Ins Zeitloch und weg
Auf die Distanz: Mit Abstand wirken Wände und Figuren annehmbar - doch nähert man sich, graust es einen. Dark Project 1 sah seinerzeit vergleichbar aus.
Über den Monitor flimmert ein Video. Irgendein Archäologe erzählt von einem Sprung in die Ritterzeit, den er gemacht habe. Etwas muss schief gelaufen sein, jedenfalls sollen Sie den Kauz schnell zurückholen. Weshalb er damit nicht jemand anderen belatschert? Sie gehören seinem Ausgrabungsteam an. Also klettern Sie in eine Kapsel Richtung Mittelalter. Woher die kommt, wer die freundlichen Menschen rundum sind und was im Vorfeld geschehen ist - steht im Buch. Das Spiel behält es lieber für sich. Nicht einmal den Bösewicht stellt es richtig vor; gemein soll er halt sein, auf ihn mit Gebrüll! Aus der Ich-Perspektive schliddern Sie dabei Hügel hinab, beschmeißen Wachen mit Fässern, klettern Fassaden hinauf, schleichen in Quartiere, reiten in Lanzenturnieren mit und lassen sich auf Zwerggröße schrumpfen. Ein bisschen fühlt sich das vereinzelt an wie Der Meisterdieb[/i], auch weil Sie niemanden töten dürfen. Was spannend klingt, es aber nicht ist. Denn erstens macht die behäbige Steuerung gezielte Aktionen nervend schwierig, zweitens sieht die blasse Grafik aus wie ihre eigene Verspottung, drittens ist der Klamauk nach wenigen Stunden vorbei.
