The Invincible im Test: Diese 10 Stunden kriege ich nie wieder

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Test Daniel Link - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
The Invincible im Test: Diese 10 Stunden kriege ich nie wieder
Quelle: 11 bit studios

Das Sci-Fi-Abenteuer The Invincible lockt mit einem unerforschten Planeten, einem einzigartigen Atompunk-Look und einer Menge Entscheidungsfreiheit. Ob diese ganzen Sachen auch gut umgesetzt wurden, erfahrt ihr bei uns im Test.

Am Boden der Schlucht angelangt, kommt eine weitere Mechanik der Marke "Wie gestaltet man mundane Dinge so nervig wie möglich" ins Spiel. Ich stehe nicht mehr mit beiden Beinen im Leben, sondern liege einfach da, was nach so einem Sturz wohl verständlich ist. Um mich aufzuraffen, betätige ich eine Taste zum Bewegen. Im Spiel richte ich mich in einer wesentlich zu langen Animation auf. Ich betätige die Taste erneut, ich richte mich etwas weiter auf. Das Ganze mache ich dreimal, bis ich endlich weiterspielen darf. Und leider ist diese Stelle nicht die einzige im Spiel, in der ich diese Farce mitmachen muss und 30 Sekunden lang einfach auf meinen Bildschirm starre, während eigentlich nichts passiert.

Meine Crewmitglieder habe ich mittlerweile zwar erfolgreich aufgespürt, damit ist die Gefahr aber noch nicht vorbei. Schließlich gibt es noch das Problem mit der Besatzung der Invincible, die allem Anschein nach bereits auf Regis 3 angekommen ist.

Eine ganze Menge leere Luft

Da so langsam das Stockholm-Syndrom einsetzt, entscheide ich mich dafür, ihrer Basis einen Besuch abzustatten. Dort sind natürlich alle tot und das vermutlich schon sehr lange. Also verbringe ich den Rest - und den größten Teil - des Spiels damit, herauszufinden, was hier genau passiert ist.

Die Protagonistin inspiziert den Kopf eines humanoid aussehenden Roboters. Quelle: 11 bit studios Leider wird das Spiel ab dieser Stelle auch nicht besser. Ich mache genau das gleiche wie zuvor, es kommen einfach noch mehr sehr irritierende Designentscheidungen dazu. In The Invincible interagiere ich mit den meisten Dingen per Linksklick. Damit öffne ich Autotüren, betätige Knöpfe und so weiter.

An manchen Stellen wollten die Entwickler ihre Designmuskeln zeigen und lassen mich die Maustaste gedrückt halten und danach die D-Taste betätigen, um etwa einen Schlüssel umzudrehen. In Bezug auf die ausgeführte Bewegung ergibt das auch durchaus Sinn. An anderer Stelle, wenn ich die gleiche Sequenz mit einer Art Hebel durchführe, drücke ich zweimal die linke Maustaste.

Es ist die genau gleiche Abfolge, das genau gleiche System hinter meinen Handlungen, aber aus irgendwelchen Gründen unterscheidet sich die Steuerung.

Diese kleinen Details haben mich fast schon in den Wahnsinn getrieben, als ich die Welt von The Invincible durchquerte. Leider schafft es dann auch die Geschichte nicht, das rudimentäre und äußerst langweilige Gameplay von The Invincible zu verbessern. Es ist einfach nicht sonderlich interessant, was da auf Regis 3 so vor sich geht.

Es gibt zwar einen "Plottwist", der ist aber weniger Twist, sondern eher eine natürliche Fortsetzung der Handlung. Es ließe sich mehr als Plottwist bezeichnen, wenn dieser gar nicht im Spiel wäre. Die Story des Spiels wirft aber eigentlich ein paar ziemlich interessante Punkte auf. So scheint unser Missionsleiter etwa mehr zu wissen, als er zugibt und wird vom Spiel fast wie ein Antagonist aufgebaut.

Das wurde dann aber schlichtweg nicht weiter behandelt, weswegen mich auch das Ende des Spiels (beziehungsweise die Enden, da es mehrere gibt) mich nicht überzeuge konnte, denn irgendwie hat das alles einfach keinen Sinn ergeben. Besonders frustrierend ist das, da eigentlich genug Potenzial existierte, um eine spannende Geschichte zu erzählen.

Die interessanten Handlungsstränge werden von der Narrative aber offen gelassen und nicht weiter verfolgt. Stattdessen fokussiert sich The Invincible eher auf das namensgebende Raumschiff, wodurch die gesamte Geschichte teilweise an Bedeutung verliert, wenn man das zugrundeliegende Buch kennt. Als nach etwa acht Stunden die Credits abgespielt wurden, war ich daher schlichtweg enttäuscht.

Wertung zu The Invincible (PC)

Wertung:

6.0 /10
Fazit

Sowohl in Sachen Gameplay als auch Handlung ist The Invincible trotz seines Potenzials ziemlich enttäuschend.

The Invincible ist ein Point and Click Adventure im "Choose your own Adventure"-Stil, nur ohne das Pointen, das Klicken, und wenn man genau ist: auch ohne das Adventure. Alternative Pfade, die keinerlei Mehrwert haben, interessante Handlungsstränge, die einfach nicht zu Ende verfolgt werden und coole Gadgets wie den Scanner, die kaum Verwendung finden. Das Spiel zeigt in einigen Bereichen durchaus Potenzial, das es dann aber schlichtweg verschenkt. Übrig bleibt nur noch eine recht enttäuschende Spielerfahrung.

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    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von fud1974 Mitglied
        Wertungen sind nach wie vor all over the place.

        Ich bin mit einem Durchlauf durch und würde sagen.. jo.... irgendwas von 6 bis 7 passt schon, höher würde ich auch nicht werden, um in die Nähe einer 8 zu kommen (und gibt ja durchaus erstaunlich viele hohe Wertungen) müsste noch einiges grundlegend passieren, denn die negativen Punkte die auch Toni noch mal explizit erwähnt sind schon relevant.

        Dafür werte ich einige der positiven Aspekte gefühlt etwas höher, deswegen vielleicht schon eher ne 7 aber das ist halt das Problem mit diesen groben Abstufungen.

        Die Polemik vom Test hätte ich mir persönlich gespart, aber wie Toni sagt, ist ein Meinungsformat, kann der Autor halten wie er will natürlich.
      • Von fud1974 Mitglied
        Wertungen sind nach wie vor all over the place.

        Ich bin mit einem Durchlauf durch und würde sagen.. jo.... irgendwas von 6 bis 7 passt schon, höher würde ich auch nicht werden, um in die Nähe einer 8 zu kommen (und gibt ja durchaus erstaunlich viele hohe Wertungen) müsste noch einiges grundlegend passieren, denn die negativen Punkte die auch Toni noch mal explizit erwähnt sind schon relevant.

        Dafür werte ich einige der positiven Aspekte gefühlt etwas höher, deswegen vielleicht schon eher ne 7 aber das ist halt das Problem mit diesen groben Abstufungen.

        Die Polemik vom Test hätte ich mir persönlich gespart, aber wie Toni sagt, ist ein Meinungsformat, kann der Autor halten wie er will natürlich.
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Kann nur für mich sprechen, beleidigt hab ich den Tester definitiv nicht und war auch nie meine Intention. Der ganze Test liest sich aber nunmal sehr lustlos, da können entsprechende Eindrücke durchaus entstehen.
      • Von Toni Autorin
        Ich möchte zunächst etwas zum Spiel und dann zu dem Umgang mit dem Test sagen:

        Also ich habe das Spiel auch gespielt und mich lange und breit mit Daniel über das Spiel auseinandergesetzt und verstehe sehr gut, wo seine Kritik herkommt. Es geht darum, dass einem das Spiel ständig anbietet, Abzweigungen zu nehmen, einen aber im Grunde dafür "bestraft", denn die alternativen längeren Pfade sind leer und man läuft langsamer als auf dem Hauptweg. Wenn man es als linearen Walking-Sim spielt, dann funktioniert es ganz gut, auch wenn ich die Auflösung absolut lahm fand. Ich habe mehrere Enden gespielt und eines hat gar keinen Sinn ergeben und ein anderes war verbuggt. Was mich davon abgehalten hat, alle Enden zu spielen, waren die 20 Minuten gleicher Dialog, den man sich dafür anhören muss, ohne skippen zu können.

        Das einzige Erkunden, was belohnt wird, ist ganz am Ende im Spiel an einer Stelle und dort erfährt man auch was Wichtiges über die Handlung, wobei auch komplett antiklimatisch.
        Und das ist generell ein großes Problem an dem Spiel: Es sind interessante Ansätze in der Handlung zu erkennen, die alle ins Leere führen, für mich sehr enttäuschend.

        Als Walking-Sim hat es zudem die Schwäche, dass die Wege eigentlich zu lang sind, dafür dass die Welt so leer ist. Ja, man läuft zwar etwas schneller als in den meisten anderen Spielen des Genres, aber die haben oft ein Haus als Setting, mit vielen interessanten Details, wodurch sich die Spiele runder anfühlen und auch atmosphärischer.

        Das Spiel hätte durch kürzere Laufwege auch halb so lange sein können, ohne etwas von den Dialogen einzusparen.
        Weiterhin hatte ich neben dem Endbug mehrere Bugs, durch die ich neu laden musste. Teilweise starten Dialoge erst nach einer halben Minute irgendwo herumstehen und es gab am Ende grobe Bewegungsbugs.

        Weiterhin hat der Tester das Buch tatsächlich gelesen und mag Walking-Sims, wer also tatsächlich eine echte Diskussion über das Spiel erwartet, sollte bitte davon absehen, irgendwelche Mutmaßungen über den Autor des Textes anzubringen und aufgrund falscher Annahmen die Person schlechtreden. Ja, man muss den Stil des Textes nicht gut finden, er ist polemisch geschrieben, aber [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] und dürfen auch so geschrieben werden. Natürlich darf man das schlecht finden - das sollte aber nicht zu Beleidigungen führen, zumal die Zahlenwertung gar nicht so schlecht ausfällt.

        Was die Wertung der Konkurrenz angeht: Auf Meta-Kritik hat das Spiel heute einen Schnitt von 70 (PC) . Dazu haben neben den wesentlich höheren Wertungen auch die niedrigeren Wertungen unserer Mitwettbewerber geführt.
      • Von fud1974 Mitglied
        Zitat von sauerlandboy79
        Das ist ein Rest von jemanden der das Genre - wie man herauslesen kann - nicht mag. Wer nichts für Walking Simulatoren übrig hat sollte es lassen.
        Na ja, ich erkenne da durchaus Kritikpunkte.. das zieht sich doch ziemlich. Selbst für so ein eher ruhiges Ding.
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Das ist ein Rest von jemanden der das Genre - wie man herauslesen kann - nicht mag. Wer nichts für Walking Simulatoren übrig hat sollte es lassen.
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