Time of Defiance
Warcraft 3, C&C Generäle - kaum ein wichtiges Echtzeit-Strategiespiel, das nicht internettauglich ist. Im Unterschied zum Turnier- und Liga-Charakter der genannten Publikumslieblinge ist Time of Defiance ein Spiel, das auch weiterläuft, wenn man offline ist. Gegen Hunderte von Mitspielern versucht man die Herrschaft über den riesigen Kontinent Nespanona an sich zu reißen, der aus zigtausenden teils winziger schwebender Inseln besteht. Ihre Aufgabe: möglichst viel davon zu kontrollieren. Der Clou: Wenn Sie intensiv spielen, haben Sie auch bessere Chancen auf Erfolg, wohingegen Sie Ihre Kolonien ebenso leicht wieder verlieren, wenn Sie sich nicht regelmäßig ins Spiel begeben. Damit niemand überfordert ist, bleibt das Spielgeschehen recht simpel. Man errichtet diverse Basisgebäude, baut Rohstoffe ab und konstruiert eine Flotte. Mit Letzterer lassen sich die Grenzen verteidigen oder gegebenenfalls erweitern, indem Sie den Gegnern Atolle abjagen - leider mit weniger Kontrolle über das Geschehen als in Homeworld oder Nexus. Technisch gibt sich Time of Defiance (das im Übrigen auch im Fenstermodus läuft) unspektakulär: Grobe Texturen auf polygonarmen Modellen und kaum Spezialeffekte sind nicht gerade umwerfend, jedoch erfüllt die Grafik ihren Zweck. Bedenklich: die komplizierte Steuerung und der komplette Verzicht auf ein erklärendes Tutorial; etwas Einarbeitungszeit fällt also auf jeden Fall an. Erst dann kann man die teils wochenlangen Spielrunden richtig genießen; nicht ohne Grund sind die Gebühren für die ersten drei Monate im Kaufpreis enthalten, danach wird eine monatliche Gebühr von 7,50 e fällig.
