The Complex im Test: Gut gemachter, interaktiver Thriller mit vorhersehbarem Ende
The Complex reiht sich in eine stetig länger werdende Liste von interaktiven Filmen ein und folgt dabei dem aktuellen Trend des Genres, der vor allem auf Thriller setzt. Durch das Element des Beziehungsstatus der Protagonistin zu anderen Charakteren birgt der Spiel-Film einen neuen, spannenden Aspekt, macht an anderen Stellen aber vermeidbare Fehler. Welche, verraten wir in unserem Test.
Seit dem Release des Black-Mirror-Films Bandersnatch auf Netflix sind interaktive Filme einem breiten Publikum zugänglich und keine reinen Indie-Produktionen mehr. Die Folge sind mehr oder weniger interaktive Versuche verschiedener Entwickler, das Genre zu definieren und seine Grenzen abzustecken. The Complex will die Mitte treffen - zwischen experimentell und konventionell.
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Thriller wider Willen
Es scheint an der Struktur des interaktiven Filmgenres zu liegen, dass es primär Thriller bis zur Umsetzung schaffen. Immerhin soll der Streifen dazu einladen, ihn mehrmals zu "spielen", um weitere Geheimnisse zu lüften, neue Enden zu finden und so weiter. The Complex stellt keine Ausnahme von dieser etablierten Formel dar.
Die Story dreht sich um die neueste biotechnologische Entwicklung Großbritanniens, die zum großen Fortschritt der Menschheit führen soll. Dabei geht es zum Glück nicht um einen neuen Zombievirus, der überraschenderweise ausgebrochen ist, sondern um Nanozellen, die noch im Labor verweilen. Das Ganze in Kombination mit einer totalitären Diktatur (Nein - nicht England), und etlichen persönlichen Interessen, ergibt einen erstaunlich gut gelungenen interaktiven Sci-Fi-Thriller.
Welches Gameplay?
Ähnlich zum interaktiven Film Erica, positioniert sich The Complex (jetzt kaufen 29,90 € ) in der Nische zwischen dem Gameplay-armen Bandersnatch und experimentellen Filmprojekten wie Her Story oder Telling Lies. Das maßgebende Element ist die Entscheidungsfällung während des Films. Das heißt, zwischen zwei Szenen muss unter Zeitdruck eine Entscheidung getroffen werden. Während man in Bandersnatch träge zwischen zwei Müslisorten wählt, kommt man in The Complex schon ganz schön ins Schwitzen, wenn man bereits im Intro zwischen Leben und Tod entscheiden muss. Alle Entscheidungen werden von unserer Protagonistin getroffen, der Zellbiologin Dr. Amy Tennant.
Quelle: PC Games
Amy muss regelmäßig Entscheidungen treffen und beeinflusst damit die Handlung anderer Charaktere.
Ein weiteres Gameplay-Element präsentiert sich anhand des sogenannten Beziehungsstatus im Film. Dieser ergibt sich durch die gegebenen Antworten und die Art, wie man sich anderen Charakteren gegenüber verhält und wird bei jedem Spieldurchlauf zurückgesetzt. Erst beim mehrmaligen Durchspielen offenbart sich, dass der Beziehungsstatus zu einer Person tatsächlich Auswirkungen auf die Szenen im Film hat und beeinflusst, ob Entscheidungen das gewünsche Ergebnis mit sich bringen. Ein Umstand, der bereits ab der zweiten Runde zu mehr Spannung führen kann. Der Status lässt sich übrigens jederzeit abfragen, wodurch der Film pausiert wird. Zudem taucht er auf, wenn man an einem der neun Enden des Films ankommt. Dazu erhält man eine Statistik zur eigenen Verhaltensart und eine abschließende Bewertung.
Quelle: PC Games
Der Beziehungsstatus zu anderen Charakteren verändert sich, abhängig von den eigenen Entscheidungen.
Wer alle Enden finden will, muss sich keine Gedanken darüber machen, den Film mindestens neun Mal durchschauen zu müssen, denn bereits gesehene Szenen können einfach durch Tastendruck übersprungen werden. Es ist zwar manchmal frustrierend, wenn sich ein Abschnitt nur minimal verändert hat (zum Beispiel durch die Abwesenheit eines Statisten), aber das hält sich in Grenzen, durch die doch überschaubare Menge an insgesamt zu sehenden Szenen. Die Enden sind nicht komplett unterschiedlich, sondern differieren marginal im Rahmen von zwei bis drei potenziell möglichen Hauptplots. Das reine Erreichen des Endes ist aber auch nicht das Ziel des Films, der zwar recht spannend ist, aber bestimmt nicht dafür gemacht, ihn etliche Male neu zu schauen.
Technische Feinheiten
Quelle: PC Games
Vom Rest der Welt abgeschirmt, verspricht der Thriller eine unbehagliche Athmosphäre
Durchweg positiv fallen sowohl die Qualität der Videosequenzen als auch der Ton auf. Professionelle Kamerafahrten erinnern an Hollywood-Streifen und unaufdringliche Musik untermalt die sterile bis bedrohliche Stimmung des Films. Auch die schauspielerische Leistung kann durchweg überzeugen, reißt mit und ist glaubwürdig. An den interaktiven Entscheidungspunkten springen ab und an die Schnittbilder und reißen einen ein wenig aus der Atmosphäre, das beschränkt sich aber weitestgehend auf Momente, nachdem man Szenen übersprungen hat. Der Film hat zwar keine deutsche Synchronisationsfassung, allerdings deutsche Untertitel.
Schockmomente gibt es im Film nur wenige und sie werden eher durch recht drastische Tode, als den Plot der Handlung hervorgerufen. Dieser ist zwar spannend, präsentiert sich aber bereits nach dem Anfang als relativ offensichtlich. Dadurch verlagert sich die Motivation des Spielers. Es geht nicht mehr darum, ein Geheimnis in all seinen Facetten zu lüften, sondern darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen und das "gute" Ende zu finden.
The Complex ist als Download für PC, PS4. Nintendo Switch und Xbox One erhältlich.

Ich habe recht deutlich geschrieben das ich das Spiel geschenkt bekam.
Davon ab habe ich auch recht deutlich die Qualität des interaktiven Films bemängelt, und nicht nur das es ein schlechtes Spiel ist.
Die Entscheidungen sind gelinde ausgedrückt, furz-egal. Es spielt keine rolle was man tut, weder für den fortlauf der Handlung, noch für das Ende oder sonstwas."
und "Als Film wäre das ne komplette 0 von 10, als Spiel gehts sogar darunter, weil ein Spiel eigentlich noch etwas mehr bieten müsste als ein Film es kann... "
Der größte Teil Deiner Kritik und vor allem die ersten paar Sätze bezogen sich sehr wohl aufs Spiel. Ich hab ja nicht gesagt, dass du NUR das Spiel kritisiert hättest.
Ich habe recht deutlich geschrieben das ich das Spiel geschenkt bekam.
Davon ab habe ich auch recht deutlich die Qualität des interaktiven Films bemängelt, und nicht nur das es ein schlechtes Spiel ist.
Selbst als nicht-interaktiver Film wäre das einfach nur ein ganz mieser Streifen, das er interaktiv ist macht das ganze ja sogar noch schlimmer, weil man den Eindruck gewinnen soll Einfluss nehmen zu können, ohne das man dies aber wirklich kann, denn egal für was man sich entscheidet, der Film wird davon in keiner Weise wirklich beinflusst.
Ich hab es mir geholt, da ich schon vorher einen interaktiven Film dieser Produktion hatte, und ich mag so ein Konzept. Ich hab bisher aber nur ca 30 Min gespielt, aber mir war klar, dass es ein Film ist, bei dem man an manchen Stellen Entscheidungen trifft. Ich werde es dann noch 2-3 spielen, um zu schauen, was sich verändert je nach Entscheidungsweise.