The Elder Scrolls: Legends im Test: gelungenes Kartenspiel mit vielen guten Ideen

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Test Markus Fiedler - Autor Benedikt Plass-Fleßenkämper - Autor Sascha Lohmüller - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
The Elder Scrolls: Legends im Test: gelungenes Kartenspiel mit vielen guten Ideen
Quelle: Bethesda

Nach langer Betaphase ist das Kartenspiel aus dem Elder-Scrolls-Universum seit Anfang März offiziell im Live-Betrieb spielbar. Die Legends-Macher bedienen sich zwar mitunter dreist bei Konkurrenten wie Hearthstone. Aber das Ergebnis überzeugt!

Mit The Elder Scrolls: Legends kommt ein kostenloses Sammelkartenspiel auf den Markt, das sich in fast allen Belangen so spielt - und oft auch so aussieht - wie Blizzards Genreprimus Hearthstone. Aber auch dem kann man ja schon bescheinigen, sich beim Urvater aller Fantasy-Kartenspiele bedient zu haben, bei Magic: The Gathering. Die wichtige Frage also: Wie gut ist die neueste Adaption klassischer Sammelkartenspiele des US-Entwicklers Dire Wolf Digital denn nun geworden?

Neues aus Tamriel

Die gute Nachricht: Es ist nicht alles nur geklaut. Tatsächlich haben die Entwickler es geschafft, sich ein paar neue Spielmechaniken zu überlegen, die für frische Gameplay-Elemente sorgen. So ist das Spielfeld in einigen Spielmodi beispielsweise in eine linke und rechte Zone unterteilt. Eine Hälfte weist eine Besonderheit auf. Das kann ein berechenbares Element wie beispielsweise die Schattenreihe sein. Darin frisch ausgespielte Karten sind eine Runde lang in Deckung und lassen sich so von schon im Spiel befindlichen Nahkämpfern nicht attackieren. Die Besonderheit kann aber auch aus einem Verzauberungseffekt in der Zone bestehen, der jede dorthin gespielte Karte in ein beliebiges Wildtier verwandelt. Und das lässt sich beim besten Willen nicht mehr vorhersagen oder planen. Das ist zwar mehr Chaosforschung als geplante Taktik in einer Partie, macht aber dennoch Spaß - vor allem, wenn man durch pures Glück ein eigentlich verlorenes Match noch herumreißt. Das macht die Duelle im Vergleich zu Hearthstone durchaus spannender.
Außerdem sorgen ausgeprägte Spezialkarten für Abwechslung in jedem Deck. So gibt es Karten, die sich verdoppeln, wenn wir sie ausspielen und zu diesem Zeitpunkt über mehr Gesundheitspunkte als unser Gegner verfügen. Die "Goldene Heilige" etwa platziert sich in so einem Fall gleich noch einmal in unserer zweiten Spielzone und verstärkt so die taktischen Möglichkeiten - praktisch. Kartenmacht an bestimmte Voraussetzungen zu koppeln, ist zwar nicht gänzlich neu, aber so massiv wie in The Elder Scrolls: Legends wird es selten eingesetzt.

Karten für Blut

Das Spiel bietet fünf Modi: Übungskampf, Kampagne, normales Spiel gegen einen anderen Spieler, die Arena gegen die KI (maximal neun Kämpfe) und die Arena gegen menschliche Gegner. Quelle: PC Games Das Spiel bietet fünf Modi: Übungskampf, Kampagne, normales Spiel gegen einen anderen Spieler, die Arena gegen die KI (maximal neun Kämpfe) und die Arena gegen menschliche Gegner. Neu sind Zusatzkarten bei Verwundung: Beim Verlust von je fünf Lebenspunkten wird eine Rune zerstört und der betroffene Spieler zieht eine zusätzliche Karte aus seinem Deck. Besitzt sie das Attribut Prophezeiung, darf man sie sofort kostenlos einsetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Spieler gerade an der Reihe ist oder nicht. So kann ein in höchster Not gezogener Flächenzauber oder Wächter (das Pendant zum Spott in Hearthstone) eine schon verloren geglaubte Partie noch einmal interessant machen. Der Held selber spielt keine Rolle, denn Sonderfähigkeiten für ihn gibt es nicht.

Decks bauen mit zwei Farben

Das Spiel bietet insgesamt fünf Kartenfarben, aus denen sich ein Spieler maximal zwei für sein Deck aussuchen darf. Die Farben stehen für Stärke, Intelligenz, Willenskraft, Geschicklichkeit sowie Ausdauer und repräsentieren bestimmte Eigenschaften. Zusätzlich gibt es neutrale Karten, auf die man immer Zugriff hat, wenn man sich ein Deck baut. Das darf hier beträchtlich größer sein als bei Hearthstone: Mindestens 50 und höchstens 70 Exemplare passen in ein Deck. Dabei gilt die bekannte Regel: Bis auf legendäre Karten darf alles mehr als einmal vorkommen. Die Kartenqualität ist nicht nur in den aus Hearthstone bekannten Farben Weiß, Blau, Lila und Gold gehalten, auch die Namen der Seltenheitsstufen sind gleich.

Unten links auf den Karten wird angezeigt, zu welchem Attribut die Karte gehört (Blau = Intelligenz, Rot = Stärke und kein Symbol = neutrale Karte). Zu Beginn einer Partie entscheidet jeder Spieler, ob er vorgeschlagene Karten behalten will oder lieber neue zugelost bekommt. Quelle: PC Games Unten links auf den Karten wird angezeigt, zu welchem Attribut die Karte gehört (Blau = Intelligenz, Rot = Stärke und kein Symbol = neutrale Karte). Zu Beginn einer Partie entscheidet jeder Spieler, ob er vorgeschlagene Karten behalten will oder lieber neue zugelost bekommt.

Einstieg per Kampagne

Auf dem Bildschirm sind alle wichtigen Infos zu den Karten und Effekten zu sehen. Zusätzlich lassen sich Hilfstexte einblenden. Das Spielfeld selbst fällt im Vergleich zum bunten Hearthstone trist aus. Quelle: PC Games Auf dem Bildschirm sind alle wichtigen Infos zu den Karten und Effekten zu sehen. Zusätzlich lassen sich Hilfstexte einblenden. Das Spielfeld selbst fällt im Vergleich zum bunten Hearthstone trist aus. Bevor ihr euch in den Bau eigener Decks stürzen dürft, hat Dire Wolf eine Kampagne eingeplant: In drei Akten mit insgesamt 20 Missionen lernt ihr hier die wichtigsten Grundlagen des Spiels, bekommt erste Kartenpakete und lernt erste vielversprechende Taktiken kennen. Wer das Prinzip gar nicht kennt: Mit Kreaturen, Zaubern und Verstärkungen versucht der Spieler, seinem Gegner alle Lebenspunkte (in der Regel 30) abzunehmen, bevor er selber keine mehr hat. Um eine der unterschiedlich teuren Karten auszuspielen, müsst ihr Magicka einsetzen. Diese magische Energie steigt automatisch zu Beginn jeder Runde um einen Punkt bis zum Höchstwert von zwölf Magicka.

Kein Sieg ohne Plan

Allein durch die mehr als 400 verfügbaren Karten in der Startversion lassen sich derart viele verschiedene Decks bauen, dass es keinen absolut sicheren Sieg geben kann. Eine wohlüberlegte Strategie hilft und hierfür bietet das Spiel reichlich Gelegenheit. Dank der unterschiedlichen Karteneigenschaften in den verschiedenen Farben ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, sich sein Deck an die persönlich bevorzugte Spielweise anzupassen. The Elder Scrolls: Legends lässt sich in vielen Nuancen zwischen aggressiv und defensiv spielen. Es gibt Karten mit hohem und niedrigem Zufallsfaktor, außerdem verläuft kaum eine Partie wie die andere. Im Test stellen wir aber auch deutlich fest: So gut ausbalanciert wie Hearthstone ist The Elder Scrolls: Legends (noch) nicht. Einige Karten sind derart stark, dass es fast nicht möglich ist, sie aus dem Spiel zu nehmen. So ist beispielsweise die Fähigkeit Regenerieren in der Lage, eine damit ausgestattete Kreatur komplett zu heilen, sogar innerhalb einer Runde. Andere Karten verleihen allen eigenen Kreaturen im Spiel je einen Zusatzeffekt per Schlüsselwort, wie etwa Sturmangriff, Durchbrechen, Regenerieren, Wächter oder Ähnliches. Gerade zu Beginn der Karriere sind solche Karten oft absolute Matchwinner. Um da gegen andere Spieler mit mehr Erfahrung und Kartenauswahl mitzuhalten, heißt es: viel spielen, viel lernen, viele der zusätzlich erhältlichen Kartenpakete kaufen.

Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu The Elder Scrolls: Legends (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Anspruchsvolles Strategie-KartenspielGroße Auswahl bei Karten und SpielmodiTägliche Belohnungen locken ins SpielGrafisch gelungene KartenBietet neue Mechaniken im SpielStabile Online-Server
Balancing noch mit VerbesserungspotenzialEtliche sehr starke Karten und Fähigkeiten im SpielEtwas langweilig erzählte StartkampagneKartenabfolge der KI manchmal schwer nachvollziehbarSpielerisch nutzlose Heldencharaktere
Fazit


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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Spiritogre Mitglied
        Mein Favorit bleibt Shadowverse, gibt es ja seit knapp ein, zwei Monaten auch endlich für PC. Aber aktuell kommt Elder Scrolls Legends dann schon auf Rang 2. Gwent ist eigentlich sehr ähnlich, aber da will der Funke bei mir irgendwie nicht so überspringen. Und Hearthstone, naja, das ist populär wegen dem Namen, halt das TCG für Casuals, die das spielen von dem sie mal gehört haben. Da ist sogar Hex - Shards of Fate noch ein paar Nummern besser.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Mein Favorit bleibt Shadowverse, gibt es ja seit knapp ein, zwei Monaten auch endlich für PC. Aber aktuell kommt Elder Scrolls Legends dann schon auf Rang 2. Gwent ist eigentlich sehr ähnlich, aber da will der Funke bei mir irgendwie nicht so überspringen. Und Hearthstone, naja, das ist populär wegen dem Namen, halt das TCG für Casuals, die das spielen von dem sie mal gehört haben. Da ist sogar Hex - Shards of Fate noch ein paar Nummern besser.
      • Von NOT-Meludan Spiele-Enthusiast/in
        Also mir gefällt es persönlich besser als Hearthstone. Die Matches dauern länger, man muss sich mehr Gedanken machen und eine sicher verloren geglaubte Partie kann man nochmal herumreißen.
        Das Balancing ist zwar nicht perfekt, aber deutlich besser als HS zur Zeit (wobei das ja auch nicht schwer ist :-B )
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