The Walking Dead - das große Finale: Dreister geht's kaum!
Seit 12 Jahren sorgt die immens erfolgreiche und mitreißende Zombie-Serie The Walking Dead für Aufregung, etliche Theorien zum Ausgang der Handlung und kontroversen Gesprächsstoff. Und das trotz starker Qualitätseinbußen, die mit jeder Staffel zugelegt haben, sowie wirren und gehaltlosen Story-Ideen, die nie ein wirkliches Ziel vor Augen haben. Das große Finale setzt jetzt noch einen obendrauf. Redakteur Maci verrät, warum der große Serienabschluss der AMC-Serie kaum dreister sein könnte.
Passend zum Jahresabschluss möchte ich mir die Zeit nehmen, über meine größte Enttäuschung des Jahres 2022 zu sprechen. Doch davor werfen wir einen Blick zurück ins Jahr 2003: Action-Legende Arnold Schwarzenegger wird zum Gouverneur von Kalifornien gewählt, zwei der größten deutschen Musik-Gruppen (Modern Talking und No Angels), trennen sich und hinterlassen etliche gebrochene Fan-Herzen, Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs wird zum erfolgreichsten Film des Jahres und Nintendo beendet die Produktion eines Mega-Phänomens in Form des Game Boy - uff. Ziemlich lange her, ja. Ebenso für Schlagzeilen sorgte damals die Veröffentlichung eines gefeierten und düster-philosophischen Comic, der sieben Jahre später sogar den begehrten Eisner Award für "Best Continuing Series" bei der San Diego Comic-Con gewann: The Walking Dead von Autor Robert Kirkman und Zeichner Tony Moore.
Womit wir zum Jahr 2010 kommen: Der deutsche Rennfahrer Sebastian Vettel wird zum jüngsten F1-Weltmeister aller Zeiten, Schwarm Harry Styles beginnt mit der Boyband One Direction seine große Karriere, der Pixar-Kracher Toy Story 3 besiegt Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 weltweit an den Kinokassen und unter den fünf größten Blockbustern des Jahres findet sich nicht ein einziger Superheldenfilm, nicht mal Iron Man 2. Krass, echt 'ne Weile her ... 2010 startete außerdem die AMC-Adaption von The Walking Dead und hetzte im Dezember die erste vielversprechende Staffel auf die Menschheit.
Quelle: ImageComics.com
The Walking Dead - das große Finale: Dreister geht's kaum! (5)
12 Jahre haben Fans - wenn nicht schon innerlich vor Langeweile gestorben - die Odyssee des Kleinstadt-Sheriffs Richard D. Grimes (besser bekannt als Rick, gespielt von Andrew Lincoln) aus dem Krankenhauskoma in die Zombie-Apokalypse mitverfolgt. Die extrem erfolgreiche TV-Show stellte etliche spannende Fragen rund um den Zusammenbruch der Zivilisation in den Raum und prüfte nebenbei diverse Gesellschaftsformen wie Anarchie oder Demokratie im Zombie-Alltag auf ihre Standfestigkeit. Statt blanken Horror in den Mittelpunkt zu stellen, setzt das Team von AMC also auf eine tiefgründige Betrachtung der Apokalypse und persönliche Tragödien in einer bereits zu Grabe getragenen Welt - ein prima Ansatz, wenn ihr mich fragt.
Trotz massiver Qualitätseinbußen im Bereich Storytelling sowie etlichen schlecht ausgearbeiteten Abgängen von beliebten Figuren wurden die zu Beginn gestellten Fragen bis zum 21. November 2022 über 11 Staffeln hinweg einigermaßen warmgehalten. Jetzt ist das Finale da, The Walking Dead wurde abgeschlossen, und ich muss sagen: Dreister geht's kaum!
Noch eine Warnung: Wir werden offensichtlich Story und Ende von The Walking Dead spoilern und auf kleine und große Plot-Points der Serie eingehen. Ebenso gibt es Spoiler zur Comic-Reihe, seid also gewarnt.
Eine tote Welt für ein totes Publikum
Die Zombie-Show rund um Protagonist Rick und Familie, Einsiedler und Überlebenskünstler Daryl Dixon (Norman Reedus), Carol Peletier (Melissa McBride), die gepeinigte Witwe Maggie Greene (Lauren Cohan), den Baseball-Enthusiast Negan (Jeffrey Dean Morgan) und viele weitere Figuren baute schon weitaus früher ab, als erst jetzt mit dem frisch ausgestrahlten Finale, klar. Ein Blick auf Kritik- und Meinungsplattformen zeigt: Der Niedergang begann 2015 mit der sechsten Staffel und nahm richtig Fahrt auf mit Staffel 7 und der brutalen Einführung von Negan - ein heftiger Moment, der von Fans häufig mit der Red Wedding in Game of Thrones verglichen wird. Schließlich traf es nicht nur den charmanten Hau-drauf-Charakter Abraham, sondern auch die vermutlich beliebteste Walking-Dead-Figur überhaupt: Glenn, gespielt von "Nope"-, "Minari"- und "Burning"-Schauspieler Steven Yeun.
Quelle: amc
The Walking Dead - das große Finale: Dreister geht's kaum! (2)
Im Verlauf entschied das Team bei AMC, sich immer weiter von den Comics zu entfernen und einen eigenen Ansatz für die Geschichte zu wählen. Statt, wie in der Vorlage, den Tod von Rick vorzubereiten und Sohn Carl als neuen Protagonisten zu etablieren, entschloss man sich, Carl zu ermorden und Rick aus seiner eigenen Show zu nehmen, um mit ihm eine von The Walking Dead losgelöste Geschichte zu erzählen. Wieso? Na, um über das Serienende hinaus für weiteren Geldfluss zu sorgen - wie überaus ... gerissen.

Eine faszinierende Geschichte bei der ich kaum abwarten konnte wie es weiter geht und daher meistens die neuste Folge schon auf Englisch gestreamt habe, obwohl es meist nur 1 Tag dauerte bis diese auf deutsch erschien, welche ich natürlich dann nochmal angesehen habe.
Auch wenn es viele Faktoren gab das die Serie, zumindest in meinen Augen, konstant spannend blieb, war es doch der "Tod" von Rick Grimes der mein Interesse an der Show nahezu gänzlich auslöschte.
Natürlich gab es immer leichte Schwankungen in der Qualität der Serie, aber dieser Charakter war für mich einfach der "Rote Faden", seine Entscheidungen hatten maßgeblich die größten Konsequenzen für alle um ihn herum sowie der allgemeinen Handlungsgeschichte.
Andrew Lincoln zeigte immer wieder in den "ernsten" Situationen ein absolut großartiges schauspielerisches Talent.
Ein paar folgen nach Staffel 9 habe ich mir zwar noch angesehen, aber für mich hat diese Serie ohne Rick sehr an Spannung verloren.
Die finale Staffel werde ich wohl ersparen oder in einer Zusammenfassung lesen.
Ich habe es letztendlich bis zur Staffel mit der Einführung von Negan durchgehalten. Vielleicht sogar noch eine Staffel weiter, ich weiß es nicht mehr genau...
Das wurde alles so unlogisch, blödsinnig und belanglos, dass mir irgendwann völlig egal war, was da passiert oder passieren wird.
Wie ich sehe, bin ich mit dieser Meinung hier in guter Gesellschaft.
Das Spin-Off Fear konnte mich auch nicht überzeugen. Das habe ich während Staffel 2 abgebrochen.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]