Titan Quest

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Titan Quest Wüstenlandschaften machen Ägypten zur kargsten aller Umgebungen. Asien umfasst zugeschneite Gipfel und Wälder mit Bäumen, die bis über den Bildschirm hinaus in den Himmel wachsen.
So schön und organisch die Wildnis mit ihrer umwerfenden Optik auch sein mag: Dass sie in Handarbeit entstanden ist, fällt kaum auf. Da gibt es zu viele Höhlen, die sich aus rechteckigen Räumen zusammensetzen, gefüllt mit Gegnern und einigen Truhen.

Sonst ist nichts in ihnen. Manchmal verlaufen draußen Pfade abseits der Straße, um in Sackgassen zu enden, deren Sinn sich entbehrt. Spezielle Szenerien wie die Pyramiden von Gizeh, der Palast von Knossos oder die Hängenden Gärten haben das gleiche Problem: Hinter der grafischen Opulenz stecken quadratische Bausteine, die auch von einem Zufallsgenerator der Marke Diablo 2 hätten stammen können. Wie gut die Grafik wirklich ist, macht ein Besuch auf der Chinesischen Mauer deutlich. Von oben haben Sie einen Schwindel erregenden Ausblick auf ihren Verlauf. Weiter hinten lauern Feinde, klein wie Ameisen. Wahnsinn, diese 3D-Engine und ihre Tiefenwirkung.

Trotzdem muss sich Titan Quest in Städten den Vorwurf der Sterilität gefallen lassen. Gemeint ist nicht die übrigens fantastische Architektur von Athen, Memphis oder Chan'an, sondern das schon erwähnte Verhalten von NPCs. Die meisten stehen wie Statuen herum, wackeln einmal mit den Gliedmaßen und wollen so als Menschen durchgehen. Daraus wird nichts, sie bleiben misslungene Staffage.

Die Droge Action-Rollenspiel

Titan Quest Titan Quest ist eines jener Spiele, das Sie zum Esel macht, dem die Mohrrübe vor der Nase baumelt. Unablässig wächst der Erfahrungsbalken um Millimeter, jeder Schlag, jeder Zauberspruch bringt den Stufenanstieg näher. Endlich ist der große Moment gekommen, ein Gong ertönt zum Zeichen des Level-ups. Die Vorfreude entlädt sich im Verteilen von Punkten auf Statuswerte und Fähigkeiten. Doch es fehlt zumeist ein Quäntchen von dem, was der Charakter braucht, um den herbeigesehnten Angriff zu lernen. Diesem bisschen entspringt der Ehrgeiz zum Weiterspielen, und ohnehin hat sich der Erfahrungspunktebalken schon wieder etwas grün gefärbt ...

Das ist die eine Sache, warum Titan Quest bis in die Morgenstunden wach hält. Die andere: Es gibt viele Wagenladungen voll Gegenstände, darunter seltene, die den Ur-Instinkt des Jagen und Sammelns wecken. Beinah alle Gegner lassen Beute fallen, jeder Klick kann den erhofften Lottogewinn bedeuten. Wie üblich blendet die "Alt"-Taste ein, was am Boden liegt. Wer nur die wertvollen Sachen inklusive Tränke sehen will, drückt "X".

Farblich gekennzeichnet sind Raritäten, also ungewöhnlich gute Objekte oder Teile eines Sets, das weitere Boni gibt, wenn Sie alle Teile gefunden haben (wozu man allein ein halbes Leben bräuchte). Ähnlich verhält es sich mit Teilen von Relikten und Talismanen, die, vollständig zusammengesetzt und in Waffen und Rüstungen eingebaut, allerlei Werte aufputschen. Egal wie gut die Ausstattung ist, fast immer bleibt Raum für Verbesserungen.

Belohnungen vom Spieler fern zu halten, aber doch irgendwo greifbar zu machen - dieses psychologische Kunststück beherrscht Titan Quest mit Bravour, und zusammen mit der außerordentlich guten Spielbarkeit ist die Voraussetzung zur Sucht geschaffen, für die Action-Rollenspiele berüchtigt sind. Außerdem rockt die Grafik.

Wertung zu Titan Quest (PC)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Flüssige Spielbarkeit, einfache SteuerungRiesige Welt im fantastischen GrafikgewandMotivierende Klassen und LevelanstiegGut ausgetüftelte Ausrüstungsgegenstände
Etwas anspruchsloses Spielprinzip

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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Shinizm Mitglied
        Sehr cooles Hack&Slay welches leider etwas zu steril daherkommt. Bissl Blut & Gore hätte ihm gut getan. Aber denoch machts viel Spass (mit Freunden gezoggt, allein sicher etwas langweiliger)
      • Von Shinizm Mitglied
        Sehr cooles Hack&Slay welches leider etwas zu steril daherkommt. Bissl Blut & Gore hätte ihm gut getan. Aber denoch machts viel Spass (mit Freunden gezoggt, allein sicher etwas langweiliger)
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