The Blood of Dawnwalker gespielt: Das Vampir-RPG hat mehr zu bieten als Witcher-DNA

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Special Matthias Dammes - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
The Blood of Dawnwalker gespielt: Das Vampir-RPG hat mehr zu bieten als Witcher-DNA
Quelle: Bandai Namco Entertainment

Wir haben The Blood of Dawnwalker endlich gespielt und das Vampir-RPG hat uns trotz klarer Witcher-DNA mit starken eigenen Ideen überrascht.

Vor vier Jahren haben sich eine Reihe von polnischen Entwicklern, die zuvor bei CD Projekt an The Witcher gearbeitet haben, zum neuen Studio Rebel Wolves zusammengeschlossen. Die Leidenschaft dieses Teams für handlungsgetriebene Einzelspieler-Rollenspiele sollte sich unter neuem Namen aber nicht ändern. Mit The Blood of Dawnwalker hat sich das inzwischen auf rund 160 Mitarbeiter angewachsene Studio auch gleich ein ambitioniertes Projekt vorgenommen, das nun kurz vor der Fertigstellung steht.

Um das Spiel so kurz vor der Veröffentlichung dem nach Aussage der Entwickler sehr wichtigen deutschen Markt zu präsentieren, luden sie uns zusammen mit Publisher Bandai Namco zu einem Event nach Mainz ein. Dort hatten wir die Gelegenheit, erstmals selbst einige Stunden zu spielen. Dabei konnten wir den kompletten Einstieg in das Abenteuer erleben und uns mit Protagonist Coen und seiner Welt vertraut machen.

Eine große Portion Witcher

Ihre Witcher-Vergangenheit versuchen die Entwickler in Blood of Dawnwalker gar nicht erst zu verbergen. Als Hexer-Veteranen fühlen wir uns sofort heimisch, weil diverse Aspekte des Spiels ganz klar vom großen polnischen Vorbild inspiriert oder gar einfach übernommen sind. Das beginnt bei kleinen Details, wie den Dialogoptionen, bei denen weiß gefärbte Antworten optionale Hintergrundgespräche markieren, während gelbe Sätze das Gespräch vorantreiben.

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Protagonist Coen muss beim Lösen von Quests gelegentlich die Gegend untersuchen. Dabei greift er auf einen sogenannten Fokus-Modus zurück, der stark an die Witcher-Sinne erinnert. Auch die allgemeine osteuropäisch-slawische Atmosphäre hat uns stark an den Hexer erinnert. Bei der Hintergrundmusik, während wir durch die Spielwelt streiften, fühlten wir uns dank ähnlicher Instrumentierung und slawischer Klänge immer wieder gedanklich zurück in die nördlichen Königreiche versetzt.

Trotz der klar erkennbaren Parallelen wäre es aber auch nicht fair, The Blood of Dawnwalker (jetzt kaufen 199,99 € / 62,99 € ) nur auf den Vergleich mit dem Witcher zu reduzieren. Das Spiel hat zahlreiche wirklich spannende eigene Ideen, die dem Rollenspiel insgesamt einen ganz eigenen Charakter verleihen. Vieles davon konnten wir zum Glück während unserer vier Stunden im Prolog des Abenteuers von Coen schon in Ansätzen erleben.

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Vampire an die Macht

Wir befinden uns im 14. Jahrhundert. Der Schwarze Tod hat Europa fest im Griff und fordert unzählige Leben. Eine Gelegenheit, die ein Clan von Vampiren unter der Führung des skrupellosen Brencis nutzt, um die Herrschaft über ein abgeschiedenes Tal irgendwo in den Karpaten an sich zu reißen. Zwar schützen die Vampire ihre neuen Untertanen vor der Pest, verlangen dafür aber einen hohen Blutzoll.

Einmal im Monat halten sie in jedem Ort ihres Herrschaftsgebiets eine Blutmesse ab, um sich der Gefolgschaft ihrer Untertanen zu versichern und sich an ihrem Blut zu nähren. Sie behandeln die Menschen im Grunde wie Vieh, das regelmäßig zur Schlachtbank geführt wird. Keinen Nutzen haben die Vampirlords dabei für Schwache und Kranke, deren Blut nicht mehr stark genug ist. Wer Schwäche zeigt, wird gnadenlos ausgelöscht.

Vampirfürst Brencis herrscht über die Spielwelt von The Blood of Dawnwalker mit eiserner Faust. Quelle: Bandai Namco Vampirfürst Brencis herrscht über die Spielwelt von The Blood of Dawnwalker mit eiserner Faust. Für unseren Protagonisten Coen und seine Familie ergibt sich daraus ein Problem. Seine Mutter leidet an einem psychischen Trauma, weigert sich zu essen und ist entsprechend stark geschwächt. Das Spiel beginnt am Morgen des Tages, an dessen Abend die nächste Blutmesse abgehalten wird. Unsere erste Aufgabe im Spiel ist es daher, die örtliche Kräuterkundlerin Anca aufzusuchen und bei ihr medizinische Kräuter zu beschaffen, die den Zustand der Mutter bessern könnten.

Quests kosten Zeit

Während des Prologs macht uns das Spiel dabei vor allem mit dem speziellen Zeitfortschrittsfeature von The Blood of Dawnwalker vertraut. Das Voranschreiten von Tagen und Nächten spielt während des gesamten Abenteuers eine essenzielle Rolle. Dazu sind Tag und Nacht jeweils in acht Zeitsegmente unterteilt. Bei zentralen Aktivitäten, wie dem Abschließen von Quests, werden diese Segmente verbraucht. Jedoch nicht, wenn wir einfach nur durch die Gegend wandern und die Landschaft erkunden. Das Spiel macht immer sehr deutlich, welche Aktionen uns Zeit kosten werden.

Schon während des Prologs haben wir acht Zeitsegmente zur Verfügung, um uns bis zum Einbruch der Nacht mit dem System vertraut zu machen. Danach beginnt die Blutmesse. Nachdem wir also zu Hause aufgebrochen sind, um die wichtigen Kräuter zu besorgen, bekommen wir schnell den ersten Vorgeschmack, wie uns das Spiel dazu verleiten will, immer wieder Entscheidungen über den Umgang mit unserer Zeit zu treffen.

Wenn wir unseren Mitmenschen im Dorf wie diesem Schmied hier helfend zur Seite stehen, kostet uns das Zeit und der Tag schreitet weiter voran. Quelle: Bandai Namco Wenn wir unseren Mitmenschen im Dorf wie diesem Schmied hier helfend zur Seite stehen, kostet uns das Zeit und der Tag schreitet weiter voran. Entlang des Weges treffen wir unsere drei Geschwister, die von unserem Vater zum Fischen geschickt wurden. Sie haben jedoch gehört, dass am Fluss Wölfe ihr Unwesen treiben sollen. Wir können uns im Gespräch also dazu entscheiden, die drei zu begleiten, was uns ein Zeitsegment kosten wird. Auf dem Weg zum Ziel kommt es zu weiteren Gesprächen, besonders mit den beiden jungen Geschwistern. Hier haben wir die Wahl, die Kinder aufzufordern, sich zusammenzureißen, oder weitere Zeit zu opfern, um sie zu bespaßen.

Im Dorf begegnen uns noch eine ganze Reihe von solchen Gelegenheiten. Wir können einer alten Weberin helfen, ein gestohlenes Banner zu suchen, das sie im Auftrag der Vampire hergestellt hat. Für einen Bauern suchen wir nach einem entlaufenen Schwein. Diese Aufgaben sind im Grunde alle optional. Ob wir uns für die Belange unserer Mitbürger interessieren, liegt ganz bei uns. Bei dieser Überlegung müssen wir jedoch nicht nur den möglichen Zeitaufwand bedenken, sondern auch die möglichen Konsequenzen. Helfen wir zum Beispiel der Weberin nicht, ist ihr Schicksal bei den Vampiren vermutlich besiegelt.

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