Great Battles of Rome
Es gibt Spiele, denen merkt man beim Testen an, dass viele brauchbare Ideen, aber viel zu wenig technische und personelle Ressourcen hineingeflossen sind - Great Battles of Rome ist ein Beispiel dafür. Das in Zusammenarbeit mit dem internationalen History Channel entstandene Strategie-Spiel stellt den militärischen Aufstieg Roms anhand markanter Schlachten nach - ganz von den Anfängen der sieben Könige an.
Nicht gar so epische Schlachten
Dabei legen Sie vor Beginn der eigentlichen Schlacht die Aufstellung Ihrer Truppenverbände ähnlich wie in Heroes of Might and Magic 5 fest und geben einen Anfangsbefehl, etwa den Sturmangriff oder das zögerliche Abwarten. Auch drei verschiedene Verhaltenseinstellungen sind möglich. Eine Kamerafahrt fängt dann vor dem Beginn der Auseinandersetzung jene Atmosphäre ein, über die Cäsar und Konsorten in ihren Büchern so ausführlich schrieben. Doch leider will sich dabei aufgrund der bestenfalls altbackenen Grafik keine wirklich imperiale Atmosphäre einstellen. Auch die Soundkulisse - Schlachtgetümmel, Musik - wirkt eher bemüht.
Die Kämpfe sind dann mit den richtigen Positions- und Verhaltens-Voreinstellungen, über die Sie zumeist ein Taktikbildschirm im Vorhinein informiert hat, reichlich simpel. Wahlweise warten Sie die Angriffe Ihrer Gegner ab oder schreiten gleich mit gezückten Schwertern voran. Um während des Echtzeit-Gefechts Befehle zu erteilen, benötigt Ihr General Befehlspunkte, die sich nach und nach regenerieren. Die üblichen Stein-Schere-Papier-Konventionen befolgt Great Battles of Rome: Kavallerie überrennt leichte Infanterie, hat aber gegen Speerträger eher schlechte Karten.
Komplexität gegen fehlende Funktionen
Sie können bei Ihren Einheiten verschiedene Dinge ändern, etwa...
Verstecke und die jeweilige Bodenbeschaffenheit beeinflussen den Ausgang der einzelnen Kämpfe angeblich ebenso wie die vielen möglichen Updates und Verbesserungen - allerdings haben wir davon so gut wie nichts bemerkt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Missionen teilweise Zeitlimits und unterschiedliche Settings, allerdings keine Burgen besitzen. Komfortfunktionen wie einen Mausrahmen für die Auswahl mehrerer Einheiten oder jederzeitiges Abspeichern sind dagegen wohl im staubigen Schlachtgetümmel verloren gegangen.
Ihre Truppen lassen sich nach einer Schlacht heilen und mit erworbenem Ruhm und Denare werben Sie weitere Söldner an. Dass der History Channel mit von der Entwicklungspartie ist, merken Sie an zwischendurch immer wieder eingespielten Videos im besten Doku-Stil. Hier bekommen Sie auch die einzigen, allerdings eher unfreiwillig komischen Sprachfetzen zu Ohren.
Besitzer älterer Rechner, die sich nicht mit allzu komplexen Abläufen und Rohstoffmanagement rumplagen wollen, könnten die Schlachten des großen Roms interessant finden - allerdings bereitet Ihnen Age of Empires (ja, Teil 1 von 1997) mit seinen gut gemachten Missionen deutlich mehr Freude. Wer dagegen im modernen Gewand Sandalenfilme nachspielen möchte, greift besser zu Rome: Total War. Das gibt's inzwischen auch für wenige Denare.
