The Happy Prince: Filmrezension zum tragischen Ende von Oscar Wilde
"The Happy Prince" ist eine dramatische Biographie zum berühmten Bühnenautor Oscar Wilde, genauer seine letzten Lebensjahre im Exil. Der Versuch des extrovertierten, irischen Schriftstellers seine Ironie und Extravaganz, trotz gesellschaftlicher Anfeindungen, zu bewahren. Der britische Schauspieler Rupert Everett erfüllt sich mit diesem Regiedebüt einen lang ersehnten Traum.
1897 kommt der wegen seiner Homosexualität verurteilte Oscar Wilde nach zwei Jahren Zuchthaus und Zwangsarbeit auf freien Fuß. Mittellos, geächtet und Syphilis-krank emigriert der irische Literat nach Paris. Im Exil trifft Wilde seinen jüngeren Geliebten Bosie sowie seine besten Freunde und will an ausschweifende Zeiten anknüpfen, obschon er den Zenit längst überschritten hat...
Der Brite Rupert Everett stemmte das Biopic als Autor, Hauptdarsteller und Regisseur in Personalunion. Der Plot folgt keiner biographischen Chronologie, sondern setzt zu einem Zeitpunkt ein, als Wildes Leben in Trümmern liegt. Die kurzen Rückblenden in bessere Tage wirken inmitten der destruktiven Stimmung beinahe surreal. Everett selbst ist unter seiner Maske kaum zu erkennen und porträtiert Wildes Schwanken zwischen Depression und Lebenslust voller Leidenschaft. Ambitioniert ist das akkurat ausgestattete Künstler- und Liebesdrama allemal, in einigen Passagen aber zu plakativ und überzogen melodramatisch.
Fazit:
Rupert Everetts Hommage an Oscar Wilde und die Liebe oszilliert zwischen feiner Poesie und überbordender Theatralik.
