The Drifter im Test: So fesselnd waren Adventures schon ewig nicht mehr

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
The Drifter im Test: So fesselnd waren Adventures schon ewig nicht mehr
Quelle: PC Games

Düster, spannend und richtig gut: Wer Adventures und finstere Pulp-Thriller liebt, kommt an The Drifter nicht vorbei.

Es ist selten geworden, dass mich Spiele überraschen können, und das gilt besonders für Adventures. Sicher, mit Highlights wie Thimbleweed Park oder dem letzten Baphomets Fluch kommen Point-and-Click-Liebhaber zumindest hin und wieder noch auf ihre Kosten. Doch auch ich muss zugeben: So richtig wie in alten Lucas-Arts-Zeiten fesseln mich diese Spiele schon lange nicht mehr.

Und dann kommt plötzlich The Drifter um die Ecke - und schon nach fünf Minuten weiß ich, dass ich dieses Spiel nicht mehr aus der Hand legen werde, bis ich den Abspann gesehen habe. Und damit bin ich offensichtlich nicht allein: Auf Metacritic hat The Drifter einen tollen Wertungsschnitt erzielt, auf Steam sieht es sogar noch besser aus: "Außerst positiv" urteilen hier 98 Prozent der Käufer. Sie haben Recht.

Retro modern: The Drifter glänzt mit Atmosphäre

Mit durchgestylten, schwermütigen Bildern und einem finsterem Synth-Soundtrack macht mich das Adventure schon ab dem ersten Klick neugierig. Feine Animationen und hübsche Beleuchtung sorgen für cineastisches Flair und verpassen dem Spiel eine zeitgemäße Atmosphäre. Doch im Kern ist das immer noch ein klassisches Retro-Abenteuer, wie man sie schon vor 30 Jahren gemacht hat, mit dicken Pixeln, Rätseln, allem Drum und Dran.

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The Drifter erzählt seine Geschichte so selbstbewusst wie ein guter Pulp-Roman, ein spannender Mystery-Thriller, der Elemente aus Sci-Fi, Horror und Drama gekonnt unter einen Hut bringt. Tiefgründig wird es zwar nie, doch deshalb sollte man The Drifter nicht als leichte Kost verbuchen: Hier werden Themen wie Krankheit, Kindestod, Trauerbewältigung und Suizid behandelt, manchmal sind auch brutale Sterbeanimationen und Folterszenen zu sehen. Das alles macht The Drifter zu einem Spiel, das definitiv nicht in Kinderhände gehört.


Hinweis: Wenn Sie selbst von Suizidgedanken betroffen sind, finden Sie bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Hilfe unter 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222 (kostenfrei). Weitere Informationen unter https://telefonseelsorge.de.


Ein Thriller wie aus einem Pulp-Roman

Mick Carter ist nicht gerade die Sorte Held, die ich in einem klassischen Adventure erwartet hätte: Ich lerne ihn als mürrischen, rastlosen Herumtreiber kennen, ein Typ, der am liebsten von der Bildfläche verschwinden würde.

Doch als er für eine Beerdigung widerwillig in seine Heimatstadt zurückkehrt, gerät er gnadenlos in einen Strudel aus Gewalt: Ein Mörder treibt unter Obdachlosen sein Unwesen, immer mehr Menschen werden vermisst - und plötzlich machen auch noch maskierte Männer in Kampfmontur Jagd auf Carter, dem keine andere Wahl bleibt, als den unheimlichen Fall auf eigene Faust zu lösen und seinen Namen reinzuwaschen.

Bildergalerie

Es ist der Auftakt für eine Geschichte, die von entführten Reportern, genervten Sekretärinnen und größenwahnsinnigen Wissenschaftlern bis hin zu geisterhaften Erscheinungen, geheimen Forschungsanlagen und Monstern im John-Carpenter-Format erstaunlich wenige Klischees auslässt. Allerdings wird das Ganze stets so ironiefrei und selbstsicher präsentiert, dass der Spaß dabei nie flöten geht.

Rätsel und Story im Einklang

Meistens folgt The Drifter dem vertrauten Genre-Strickmuster: Ihr sucht den Bildschirm mit dem Mauszeiger ab, klickt euch durch Hotspots und Dialoge, sammelt ein paar Items auf und kombiniert sie an anderer Stelle. Das spielt sich tadellos, selbst mit einem Controller.

Auch die Laufwege fallen angenehm kurz aus, da ihr in den meisten Kapiteln ohnehin nur wenige Locations gleichzeitig erkunden dürft. Dadurch bietet The Drifter deutlich weniger Freiheiten als beispielsweise Thimbleweed Park oder Deponia, in denen man schon früh massenhaft Screens mit unzähligen Hotspots erforschen kann. Andererseits bleibt der Spielablauf dadurch schön straff und die Handlung gerät nie ins Hintertreffen, was in The Drifter definitiv ein Vorteil ist.

Die Puzzles fügen sich außerdem gut in die Handlung ein und wirken nicht aufgesetzt. Zwar fallen sie nie sonderlich knifflig aus, aber zumindest präsentieren sie sich logisch und geerdet - Carter ist ein bodenständiger Typ, und genau so löst er auch seine Aufgaben. Sehr sympathisch! Und wenn man doch mal etwas um die Ecke denken muss, streuen der Held oder eine Nebenfigur automatisch kleine Tipps ein, während man sich an unterschiedlichen Lösungen probiert. Für den Spielfluss ein echter Gewinn.

Cooles Detail: Wann immer Carter einen neuen Hinweis sammelt, eine Idee hat oder ein Ziel verfolgt, werden seine Gedanken in einer eigenen Übersicht abgelegt. So weiß man immer, welche Aufgaben gerade zu erledigen sind, welche Geheimnisse enthüllt wurden - und wo Carter noch völlig im Dunkeln tappt.

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Zitat von Svenc
        Falls wer noch Nachschub über die Feiertage sucht:

        Ich habe gerade sehr viel Spaß mit Foolish Mortals.
        danke für den tipp. kommt auf die liste.
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Zitat von Svenc
        Falls wer noch Nachschub über die Feiertage sucht:

        Ich habe gerade sehr viel Spaß mit Foolish Mortals.
        danke für den tipp. kommt auf die liste.
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Falls wer noch Nachschub über die Feiertage sucht:

        Ich habe gerade sehr viel Spaß mit Foolish Mortals.

        Und das, obwohl ich z.B. Baphomets Fluch 5 eher semi fand. Aber das hier triffts echt. Aktuell rabattiert für 17,55 Euro, 90er-Metascore, 97% Weiterempfehlungsrate auf Steam, 100% Adventurespaß. Für Fans von: Baphomets Fluch, Monkey Island und Spielen, bei denen man nicht erst nach fünf Wochen die böhmische Hochzeit erreicht. Heißt: Auch wenns durchaus umfangreich ist (bin mit abgeschalteten Hinweisen schon bei Spielstunde ~15), da geht was im Weihnachtsurlaub. :D Wundert mich, dass das Ding fast GAR keine deutschen Tests hat. Dabei ist es sogar komplett übersetzt. Und die Production Values können sich auch sehen lassen.

        Schönes Ding. Mit klasse Musik. Da war wohl schon in der Produktion mehr Spaß drin als in manchen Fließband-Crunch-Höllen der Gaming-Industrie. :D

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Ich hatte es mir auch gekauft, ums dann ein bißchen auf dem Steam Deck zu zocken, da ist es nämlich verifiziert ;-)
      • Von jensmachwitz_88 Spiele-Novize/Novizin
        Danke für den Tipp. Ist erstmal auf meinem Radar.
      • Von masto-don Gelegenheitsspieler/in
        sehr schön :)
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