Die Vieh Chroniken im Test: Rätsel, Logik und die Wertung
Was lange währt, wird endlich Vieh: King Arts neues Adventure - The Book of Unwritten Tales: Die Vieh Chroniken - überzeugt mit guten Gags und wahrlich liebenswürdigen Charakteren.
Wie gewohnt setzt King Art auf humorvolle Dialoge, eine gute Portion Situationskomik und jede Menge Gags, die vor allem Videospiel- und Filmkennern gefallen dürften. Trotz aller Kalauer ist Die Vieh Chroniken weniger Computerspielparodie, als es sein Vorgänger war – ausgedehnte World of Warcraft-Gags findet man hier nicht. Stattdessen konzentriert sich King Art diesmal stärker auf seine Hauptcharaktere, und das ist gut so: Die beiden Helden kommen sich im Spielverlauf näher, werden dicke Freunde – eingefangen in herzerwärmenden und wunderbar kitschigen Momenten, wie man sie nur selten in Computerspielen erlebt. Nate und Vieh sind die meiste Spielzeit über gleichzeitig steuerbar – per Klick wechselt man zwischen den Charakteren hin und her. Sie tauschen Items untereinander aus, beratschlagen sich, müssen manche Aufgaben auch gemeinsam bewältigen. Richtig kompliziert oder fordernd wird das nie, schon allein, weil das Spiel so wenige Umgebungen bietet – der Spieler kann nicht vom Weg abkommen.
Quelle: Crimson Cow
Nate schwingt ein magisches Zeitzepter, das für ein paar originelle Rätsel sorgt.
Allerdings lassen manche Rätsel eine gewisse Logik vermissen, diese Aufgaben löst man dann mehr durch Zufall als durch Absicht. Zum Glück ist die Steuerung so durchdacht, dass der Spieler keine unnötige Klickarbeit leisten muss, das macht das Herumprobieren mit den vielen Gegenständen und Hotspots leichter und entschärft auch so manch unlogische Rätselkette. Wer überdies noch mehr Herausforderung sucht, der kann zu Spielbeginn auch einen härteren Schwierigkeitsgrad wählen – hier werden eine Handvoll Rätseldetails hinzugefügt und einige Aufgabenhilfen entfernt.
Auch diesmal hat King Art seine schrille Fantasy-Welt in wunderschön gerenderten, hochauflösenden Hintergründen eingefangen, die in manchen Szenen sehenswert herangezoomt werden. Auch die 3D-Charaktere sind hübsch animiert und fügen sich gut in die Umgebungen ein. Dazu ertönt ein orchestraler Soundtrack, der die farbenfrohe Welt und die humorvolle Grundstimmung wunderbar unterstreicht – Musik wie aus einem Märchenfilm. Dem steht die Sprachausgabe in nichts nach: Vom großartig eingesprochenen Nate bis hin zur kleinsten Nebenrolle ist King Art eine fantastische Vertonung geglückt. Alle Sprecher gehen motiviert und mit Talent ans Werk. Da ist schon allein das Zuhören eine Freude und lässt einen oft vergessen, dass das Spiel eben nicht ganz an die Klasse des Vorgängers heranreicht.
