Subnautica 2 - Eine Schlammschlacht

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Subnautica 2 - Eine Schlammschlacht
Quelle: Unknown Worlds

Subnautica 2 steht vor seinem größten Kurswechsel: Millionenboni, Publisher-Druck und die Entlassung der Gründer stellen die Zukunft des Spiels auf die Probe. Wir fassen die gesamte Schlammschlacht zusammen.

Moonbreaker ging noch im selben Jahr in den Early Access, wurde 2024 offiziell abgeschlossen - und floppte. Zwar überzeugten viele der Tabletop-Design-Elemente mit Liebe zum Detail und weckten Erinnerungen an Warhammer, auch das rundenbasierte Gameplay kam bei einigen Spielern gut an. Doch zum Start war das Spiel randvoll mit aggressiven Monetarisierungsmechaniken - darunter auch Lootboxen. In Kombination mit einem Einstiegspreis von 30 Euro stieß das vielen Spielern sauer auf.

Mit Patch 1.1 ruderte das Studio zwar zurück: Der Ingame-Shop wurde geschlossen, die Währung überarbeitet und sämtliche Zusatzmonetarisierung entfernt. Doch der Schaden war bereits angerichtet - das Vertrauen der Subnautica-Community war dahin. Und obwohl Moonbreaker spielerisch durchaus Potenzial hatte, verfehlte es mit seinem radikalen Genre-Wechsel den Nerv der Fans. Heute herrscht auf den Servern gähnende Leere - ein Desaster für ein Spiel, das stark auf Multiplayer ausgelegt war.

Kleine Entwickler, großes Geld

Was erst später ans Licht kam: Neben dem Kaufpreis von 500 Millionen Dollar hatte Krafton den Gründern von Unknown Worlds einen zusätzlichen Bonus von 250 Millionen Dollar in Aussicht gestellt - gekoppelt an bestimmte Umsatzziele, die bis Ende 2025 erreicht werden sollten. Der entsprechende Vertrag liegt der Nachrichtenagentur Bloomberg vor, die die Bonusklausel bestätigen konnte.

Die Prämie sollte fast vollständig an die drei Gründer gehen: Charlie Cleveland, Max McGuire und Ted Gill hätten 90 Prozent des Bonus unter sich aufgeteilt. Der verbleibende Anteil wäre an das restliche Team gegangen - im Klartext: Viele der regulären Entwickler wären dadurch zu Millionären geworden oder hätten zumindest sechsstellige Beträge erhalten.

Und die Aussichten standen hervorragend. Nach dem Moonbreaker-Debakel hatte sich das Studio wieder ganz auf seine Kernmarke konzentriert. Subnautica 2 war für einen Early-Access-Start im Jahr 2025 angesetzt und belegte Platz 2 der meistgewünschten Spiele auf Steam - nur Hollow Knight: Silksong lag noch davor. Es schien fast sicher, dass die Bonusbedingungen rechtzeitig erfüllt werden würden. Doch dann geschah etwas, das eine Schlammschlacht lostrat, wie man sie in der Branche selten gesehen hat.

Subnautica 2 - Chronologie einer Schlammschlacht

Noch im April 2025 veröffentlichten die Entwickler ein Dev-Log, das auf den geplanten Early-Access-Start Ende des Jahres einstimmen sollte - inklusive der gewohnt intensiven Einbindung der Community. Erstmals war auch Ingame-Material zu sehen: darunter Eindrücke der neuen Unterwasserwelt, erste Spielszenen und ein völlig neuer Koop-Modus. Die Botschaft war klar: Subnautica 2 sei in guten Händen - mit erfahrenen Köpfen aus dem ersten Teil und frischem Blut im Team.

Also alles auf Kurs für einen Early-Access-Release im Laufe des Jahres? Offenbar nicht. Denn am 2. Juli 2025 veröffentlichte Krafton eine überraschende Pressemitteilung: Die drei Studio-Gründer - Ted Gill, Charlie Cleveland und Max McGuire - wurden entlassen. Ihre Aufgaben soll fortan Steve Papoutsis übernehmen, ehemaliger CEO der Striking Distance Studios und verantwortlich für das Horrorspiel The Callisto Protocol. In der Community schlug diese Nachricht hohe Wellen - viele fragten sich: Wird das Spiel nun noch der ursprünglichen Vision gerecht?

Krafton befindet sich derzeit mitten in umfassenden Umstrukturierungen, was die Sorge um die Zukunft von Subnautica 2 zusätzlich befeuert. Der Publisher betonte jedoch, dass Papoutsis voll hinter dem Team stehe und der Early-Access-Start weiterhin für 2025 geplant sei - mit dem klaren Ziel, den bisherigen Kurs bestmöglich fortzusetzen.

In einem langen und emotionalen Reddit-Post wandte sich Charlie Cleveland an die Fans, bedankte sich für ihre jahrelange Unterstützung und ließ dabei seine Laufbahn als Spieleentwickler Revue passieren. Die jüngsten Ereignisse seien für ihn ein schwerer Schlag gewesen, schrieb er - gleichzeitig betonte er, dass Subnautica 2 aus seiner Sicht bereit für den Early Access sei.

Doch schon zu diesem Zeitpunkt kursierten erste Gerüchte, dass der geplante Release-Termin womöglich nicht gehalten werden könne. Kurz darauf bestätigte Krafton gegenüber Bloomberg, dass sich die Veröffentlichung von Subnautica 2 verzögere - laut eigener Aussage "ausschließlich aufgrund von Feedback aus frühen Tests". Finanzielle oder vertragliche Gründe für die Verschiebung gebe es nicht, betonte das Unternehmen ausdrücklich.

Die Stimmung in der Community brodelte, und Krafton sah sich gezwungen, ein weiteres Statement zu veröffentlichen - diesmal mit brisantem Inhalt. Der Publisher nahm erstmals öffentlich Bezug auf den versprochenen Bonus und erklärte, dass 90 Prozent der bis zu 250 Millionen Dollar umfassenden Erfolgsprämie ausschließlich für die drei Führungskräfte vorgesehen gewesen seien. Doch statt ihre Schlüsselrollen bei Subnautica 2 weiterhin auszufüllen - Charlie als Game Director, Max als Technical Director - hätten beide ihre Aufgaben vernachlässigt, so Krafton. Und das, obwohl sie mehrfach aufgefordert worden seien, ins Projekt zurückzukehren.

Besonders Charlie geriet ins Visier: Nach dem Misserfolg von Moonbreaker habe er sich nicht etwa wieder aktiv in die Entwicklung eingebracht, sondern seine Energie lieber in ein persönliches Filmprojekt gesteckt. Laut Krafton führte sein Rückzug zu massiver Verunsicherung im Team, einem Richtungsverlust im Projekt und erheblichen Verzögerungen. Eine ungewöhnlich scharfe und direkte öffentliche Ansage eines Publishers - und ein klares Zeichen dafür, dass es hinter den Kulissen längst lichterloh brannte.

Krafton zeigte sich in seinem Statement "tief enttäuscht" vom Verhalten der ehemaligen Studioleiter und sprach offen von einem Vertrauensbruch gegenüber der Community. Kurz darauf tauchten Mitschnitte einer internen Betriebsversammlung von Unknown Worlds im Netz auf. Darin erklärte der neue Studioleiter Steve Papoutsis, dass Subnautica 2 aus seiner Sicht noch nicht bereit für den Release sei - es brauche schlichtweg mehr Inhalte.

Auf die direkte Frage, ob die Verschiebung dazu diene, die Bonuszahlung zu umgehen, antwortete Papoutsis ausweichend: Das sei eine gute Frage, man solle ihm aber bitte etwas Zeit geben - er kenne die Vertragsdetails selbst nicht.

Er betonte zudem, Krafton wolle ein Subnautica 2 abliefern, das dem hohen Anspruch der Serie gerecht wird. Auch wenn sich das Spiel bereits recht vollständig anfühle, sei man sich intern uneinig gewesen, ob es tatsächlich marktreif ist. Ihm selbst sei jedenfalls nie mitgeteilt worden, dass bestimmte Änderungen vorgenommen wurden, um gezielt den Bonus zu verhindern.

Am 9. Juli 2025 herrschte schließlich Gewissheit: Unknown Worlds verkündete auf seiner Website offiziell, dass sich der Release von Subnautica 2 auf das Jahr 2026 verschiebt. Parallel dazu wurde auch die Steam-Seite entsprechend aktualisiert.

Nach wochenlangem Hin und Her sowie zahlreichen Spekulationen steht nun fest: Subnautica 2 wird nicht mehr rechtzeitig erscheinen, um die Bonusklausel aus dem Krafton-Deal zu erfüllen. Für die Entwickler bedeutet das: kein Bonus, kein Geldregen - sie gehen leer aus, trotz aller Mühen und Hoffnung.

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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von McDrake Mitglied
        Gutes Video, welches eine spannende Zisammenfassung liefert.
      • Von McDrake Mitglied
        Gutes Video, welches eine spannende Zisammenfassung liefert.
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