The Incredible Adventures of Van Helsing im Test - Kontra und Wertung
The Incredible Adventures of Van Helsing im Test: Wie aus dem Nichts versucht sich das kleine Indie-Studio Neocore Games mit den etablierten Großen des Hack&Slay-Genres zu messen. Hat The Incredible Adventures of Van Helsing das Zeug, Diablo 3 und Torchlight 2 zu schlagen? Unser detaillierter PC Games-Test zum Action-Rollenspiel samt Video klärt auf!
Das hat uns nicht gefallen
Mehrspielermodus derzeit unspielbar
So gut uns The Incredible Adventures of Van Helsing im Einzelspielermodus gefallen hat: Der derzeitige Zustand des Vier-Spieler-Koop-Modus ist eine Katastrophe. Auch eine Woche nach Veröffentlichung (Patch-Stand: Version 1.1.00b) werden die Mehrspielerpartien über die Steam-Server von zahllosen Problemen geplagt. In den seltenen Fällen, da es überhaupt zu einer Verbindung kommt (unabhängig davon, ob sich die Mitspieler am anderen Ende der Welt oder wie in der PC Games-Redaktion im gleichen Zimmer befinden), kommt es zu häufigen Lags. Die eigene Figur friert ein, während die der Mitspieler wie auf Speed über den Bildschirm zucken, Mausklicks werden nicht mehr registriert oder das Spiel bleibt sekundenlang hängen. Auf einem Testrechner ließ sich nicht einmal ein (gegen Cheats gesicherter) optionaler Online-Charakter erstellen; die entsprechende Schaltfläche war ausgegraut. Einen LAN-Modus bietet The Incredible Adventures of Van Helsing übrigens nicht.
Wenige aktive Fähigkeiten / Monotone Kämpfe
Quelle: PC Games
The Incredible Adventures of Van Helsing im Test (10)
So motivierend die Levelaufstiege in The Incredible Adventures of Van Helsing auch sind; die eigentlichen Fähigkeiten, die ihr dabei auswählt, kommen reichlich gewöhnlich daher. Van Helsing trägt entweder ein Schwert oder eine Pistole beziehungsweise ein Gewehr; auf Knopfdruck schaltet ihr zwischen diesen zwei festen Waffen-Sets hin und her. Für Nah- und Fernkampf existiert jeweils ein separater Fähigkeitsbaum. Die darin enthaltenen Skills beschränken sich aber auf Geschosse mit verschiedenen Elementarschäden (Fernkampf) und Standardzaubersprüche wie das Erdbeben (Nahkampf). Interessante, wirklich mächtige Flächenangriffe, Monsterbeschwörungen oder Flüche: Fehlanzeige!
Ähnlich langweilig präsentieren sich die bis zu drei Power-Ups für jedes Talent. Die ändern nämlich anders als die Skill-Modifikationen in Diablo 3 lediglich Details: Meistens geht es schlicht darum, den Schaden einer Fähigkeit zu erhöhen. Die Anwendungsmöglichkeiten oder auch nur das Aussehen eines Skills bleiben dadurch aber unangetastet. Das sorgt in den Gefechte gelegentlich für Monotonie, wenn ihr stundenlang die immer gleiche, weil bewährte Fähigkeitskombination benutzt.
Dazu kommt die oft ähnliche Zusammenstellung von Gegnergruppen: Wenige Feindtypen und kaum interessante Fähigkeiten der Widersacher (wie etwa das Heranziehen der Spielfigur per Greifhaken) bestimmen das Bild. Zudem stehen Feinde stets nur teilnahmslos in der Landschaft herum statt wie im detailverliebten Torchlight 2 aus Höhlen zu spazieren oder andere kleine Animationen abzuspulen.
Geringer Wiederspielwert
Sobald ihr die Kampagne abgeschlossen und das mit Level 30 recht tief angesiedelte Stufenlimit erreicht habt, steht es euch frei, einen neuen Durchgang in einem anderen der vier Schwierigkeitsgrade zu absolvieren. Anders als bei der Konkurrenz namens Torchlight 2 und Diablo 3 gehen dabei aber euer Charakter sowie seine Ausrüstung verloren.
Um ein gezieltes "Farmen" zu ermöglichen, haben die Entwickler per Patch den sogenannten Szenario-Modus hinzugefügt. Darin dürft ihr mit eurem Level-30-Charakter durch erneut mit Monstern gefüllte Levels pflügen, die sich eine oder gar zwei Stufen über eurer eigenen Figur befinden. Weitere Level-Ups sind aber auch hier nicht möglich. Mit ihren im Gegensatz zu The Incredible Adventures of Van Helsing (teilweise) zufällig generieten Umgebungen und dem höheren Stufenlimit bieten Diablo 3 und Torchlight 2 deutlich mehr Wiederspielwert.
Anfangs geringfügiges Treffer-Feedback
Quelle: PC Games
The Incredible Adventures of Van Helsing im Test (5)
Die Kämpfe machen in Diablo 3 oder Torchlight 2 einen deutlich rasanteren und effektreicheren Eindruck als in The Incredible Adventures of Van Helsing. Wo bei der Konkurrenz Gegner in meterhohem Bogen davonfliegen, wenn sie getroffen wurden, fallen sie in The Incredible Adventures of Van Helsing einfach um. Treffereffekte und Blutspritzer kommen besonders zu Beginn nur spärlich zum Einsatz. Erst später fliegen sprichwörtlich die Fetzen, wenn ihr mit Power-Ups aufgeladene Skills einsetzt und die Ragdoll-Technik umherfliegende Gliedmaßen oder in Abgründe stürzende Leichname darstellt.
Abruptes Story-Ende
The Incredible Adventures of Van Helsing ist als Episodenspiel angelegt, Hersteller Neocore Games plant die Veröffentlichung zweier Nachfolger sowie eventueller DLC-Inhalte. Entsprechend offen gestaltet sich das Ende der Story-Kampagne, die sich mehr wie der erste Akt einer Erzählung anfühlt als wie das große Finale. Die eigentliche Handlung ist dafür solider Hack&Slay-Standard und parodiert Genre-Klischees auf amüsante Weise.
Nutzloses Gold
Im Spielverlauf häuft ihr mehrere Hunderttausend, wenn nicht gar Millionen von Goldstücken an. Gründe, diesen Reichtum auszugeben, gibt es kaum. Am heftigsten zu Buche schlagen noch die Strafzahlungen für die Wiederbelebung eines verstorbenen Charakters am Ort des Todes oder dem letzten Checkpoint – der Neueinstieg in der nächsten Stadt ist kostenlos. Händler verkaufen Heiltränke gleich in Hunderterpacks, weil deren Preis lächerlich gering ist, das Verzaubern von Gegenständen oder deren Bestückung mit Essenzen ist ebenfalls spottbillig.
Keine deutsche Sprachausgabe
Die Dialoge in The Incredible Adventures of Van Helsing kommen nur mit englischer Sprachausgabe daher. Wer per Steam die Sprache auf Deutsch umstellt, erhält dazu deutsche Untertitel, die aber zuweilen schlampig übersetzt sind. In den Item-Beschreibungen kommen zudem einige englische Wörter vor.

Mit Steam only denke ich, gehen ihnen sicherlich einige potentielle Käufer durch die Lappen!
Steht doch im Test ;)
Stand gestern Abend (mit aktuellem Patch v1.1.00b: Ab und zu kann zwar mal eine Partie zustande kommen, aber es gibt jede Menge Lags, Verbindungsabbrüche und seltsame Bugs (Spielfigur reagiert nicht auf Mausklicks, Online-Charakter lässt sich erst gar nicht erstellen). Daher mein Rat: Finger weg vom Koop-Modus, damit hat man zurzeit einfach keinen Spaß.
Wer Lust auf ein gutes Hack n Slay hat, kann zugreifen. Wer hunderte Stunden Items grinden will, liegt falsch.