The Book of Unwritten Tales 2 im Test - Fazit und Wertung
The Book of Unwritten Tales 2 überzeugt im Test und zeigt einmal mehr, dass King Art sein Handwerk beherrscht: Die Bremer Spaßlieferanten inszenieren mit ihrem Point-and-Click-Adventure eine würdige Fortsetzung. Liebenswerte Charaktere, gelungene Gags, schöne Atmosphäre, viel Umfang - das reicht für eine tolle Wertung. Dabei könnte das Spiel noch deutlich besser sein.
Rätsel: Viele Höhen, aber auch Tiefen
Bei seinen Knobeleien leistet sich das Spiel kaum Schwächen, fast alle Aufgaben folgen einer angenehm verschrobenen Fantasy-Logik, bieten ausreichend Hinweise und sind dabei nie zu schwer oder zu leicht geraten. Die Maussteuerung sorgt für zusätzlichen Komfort, indem sie Hotspots, die für kein Rätsel relevant sind, einfach nach mehrmaligem Untersuchen ausblendet. Im Gegensatz zum ersten Book of Unwritten Tales leistet sich der zweite Teil aber auch einen Schnitzer im Rätseldesign: Diesmal müssen wir viele Locations mehrmals besuchen, auch in späteren Kapiteln bereisen wir beispielsweise immer wieder mal Wilburs Zauberschule oder Ivos prächtigen Elfenhain. Dort sind dann zum Teil neue Objekte und Hotspots verfügbar, die wir zuvor noch nicht untersuchen konnten und die uns deshalb auch nicht weiter aufgefallen wären. Das ist zwar ärgerlich, doch zumindest bietet das Spiel eine flotte Hotspot-Anzeige, die wir per Leertaste aktivieren – dank ihr gerät der Spielfluss selbst dann nicht ins Stocken, wenn wir mal ein wichtiges Objekt übersehen haben.
Gewohnt top: Grafik und Sound
Quelle: PC Games
Nur selten nutzen die Entwickler auch solche Großaufnahmen der Figuren. Schade, davon hätten wir gerne mehr gesehen!
Die Inszenierung ist so hochwertig, wie man es von King Art erwarten darf: Ein aufwendiger orchestraler Soundtrack sorgt für gepflegte Märchenstimmung und die Charaktere sind liebevoll gestaltet und sauber animiert. Anders als im Vorgänger wurden die Kulissen diesmal als 3D-Grafiken aufgebaut, was sanfte Kamerafahrten und schöne Unschärfeeffekte ermöglicht – das verleiht vielen Szenen eine hübsche Tiefenwirkung. Dank Projection-Mapping-Technologie sind die Levels aber trotzdem so detailreich geraten, dass sie an klassische 2D-Grafiken erinnern. Damit macht BOUT 2 seinem Vorgänger nicht nur spielerisch, sondern auch grafisch alle Ehre.
The Book of Unwritten Tales 2 - Video-Review
Preis und verschiedene Editionen
In diesem Artikel
Die Standard-Verkaufsfassung (ca. 30 Euro) gibt's auf DVD oder als Download über Steam. Außerdem erscheint The Book of Unwritten Tales 2 auch als sogenannte Almanac Edition. Diese Sonderausgabe bietet neben dem Spiel auch ein Hardcover Artbook mit 100 Seiten, eine Making-Of-DVD, eine Soundtrack-CD und ein doppelseitiges Poster. Als digitales Extra darf man im Spiel außerdem die Farbe des Viehs ändern, was aber keine Auswirkungen auf das Gameplay hat. Der Preis für die Almanac Edition: 45 Euro.


Meine Spielspaß-Wertung 71% ... und dass auch nur weil ich eigentlich sonst ein großer Fan von solchen Grafik-Adventures bin!
Fangen wir mal mit dem Positiven an:
Grafik/Sound:
Da gibt's wirklich (fast) nichts zu meckern: schön gezeichnete Hintergründe mit sauberen Animationen und Lichteffekten... also wirklich ein king ART game! ;-) Das einzige was stört sind "glitches" wo z.B. N8 in einer Szene fehlt oder im Inventar nur ein Fragezeichen statt eines items angezeigt wird...
Handlung/Charaktere:
Wer so wie ich BOUT 1 vor 5 Jahren das letzte Mal gezockt hat und keinen Tau mehr von der Handlung hat (weil sie auch nicht sooo herausragend war), wird wahrscheinlich genauso enttäuscht sein: Es gibt praktisch nur eine gefühlte 20 sek. Einführung was rudimentär in Teil 1 passiert ist und dann muss man irgend so nen Typ vorm Falltod retten.Hat man das geschafft kommt ein schlagartiger (wörtlich! ;-)) Szenenwechsel und man ist steuert ne Elfe... Danach hatte ich dann endgültig genug und schaute mir ein letsplay der letzten 20 min von bout 1 an. Das desaströse Story-Telling verbessert sich dadurch leider nicht, denn wen man nach 15h mal checkt, was des "Puddels Kern" ist, merkt man wie schrecklich dünn die Handlungssuppe ist. :-S Auch die Charaktere (allen voran Wilbur) haben den Charme eines seelenlosen Ziegelsteins und würde es irgendwo die Möglichkeit geben den nervigen Gnom in Tod zu schicken, wäre für mich das ein absolutes Highlight! :ugly:
Puzzels/Gameplay:
Imho ein Totalversagen! 90% der Rätsel haben den Schwierigkeitsgrad eines einreihigen Sudokus... das kann man fast wörtlich nehmen, weil man oft nur stupide eine Reihe von Klicks machen muss um die "Rätsel" zu lösen. Die Steuerung unterstützt einen dabei sogar: 1.) Kann man nur Dinge mit einander kombinieren welche auch kombinierbar sind 2.) kann man sich bei jeder Szene die "Hotspots" anzeigen lassen... wo man also früher minutenlang ein Bild nach Hinweisen abgesucht hat, braucht man jetzt einfach nur die Leertaste drücken... als würde man sich bei nem Shooter ein AutoAim + Shoot wünschen :-P
Hier zwei Bsp. für zwei imho besonders bescheuerte Rätsel (beide aus Kap. 3):
1.) Das Rätsel der Götterstatuen. Die Lösung besteht einfach darin,
dass man sich durch unglaublich nervige Dialogsequenz klickt! Man braucht keine "Opfer" bringen oder sonstiges besorgen... nur beim Clown-Gott muss man die ganze Stadt nach Witzen abklappern (die ihm ohnehin nicht gefallen) und dann ihm einer seiner Eigenen wiederholen! Wenn das ein Schnitzel wär, würde ich als "zäh" bezeichnen... :-$
1.) Das Dampfmaschinenrätsel. Ich kann eigentlich hier nur empfehlen einfach die [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]zu verwenden. Denn groteskerweise gibt es keine logische Erklärung wie man das Ding in Betrieb nehmen soll und somit ist man afaik dazu verdammt alle Kombinationen durchzuspielen...
In Summe verstehe ich also nicht wie man hier von ner "würdigen" Fortsetzung reden kann... Teil 1 war ganz ok (Schulnote "gut"), aber bei BOUT2 hätte sich KingsArt doch viel mehr ins Zeug legen müssen (Schulnote "Befriedigend-")
@Felix
Es gibt ja wohl auch im zweiten Teil das ein oder andere Minispiel. Muss man die zwingend machen und wenn ja: Sind sie besser als das dämliche Tanzspiel aus dem ersten Teil?
Beispiel 1: Das Würfelpoker ist freiwillig. Wenn du es hinbekommst, erhälst du dafür ein Kostüm. Das ist aber nur Kosmetik.
Beispiel 2: An anderer Stelle muss man so ein kleines, kniffliges Brettspiel meistern, was aber ganz cool gelöst ist: Entweder du spielt das Minispiel nach den richtigen Regeln - oder du bescheißt den Gegner, indem du noch 1-2 Rätsel löst und dir so einen Vorteil verschaffst. Dann wird es deutlich einfacher.
vorallem muss man auch mal Positiv den Preis der Allmanach Edition hervorheben, ich meine, für 45€ bekommt man ja teilweise noch nicht einmal die normale Fassung von so manchem Spiel und für so eine Version zahlt man dort eher 80€
@Felix
Es gibt ja wohl auch im zweiten Teil das ein oder andere Minispiel. Muss man die zwingend machen und wenn ja: Sind sie besser als das dämliche Tanzspiel aus dem ersten Teil?