Supreme Commander
Zeitalter der Imperien
Solche Einblendungen informieren Sie während einer Mission über eventuelle Geschehnisse. Der Button darunter erklärt die jeweiligen Missionsziele.
Die taktischen Vorteile liegen auf der Hand: effizientere Rohstoffnutzung und bessere Einheiten, schließlich gekrönt von den sogenannten experimentellen Einheiten. Der Wettlauf um diese außerordentlich starken Spezial-einheiten, das Hochrüsten der eigenen Armee auf wahrhaft riesige Ausmaße von mehreren Hundert Vehikeln machen einen großen Reiz des Spiels aus.
Nebst diesem Faible für Megalomanie zeichnet sich Supreme Commander im Einzel- wie im Mehrspielermodus dadurch aus, dass es ein enorm strategisches Vorgehen erfordert. Oft beißen Sie sich mit mehreren wechselnden Einheitenkombinationen von verschiedenen Seiten aus die Zähne aus, bis Sie das Verteidigungsbollwerk des Gegners endlich geknackt haben. Umgekehrt bestraft die künstliche Intelligenz - im freien Spiel sind Strategien wie Rush-Taktik oder eine langsam aufbauende KI wählbar - sofort für vernachlässigte Verteidigungseinrichtungen.
Tatsächlich sind die strategischen Möglichkeiten beachtlich. Jede Einheit besitzt dedizierte Vor- und Nachteile, der Unterschied unterschiedlicher Technologiestufen macht sich sofort bemerkbar. Ganz klar: Wer schwere Kost mag, wird an Supreme Commander seine Freude haben. Wenig Spaß dagegen bereitet es, wenn die Wegfindung bei großen Gruppen (noch) versagt und sich komplette Einheitenverbände standhaft Angriffsbefehlen widersetzen. Ist ja auch viel bequemer, den befreundeten Maschinen beim Zerbröseln zuzuschauen.
Noch manch anderes ist derzeit suboptimal: Die Performance sackt nach einer Weile grundsätzlich in den Diashow-Bereich ab. Wegen dieser und anderer Mängel am Spiel wurde die Vergabe eines endgültigen Testurteils durch THQ untersagt.
Imperium im Krieg
Die experimentellen Einheiten sind optisch wie kämpferisch sehr eigenständig. Hier: der Spinnenbot Monkeylord.
Nanu, der Artikel ist schon fast zu Ende und die Geschichte der Einzelspielerkampagne wurde noch nicht erwähnt? Das hat einen recht simplen Grund: Im Verhältnis zum Rest des Spiels ist sie sehr unspektakulär ausgefallen: Die Menschheit ist mit Quantenforschung in fremde Galaxien vorgedrungen, hat dabei aber mal wieder allerlei Unheil angerichtet. So wurde eine etwas esoterische Alien-Fraktion nach kurzer Diskussion einfach eliminiert - die Anhänger der Verblichenen und ihrer philosophischen Einstellung, die Aeon, sind nun verständlicherweise wenig kooperativ.
Aufgrund der harten Hand, mit welcher die United Earth Federation vom Mutterplaneten aus ihr Impe-rium führt, haben Sie es außerdem mit den aufmüpfigen Cybran-Rebellen zu tun.
Gut: Jede der drei Fraktionen spielt sich anders, hat andere Vorzüge und Einheiten, in welche Sie die Kampagne gut einführt. Nicht so gut: Obwohl die Mühe, abwechslungsreiche Missionen mit einer schmückenden Geschichte zu erschaffen, dem Programm anzumerken ist - es hat nicht geklappt. Zwar gibt es Sekundärziele, Ihre Aufgaben ändern sich im Laufe der Missio-nen aber und dramatische Einblendungen treiben die Story voran.
Das alles erinnert nicht nur an eine ganze Bastion -Science--Fiction-Klischees, es wurde auch schon vor fast zehn Jahren von Starcraft besser gemacht. Für eine wirklich nahe gehende Story sind die Charaktere zu einseitig, die Missionen gleichen einander zu sehr und die Wendungen der Geschichte sind zu vorhersehbar.
Parallelwelt
Das Schlachtgetümmel hinterlässt auf der Landschaft eindeutige Spuren, was zur etwas martialischen Atmosphäre beiträgt.
Insgesamt vermittelt zwar jede Mission eindrucksvoll das Gefühl, auf einem riesigen Kriegsschauplatz zu sein, bietet aber langfristig zu wenig fesselnde Momente. Ein weiterer Grund für das spröde Gesamtbild von Supreme Commander: Auf dem Schlachtfeld schallt die ganze Zeit sehr eintönige Musik aus den Boxen und alle Einheiten melden sich grundsätzlich nur mit einem kurzen maschinellen Sound. Das Gefühl, echte Personen zu steuern, entsteht dabei selbstredend nicht. Auch die Drei- und Vierecke tragen wenig zur Charakterbildung Ihrer Einheiten bei.
Natürlich: Das ist so gewollt. Denn Supreme Commander richtet sich primär an Profi-Kommandeure, die mit der ganzen Macht des Interfaces furchteinflößende Truppenmassen kontrollieren wollen. Wie im inoffiziellen Vorgänger Total Annihilation springt dabei der Funke zwar reichlich auf dem Schlachtfeld, jedoch nicht zwangsweise auf den Spieler über.
Wer die Kampagne in erster Linie als Mehrspieler-Übungsplatz begreift, stört sich daran freilich nicht. Was dieser taugt und welche Wertung der Einzelspielermodus erhält, erfahren Sie zum Release online und in der nächsten PC Games.
