Was passiert jetzt mit Subnautica 2?
Subnautica 2 steht vor seinem größten Kurswechsel: Millionenboni, Publisher-Druck und die Entlassung der Gründer stellen die Zukunft des Spiels auf die Probe. Wir fassen die gesamte Schlammschlacht zusammen.
Als Begründung nennt die neue Studioleitung den Wunsch, dem Spiel zusätzliche Inhalte zu spendieren - darunter weitere Biome, Kreaturen, Fahrzeuge und Werkzeuge. An der Ausrichtung oder dem Team selbst solle sich hingegen nichts ändern. Um die Fans zu besänftigen, veröffentlichte das Studio gleichzeitig einen neuen Trailer mit frischem Gameplay und spannenden Einblicken in die überarbeitete Spielwelt. Ein Versuch, die Wogen mit den Fans zu glätten - doch für das Entwicklerteam ändert das nichts.
Was passiert jetzt mit Subnautica 2?
Und wie geht es jetzt weiter? Die Subnautica-Fans lassen sich vom neuen Trailer offenbar nicht besänftigen. In den sozialen Netzwerken mehren sich Boykottaufrufe, und bereits jetzt formieren sich Gruppen mit dem Ziel, das Spiel zum Release durch gezieltes Review-Bombing auf Steam abzustrafen. Zwar bleibt der Launch noch abzuwarten, doch die Stimmung kippt zusehends. Auch der Aufruf, Subnautica 2 von der eigenen Wunschliste zu entfernen, hat bislang kaum Wirkung gezeigt - das Spiel hält sich nach wie vor hartnäckig auf Platz 2 der Steam-Wishlist-Charts.
Krafton beteuert derweil weiterhin, dass die Verschiebung rein inhaltliche Gründe habe und nichts mit dem Bonus zu tun habe. Man wolle den Spielern schlicht mehr Content für den Early Access bieten. Für zusätzlichen Zündstoff sorgte allerdings ein geleaktes internes Dokument, das detaillierte Meilensteine der Entwicklung auflistet - inklusive einer bemerkenswert präzisen Aufschlüsselung, welche Inhalte für den Early Access gestrichen wurden. Ein auffällig scharfer Fokus auf gestrichene Features, der in der Community neue Spekulationen befeuerte.
Krafton reagierte darauf mit einem ungewöhnlichen Schritt - zumindest für einen Publisher, dessen interne Dokumente geleakt wurden: Sie bestätigten die Echtheit des Materials ohne Umschweife. Wörtlich hieß es: "In Anbetracht dieser Umstände hat Krafton entschieden, dass eine transparente Kommunikation notwendig ist und die Echtheit des Dokuments bestätigt."
Laut dem Leak wurden für den geplanten Early Access unter anderem zwei Biome, eine Art Leviathan, verschiedene Kreaturen, mehrere Werkzeuge, rund sechs Stunden narrativer Inhalt sowie die Möglichkeit zur Charakteranpassung gestrichen. Dennoch, so betont auch Charlie Cleveland, wäre das Spiel trotz dieser Kürzungen bereit für den Early Access gewesen - was seine Aussagen im Nachhinein untermauert.
Während die Fans weiter um das Spiel bangen, kämpfen die einstigen Köpfe hinter Subnautica nun auf ganz anderer Ebene: Charlie Cleveland, Max McGuire und Ted Gill wollen Krafton verklagen. Was einst als leidenschaftliches Herzensprojekt begann, ist in einem juristischen Streit gestrandet. Die Schlammschlacht ist noch lange nicht vorbei - und was davon am Ende übrigbleibt, ist ungewiss. Zurück bleibt eine Community zwischen Hoffnung, Wut und der Frage, ob sich die Vision von Subnautica 2 unter all dem Druck noch retten lässt.
Update vom 15. Juli 2025: Bonusfrist verlängert - Krafton lenkt ein
Nach der offiziellen Release-Verschiebung von Subnautica 2 auf 2026 sah es so aus, als würde für das Entwicklerteam nicht nur das Veröffentlichungsdatum, sondern auch ein gigantischer Bonus ins Wasser fallen. Doch jetzt überrascht Krafton mit einem Kurswechsel: Laut interner Quellen und Bloomberg-Dokumenten verlängert der Publisher die Frist für die Bonusauszahlung um ein weiteres Jahr.
Konkret geht es um jene 25 Millionen Dollar, die rund 40 Mitarbeiter von Unknown Worlds in Aussicht gestellt wurden - geknüpft an klare Umsatzziele bis Ende 2025. Diese galten nach der Verschiebung als kaum noch erreichbar. Mit der neuen Fristverlängerung bis Ende 2026 bekommen die Entwickler eine zweite Chance.
Doch damit nicht genug: Ein Teil des für 2026 geplanten Gewinnbeteiligungspools soll sogar schon in diesem Jahr ausgezahlt werden - unabhängig vom Bonus und verteilt auf das gesamte Team. Eine Maßnahme, die wohl auch dem angespannten Betriebsklima entgegenwirken soll.
Trotzdem bleibt die Lage heikel. Die Ex-Führung von Unknown Worlds - Charlie Cleveland, Max McGuire und Ted Gill - wurde Anfang Juli entlassen und hat inzwischen Klage gegen Krafton wegen Vertragsbruchs eingereicht. Die Details sind bislang unter Verschluss, doch der Konflikt zwischen Studio und Publisher spitzt sich weiter zu. Quelle: Bloomberg
Update vom 16. Juli 2025: Klageschrift veröffentlicht: Sabotage-Vorwürfe gegen Krafton
Die nun öffentlich gewordene Klageschrift von Charlie Cleveland, Max McGuire und Ted Gill wirft Krafton vor, die Entwicklung von Subnautica 2 gezielt sabotiert zu haben - mit dem Ziel, eine vertraglich vereinbarte Bonuszahlung in Höhe von bis zu 250 Millionen US-Dollar zu umgehen. Laut den Klägern stoppte der Publisher Marketingmaßnahmen, verzögerte interne Freigaben, ließ Dienstleister unbezahlt und reagierte wochenlang nicht auf Projektanfragen. All das habe den geplanten Early-Access-Release bewusst blockiert.
Ein internes Gespräch soll zeigen: Krafton sah einen Release 2025 als "finanziell gefährlich" - später wurde von einer Fehlübersetzung gesprochen. Interne Tests und externes Feedback hätten hingegen bestätigt, dass das Spiel bereit gewesen sei. Auch der Vorwurf, Cleveland und McGuire hätten ihre Rollen vernachlässigt, wird zurückgewiesen - beide arbeiteten laut Klage an einem Subnautica-Film im Auftrag von Krafton. Eine Stellungnahme des Publishers steht aus. Quelle: Bloomberg
Update vom 15. Mai 2026: Es ist viel passiert
Inzwischen ist aus dem Streit um den verschobenen Early-Access-Start und den möglichen 250-Millionen-Dollar-Bonus ein deutlich größerer juristischer Machtkampf geworden. Die entlassenen Köpfe von Unknown Worlds zogen gegen Krafton vor Gericht, Krafton konterte mit schweren Vorwürfen - doch ein Gericht kassierte zentrale Teile dieser Darstellung. Was seitdem passiert ist, warum Kraftons Argumentation vorerst nicht verfing und welche kuriose Rolle sogar ChatGPT in der Affäre spielt, lest ihr in unserem ausführlichen Nachfolgeartikel zu Subnautica 2.
Zusätzlich haben wir uns Subnautica 2 auch ganz unabhängig vom Streit um Krafton und Unknown Worlds angesehen. Wenn euch weniger die juristische Affäre interessiert und ihr vor allem wissen wollt, wie sich der Early Access tatsächlich spielt, was schon funktioniert, wo es noch hakt und ob sich der Einstieg jetzt lohnt, findet ihr unsere Einschätzung im separaten Artikel zum Early-Access-Start von Subnautica 2.
