Schwer, aber schön
So spielt sich Tron 2.0
Mit diesem verbesserten Lichtrenner sind Sie in den Arenen schneller unterwegs als Ihre Gegner.
Um in Tron 2.0 nicht als Datenschrott im virtuellen Papierkorb zu enden, brauchen Sie
neben guten Reflexen auch eine Portion Geschicklichkeit und ein wenig Hirnschmalz. Das Spiel besteht zwar größtenteils aus shootertypischen "Wer zieht schneller"-Situationen, allerdings werden diese immer wieder durch Zwischensequenzen, Lichtrennen, Schalterrätsel und Jump&Run-Einlagen aufgelockert. Während sich die Schalterrätsel in der Regel relativ schnell und ohne große Mühe lösen lassen, sind die Hüpf-Sequenzen eine echte Herausforderung. Teilweise müssen Sie unter Zeitdruck über zig verschiedene, sich bewegende Plattformen springen und zwischendurch zielsicher Schalter umlegen. Ein Glück, dass es Quicksave gibt.
In den Lichtrennen ist Speichern allerdings untersagt. Sobald Sie auf einen Rennesel steigen, zählt nur noch Sieg oder Niederlage. Ziel der Rennen ist es, bis zu vier Kontrahenten in einer Arena so geschickt auszumanövrieren, dass diese entweder mit Vollgas in eine Wand oder in die Leuchtspur eines
Digi-Motorrads donnern. Jene Leuchtspur zieht jedes virtuelle Moped wie einen Bindfaden hinter sich her und sollte möglichst nicht durchfahren werden, sonst krachts. Interessant sind die Rennen vor allem, weil die Zweiräder a) nicht angehalten werden können, sondern immer eine gewisse Geschwindigkeit beibehalten, b) man nur Kurven im 90°-Winkel fahren kann und c) überall in den Arenen Power-ups platziert sind. Allerdings hat Entwickler Monolith das einzigartige Flair dieser Rennen nicht gut eingefangen. Die Kamerasteuerung ist kompliziert, der Schwierigkeitsgrad in manchen Arenen zu hoch. Hier wollte Monolith einfach zu viel auf einmal - wie es besser geht, zeigt das kostenlose Freeware-Spiel glTron (gltron.org)
Schwer, aber schön
Gemeine Ressourcenfresser wie diese Word_Edit.exe sind ständig hinter Ihnen her.
Tron 2.0 ist aber auch abseits der Geschicklichkeitsspielchen und Lichtrennen knüppelschwer. In den Schießereien tendieren Ihre Gegner dazu, mit fast jedem Schuss ins Schwarze zu treffen. Man selbst hat gerade zu Beginn des Spiels Mühe, mit dem Diskus als Standardwaffe einen Gegner zu erwischen - besagter Diskus verhält sich nämlich wie ein Bumerang, prallt von Wänden ab und lässt sich zudem mit gedrückter linker Maustaste auch noch ein wenig steuern, was gelernt sein will. Zwar erwerben Sie im Laufe des Spiels weitere Waffen wie beispielsweise Snipergewehr oder Schrotflinte, ein sicherer Umgang mit dem Diskus ist aber dennoch ein Muss. Grafisch und musikalisch ist Tron 2.0 ein Meisterwerk der besonderen Art. Der Leucht-Effekt ist einzigartig und gibt dem Spiel die richtige Atmosphäre. Selbst wenn Sie alle Details bis auf den Leucht-Effekt ausschalten, sieht Tron 2.0 noch klasse aus. Die Atmosphäre wird durch eine Sound- und Musikcollage aus Modem-Klingeltönen, wummernden Beats und typischen Windows-Sounds noch verstärkt. Wenn Sie von Viren befallene Levels betreten, kommen gespenstische Echo-Effekte hinzu und die Musik "leiert" wie bei einem Walkman mit fast leeren Batterien. Gratulation auch an die Übersetzer - wenn Gegner in den Gefechten mit Sprüchen wie "Du kannst dich nicht verstecken, ich kenne alle deine Shortcuts!" aufwarten, muss man einfach schmunzeln. Kleiner Tipp: Besuchen Sie auf jeden Fall die Webseite (tron20.net) und klicken Sie auf den fCon-Button! Dort erwartet Sie eine Hacker-Konsole im Stile von Enter the Matrix. Genial!
