Subnautica 2 durchgespielt: Kein Wunder, dass Krafton Angst vor dem Early Access hatte
Nach Rechtsstreit und Verschiebung ist Subnautica 2 endlich in den Early Access gestartet. Wir haben die Story durchgespielt und klären, wie sehr das Spiel unter der Krise gelitten hat.
Mit Subnautica 2 steht heute der heiß ersehnte Early-Access-Release des am meisten gewünschten Spiels auf Steam an. Schon viele Jahre warten Fans auf den richtigen Nachfolger, nachdem Subnautica: Below Zero zwar gut ankam, aber nicht ganz an den herausragenden ersten Teil anknüpfen konnte. Und zu denen zähle auch ich, der das erste Subnautica schon drei Mal durchgespielt hat und auch Below Zero mochte - wenn auch mit Abstrichen. Doch die ganze Vorfreude rund um Subnautica 2 wurde durch den Rechtsstreit-Skandal zwischen Entwickler Unknown Worlds und der Muttergesellschaft Krafton in den Schatten gestellt.
Entsprechend war die Sorge in der Community groß: Wie stark hat sich diese Krise auf die Entwicklung des Spiels ausgewirkt? Ging es den Entwicklern in erster Linie darum, den Early-Access-Start so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen, um einen fetten Bonus von 250 Mio Dollar einzustreichen? Hat Krafton alles Mögliche dagegen unternommen, weil sie Angst hatten, es könnte wirklich zu dieser Zahlung kommen, aber das Spiel würde darunter leiden? Wenn ihr mehr zu den Hintergründen wissen wollt, und wie sich das auch weiterhin aufs Spiel auswirken könnte, empfehle ich euch unsere jüngste Reportage dazu. In diesem Early-Access-Check kläre ich dagegen, ob die Qualität wirklich darunter gelitten hat und was Subnautica 2 aktuell zu bieten hat.
In diesem Artikel
Alte Stärken und behutsame Anpassungen
Direkt zu Beginn möchte ich gleich eine Entwarnung geben: Ich habe die bisher vorhandene Story durchgespielt und auch sonst beinahe alles aus dem Early Access rausgeholt, was drinsteckt. Und es fühlt sich absolut nicht nach einem gehetzten, unfertigen Schuss aus der Hüfte an. Ganz im Gegenteil, ich habe mich als Kenner der Reihe direkt abgeholt gefühlt und wurde sofort wieder reingezogen.
Und das sogar noch besser als im ersten Teil. Denn während mich auch Subnautica 2 wieder kein bisschen an die Hand nimmt, mir keine direkten Ziele gibt oder mich mit Kartenmarkierungen vollkleistert (eine Karte gibt's übrigens erneut gar nicht), zieht die Story dieses Mal viel schneller an. Wieder muss ich auf einem fremden Alienplaneten überleben und herausfinden, was zum Henker hier auf Proteus eigentlich passiert ist.
Typisch für die Reihe passiert das durch die Erkundung von verlassenen Basen der vorherigen Kolonisten, Raumschiffwracks und Ruinen. Dort finde ich Logbucheinträge, die bis auf wenige Ausnahmen bereits alle auf Englisch vertont sind, während das komplette Spiel über deutsche Texte verfügt. Dabei wandern die Entwickler erfolgreich auf einem schmalen Grat zwischen mehr von dem, was den ersten Teil ausgemacht hat, und behutsamen Neuerungen und Anpassungen.
Bilder aus dem Early Access von Subnautica 2
Die Handlung spoilerfrei
Zum Beispiel spielt auch diesmal ein mysteriöser Virus eine wichtige Rolle und auch dieses Mal scheint man die einzige überlebende Person zu sein. Gleichzeitig unterscheidet sich die Situation aber auch von der auf 4546B aus den letzten zwei Spielen. Vor einem selbst sind viel mehr Kolonisten lebend angekommen und haben versucht, zu überleben. Daher stößt man viel schneller auf Überreste, die man nach nützlichen Blaupausen und zurückgelassenen Rohstoffen durchsuchen kann.
Und natürlich auch auf Hinweise, um die Handlung zusammenzupuzzeln. Was hat es mit dem riesigen baumartigen Gebilde am Horizont auf sich? Wieso sehen die Basen aus, als wären sie schon lange verwaist? Haben die Aliens aus den Vorgängern auch auf diesem Planeten existiert? Und wieso will mich gefühlt schon wieder alles auf diesem Planeten töten?
Antworten auf diese und weitere Fragen muss ich mir wieder selbst beschaffen, indem ich Logbucheinträge der Kolonisten abhöre, mit NoA, einer KI von meinem Auftraggeber Alterra, spreche und Hinweise in Ruinen untersuche. Die bisher vorhandene Story zeichnet bereits ein gewisses Bild, lässt gleichzeitig aber noch viel Raum für Spekulation. Und vor allem macht sie Lust auf mehr.
Quelle: PC Games
Die bisher vielversprechende Handlung wird erneut passiv erzählt. Das heißt, es liegt an euch, Logbucheinträge zu finden und die Geschehnisse zusammenzupuzzeln.
Sinnvolle Verbesserungen
Trotz einigen Parallelen fühlt sich Subnautica 2 aber auch für Kenner der Vorgänger frisch genug an. Schließlich wird man auf einen völlig neuen Planeten geworfen mit komplett neuer Flora und Fauna, einem neuen Mysterium, das es zu lösen gilt, und auch zahlreichen neuen Werkzeugen und Baumöglichkeiten.
Dabei gehen die Entwickler konsequent viele der größten Kritikpunkte aus den Vorgängern an, die vor allem in viele Komfortverbesserungen münden. So ist endlich das Glücksspiel vorbei, welche Rohstoffe man in der Welt findet. Kupfer, Silber, Titan und so weiter sieht man jetzt direkt in der Umgebung und muss kein Sediment-Lotto mehr spielen. Produktionsgeräte wie der Fabrikator oder das Bauwerkzeug bedienen sich automatisch aus allen Behältern in der Basis.
Identische Rohstoffe kann man mit einem Klick aus dem Inventar in Behälter wuppen und umgekehrt. Clever ist auch, dass jetzt nicht mehr so gut wie alles nur am Fabrikator hergestellt werden muss, weshalb man nicht mehr ganz so viel vor dem Ding rumsteht. Gleiches gilt auch für den Abbau von Rohstoffen, was viel effizienter geht als zu Zeiten vom Krebs mit Bohrarm.
Nur eine Sache ist wie immer: Stapeln darf man Gegenstände gleicher Art immer noch nicht und das Inventar ist bewusst begrenzt gehalten. Wobei es diesmal Upgrades gibt, mit denen man dauerhaft mehr schleppen oder mehr Items in der Schnellauswahl haben kann. Wo ihr die Upgrades findet, erfahrt ihr übrigens in unserer praktischen Lösung. Auf der nächsten Seite erfahrt ihr, wie der Koop-Modus ist und ob er die Einzelspielererfahrung beeinträchtigt, sowie alles zu Umfang und Qualität des Early Access.

Eventuell kommt es bei der YouTube / Twitch Kompression nicht ganz so rüber aber die Schatten, Spiegelungen, Partikel,... sollten schon eine Nummer besser sein. (Hab aber auch nur Videos gesehen)
Oder meintest du den Grafik Stil, den finde ich auch sehr ähnlich.
Der etwas knuffige Stil gefällt mir persönlich aber sehr gut. Muss nicht realistisch aussehen.