Tastaturen: Makros und Marktübersicht

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Cooler Master CM Storm Trigger Z
Quelle: Cooler Master

Tastaturen für Spieler gibt es ab 20 Euro, mechanische Top-Modelle kosten teils das Zehnfache. Wir erklären, was eine mechanische Tastatur ausmacht und was Makros sind. Dazu bieten wir eine große Marktübersicht mit 50 Tastaturen bis 200 Euro.

Makro-Tasten

Wir kommen vor unserer Marktübersicht noch zu einem weiteren Themenbereich, der unabhängig von der Frage ist, welche Technik unter den Tasten steckt: Makros. Das Wort Makro stammt aus dem Griechischen und bedeutet groß - in Zusammenhang mit Computern ist damit quasi ein großer Zusammenhang gemeint, denn ein Makro ist eine Folge aus Befehlen.

Viele kleine Befehle ergeben ein großes Ganzes. Bei einigen Tastaturen gibt es die Möglichkeit, mit Hilfe der Tastatursoftware Makros einzuprogrammieren. Damit ist mehr gemeint als einfach nur eine bestimmte Taste mit einem einzigen Befehl zu belegen, um den Befehl schneller auszuführen. Also mehr als einfach nur das Starten des Standardmediaplayers über eine bestimmte Taste. Vielmehr geht es in der Tat um ganze Befehlsfolgen.

Asus Strix Tactic Pro Quelle: rog.asus.com Asus Strix Tactic Pro Beispiel: bei der Logitech G710+ gibt es sechs Makrotasten, die mit "G1" bis "G6" gekennzeichnet sind. Nehmen wir an, ihr müsst zum Wechseln von Nahkampf- auf Fernkampfwaffen in einem Rollenspiel erst das Inventar mit "I" aufrufen, dann mit "W" ins Waffenmenü und mit der Taste "C" zwischen Nah- und Fernkampset wechseln. Mit einem Makro könntet ihr nun die Tastenfolge I-W-C beispielsweise auf der Makrotaste G2 speichern. Drückt ihr also im Spiel G2, dann sendet die Tastatur diese Tastenfolge automatisch, so dass ihr mit weniger Mühe den Waffenwechsel initiieren könnt. Falls nötig, lassen sich bei vielen Tastaturen auch Zeitverzögerungen zwischen die Befehle einprogrammieren. Wenn beispielsweise das Öffnen des Inventars eine Sekunde dauert, dann kann es sein, dass der Buchstabenbefehl "W" gar nicht vom Spiel registriert wird, weil die Tastatur ihn sofort nach dem Buchstaben "I" sendet. Der Waffenwechsel würde scheitern.

Corsair Vengeance K65 Quelle: Corsair Corsair Vengeance K65 In diesem Fall kann man eine Pause von einer Sekunde ins Makro aufnehmen - und schon ist das Problem gelöst. Ein anderes Beispiel: ihr seid Magier und wendet immer wieder gerne eine bestimmte Abfolge von vier verschiedenen Zaubern an, die ihr normalerweise mit vier Zahlentasten einzeln aufruft. Pro Zauber braucht der Magier im Spiel aber jeweils zwei Sekunden, um ihn auszusprechen. Erst danach kann er den nächsten Zauber anwenden. Über eine Makrotaste könntet ihr die vier nötigen Zahlen und zwischen den Zahlen jeweils eine Pause von zwei Sekunden speichern und eure Lieblingszauberabfolge mit nur einem Tastendruck aufrufen. Manch eine Software lässt sogar zu, dass ihr Mausaktionen in Echtzeit aufzeichnet und über eine Makrotaste dann wieder abspielen könnt.

Per RGB sind unterschiedliche Beleuchtungsfarben selber einstellbar - hier eine Tesoro Excalibur Spectrum Quelle: Tesoro Per RGB sind unterschiedliche Beleuchtungsfarben selber einstellbar - hier eine Tesoro Excalibur Spectrum Wichtig bei Makros ist allerdings: vor allem in einigen Onlinespielen werden sie nicht gerne gesehen oder sind sogar verboten, denn natürlich könntet ihr euch durch ein Makro auch einen Vorteil erschaffen, indem ihr bestimmte Tasten- und Mausaktionen einprogrammiert, die ein Mensch normalerweise gar nicht in vergleichbar kurzer Zeit ausführen könnte.

Marktübersicht erster Teil: 16 Rubberdome-Modelle

Tastaturen gibt es wie Sand am Meer. Daher haben wir natürlich nicht sämtliche auf dem Markt erhältliche Tastaturen in unserer Marktübersicht, sondern einen breiten Querschnitt mit 50 Modellen, die sich eher an Gamer richten, vorbereitet. Bei den nicht-mechanischen Rubberdome-Tastaturen haben wir 16 Modelle zwischen 25 und 90 Euro herausgesucht, die meisten davon bieten auch programmierbare Tasten, und bis auf eine bieten alle auch beleuchtete Tasten. In der Spalte Beleuchtung steht das Kürzel RGB dafür, dass ihr die für die Farbtonentstehung verwendeten RGB-Werte (Rot-Grün-Blau) selber wählen und somit eine eigene Farbe kreieren könnt.

Modell prog.Tasten Breite Beleuchtung Preis ab
Sharkoon Skiller PRO ja 48,0 cm blau 25 Euro
Sharkoon Shark Zone K30 ja 48,5 cm weiß 30 Euro
Tt eSPORTS Challenger Prime ja 50,8 cm 3 Farben 30 Euro
Trust GXT 280 LED nein 46,6 cm 3 Farben 30 Euro
Speedlink Virtuis Advanced nein 54,7 cm rot 30 Euro
Speedlink Parthica Core nein 54,0 cm 3 Farben 40 Euro
Roccat Arvo Compact nein 39,0 cm keine 50 Euro
Corsair Raptor K30 ja 46,7 cm rot 50 Euro
Logitech G105 ja 48,0 cm blau 50 Euro
Genius Manticore ja 54,3 cm RGB 55 Euro
Tt eSPORTS Challenger Pro ja 50,5 cm rot 60 Euro
Corsair Raptor K40 ja 47,0 cm RGB 65 Euro
MadCatz Cyborg V.7 ja 53,0 cm RGB 70 Euro
Tt eSPORTS Challenger Ultimate ja 50,5 cm RGB 75 Euro
MadCatz S.T.R.I.K.E. 3 ja 50,9 cm RGB 80 Euro
Logitech G510s ja 55,7 cm RGB 90 Euro

Marktübersicht zweiter Teil: 34 mechanische Tastaturen

Unsere Auswahl an 34 mechanischen Tastaturen beginnt mit Preisen ab 60 Euro. Eine Beleuchtung ist durch die Bauart bedingt schwieriger und daher auch mit einem Aufpreis verbunden, so dass unter den mechanischen Tastaturen in unserer Übersicht viele ohne Beleuchtung auskommen müssen. Programmierbare Tasten lassen sich die Anbieter von mechanischen Modellen besonders teuer bezahlen: erst ab knapp 100 Euro geht es los. Bei Cooler Master haben wir aus Platzgründen den langen Herstellernamen weggelassen - ihr erkennt die Tastaturen aber daran, dass die Modellnamen mit "CM Storm" beginnen. Da es viele Tastaturmodelle mit mehreren Varianten bezüglich der Taster-Typen gibt, so dass man selber den gewünschten Taster-Typus aussuchen kann, haben wir die Infos über die verfügbaren Taster-Arten in einem eigenen Tabellenfeld eingetragen. Die Erklärung zu den Abkürzungen findet ihr unter der Tabelle.

Modell MX-Typ prog.Tasten Breite Beleuchtung Preis ab
Cherry MX-Board 3.0 Bk, Blu, Br, R nein 44,6 cm nein 60 Euro
Rapoo VPRO V700 KY nein 47,3 cm nein 70 Euro
Tesoro Durandal G1N Bk, Blu, Br, R nein 44,4 cm nein 70 Euro
QPAD MK-50 Bk, Blu, Br, R nein 44,8 cm nein 75 Euro
Tesoro Excalibur KBlu, KR, KBr nein 45,0 cm nein 75 Euro
Ozone Strike Pro R nein 44,1 cm nein 80 Euro
SteelSeries 6G v2 Bk nein 44,8 cm nein 80 Euro
CM Storm Quickfire Ultimate Br nein 45,4 cm rot oder weiß 80 Euro
Corsair Vengeance K65 compact R nein 35,6 cm nein 80 Euro
Tt eSPORTS Poseidon Z Illuminated KBr, KBlu nein 44,0 cm blau 80 Euro
CM Storm Quickfire TK R, Br nein 37,8 cm rot oder weiß 90 Euro
CM Storm Quickfire Rapid-I R, Br nein 35,9 cm weiß 90 Euro
QPAD MK-70 Pro R nein 44,8 cm blau 90 Euro
Razer BlackWidow Tournament Razer Green nein 36,3 cm nein 90 Euro
MadCatz STRIKE TE KBr ja 48,5 cm weiß 95 Euro
Logitech G710+ Br ja 50,8 cm weiß 95 Euro
Logitech G710 Blu ja 50,8 cm weiß 110 Euro
Tesoro Colada Saint G3NL Bk, Blu, Br, R nein 44,4 cm blau 100 Euro
Tt eSPORTS Poseidon Z Illuminated KBlu nein 44,0 cm RGB 110 Euro
Razer BlackWidow 2014 Razer Green nein 47,5 cm keine 110 Euro
QPAD MK-80 Pro Bk, Blu, Br, R nein 44,5 cm blau 110 Euro
Asus Echelon Bk nein 44,8 cm blau 110 Euro
Cm Storm Trigger Z Br ja 47,6 cm weiß 110 Euro
CM Storm MECH Blu ja 55,3 cm weiß 120 Euro
Corsair Strafe R, Br, Blu nein 44,8 cm rot 120 Euro
Razer BlackWidow Ultimate 2014 Razer Green nein 47,5 cm grün 120 Euro
Asus Strix Tactic Pro Bk ja 51,8 cm orange 130 Euro
Logitech G910 Orion Spark Romer-G ja 50,5 cm RGB 130 Euro
G.Skill RipJaws KM780 Br ja 51,8 cm rot 130 Euro
Roccat Ryos TKL Pro Illuminated Blu, Br nein 40,4 cm blau 140 Euro
Razer BlackWidow Ultimate Stealth Razer Orange nein 47,5 cm grün 140 Euro
Tesoro Excalibur Spectrum KBlu, KR nein 45,0 cm RGB 140 Euro
Corsair Strafe RGB R, Br nein 44,8 cm RGB 160 Euro
Corsair Gaming K95 RGB R, Br ja 50,2 cm RGB 190 Euro

MX-Typen: R = Red; Bk = Black; Blu = Blue; Br = Brown. Ein K als Anfangsbuchstabe bedeutet, dass die Tasten vom Hersteller Kailh stammen. KY steht für Kailh Yellow. Der Romer-G (verwendet bei der Logitech G910 Orion Spark) ist am ehesten mit den MX-Brown zu vergleichen: taktil, aber ohne Klicken.

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  1. Seite 1 Tastaturen: mechanische Tastaturen
  2. Seite 2 Tastaturen: Makros und Marktübersicht
    • Kommentare (25)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von Cicero
        Das ist ja genau der Punkt. Mechannische Tastaturen gab es VOR den Rubberdom- Keyboards. Wären diese also signifikant besser gewesen als ihre Nachfolger, wäre man doch dabei geblieben, oder?
        Jein - die früheren guten mechanischen waren wohl einfach damals VIEL "zu teuer" für die damaligen Gamer, und je nach Bauweise sind die sogar oft früh kaputtgegangen - da waren Rubberdomes dann sogar am Ende oft viel haltbarer und boten zudem noch für Gamer Features wie Zusatztasten und Beleuchtung, was bei mechas damals kaum oder gar nicht vorhanden war. Es sprangen bei manchen mechanischen sogar teils einfach Federn raus, oder eine kleine Plastikkonstruktion gab nach usw. - denn die mechanischen damals hatten nicht durchgehend, so wie heute, eine in sich abgeriegelte Cherry-MX-Mechanik (der "Taster" ist ja an sich eine kleine Box, siehe hier CHERRY - MX Technologie klick mal rechts auf diese Punkte, der mittlere "Gehäuse-Oberteil" zeigt das besonders gut), sondern da war oft z.B. ein Hebel, auf dem erst eine Feder saß und darauf dann die Taste, oder was ich mal hatte war sogar eine Art filigranes Trapez mit einer Feder drin, da waren mir nach 8 Monaten schon 3 Tasten flöten gegangen, weil das Plastik an einer Stelle brach bei intensivem Gaming - bei einer 60€-Tastatur... es gab also oft auch neben den Cherry-MX-Versionen eine "offene", viel anfälligere (auch für Dreck) Konstruktion.

        Zudem, und das ist dann grad für Gamer vielleicht sogar der Hauptgrund, war Onlinegaming damals, bevor die Rubberdomes richtig aufkamen, bei weitem noch kein Massenphänomen - d.h. da war es schlicht und einfach bei weitem noch nicht so "wichtig", welche Tastatur man hat, und die paar "Pro-Gamer", die vlt. den Vorteil doch schon früh erkannten, hat man als Normaluser halt noch gar nicht wahrgenommen, zumindest nicht deren Hardware.

        Da war damals einfach der Vorteil "günstige Tastatur mit relativ langer Haltbarkeit" so groß, dass die mechanischen Tastaturen quasi in Vergessenheit gerieten. Erst ein paar wenige Hardcore-Gaming/Hardware-Freaks (Korea war da AFAIK wg. deren gesellschaftlich fast schon wie ein Volkssport akzeptierten eSports-Ligen ein Vorreiter) sorgten dann dafür, dass man sich wieder mal mit mechanischen Modellen beschäftigte und mehr und mehr Gamer aus Europa, die Pro oder Semi-Pro spielen, so eine Tastatur anschafften, und das sprach sich dann - auch dank mehr Aufmerksamkeit für den eSport und immer mehr Internetkommunikation - wie ein Lauffeuer rum. Dazu kam noch, dass "Gamer", auch auf Hobbyniveau, in der Zwischenzeit auch bereit waren, deutlich mehr zu zahlen selbst für minimale (eventuelle) Vorteile, eben weil Onlinegaming auch viel wichtiger geworden ist. Vor 10-15 Jahren zB hätte kaum jemand für Lautsprecher oder Kopfhörer mehr als 30-50€ ausgegeben, heute geben viele gerne das doppelte oder dreifache aus. Oder auch Mäuse: bei den beliebtesten Gamingmodellen hast du meist 60-80€. vor 10-12 Jahren waren es noch eher 30-40€ maximal.

        Erst die neuen Rahmenbedingungen und mehr Ausmerksamkeit auch für eSport sorgte dann für den neuen Trend, den die Hersteller dann auch bedien(t)en. Und der Trend betrifft eben auch nur die Bauweise mit der in sich abgeriegelten, auch für Dreck beinah komplett unanfälligen Bauweise Cherry-MX.

        Also, ich hab da jetzt keine Doktorarbeit drüber gelesen oder so :D aber das ist das, was ich dazu im Laufe der Zeit verfolgt hab und was auch einfach logisch hergeleitet Sinn ergibt. Es ja auf keinen Einbildung, dass es "Unterschiede" gibt - die Frage ist nur, ob die so groß sind, dass es sich lohnt. Ich merke aber definitiv einen klaren Unterschied, wenn ich meine 30€-Kabellose Tastatur (wenn ich mal vom Sofa aus auf meinem LCD spiele) oder die vom Laptop oder die am PC meines Vaters für 15€ benutze. Es kann sein, dass eine teure Rubberdome dann eben so gut wäre, aber mit meiner G710+ bin ich so zufrieden wie noch nie, und ich hatte schon viele andere Tastaturen in den letzten 15-20 Jahren zwischen 20 und 60, vlt auch 80€

        Zitat

        Bei den Monitoren, um bei deinem Beispiel zu bleiben, ist eine kontinuierliche Verbesserung nachweislich vorhanden. Bei den Keyboards hat man im Prinzip einen Schritt zurück gemacht (hier: im wörtlichen Sinne und nicht im Sinne von "schlechter" ).
        jo, das war aber eben in dem Fall auch und vor allem wegen des Preises und nicht, weil man damals sagte "die Rubberdomes sind definitiv besser" ;) Es war nur das Preis-Leistungsverhältnis so viel besser, dass man auch mit den damaligen Anforderungen meist sagte, dass eine ordentliche Rubberdome das bessere Paket bietet. Bei Monitoren zB hätte es auch passieren können, dass die IPS-Panel-Modelle vom Markt verschwinden, weil die TN-Panels billiger und schneller sind. Aber man hielt an IPS fest, auch weil es genug Nicht-Gamer gab, die das im Schnitt bessere Bild schätzen und weil man IPS auch bei Tablets, TVs und Smartphones nutzt, hat die Panels dann weiterentwickelt, und nun kann man die so günstig herstellen inkl. guter Gaming-Eignung, dass der Aufpreis nur noch gering ist (10% vielleicht) und IPS inzwischen immer beliebter wird.
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von Cicero
        Das ist ja genau der Punkt. Mechannische Tastaturen gab es VOR den Rubberdom- Keyboards. Wären diese also signifikant besser gewesen als ihre Nachfolger, wäre man doch dabei geblieben, oder?
        Jein - die früheren guten mechanischen waren wohl einfach damals VIEL "zu teuer" für die damaligen Gamer, und je nach Bauweise sind die sogar oft früh kaputtgegangen - da waren Rubberdomes dann sogar am Ende oft viel haltbarer und boten zudem noch für Gamer Features wie Zusatztasten und Beleuchtung, was bei mechas damals kaum oder gar nicht vorhanden war. Es sprangen bei manchen mechanischen sogar teils einfach Federn raus, oder eine kleine Plastikkonstruktion gab nach usw. - denn die mechanischen damals hatten nicht durchgehend, so wie heute, eine in sich abgeriegelte Cherry-MX-Mechanik (der "Taster" ist ja an sich eine kleine Box, siehe hier CHERRY - MX Technologie klick mal rechts auf diese Punkte, der mittlere "Gehäuse-Oberteil" zeigt das besonders gut), sondern da war oft z.B. ein Hebel, auf dem erst eine Feder saß und darauf dann die Taste, oder was ich mal hatte war sogar eine Art filigranes Trapez mit einer Feder drin, da waren mir nach 8 Monaten schon 3 Tasten flöten gegangen, weil das Plastik an einer Stelle brach bei intensivem Gaming - bei einer 60€-Tastatur... es gab also oft auch neben den Cherry-MX-Versionen eine "offene", viel anfälligere (auch für Dreck) Konstruktion.

        Zudem, und das ist dann grad für Gamer vielleicht sogar der Hauptgrund, war Onlinegaming damals, bevor die Rubberdomes richtig aufkamen, bei weitem noch kein Massenphänomen - d.h. da war es schlicht und einfach bei weitem noch nicht so "wichtig", welche Tastatur man hat, und die paar "Pro-Gamer", die vlt. den Vorteil doch schon früh erkannten, hat man als Normaluser halt noch gar nicht wahrgenommen, zumindest nicht deren Hardware.

        Da war damals einfach der Vorteil "günstige Tastatur mit relativ langer Haltbarkeit" so groß, dass die mechanischen Tastaturen quasi in Vergessenheit gerieten. Erst ein paar wenige Hardcore-Gaming/Hardware-Freaks (Korea war da AFAIK wg. deren gesellschaftlich fast schon wie ein Volkssport akzeptierten eSports-Ligen ein Vorreiter) sorgten dann dafür, dass man sich wieder mal mit mechanischen Modellen beschäftigte und mehr und mehr Gamer aus Europa, die Pro oder Semi-Pro spielen, so eine Tastatur anschafften, und das sprach sich dann - auch dank mehr Aufmerksamkeit für den eSport und immer mehr Internetkommunikation - wie ein Lauffeuer rum. Dazu kam noch, dass "Gamer", auch auf Hobbyniveau, in der Zwischenzeit auch bereit waren, deutlich mehr zu zahlen selbst für minimale (eventuelle) Vorteile, eben weil Onlinegaming auch viel wichtiger geworden ist. Vor 10-15 Jahren zB hätte kaum jemand für Lautsprecher oder Kopfhörer mehr als 30-50€ ausgegeben, heute geben viele gerne das doppelte oder dreifache aus. Oder auch Mäuse: bei den beliebtesten Gamingmodellen hast du meist 60-80€. vor 10-12 Jahren waren es noch eher 30-40€ maximal.

        Erst die neuen Rahmenbedingungen und mehr Ausmerksamkeit auch für eSport sorgte dann für den neuen Trend, den die Hersteller dann auch bedien(t)en. Und der Trend betrifft eben auch nur die Bauweise mit der in sich abgeriegelten, auch für Dreck beinah komplett unanfälligen Bauweise Cherry-MX.

        Also, ich hab da jetzt keine Doktorarbeit drüber gelesen oder so :D aber das ist das, was ich dazu im Laufe der Zeit verfolgt hab und was auch einfach logisch hergeleitet Sinn ergibt. Es ja auf keinen Einbildung, dass es "Unterschiede" gibt - die Frage ist nur, ob die so groß sind, dass es sich lohnt. Ich merke aber definitiv einen klaren Unterschied, wenn ich meine 30€-Kabellose Tastatur (wenn ich mal vom Sofa aus auf meinem LCD spiele) oder die vom Laptop oder die am PC meines Vaters für 15€ benutze. Es kann sein, dass eine teure Rubberdome dann eben so gut wäre, aber mit meiner G710+ bin ich so zufrieden wie noch nie, und ich hatte schon viele andere Tastaturen in den letzten 15-20 Jahren zwischen 20 und 60, vlt auch 80€

        Zitat

        Bei den Monitoren, um bei deinem Beispiel zu bleiben, ist eine kontinuierliche Verbesserung nachweislich vorhanden. Bei den Keyboards hat man im Prinzip einen Schritt zurück gemacht (hier: im wörtlichen Sinne und nicht im Sinne von "schlechter" ).
        jo, das war aber eben in dem Fall auch und vor allem wegen des Preises und nicht, weil man damals sagte "die Rubberdomes sind definitiv besser" ;) Es war nur das Preis-Leistungsverhältnis so viel besser, dass man auch mit den damaligen Anforderungen meist sagte, dass eine ordentliche Rubberdome das bessere Paket bietet. Bei Monitoren zB hätte es auch passieren können, dass die IPS-Panel-Modelle vom Markt verschwinden, weil die TN-Panels billiger und schneller sind. Aber man hielt an IPS fest, auch weil es genug Nicht-Gamer gab, die das im Schnitt bessere Bild schätzen und weil man IPS auch bei Tablets, TVs und Smartphones nutzt, hat die Panels dann weiterentwickelt, und nun kann man die so günstig herstellen inkl. guter Gaming-Eignung, dass der Aufpreis nur noch gering ist (10% vielleicht) und IPS inzwischen immer beliebter wird.
      • Von Cicero Hobby-Spieler/in
        Zitat von Herbboy
        Dass man früher auch mit Rubberdomes nicht "gemeckert" hat ist aber kein Argument, denn die haben ja "funktioniert", und wenn man nicht weiß, dass es "besser" ginge, hat man natürlich nichts zu beanstanden. Aber wenn dann was auf der Bühne erscheint, bei dem man merkt, dass es vlt doch besser ist, steigt man natürlich um (wenn es einem den Preis wert ist).
        Das ist ja genau der Punkt. Mechannische Tastaturen gab es VOR den Rubberdom- Keyboards. Wären diese also signifikant besser gewesen als ihre Nachfolger, wäre man doch dabei geblieben, oder? Bei den Monitoren, um bei deinem Beispiel zu bleiben, ist eine kontinuierliche Verbesserung nachweislich vorhanden. Bei den Keyboards hat man im Prinzip einen Schritt zurück gemacht (hier: im wörtlichen Sinne und nicht im Sinne von "schlechter" ).
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von Cicero
        Guter Artikel. Wobei ich beim Thema Tastatur sagen muss: Wir Gamer werden hier ganz schön gemolken....

        Ich benutze schon seit Jahrzehnten mechanische und "normale"- Tastaturen. Gleichzeitig oder im Wechsel, privat und beruflich.

        Ich kann das also sehr gut beurteilen und ganz ehrlich: eigentlich ist es völlig unerheblich und nur subjektiv, welche Tastatur man benutzt. Druckpunkt, Auslösepunkt, etc. sind alles Dinge, an die man sich subjektiv gewöhnt und nicht wirklich objektiv Vorteile bringen. Gerade auch beim Gamern. Im eSport nutzte man jahrelang Rubberdom- Technik, ohne das Spieler dadurch den Eindruck hatten, "schlecht" zu spielen. Das Gefühl, dass Spiele mit mechanischen Tastaturen "direkter" reagieren ist rein subjektiv und dürfte sich aktiv wirklich nur bei einem Bruchteil der Spieler bemerkbar machen. Drücke ich eine Taste, braucht das Signal XY- Milisekunden, um zu reagieren bzw. verarbeitet zu werden. Völlig egal, welche Technik da vorangebaut ist. Zumal sich alle Zeiten in Dimensionen bewegen, die noch nicht einmal einem Wimpernschlag entsprechen.
        im Profibereich vor allem Tipp-intensiven Games wie Starcraft kann so was halt schon wirklich den Ausschlag geben. Für 95% der Gamer wird es aber eher keinen echten Unterschied machen - aber trotzdem: ich hab inzwischen auch eine mechanische, und mit der kann ich definitiv "intuitiver" tippen als mit all meinen vorigen Rubberdomes, und da hatte ich schon einige zwischen 20 bis 60 Euro. Ich hab eine mit den MX-Browns, und man merkt halt wirklich dieses Feedback, so dass man die Taste nie ganz runterdrücken muss und trotzdem weiß, dass man "gedrückt" hat. Das ist dann halt nach einer Gewöhnungsphase einfach nur unterbewusst.

        Dass man früher auch mit Rubberdomes nicht "gemeckert" hat ist aber kein Argument, denn die haben ja "funktioniert", und wenn man nicht weiß, dass es "besser" ginge, hat man natürlich nichts zu beanstanden. Aber wenn dann was auf der Bühne erscheint, bei dem man merkt, dass es vlt doch besser ist, steigt man natürlich um (wenn es einem den Preis wert ist). z.B. bei alten Monitoren hatte man Schliereneffekte - DA hat jeder gemeckert, weil das spürbare Nachteile waren, und als die Monitore dann vor 5-6 Jahren durchweg schnell genug waren, da waren an sich alle zufrieden. Und dann kamen "plötzlich" Monitore mit 120/144Hz, und man merkte, dass es noch besser geht (die Monitore bringen ein "smootheres" Spieleerlebnis). Genau so war/ist es halt auch mit Rubberdome vs. mechanisch.

        Wobei es am Ende aber in der Tat auch etliche Nutzer gibt, die nur MEINEN, dass es nun "besser" sei - aber allein dieses Plus an "Selbstvertrauen" kann dann halt schon in manchen Games dafür sorgen, dass man "besser" spielt ;) ICH spiele eh Spiele, bei denen es sicher nicht drauf ankommt, mehrere Tastenbefehle ganz schnell einzugeben. Selbst bei Shootern: da sind auf einem "Hobbygamer"-Niveau sicher von der Gesamtdauer, bis man zB nach links ausweicht per Taste A, 90% pure Reaktionszeit, bis man überhaupt die Entscheidung zum Drücken von A trifft, und nur 10% sind der eigentliche Tastendruck, und wenn DER dann 10% schneller geht, hat man vlt am Ende 1% Vorteil... da sind ja die Pingschwankungen schon 10 Mal entscheidender, und selbst die sind lachhaft ;)
      • Von Cicero Hobby-Spieler/in
        Guter Artikel. Wobei ich beim Thema Tastatur sagen muss: Wir Gamer werden hier ganz schön gemolken....

        Ich benutze schon seit Jahrzehnten mechanische und "normale"- Tastaturen. Gleichzeitig oder im Wechsel, privat und beruflich.

        Ich kann das also sehr gut beurteilen und ganz ehrlich: eigentlich ist es völlig unerheblich und nur subjektiv, welche Tastatur man benutzt. Druckpunkt, Auslösepunkt, etc. sind alles Dinge, an die man sich subjektiv gewöhnt und nicht wirklich objektiv Vorteile bringen. Gerade auch beim Gamern. Im eSport nutzte man jahrelang Rubberdom- Technik, ohne das Spieler dadurch den Eindruck hatten, "schlecht" zu spielen. Das Gefühl, dass Spiele mit mechanischen Tastaturen "direkter" reagieren ist rein subjektiv und dürfte sich aktiv wirklich nur bei einem Bruchteil der Spieler bemerkbar machen. Drücke ich eine Taste, braucht das Signal XY- Milisekunden, um zu reagieren bzw. verarbeitet zu werden. Völlig egal, welche Technik da vorangebaut ist. Zumal sich alle Zeiten in Dimensionen bewegen, die noch nicht einmal einem Wimpernschlag entsprechen.

        Ich nutze zum Spielen selbst eine mechanische Tastatur. Subjektiv empfinde ich es einfach angenehmer, auch wenn mich das laute Klicken stört. Objektiv bin ich aber durch die Tastatur kein besserer Spieler, egal in welchem Spiel.

        Gaming- Hersteller haben halt eine alte Technik "wiederentdeckt" und schlachten diese marketingtechnisch nun sehr gut aus- mit dem entsprechenden Preis dahinter. Sie sponsoren eSports Events und Youtube- Kanäle um uns Spieler zu sagen: Hey, das braucht ihr unbedingt, um eine Chance gegen andere zu habe! Was völliger Quark ist. Das Gleiche kann man auch übrigens sehr gut bei den Mäusen beobachten. Hier übertrumpfen sich ja die Hersteller mit dpi- Zahlen....
      • Von Seekz Stille/r Leser/in
        Zitat von Herbboy
        Ich hab mal bei zB Geizhals.de/at geschaut, da steht nur was von "Multimediatasten" - das wäre was anderes als "programmierbar". die MM-Tasten kannst du normalerweise mit EINEM Befehl belegen, also Zb MM-Taste Nr.2 startet den Browser, Taste Nr.3 öffnet den Ordner mit den MP3s oder so. Das wäre dann durchaus "programmierbar", aber du kannst da keine Makros, also keine ganzen Befehlsketten eingeben oder "aufnehmen". Es kann natürlich sein, dass die Tastatur das doch kann, es aber aus den Angaben des Herstellers nicht genau genug hervorgeht ^^
        Ah okay, dachte, dass es die Aufnahme von Makros impliziert. Wollte mir die schon kaufen. Aber hab mich eh dagegen entschieden ,da ich mir ne Maus mit Makrofunktionen gekauft habe, da bleib ich dann erstmal bei meiner alten Cherry-Tastatur :)
        Danke aber für den Hinweis!
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