Quelle: 20th Century Fox
Zielsicher: Bruce Willis läßt es wieder krachen.
Mit Sequels ist es so eine Sache. Manchmal funktionieren sie, manchmal erleichtern sie sich aber gerade gegen das Denkmal, welches der Vorgänger mühevoll errichtet hat. Das Wort „Matrix“ braucht man zur Illustration noch nicht einmal in den Mund zu nehmen, um den Wahrheitsgehalt dieser Theorie zu bestätigen.
Nun sah es Hollywood also für sinnvoll an, uns, ganz wie es derzeit in der grassierenden Sequelitis üblich ist, noch einen vierten Teil der Stirb-Langsam-Serie anzutragen. John McClane, die Ikone des US-Actionkinos und Werbeträger für die Unzerstörbarkeit von Feinripp-Unterhemden sollte sich in fortgeschrittenem Alter nochmal gegen die bösen Buben blutig schlagen, schießen und prellen lassen. Nun gut. Man soll ja immer offen sein für neue Eindrücke, auch wenn es eigentlich wieder dieselbe alte Story ist, die einem verkauft wird.
Ein böser Bube („Hitman“ Timothy Olyphant) und seine schöne, skrupellose Partnerin (Hong-Kong-Ikone Maggie Q) haben es darauf abgesehen, die USA in ein Chaos zu stürzen, die den 11. September 2001 aussehen lassen wie ein Kindergartenpicknick. Mittel zum Zweck ist die digitale Infrastruktur des Landes, in der über Internet und lokale Netzwerke alles von der Wall Street über Ampelsteuerungen bis hin zur Webcam in der Studentenbude mühelos erreichbar ist. Böser Bube und böse Dame bedienen sich einer Finte, um die besten Hacker Amerikas die Software für ihren Anschlag schreiben zu lassen. Sobald nun die Software in den Händen der Cyber-Terroristen gelandet ist, knipst man die Urheber aus, einen nach dem anderen. Bis auf einen.
Ein gewisser alternder New Yorker Detective-Lieutenant namens John McClane der, mittlerweile endgültig geschieden von seiner Holly, aus väterlicher Sorge seiner Tochter nachspioniert, bekommt den Auftrag vom FBI, Hacker Matt Farrell zur Befragung nach Washington zu bringen. Der steht nämlich auf einer sehr langen Liste von Leuten, die mit der ersten Wehe der heranbrausenden Digitalkatastrophe in Verbindung gebracht werden. Gesagt, getan, obwohl Bruce Willis nach 16 Blocks eigentlich sofort Lunte riechen müsste. McClane hat aber kaum das Apartment des Gesuchten betreten, als die Achterbahnfahrt losgeht, denn natürlich ist Matt eben der letzte Mohikaner unter den unwissenden Hackershelfern.
In der Tat erinnert Die Hard 4.0 an nichts mehr als eine Action-Achterbahnfahrt. Fans der Serie können die ängstlich umkrampfte Maus nun wieder vorsichtig absetzen – er ist gut! Matt und John gehen auf eine von Blei, Blut und Explosionen begleitete Odyssee, um den Verantwortlichen für das losbrechende Chaos aus Stromausfällen, Verkehrszusammenbrüchen und Kraftwerksexplosionen zu identifizieren. Ständig gehetzt von Killern und mit einem Bein im Grab, finden sie nicht nur heraus wer dahintersteckt, sondern versuchen auch so gut sie können seine Pläne zu durchkreuzen. Ab einem gewissen Punkt wird die Sache wohl persönlich, wenn immer jemand auf einen schießt.
