Stirb langsam 4.0

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Zielsicher: Bruce Willis läßt es wieder krachen.
Quelle: 20th Century Fox

So schnell läßt McClane sich nicht hängen. Quelle: 20th Century Fox So schnell läßt McClane sich nicht hängen. Dabei ist Stirb Langsam 4.0 nicht vor Klischees sicher. Der Film reiht sich nahtlos in die Liste der Streifen ein, die zum Zweck der Dramatisierung den Vorgang des Hackens als wildes-Tippen-und-in-30-Sekunden-bist-du-drin darzustellen. Man muss in Hollywood ein Schweinegeld verdienen können, indem man nur die Drucker von Drehbuchautoren anschließt, so wenig Ahnung beweist die Zunft wieder und immer wieder. Egal. Denn das Cyberterror-Szenario ist nur ein McGuffin, der dazu dient die Action im „echten“ Leben voranzutreiben. Davon gibt es genug, um ein halbes Dutzend Schrottplätze mit Autowracks zu füllen und Abrissunternehmen bis ins Frühjahr in Lohn und Brot zu halten. Die Moral von der Geschichte: Mit einer Knarre und einem Laptop kommt man weiter als nur mit dem Laptop?

Gute darstellerische Leistungen liefern neben Bruce Willis, der sich auf seine alten Tage noch ganz schön aufs Maul hauen lässt, auch Justin Long als sein Hacker-Sidekick. Den kennt man als aufmerksamer Vielgucker zum Beispiel aus Dodgeball, S.H.I.T. - Die Highschool GmbH oder Galaxy Quest. Ständig weit außerhalb seiner Schwimmtiefe versucht er eigentlich nur, neben dem Kugelmagneten McClane am Leben zu bleiben. Das ist, wie Samuel L. Jackson seit Teil 3 sicher bezeugen kann, ein Vollzeitjob. Er muss aber langsam aufpassen, dass er nicht auf Lebenszeit in der Rolle des Nerds in Not eingesetzt wird. Spätestens die nächste Rolle sollte auf einen Imagewechsel ausgelegt sein. Klein aber ordentlich ist auch die Rolle von Mary Elizabeth Winstead ausgefallen, die als Johns Tochter Lucy ziemlich stark nach dem Vater kommt – zum Glück aber nicht im Aussehen. Ein lustiges Cameo liefert Regisseur Kevin Smith als „Warlock“. Unzweifelhaft stammt der größte Teil der Star-Wars-Dekoration in seinem Domizil aus seinen Privatbeständen.

Gute Noten verdient sich auch das Stunt-Team, welches zahlreiche digitale Effekte durch echte Action ersetzen konnte. Ja, das mit dem Auto und dem Helikopter ist kein Trick sondern ein Stunt. Spezielles Lob verdient sich Cyril Raffaeli, der als französischer Terrorist erstaunliche akrobatische Leistungen liefert – auch wenn man sofort weiß, wie das enden wird. Er hatte schon in Kiss of the Dragon Jet Li das Leben schwer gemacht.

Was gibt’s an dem Film zu meckern? Fehlerfrei ist die Story sicher nicht. Neben einigen Lücken in der Logik, vorhersehbaren Abläufen und inkonsequentem Verhalten der Bösewichte, die sich in der Actionhatz aber nicht sofort offenbaren, fällt eigentlich nur eine Sequenz tatsächlich als unnötige Länge auf. Das ist ausgerechnet eine mit extrem heftiger Action kurz vor Schluss, die aber nicht nur sehr stark an True Lies erinnert, sondern zudem auch ausgesprochen konstruiert wirkt, um nochmal „einen draufzusetzen“, bevor es zum Showdown kommt. Die 13-17-jährigen werden sie lieben, das erwachsene Publikum mag dabei aber schon mit etwas Unmut in Richtung des fünften Wertungssterns schauen.

Den bekommt der Streifen aber trotzdem, weil die Quadrilogie zwar keinen absolut perfekten aber einen ordentlichen Abschluss erhält – zumindest wünschen wir den Knochen von Bruce Willis, dass damit die Akte McClane geschlossen bleibt. Ich würde aber immer noch gerne wissen, was nun eigentlich das Motiv des Cyberterror-Chefs war – und ob es diese 0800-Hotline wirklich gibt …nur falls wir mal die Weltherrschaft an uns reißen wollen.

Wertung zu Stirb Langsam 4.0

Wertung:

10 /10
Fazit

Man bekommt was man erwartet, Action satt! Eine Bereicherung der Kinosommers 2007.

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