Trepang 2 im Test: Ist es F.E.A.R. 4 oder doch nur eine Tech-Demo?

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Test Stefan Wilhelm - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Trepang 2 im Test: Ist es F.E.A.R. 4 oder doch nur eine Tech-Demo?
Quelle: Trepang Studios

Klingt wie ein chinesisches Mobile-Game, ist aber eigentlich ein ziemlich guter Shooter im Stil von F.E.A.R.: Nach jahrelanger Entwicklung ist die Vollversion von Trepang 2 endlich da. Reicht es zum echten Geheimtipp?

Ein Shooter wie Trepang 2 kommt heraus, wenn sich ein Team von Indie-Entwicklern hinsetzt und mit einem kristallklaren Fokus genau das Spiel entwickelt, auf das es Bock hat - in diesem Fall ein spiritueller Nachfolger, der schon lange überfällig war. Während Old-School-Ballereien wie Doom - oder Quake -Lookalikes am laufenden Band erscheinen, wollten die Trepang Studios einem ganz anderen Meilenstein ein Denkmal setzen: F.E.A.R.! Der Horror-Shooter von 2005 kommt immer noch zuverlässig ins Gespräch, wenn es um tolle Gegner-KI, zerstörbare Umgebungen und Zeitlupeneffekte geht - luftige Ziele also, die sich das gerade einmal vierköpfige Team gesetzt hat. Im Test klären wir, wie gut Trepang 2 sie erfüllen kann.

Zunächst einmal wollen wir aber unserem Bildungsauftrag gerecht werden und euch den Namen des Spiels erklären: Trepang 2 ist der Nachfolger eines Retro-Spiels mit einer Seegurke, das die Entwickler ursprünglich für einen Game Jam gebaut hatten. In manchen asiatischen Ländern werden diese Unterwassertiere "Trepang" genannt. Teil zwei hat aber mit Seegurken nix mehr am Hut und auch sonst eine - minimal - andere Ausrichtung. Erklärtes Ziel der Entwickler war es, einen Ego-Shooter zu erschaffen, in dem wir uns wie der größte Badass vor dem Herrn fühlen dürfen. Und dieses Vorhaben ist ihnen absolut gelungen!

The only thing they F.E.A.R. is you

Die ersten Minuten im düsteren Sci-Fi-Albtraum von Trepang 2 verbringen wir noch in Handschellen, denn offenbar sind wir für die zwielichtige Horizon Corporation ein Sicherheitsrisiko. Weil wir aber direkt von einer Widerstandsgruppierung befreit werden, dauert es nicht lange, bis wir den Spieß umdrehen dürfen.

Wir spielen den Supersoldaten 106, der quasi alles auf dem Kasten hat, was einen übermächtigen Shooter-Helden auszeichnet. Er kann die Zeit verlangsamen wie ein F.E.A.R.-Soldat, über den Boden gleiten wie ein Titanfall-Pilot und sich unsichtbar machen, Gegner packen und sie durch die Luft werfen, als hätte er den Nanosuit aus Crysis im Kleiderschrank.

Der Spieler tritt einen Gegner in der Luft. Quelle: Trepang Studios Und weil das noch nicht reicht, haben die Entwickler noch ein paar Features eingebaut, die der Machtfantasie toll in die Karten spielen. So können wir Gegnern jederzeit eine scharfe Handgranate in die Tasche stecken, bevor wir sie zu ihren Kollegen schleudern. Und natürlich ist es auch möglich, diese Granate noch während des Flugs durch einen Schuss zur Explosion zu bringen.

Unser Slide hat genug Wucht, um Gegner von den Füßen zu holen, damit wir sie in der Luft weiter beschießen oder packen können. An Wänden können wir zwar nicht entlanglaufen, dafür ist es aber möglich, einen Feind per Tritt als Sprungbrett zu missbrauchen. Die Waffen haben ordentlich Dampf und der Großteil lässt sich später im Spiel außerdem im Akimbo-Modus nutzen.

Der Spieler lädt sein Gewehr nach, während ein gepanzerter Feind auf ihn feuert. Quelle: Trepang Studios

Fein(d)partikel

All diese Aktionen gehen durch die großzügig nutzbare Zeitlupe gut von der Hand, ganz zu schweigen davon, dass das irrsinnige Effektgewitter dann erst so richtig zur Geltung kommt. Trepang 2 zaubert eine Technik auf den Bildschirm, die sich auch vor Multi-Millionen-Dollar-Produktionen nicht zu verstecken braucht. Die Levels sind schick beleuchtet und detailliert, die Materialqualität der unzähligen physikalischen Gegenstände durchweg hoch.

Zur Höchstform läuft das Spiel aber im Kampf auf: Fast alles, was nicht niet- und nagelfest ist, geht im Kugelhagel filigran zu Bruch, teilweise lassen sich sogar Deckungsmauern zerballern. Schüsse erzeugen einen Schwall aus Partikeln, wenn wir danebenschießen, und maßlos übertriebene Splatter-Effekte, wenn wir treffen.

Vor allem, was Shotgun und Granaten von den Horizon-Soldaten übriglassen, ist jenseits von Gut und Böse. Statt ewig lang auf dem Boden herumzukullern, explodieren Granaten bei Feindkontakt außerdem sofort, wodurch sie sich deutlich befriedigender anfühlen als in den meisten Shootern. Kurz gesagt: Das Kern-Gameplay von Trepang 2 sieht toll aus, macht mächtig Laune und der Vorlage alle Ehre.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von StarFox86 Hobby-Spieler/in
        Auf Steam sind 95 % mit Preis Leistung zufrieden.
      • Von StarFox86 Hobby-Spieler/in
        Auf Steam sind 95 % mit Preis Leistung zufrieden.
      • Von Gast1692738601 Mitglied
        Werd ich auch sicher demnächst spielen. Gute alte Shooter Zeiten.
      • Von Skullverton Mitglied
        Habe das Spiel auch schon einige Zeit auf dem Schirm und soeben gekauft. Ich habe es - ganz zu Anfang - auch für eine Demo gehalten. Aber: wenn man sieht, wie kleine, unabhängige Entwickler (wie bei Bright Memory Infinite) und jetzt Trepnang extrem gute und auch fast Bugfreie und absolut ansprechende Spiele raushauen, die eben kein riesiges Team und - noch wichtiger - kein Millionenbudget haben, fragt man sich: was machen die Quattro-A-Studios eigentlich beruflich? Es geht doch! Die müssen (!) sich davon mehr als nur eine Scheibe abschneiden.

        Und da macht es auch nichts, daß die Kampagnen nur ein paar Stunden dauern. Darauf kommt es nämlich gar nicht an, auch wenn das immer wieder fälschlicherweise proklamiert wird. Mich hat der 2-Std.-Shooter Bright Memory mehr gefesselt und auch gefordert, als der letzte Shadow Warrior....
      • Von Cobar Spiele-Enthusiast/in
        Habe das Spiel schon eine Weile auf meiner Wunschliste und gar nicht mitbekommen, dass es jetzt überhaupt ein Releasedatum bekommen hatte. Ich hätte mir zwar keine reine Action-AUsrichtung gewünscht, sondern gerne auch wieder ein wenig Horror mit drin wie bei F.E.A.R., aber werde mir das SPiel dennoch irgendwann mal anschauen.
        Allerdings ganz sicher nicht direkt zum Start, dafür habe ich noch genug andere Games, die ich zuerst zocken will und Trepang nehme ich dann irgenwann mal im Sale mit.

        Ich muss [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] hier zustimmen. AUch wenn Bright Memory Infinite sehr kurz ist mit etwa 2 1/2 Stunden pro Spieldurchlauf, hat es meiner Meinung nach deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient als es bisher bekommen hat. Die Grafik ist unheimlich gut, es wurde ebenfalls von einem kleinen Studio entwickelt und es gibt einige echt knackige Bossfights, wenn man in den höheren Schwierigkeitsgraden spielt und die Mechanik mit dem Schwert finde ich auch super.
        Müsste ich eigentlich auch nochmal installieren, ist ganz gut, wenn man nur mal kurz einen Shooter zocken möchte.
      • Von OliR Anfänger/in
        Wow! Danke für den Test. Ich hatte das Game überhaupt nicht auf dem Radar. Noch nie von gehört. Die Videos bei Steam sind der absolute Hammer! Hab ich voll Bock drauf! Scheint definitiv ein must-play Game für alle Action-Fans zu sein. Bin gespannt, ob es genauso gut ist wie Bright Memory Infinite (zu dem es aus irgendeinem seltsamen Grund hier leider keinen Test gab).
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