The Fall - Extended Version
In der alten Militärbasis verbirgt sich ein geheimes Waffenlager.
Mit The Fall: Last Days of Gaia hatte Silver Style vor einem halben Jahr ein ambitioniertes Rollenspiel auf den Markt gebracht. Der Spieler reiste durch eine verwüstete Endzeitwelt, um seine von umherziehenden Banden ermordete Familie zu rächen. Größter Pluspunkt des Spiels: die komplexe und spannende Queststruktur. Andererseits schmälerten zahlreiche Ungereimtheiten, Bugs und Mängel in der Bedienung den Spielspaß (Test in PC Games 01/05). Nun legt das Berliner Studio eine Extended Version nach. Neben umfassenden Bugfixes sind zwei neue Karten mit entsprechenden Missionen enthalten. Besonders interessant: Diese Neuauflage wird für nur 20 Euro erhältlich sein; Käufer der ersten Version können die Extended Version sogar kostenlos herunterladen.
Ärger in Echtzeit
Quelle: PC Games
Die Heldentruppe befreit ein Dorf von der Tyrannei marodierender Banditen.
Wie gehabt, befehligt der Held auch in der Extended Version eine sechsköpfige Abenteurertruppe auf der Suche nach seiner teils ermordeten, teils verschollenen Familie. Dabei betrachtet man das Geschehen aus einer frei zoom- und drehbaren 3D-Perspektive - je nach Gusto darf man den Charakteren über die Schulter blicken oder aber die Gruppe aus einer mit Baldur's Gate vergleichbaren, isometrischen Sicht betrachten. Die flexiblen Perspektiven sind insbesondere im Kampf nützlich. Die Auseinandersetzungen mit umherziehenden Seeker-Banden laufen zwar in Echtzeit ab, können aber per Tastendruck jederzeit pausiert werden. So kann man in aller Ruhe mit der rotierbaren Kamera verborgene Gegner ausmachen, Waffen wechseln oder nächste Angriffsziele festlegen. Die Gefechte entwickeln dabei den Charme eines Echtzeittaktik-Spiels. So darf man beispielsweise den mit Messern versierten Kleinkriminellen der Gruppe in einen Hinterhalt positionieren und Feinden auflauern lassen, während der Rest der Getreuen die Aufmerksamkeit der Angreifer mit Handfeuerwaffen auf sich zieht. Als besonders nützlich erweisen sich derweil Abenteurer, die sich auf die Verwertung von Zivilisationsresten verstehen. Immerhin dürfen technisch versierte Endzeitler vielerlei Gegenstände zusammenbasteln, deren Zutaten entweder von Schrottplätzen oder von fliegenden Händlern stammen. In späteren Levels wird die Wanderung zur motorisierten Ausfahrt, da die Truppe Fahrzeuge kapert. Freilich steigen die Helden mit zunehmender Erfahrung auf - die gewonnenen Punkte werden daraufhin auf Talente, Fähigkeiten und Attribute verteilt. Dazu zählen Fertigkeiten wie Stärke oder Intelligenz, Waffenkenntnisse, medizinische Kenntnisse oder Verhandlungsgeschick.
Nachpoliert und getunt
Ein Rudel Streuner lauert der Truppe bereits zum Spielstart auf und dient als Kanonenfutter.
Die Extended Version, an der das 20-köpfige Team ein halbes Jahr gearbeitet hat, versöhnt indes mit vielen Problemen, die im Originalspiel aufgetaucht sind. Die gefühlte Güte der Nachbesserungen schlägt sich vor allem in einem flotteren und bedienungsfreundlicheren Gameplay nieder. Neben simplen Verbesserungen wie einer überarbeiteten Kollisionsabfrage hat Silver Style vor allem an das Benutzer-Interface Hand angelegt. So wurden unklare Tauschwertangaben bei Händlern, fehlende Rüstungswerte und Bezeichnungen im Inventar sowie die fehlende Markierung zusammengehöriger Gegenstände wie Waffen und Munition nachgeliefert. Des Weiteren hat sich Silver Style um Balancing-Probleme gekümmert. Früher teilweise zu schwache Gegner sind nun eine echte Bedrohung, die empfindlichen Fahrzeuge sind jetzt deutlich robuster. Zu den neuen Features zählen zwei zusätzliche Karten mit neuen Missionen. Auf dem Militärgelände Vulture Gulch legt man einen zum Scharmützel ausgeuferten Familienstreit bei, während man sich in der alten Militärbasis selbst zu einem geheimen Waffenlager durchpuzzelt. Auch wichtige "Kleinigkeiten" erleichtern das Leben in der rauen Endzeitwelt. So darf man größere Strecken endlich mit gekaperten Fahrzeugen über mehrere Maps hinweg durchfahren. Allerlei nützliche Fähigkeiten können die Recken zusätzlich lernen. Dazu zählen die Verstärkung von Rüstungsteilen, eine materialschonende Fahrweise und das Reparieren von Fahrzeugen. Zudem merzten die Berliner einige Schönheitsfehler aus: Vorbei sind die Zeiten der blechernen Sprachausgabe; einige Sprecher wurden sogar ausgetauscht. Auffällig ist die deutliche Verbesserung der Performance - das anfangs nervige Ruckeln der Engine fällt nun nicht mehr so stark ins Gewicht.
