Retro-Special - The Dig: Unsere Lieblingsklassiker
Survival-Training auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad: Überlebt auf einem fremden Planeten und findet den Weg zurück zur Erde! Wir erinnern uns in unserem Retro-Special an The Dig, das im Jahr 1995 für den PC erschien.
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Meine ersten Adventure-Erfahrungen mit Fritzi Fisch habe ich euch bereits in einer Ausgabe der Games Aktuell nähergebracht. Ein bisschen weniger kindisch geht es weiter mit The Dig (jetzt kaufen 5,89 € ) von Lucasarts. Gemeinsam mit Fritzis Unterwasserabenteuer hat das Sci-Fi-Game das SCUMM-Code-Gerüst. SCUMM ist eine Art Hybrid aus Programmiersprache und Engine, die Lucasarts seit 1987 zum Erstellen diverser Adventures nutzte (The Dig ist das elfte Spiel auf dieser Basis). Schon wieder was gelernt! Anders als die eher schrägen Adventures dieser Zeit, wie etwa Maniac Mansion, The Secret of Monkey Island und ja, auch Fritzi Fisch, umspielt The Dig eine mysteriöse, melancholische Aura.
Und das trotz der eifrigen Sprücheklopferei des Helden Commander Boston Low. Der erfahrene Astronaut wird begleitet vom Archäologen Ludger Brink und der Journalistin Maggie Robbins. Das Trio soll Sprengladungen an einem nahenden Asteroiden befestigen, um diesen vom Kollisionskurs mit der Erde zu abzubringen. Aber: Im Inneren des Himmelskörpers finden sich Hinweise auf die Anwesenheit außerirdischer Intelligenz. Beim Erforschen des Innenlebens des Asteroiden aktivieren die Drei eine Art Mechanik und werden an einen völlig fremden Ort in einer anderen Galaxie transportiert. Dort ist von lebendigen Außerirdischen - abgesehen von ein paar schildkrötenartigen Echsen und einem Seemonster - keine Spur zu finden. Allerdings scheint eine Art Geist herumzuspuken, der die Raumfahrer auf eine gewisse Fährte locken will. Ob diese nach Hause führt, oder eher ins Verderben?
Soll ich?
Ich habe lange überlegt, ob ich an dieser Stelle die Handlung spoilern sollte oder nicht - einerseits ist das Spiel über zwanzig Jahre alt, andererseits möchte der eine oder andere das Abenteuer vielleicht nun selbst erleben? Deshalb hier eine Art Kompromiss: Während der Erforschung der fremden Welt kommt es zu einem Unglück, das durch die Entdeckung von Alien-Technologie ungeschehen gemacht werden kann. So heilbringend, wie es zunächst anmutet, ist diese Option jedoch nicht. Sogar eine wichtige Entscheidung am Ende des Spiels basiert auf diesem Plotdetail.
Quelle: PC Games
Ach du Schreck: Die Zwischensequenzen wurden mit Hilfe einer Extra-Engine mit dem Namen INSANE erstellt. Allzu viele Clips gibt es im Spiel aber nicht zu sehen.
Auch wenn die Idee hinter dem Konflikt und der Verlauf der Handlung nicht besonders originell sind, so fesselt The Dig doch die ganzen acht Stunden über, die man durchschnittlich benötigt, um zum Ende der Erzählung zu gelangen. Als besonders wohltuend empfand ich, dass die fremde Alien-Welt melancholisch, archaisch und trist statt hyper-modern und grell wirkt. Das unterstreicht die Einsamkeit und Fremdheit der menschlichen Besucher umso mehr, und wenn dann wirklich mal ein lebendiges Wesen auftaucht, dann hat das eine viel faszinierendere Wirkung auf den Spieler. Auch, dass sich die Gruppe im Verlauf der Handlung trennt, trägt zum Feeling bei.
Wirr und kompliziert
Ich muss gestehen, dass ich The Dig als Kind nicht durchgespielt habe. Einige der Rätsel waren mir zu hoch. Die meisten Aufgabenstellungen sind zwar einfach zu verstehen oder mit ein bisschen Herumprobieren zu lösen, einige davon habe ich aber auch heute nur mit Nachschauen bewältigt. Etwa die Schaltereingabe, bei der man verschiedene Farbtasten drücken muss und bei der mir bis heute nicht klar ist, wie man auf die Lösung kommen soll, ohne zufällig die richtigen Knöpfe zu betätigen (oder einfach nachzusehen). Vielleicht gibt es ja eine Herleitung - sollte
Quelle: PC Games
Wie funktioniert das? Die Mechaniken in den Alien-Strukturen reichen von einfach zu bedienen bis hin zu „was haben die Erbauer sich dabei gedacht?“
diese jemand von euch kennen, dann lasst es mich wissen. Die Puzzles sind meiner Ansicht nach die Schwachstelle des Spiels, was bei einem Adventure natürlich recht ungünstig ist. Nichtsdestotrotz hatte ich beim erneuten Zocken viele Jahre später wieder Gänsehaut, weil ich das Setting so liebe, und weil die Orchesteruntermalung perfekt zum Spiel passt. Gleichzeitig muss ich die für die Zeit herausragende deutsche Synchronisation loben, die mit der markanten Stimme von Scully aus Akte X aufwartet. Grafisch ist das Adventure ganz gut gealtert, natürlich sollte man keine Allergie gegen den Pixellook haben. Ist The Dig ein perfektes Adventure? Nein. Lustig wie Monkey Island oder einfallsreich wie Maniac Mansion ist es auch nicht. Die Atmosphäre aber, die ist wirklich etwas Besonderes - und auch heute noch einen Blick wert!

Eine kurze, aber sehr interessante und spannende Geschichte. Danke an Cobb. ^^
Man darf halt nicht den Humor der anderen Adventures erwaten. Ich glaube, neben Loom, gibts von LucasArts keines, welches eher einen ernsterem Tonfall.