Steam Machine: Valve spricht über Dual Boot, Anti Cheat und mehr Leistung
Die Steam Machine ist im Grunde ein wesentlich stärkeres Steam Deck fürs Wohnzimmer. Vor allem FSR4 soll in Zukunft einen dicken Leistungsschub bringen.
In unserem Gespräch mit Valve haben wir ein paar Neuigkeiten über die Steam Machine erfahren. Denn neben dem frisch enthüllten Verkaufspreis und ersten Performance-Messungen gibt es noch eine Menge Fragen, die es zu klären gilt.
Viele unserer Kollegen waren etwa neugierig, wie gut sich die Steam Machine als vollwertiger PC-Ersatz schlagen wird. Schon auf dem Steam Deck war es möglich, Windows und andere Software zu installieren, unabhängig von Steam OS, auf die das Steam Deck ausgelegt ist.
Das war allerdings mit gewissen Hürden verbunden. Hat sich das mit der Steam Machine geändert? Noch nicht, sagt Valve, aber es tut sich was.
Steam Machine mit Windows nutzen (Dual Boot): Das sagt Valve
Kann ich Windows auf der Steam Machine installieren? Und wird es in Zukunft einfacher sein, das Gerät als Dual-Boot-System zu nutzen? Valve ist dran, sagt Designer Lawrence Yang, allerdings ist hier noch Geduld gefragt:
"Diese Funktion ist derzeit noch nicht fest in SteamOS integriert. Es steht auf unserer Liste, zusammen mit einer ganzen Reihe anderer Dinge. Zum Beispiel wollen wir die Installation von SteamOS auf beliebigen Geräten einfacher gestalten. Wir wissen natürlich, dass sich die Kunden wirklich ein Dual-Boot-System wünschen. Wir haben auch gesehen, dass es in der Community bereits Lösungen für Nutzer gibt, die das schon umgesetzt haben. Wir finden das großartig. Es ist schließlich ein PC - die Nutzer sollen damit machen können, was sie wollen."
Quelle: Valve
Der Steam Controller ergänzt die Steam Machine perfekt, nötig ist er aber nicht. Beide werden auf Wunsch auch im Bundle verkauft.
Beim Thema Dual Boot findet Yazan Aldehayyat (Hardwareentwickler), dass sich mit externen Laufwerken schon jetzt einiges umsetzen lässt - wenn auch nur für die Leute, die das wirklich wollen.
"Ich denke, die größte Einschränkung derzeit ist die Tatsache, dass man nicht einfach zwei Betriebssysteme auf demselben Laufwerk betreiben kann. Aber man kann zum Beispiel jederzeit einen Windows-Bootstick oder eine Boot-Festplatte an den USB-Port anschließen. Und darüber kann man dann ein anderes Betriebssystem booten."
Als Lawrence anmerkt, dass manche Leute schon SD-Karten genutzt haben, um auf dem Steam Deck in Windows zu booten, sieht Yazan noch Luft nach oben und verweist auf USB 3:
"Das war auf dem Steam Deck zwar möglich, aber eigentlich sind SD-Karten für Betriebssysteme zu langsam. Bei der Steam Machine hingegen kann man USB 3.0-Laufwerke nutzen, insbesondere die der zweiten Generation sind heutzutage sehr schnell. Wenn du also auf der Steam Machine booten möchtest, ist das meiner Meinung nach derzeit die beste Option. Es ist knifflig, von derselben SSD zu booten, da gibt es viele technische Einschränkungen. Aber nichts hindert dich daran, ein Dual-Boot-System einzurichten, indem du einfach eine externe Festplatte anschließt."
In diesem Artikel
Anti-Cheat-Software auf Steam Machine: Besserung in Sicht?
Auf dem Steam Deck machten Spiele, die bestimmte Anti-Cheat-Software wie Easy Anti-Cheat oder BattlEye nutzten, zunächst Probleme. Es gibt mittlerweile Lösungen dafür, allerdings sind hier die Entwickler selbst gefragt. Wird das auf der Steam Machine in Zukunft einfacher ablaufen? Lawrence Yang gibt sich ausweichend:
"Da sind wir ständig dran. Wir arbeiten etwa mit allen großen Unternehmen zusammen, die Easy Anti-Cheat und BattlEye einsetzen. Es gibt Lösungen für Entwickler, die diese Funktionen unter Linux implementieren möchten, da liegt's wirklich am Entwickler, diese auch zu nutzen. Bei Anti-Cheat-Maßnahmen auf Kernel-Ebene ist es etwas schwieriger, insbesondere unter Linux, aber das ist etwas, womit wir uns weiterhin beschäftigen. Wir wissen, dass es noch viele Spiele gibt, die wir gerne auf dem Steam Deck und auf der Steam Machine sehen würden."
8 GB VRAM? Reicht aus für Steam Machine, sagt Valve
Auch unsere Kollegen von PC Games Hardware haben sich an dem Interview beteiligt und die Entwickler mit unbequemen Fragen gelöchert. Eine davon betrifft die fest verbauten 8 GB VRAM, die laut PCGH zu Leistungsengpässen führen können. Schließlich soll die Steam Machine die meisten Spiele in 4K bei 60 Fps darstellen können - zwar mit aktiviertem Upscaling, aber trotzdem in anständiger Qualität. Vor diesem Hintergrund kommen Zweifel auf, ob 8 GB VRAM mittelfristig ausreichen. Was hat zu dieser Entscheidung geführt? Laut Yazan Aldehayyat war dieses Setup lange geplant.
"Die Entscheidung, 8 Gigabyte VRAM in der Steam Machine zu verbauen, fiel schon sehr früh, lange bevor überhaupt über Speicherknappheit gesprochen wurde. Wie ich bereits sagte, wollten wir unbedingt, dass die Steam Machine preislich sehr aggressiv ausfällt, deshalb haben wir uns für 8 Gigabyte VRAM entschieden."
Also alles nur eine Frage des Geldes? Nicht ganz, denn laut Yazan hat es noch andere Gründe:
"Wir meinen, dass 8 Gigabyte für eine Renderauflösung von 1080p bei hohen oder mittleren Einstellungen für die meisten Spiele ausreicht. Im Nachhinein betrachtet denken wir natürlich, dass diese Entscheidung wirklich wichtig war. Ich bin echt froh, dass wir nicht mehr als 8 Gigabyte verbaut haben, denn sonst wären wir in einer viel schlechteren Preislage als jetzt."
Quelle: PC Games Hardware
Spiele wie Gothic Remake laufen auf dem Steam Deck nicht mehr gut, die Hardware ist zu schwach. Die Steam Machine soll hier deutlich besser abschneiden - auch dank FSR4, das derzeit aber noch nicht unterstützt wird.
Steam Machine: Valve verspricht bessere Performance dank FSR4
Als unsere Kollegin von PC Games Hardware anmerkt, dass 8 GB VRAM bei vielen Spielen schlichtweg nicht ausreichen für sehr hohe Grafikeinstellungen, pflichtet ihr der Hardwareentwickler bei:
"Du hast recht, bei hohen Einstellungen wird das VRAM mitunter an Grenzen stoßen. Aber ich denke, bei dem Leistungsniveau, das GPU und CPU auf der Steam Machine bieten, wirst du diese Einstellungen vermutlich gar nicht erst wählen wollen. Du wirst wahrscheinlich mit einer Renderauflösung von 1080p oder 1440p arbeiten und dich dann auf Upscaling-Technologien verlassen, um 4K zu erreichen."
Laut Yazan will man aber in Zukunft noch deutlich mehr Leistung aus der Steam Machine rauskitzeln. So arbeiten die Entwickler derzeit daran, das RAM-Management zu verbessern. Dazu sollen auch einige Funktionen, die nicht direkt zum Spiel gehören, in Zukunft nicht mehr das VRAM belasten.
"Etwa die Steam-Overlay-Daten, die künftig im System-RAM statt im VRAM gespeichert werden. Wenn ihr also etwas spielt und das Overlay startet, könnte es vielleicht sein, dass es kurz ein wenig ruckelt - und das liegt daran, dass wir nun den System-RAM statt des VRAM nutzen, da wir euch mehr VRAM zur Verfügung stellen wollen. Wir werden auch weiter daran arbeiten, den Umgang mit Situationen, in denen dem Gerät der VRAM ausgeht, etwas eleganter zu gestalten. Im Grunde geht es darum, Daten zwischen VRAM und System-RAM hin und her zu verschieben. Natürlich hat das Auswirkungen auf die Leistung, aber zumindest kommt es dann nicht zu Instabilitäten oder so etwas."
An dieser Stelle klinkt sich Lawrence ein, denn laut ihm sind einige dieser Features bereits in der aktuellen Beta von Steam OS enthalten. Außerdem soll bald ein Update folgen, das die Leistung für Raytracing verbessern wird - das dürfte speziell hohe Grafiksteinstellungen betreffen. Trotz allem wird Upscaling auf der Steam Machine eine große Rolle spielen, und das soll laut Lawrence Yang in Zukunft deutlich hübscher aussehen:
"Wir arbeiten mit AMD daran, FSR4 auf der Steam Machine offiziell zu unterstützen. Das sollte die Grafikqualität beim Upscaling erheblich verbessern. Einen konkreten Termin haben wir dafür zwar noch nicht, aber wir können sicher sagen, dass FSR4 für die Steam Machine kommen wird. Ich denke, das wird ein großes Upgrade sein. Tut uns übrigens leid, dass ihr Tester es derzeit noch nicht ausprobieren könnt, denn es macht echt einen Unterschied!"
Quelle: Valve
Die Front der Steam Machine lässt sich mit verschiedenen, abnehmbaren Schalen blitzschnell ändern.
Denn darauf legt Valve großen Wert: Wie schon beim Steam Deck ist die Steam Machine kein Fire-and-Forget-Produkt. Durch Software-Updates soll sich das Spielerlebnis im Laufe der Zeit stetig weiterentwickeln, erklärt Yazan:
"Wir arbeiten ständig daran, das Gerät weiter zu verbessern - auch wegen SteamOS, denn das betrachten wir als etwas, das man auch auf anderen Geräten einsetzen kann. Wenn wir also die Steam-Maschine auf den Markt bringen, wird sie mit der Zeit immer besser werden, denn wir wollen, dass SteamOS auch auf zukünftiger Hardware besser läuft. Es wird also weiterhin Leistungsverbesserungen beim VRAM-Management, Raytracing, der Upscaling-Technologie und neue Funktionen geben."
Auf der nächsten Seite wollen wir von Valve wissen, wie gut sich die Steam Machine gegenüber einem fertigen PC schlägt - und warum man sich für das gleiche Geld nicht einfach einen besseren PC zusammenschrauben sollte. Außerdem haken wir beim Thema "Refurbished" nach: Wird es für die Steam Machine ein Second-Hand-Modell geben? Für die Antworten einfach auf die nächste Seite schauen!

Umso gespannter bin ich auf Xbox Helix. Die wird vermutlich noch mehr kosten, aber dafür bei der Leistung hoffentlich klar Punkten. Dann wäre ich dabei.
Es ist ein interessantes Konzept, nicht für mich aber eventuell für meinen Bruder, welcher sich nicht großartig mit Computer beschäftigen möchte. Nur der Preis ist happig, aber von Steam nicht wirklich zu ändern.