Bezahl-Mods auf Steam - Entwicklerstimmen

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Special Peter Bathge Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Bei seinem Experiment der bezahlten Mods hat Valve viele Fehler gemacht.
Quelle: PC Games

Ein Rückblick: Wie das derzeit wohl einflussreichste PC-Unternehmen unter Beweis gestellt hat, dass es nicht vor Naivität und Fehlplanungen gefeit ist. PC Games zeichnet die Ereignisse einer aufregenden Woche nach, in der Bezahl-Mods für Skyrim eingeführt wurden - und ratz, fatz wieder von der Bildfläche verschwanden. Wir liefern Erklärungsversuche für das Desaster.

Kopierschutz für Mods?

Ich habe unzählige Todesdrohungen und Hassbotschaften erhalten. - James Ives, ModderRobin Scott ist der Besitzer von Nexusmods.com, einem gigantischen Mod-Archiv mit 115.674 Dateien für 173 Spiele sowie beinahe neun Millionen registrierten Benutzern. In einem Interview nach dem Start von Steams Bezahl-Mods zeigt er sich skeptisch gegenüber den damit einhergehenden Einschränkungen: "Ich habe die Befürchtung, dass freies und offenes Modden [..] nicht mehr möglich sein wird. [..] Meine größte Sorge ist eine Einführung von DRM-Systemen [..] die Vorstellung, dass Modding nur dann stattfinden kann, wenn es durch eine offizielle Plattform geschieht – zum Nachteil aller anderen." Tatsächlich entfernten nach der Einführung von Bezahl-Mods auf Steam einige Modder ihre Programme von Nexusmods.com, um sie exklusiv im Steam Workshop anzubieten – gegen eine Gebühr.

Geld verändert alles. - Robin Scott, Betreiber von Nexusmods.comDoch selbst wenn Valve und Bethesda das neue Prinzip konsequent durchgezogen hätten – mit einem Verschwinden aller kostenlosen Mods wäre das nicht unbedingt gleichzusetzen, darin sind sich Modder und Experten einig. Ein Grund dafür: Ob eine Mod gratis im Steam Workshop angeboten wurde oder kostenpflichtig war, darüber entschieden die Modder selbst – wer die Bezahl-Route einschlug, tat dies freiwillig. Allerdings riskierte er damit, zur Zielscheibe der Kritiker zu werden.

Das offizielle Steam-Forum zu Skyrim quillt noch heute über vor giftigen Angriffen auf Modder, die ihre Arbeit versilbern wollten – auch Todesdrohungen wurden gesichtet. Die Diskussion nahm schnell polemische Züge an, viele Forenbeiträge wurden gelöscht. Die Macher reagierten verletzt, einige riefen gar zum Boykott auf und wollen in Zukunft gar keine Mods mehr entwickeln. Sie vermissen die Anerkennung seitens der Community, die ihnen aus ihrer Sicht nicht einmal ein kleines Zubrot gönnt.

Der Mod Art of the Catch wurde die zweifelhafte Ehre zuteil, als Erstes vom Bezahl-Marktplatz zurückgezogen zu werden. Der Mod Art of the Catch wurde die zweifelhafte Ehre zuteil, als Erstes vom Bezahl-Marktplatz zurückgezogen zu werden. Ex-Modder Garry Newman, der aus Garry's Mod ein eigenständiges, millionenfach verkauftes Spiel gemacht hat, versteht die ganze Aufregung nicht und verweist auf seine eigene Vergangenheit: "Ich habe einmal eine Mod verkauft und alle waren wütend darüber. Bis sie ein viel besseres Spiel bekamen als in der kostenlosen Version, dann haben sich alle ein wenig beruhigt."

In vier Jahren haben wir weniger als 500 Dollar durch Spenden bekommen. - Mardoxx_, Modder (SkyUI)Den Gedanken, dass Modder für ihre Mühe entschädigt werden sollten, verteidigt James Ives, genannt Jimo: "Wer auf Plattformen wie Youtube und Twitch Inhalte erstellt, verdient seinen Lebensunterhalt, indem er das tut, was er liebt. Es wäre großartig, wenn sich das auch auf Modder erstrecken würde."

Kollege Edhelsereg ergänzt, dass die bisherigen Methoden der Aufwandsentschädigung wie freiwillige Spenden durch Nutzer à la Nexusmods.com ineffektiv sind: "Seit meine erste Mod vor zwei Jahren veröffentlicht wurde, wurde sie über 200.000 Mal heruntergeladen. Ich habe in dieser Zeit zwei Spenden erhalten. Das bedeutet, dass 0,001 Prozent der User etwas gespendet haben."

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  1. Seite 1 Bezahl-Mods auf Steam - Hobby-Entwickler oder Profis?
  2. Seite 2 Bezahl-Mods auf Steam - Qualitätsansprüche und Lizenzkosten
  3. Seite 3 Bezahl-Mods auf Steam - Entwicklerstimmen
  4. Seite 4 Bezahl-Mods auf Steam - Zukunftsaussichten
    • Kommentare (29)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von dynatier Anfänger/in
        Zitat von Dosentier
        Ist das Argument Geld zu verdienen denn in dem Bereich so verwerflich?
        Jedes Unternehmen versucht Gewinne zu erzielen bzw. zu erhöhen.
        Das ist bei Apple, Samsung etc. auch nicht anders.

        Daher mache ich an dieser Stelle Valve auch keine Vorwürfe, sie haben es eben versucht und sind gescheitert, so was kommt vor.
        Sie werden es sicherlich in anderem Beriechen oder auf andere Weise weiter versuchen aber das ist nun mal der Weg eines Gewinnorientierten Unternehmens.
        Was haben denn Phrasen wie "..das ist nun mal der Weg eines Gewinnorientierten Unternehmens" mit der Diskussion überhaupt zu tun?
        So wie ich das verstanden hab , geht es doch hauptsächlich um die 70% , nicht um den Versuch an sich.
        Das ist auch der Grund warum die Leute das als geldgierig aufgefasst haben.
        Oder manche zumindest.

        Desweiteren haust du einfach die Standart Kapitalismus Parole raus. "Man muss halt Geld verdienen".

        Ja was soll das überhaupt heißen ? Das ist jedem vollkommen klar und lediglich einer von vielen Faktoren die eine Rolle spielen. Die Leute für die es nur den einen Faktor, Geld gibt, tja... was sind das wohl sogut wie immer für Leute ?

        Also ja , das Verhalten was du formulierst, so schwammig es auch sei, ist auf jedenfall verwerflich.
        Mit genau der Rechtfertigung wird soviel Schlechtes auf der Welt gebilligt

        Und Apple macht es ja auch so.... Inwiefern ist Apple denn jetzt der Maßstab für irgendwas außer vielleicht für Kommerz und Mainstream ?
        Da sägst du dir eher selbst den Ast ab , bei deren restriktiven und diktarorischen Firmen/Produktphilosophie

        Bitte lass dieses Totschlagargument einfach stecken und urteile von Fall zu Fall individuell ob und wie es angebracht ist Geld zu verdienen/ein Produkt zu verkaufen
        Oder zumindest in welcher Art und Weise dies getan wird
      • Von dynatier Anfänger/in
        Zitat von Dosentier
        Ist das Argument Geld zu verdienen denn in dem Bereich so verwerflich?
        Jedes Unternehmen versucht Gewinne zu erzielen bzw. zu erhöhen.
        Das ist bei Apple, Samsung etc. auch nicht anders.

        Daher mache ich an dieser Stelle Valve auch keine Vorwürfe, sie haben es eben versucht und sind gescheitert, so was kommt vor.
        Sie werden es sicherlich in anderem Beriechen oder auf andere Weise weiter versuchen aber das ist nun mal der Weg eines Gewinnorientierten Unternehmens.
        Was haben denn Phrasen wie "..das ist nun mal der Weg eines Gewinnorientierten Unternehmens" mit der Diskussion überhaupt zu tun?
        So wie ich das verstanden hab , geht es doch hauptsächlich um die 70% , nicht um den Versuch an sich.
        Das ist auch der Grund warum die Leute das als geldgierig aufgefasst haben.
        Oder manche zumindest.

        Desweiteren haust du einfach die Standart Kapitalismus Parole raus. "Man muss halt Geld verdienen".

        Ja was soll das überhaupt heißen ? Das ist jedem vollkommen klar und lediglich einer von vielen Faktoren die eine Rolle spielen. Die Leute für die es nur den einen Faktor, Geld gibt, tja... was sind das wohl sogut wie immer für Leute ?

        Also ja , das Verhalten was du formulierst, so schwammig es auch sei, ist auf jedenfall verwerflich.
        Mit genau der Rechtfertigung wird soviel Schlechtes auf der Welt gebilligt

        Und Apple macht es ja auch so.... Inwiefern ist Apple denn jetzt der Maßstab für irgendwas außer vielleicht für Kommerz und Mainstream ?
        Da sägst du dir eher selbst den Ast ab , bei deren restriktiven und diktarorischen Firmen/Produktphilosophie

        Bitte lass dieses Totschlagargument einfach stecken und urteile von Fall zu Fall individuell ob und wie es angebracht ist Geld zu verdienen/ein Produkt zu verkaufen
        Oder zumindest in welcher Art und Weise dies getan wird
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von Razor666
        Ich weiß gar nicht wo die Aufregung ist. Spiele sind ein Hobby, wenn ich im Modellbau als Beispiel, einen anderen Motor für mein Modell haben will, muss ich auch in den Laden gehen und den kaufen. Lackiere ich das Modell um, bezahle ich die Farbe.
        Du vergißt, was bei deinem Beispiel äquivalent zu Bezahl-Mods alles passieren kann:

        - Im Online Modus kannst du nur mit Modellen spielen, die kompatibel zu deinem Modell sind. Daher mußt du Veränderungen (Updates) des Originalmodells zulassen.
        - Nach einem Update paßt plötzlich dein neuer Motor nicht mehr ins Gehäuse
        - oder die Farbe verschwindet, weil sie nicht mehr mit der Motor Änderung kompatibel ist
        - du bekommst Gratis Farblieferungen zur jederzeitigen Farbänderung und hast somit umsonst Geld für deine ursprüngliche Farbe ausgegeben
        - der Motor läuft zwar noch, bleibt aber alle 20 m kurz stehen
        - damit der Motor weiter läuft, mußt du den Künstler X bezahlen, der ein tolles Bild darauf gemalt hat, was man aber beim eingebauten Motor gar nicht sieht
      • Von Redorat NPC
        Modder müssen auch sehr oft für Serverkapazitäten, Software und für viele kleine andere Dinge Geld ausgeben. Dann wären wenigstens diese Kosten gedeckt. Es kommt natürlich immer auf den Umfang einer Mod an. Ich bin für ein Bezahlmodell für "manche" Modifikationen. Das System wie es Steam aber geplant hat war leider zum Scheitern verurteilt durch Fehlinformation von Leuten die sich keine wirklichen Gedanken darüber gemacht haben...
      • Von oli3d Anfänger/in
        Moin,

        Anmerkungen:

        1. Der SteamWorkshop für Skyrim ins nur für einfache MODs geeignet.
        Nicht umsonst gibt es ModManager wie MO oder NMM.

        2. Wenn Steam/Beth einen Geldanteil verlangt, sollten auch die Moddingwerkzeuge und das Spiel weiter gepatcht und in bestimmten Funktionsbereichen erweitert werden
        Ein Großteil der Modding/Scripting Arbeiten dreht sich darum bestimmte (unnötige)Einschränkungen zu umgehen. (Austausch der InventoryItems zwischen 2 NPCs/Followern z.B.)

        Mesh Exportfilter für Max, Blender etc. und wenn es geht einen einfacherern Zugang zu den (Skyrim)HavokResourcen.

        Und und und....

        Gruß
        Oli
      • Von Astorek Mitglied
        Zitat von Sancezz1
        Klar kommen dann auch viele schwarze Schafe, Dabei greife Sie eventuell auch auf fremde Mods zurück, änder die ein wenig und versuche diese Mod dann als mein Eigentum zu verkaufen. Während ein anderer fremder für ihn die größte Arbeit hatte. Aber damit haben die Entwickler und Publisher auch zu kämpfen.
        Nur bezahlt man als Entwickler in der Regel die Publisher dafür, dass sie sich um Raubkopien und vorallem rechtliche Probleme kümmern, Finanzspritzen oder sonstwie Unterstützung zur Verfügung stellen etc... DAS ist es, was mir in Kombination mit der Valve-Methode sauer aufstößt: der Modder trägt sämtliche Risiken ohne Unterstützung - was Bethesda nicht davon abhielt, weiter die Hand fürs Geld offen zu halten.

        Auf lange Sicht hätte das auch die kostenlose Moddingszene kaputtgemacht (und ich rede hier von Moddern, die freiwillig Mods kostenlos einstellen), weil eben jeder daherkommen und kostenlose Mods unter anderem Namen kostenpflichtig einstellen konnte. Welche Möglichkeiten hatte der Modder dann, gegen den illegal eingestellten Mod vorzugehen? Modder wären in diesem Fall zu Engine-Arbeitern "degradiert" worden und aufgrund der Rechtsunsicherheit wär das ein Fass ohne Boden geworden...

        Auch in TF2 wär das Geschrei groß, wenn Valve nicht jeden kostenpflichtigen, benutzergenerierten Inhalt einzeln prüfen und zulassen würde.

        Zitat
        Das viele mit Mods Geld verdienen wollen, ist doch so ähnlich wie bei YT (teilweise auch Twitch) und Lets Plays.
        Ums Geldverdienen ansich gehts, denke ich, eher weniger... Der Artikel hat das ja gut beschrieben. Es geht vielmehr um die Umstände... Wenn die Modentwickler Geld verdienen wollen, habe ich nicht das Geringste dagegen einzuwenden...

        Ich sags mal so: Interessieren würds mich schon, was passiert, wenn Valve das bei einer noch nicht etablierten Moddingszene nochmal versucht... Sowas in Skyrim zu versuchen war ja tatsächlich so, als ob Valve noch das zweite Fettnäpchen im ersten Fettnäpchen treffen wollte...
      Direkt zum Diskussionsende
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