichen Rätsel sind neben der Geschichte natürlich das A und O eines guten Point-and-Click-Adventures. Und leider zeigt Trüberbrook genau hier Schwächen. Während die Lösung für einige Rätsel durchaus durch logisches Denken gefunden werden kann, und das eine oder andere Mal deutlich zu einfach ausfallen, können andere Knobeleien oftmals nur durch bloßes Rumprobieren gelöst werden. Hinzu kommt noch, dass einige Dinge der Umgebung erst dann zum Interagieren freigeschaltet sind, wenn ihr bestimmte Stellen der Geschichte erreicht habt oder spezielle Informationen erhalten habt. Das kann dann schnell mal frustrierend werden. Wir fanden uns während des Spiels mindestens zweimal in der Situation, dass wir einfach nur alle Orte abgelaufen sind und sämtliche Hotspots angeklickt haben, weil wir nicht mehr weiter wussten. Außerdem gibt es auch Interaktionsstellen, die offenbar von Anfang bis Ende keinerlei Nutzen aufweisen. Entweder waren wir nicht aufmerksam genug (was durchaus möglich ist) oder die Rätsel könnten an einigen Stellen etwas mehr Hinweise vertragen.
Geschichte mit viel Humor
Zur Geschichte von Trüberbrook wollen wir eigentlich nicht viel mehr erzählen, um euch keine Story-Spoiler zu verraten. Was wir euch aber preisgeben können, ist der Humor, mit dem die Macher von btf ihre Geschichte erzählen. Und dazu gehören nicht nur die offensichtlichen Scherze (der Massagestab) oder kuriose Namen (wie der energievolle Space-Stein), sondern auch versteckte Anspielungen an die Popkultur. So finden aufmerksame Spieler beispielsweise eine Hommage an Saber Rider und seine Starsheriffs, genauso wie kleinere Fingerzeige in Richtung bekannter Mystery-Serien wie Twin Peaks, Akte X oder Stranger Thing. Selbst Star Trek wird an einigen Stellen dezent eingeflochten. Am Ende zieht dann aber wieder etwas mehr Ernsthaftigkeit ein. Schließlich muss Tannhauser nicht weniger als die Welt vor ihrer totalen Zerstörung bewahren, was aber weit weniger spektakulär und pompös von statten geht als es zunächst klingt.
Trüberbrook ist für den PC, PS4 und Xbox One erhältlich und kostet 28,99 €. Käufer auf Steam erhalten allerdings einen zehnprozentigen Rabatt.

GOG-Key seit einigen Tagen, aber noch tut sich nix.
Scheint aber bei STEAM das selbe zu sein, oder?
// Meldung aus dem GOG-Forum:
16:00 solls sein.
https://www.gog.com/game/truberbrook