Kryonull auf Steam: Fast vollständig mit KI erstellt und teurer als viele AAA-Spiele

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News Lukas Bohnau - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Kryonull auf Steam: Fast vollständig mit KI erstellt und teurer als viele AAA-Spiele
Quelle: NovelkaGames

Ein Entwickler hat mit Kryonull ein Spiel veröffentlicht, dessen Bilder und Stimmen vollständig von KI erstellt wurden. Für Diskussionen sorgt jedoch vor allem der Preis: Rund 100 Euro kostet die Sci-Fi-Visual-Novel auf Steam.

Künstliche Intelligenz ist längst in der Spielebranche angekommen. Mal wird sie für einzelne Texturen, Animationen oder Sprachaufnahmen eingesetzt, mal dient sie als Werkzeug zur Unterstützung von Entwicklern. Doch ein neues Spiel auf Steam treibt diesen Ansatz jetzt auf die Spitze und verlangt dafür einen absurd hohen Preis.

Die Rede ist von Kryonull, einer Science-Fiction-Visual-Novel, die auf dem Jupitermond Europa spielt. In dem Spiel begleitet ihr die Besatzung des Forschungsschiffs Sirena, die einer mysteriösen Radiosignatur nachgeht. Entscheidungen sollen den Verlauf der Geschichte beeinflussen und zu verschiedenen Enden führen.

Inhaltlich klingt das durchaus interessant und erinnert ein wenig an klassische First-Contact-Geschichten oder philosophische Science-Fiction-Filme. Für Diskussionen sorgt allerdings weniger das Szenario als vielmehr die Entstehung des Spiels.

Fast alles stammt von einer KI

Auf der Steam-Seite macht der Entwickler keinen Hehl daraus, wie das Projekt entstanden ist. Dort heißt es ausdrücklich, dass sämtliche Bilder und sämtliche Stimmen im Spiel sowie auf der Store-Seite mithilfe von KI generiert wurden.

Und da stellt sich die Frage: Kann ein KI-Spiel 100 Euro wert sein? So viel verlangt der Entwickler von Kryonull nämlich auf Steam. Natürlich hängt der Wert eines Spiels nicht automatisch davon ab, wie es entwickelt wurde. Trotzdem wirkt der Preis auf den ersten Blick absurd hoch. Gerade Visual Novels bewegen sich normalerweise in deutlich niedrigeren Preisregionen. Selbst aufwendig produzierte Genrevertreter kosten häufig nur einen Bruchteil davon.

Sind KI Spiele weniger wert?

Der Fall wirft eine Frage auf, mit der sich die Branche in den kommenden Jahren vermutlich immer häufiger beschäftigen muss: Verändert KI die Erwartungen der Spieler an den Preis eines Produkts?

Viele Menschen verbinden den Einsatz von KI automatisch mit geringeren Entwicklungskosten und weniger Arbeitsaufwand. Ob diese Annahme im Einzelfall stimmt, ist eine andere Frage. Die Wahrnehmung ist aber vorhanden.

Genau deshalb dürfte ein Spiel wie Kryonull auf deutlich mehr Widerstand stoßen als ein vergleichbares Projekt, das traditionell entwickelt wurde. Nicht unbedingt wegen seiner Qualität, sondern weil viele Käufer den Preis automatisch mit dem Produktionsaufwand vergleichen.

Ein Blick in die Zukunft der Spielebranche

Unabhängig davon, wie man zu KI steht, zeigt Kryonull vor allem eines: Die Technologie wird zunehmend präsenter. Noch vor wenigen Jahren hätten viele Entwickler versucht, den Einsatz generativer KI möglichst zu verschweigen. Heute werben manche Projekte offen damit. Steam verlangt inzwischen sogar eine entsprechende Kennzeichnung.

Bei Kryonull kommt allerdings noch ein weiterer Faktor hinzu: Der Preis. 100 Euro wirken für dieses Projekt viel zu hoch angesetzt. Selbst die meisten AAA-Spiele kosten zum Release weniger. Natürlich kennen wir den tatsächlichen Umfang des Spiels noch nicht. Trotzdem drängt sich uns der Verdacht auf, dass die ungewöhnliche Preisgestaltung vor allem Aufmerksamkeit erzeugen soll. Und genau das scheint aktuell auch zu funktionieren.

Dennoch bleibt die grundsätzliche Frage spannend. Was passiert, wenn in Zukunft tatsächlich qualitativ hochwertige Spiele erscheinen, die größtenteils mithilfe von KI entwickelt wurden? Werden Spieler bereit sein, dafür denselben Preis zu zahlen wie für traditionell entwickelte Titel? Oder wird der Einsatz von KI dauerhaft die Erwartung schaffen, dass solche Projekte günstiger sein müssten? Wie steht ihr zu dem Thema?

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Da kann man dann ja irgendwann einfach per KI sich selbst die Spiele erstellen und braucht keine mehr zu kaufen :B :B :P
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Da kann man dann ja irgendwann einfach per KI sich selbst die Spiele erstellen und braucht keine mehr zu kaufen :B :B :P
      • Von Felensis Anwärter/in
        Ein größtenteils oder gar vollständig per KI erstelltes Spiel wird für mich niemals denselben Wert haben, wie ein rein von Menschenhand geschaffenes und von Menschen erdachtes. Dasselbe gilt für andere Medien wie Bücher, Musik oder Filme. Dafür dann auch noch einen höheren Preis aufzurufen, setzt dem Ganzen die Krone auf.

        Der Fehler fängt nach wie vor schon damit an, LLMs als künstliche Intelligenz zu bezeichnen. Das sind sie schlichtweg nicht. Sondern gigantische Datenkraken mit sehr guten Algorithmen. Mehr jedoch auch nicht. Sie können lediglich nur sehr überzeugend das in logische Wort-Reihenfolge bringen, was sie sich aus dem Internet gesaugt haben - und von Menschen erschaffen wurde.

        Mittlerweile beißt sich die Schlange selbst in den Schwanz, denn immer mehr "KI"-generierte Inhalte werden von "KIs" gecrawled und darauf basierend neue Inhalte erstellt. Die Fehlerquote der Inhalte ist weiterhin jenseits der 30 - 40%.

        Mit menschlicher Kreativität, Humor und Geistesreichtum können diese LLMs gleich gar nicht konkurrieren. Spiele, Filme, Musik und Bücher aus der "KI"-Retorte sind also nichts anderes wie ein prozedural generiertes Dungeon aus einem beliebigen RPG: Die immer wieder neu zusammengewürfelte Tristesse aus bekannten Versatzstücken in zufälliger Reihenfolge.

        Bevor ich auch nur einen Cent für ein "KI"-generiertes Medium ausgebe, rolle ich lieber meinen "Stapel der Vorfreude" von hinten auf. Dessen veranschlagte Spielzeit übersteigt ohnehin die zu erwartende Lebenszeit eines jeden Menschen :P
      • Von McDrake Mitglied
        Sobald die KI-Modelle alle auf Tokens umgestellt haben (was sie müssen um Geld zu verdienen), wird man die wahren Kosten von diesen Systemen kennen.

        UBER hat seine "Tokens", welche se für ein Jahr budgetiert hatten, innerhalb von drei Monaten verbraucht.
        Man geht davon aus, dass zum Beispiel die günstigsten "Abos" von 20$ jeweils Kosten von 200-500$ verursachen.

        Ich empfehle da einfach mal in ein paar Interviews mit Ed Zitron reinzuhören.
      Direkt zum Diskussionsende
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