Starpoint Gemini 2: Fazit und Wertung
Der Mix aus Weltraum-Action und Rollenspiel in einem offenen Universum hat sich seit der Veröffentlichung der Early-Access-Version im September 2013 dank Spieler-Feedback weiter entwickelt. Mit der Retail-Version auf Steam steht nun auch die Einzelspielerkampagne zur Verfügung, welche die Grundlage unseres Tests von Starpoint Gemini 2 bildet. Da der Boxed-Release erst am 10.10.2014 erfolgt, haben wir für den Test die kurz nach dem Steam-Release erschienenen Patches noch mit berücksichtigt. Die Wertung beruht final auf der Version 1.0003.
Teurer Warenhandel und tückische Piraterie
Und schwupps sind wir beim Finanz- und Wirtschaftsteil von Starpoint Gemini 2. Auch hier bieten sich euch erst mal reichlich vorhandene Möglichkeiten, um an die nötigen Credits für den üppig ausfallenden Raumschiffpark und all die feinen Ausrüstungsteile zu gelangen.
Da wäre beispielsweise das große Warenangebot, mit dem sich Handel treiben lässt. Eine Farbcodierung im Handelsmenü (rot, gelb, grün) gibt schon mal gute Hinweise darauf, ob der angebotene Preis (schlecht, ok, gut) ist. Besser noch – in der per Karte aufrufbaren Preisstatistik könnt ihr euch anzeigen lassen, auf welcher der schon von euch besuchten Station der beste Einkaufs- und Verkaufspreis zu verzeichnen ist. Per Linksklick könnt ihr eine gewünschte Station gleich als Reiseziel festlegen – toll gelöst. Weniger toll – die oft lang zu absolvierenden Strecken können eine halbe Ewigkeit dauern, es sei denn, ihr nutzt die zur Verfügung stehenden Schnellreise-Optionen. Mit einem eingebauten T-Jump-Antrieb könnt ihr größere Entfernungen überbrücken, oder dockt an Trade-Gates an, die Punkte im All verbinden. Außerdem gibt es Wurmlöcher, die ebenfalls große Strecken überbrücken. Problem dabei: Wurmlöcher können Schäden am Schiff verursachen oder in feindliche Gebiete führen. Ein einzelner T-Jump verbraucht ein entsprechendes Ausrüstungsteil, was über 30.000 Credits kostet. Und wer T-Gates benutzt, dem wird eine saftige Maut abverlangt. Unserem Verkehrsminister würde das sicher sehr gefallen, unserer Credits-Börse im Spiel allerdings weniger. Die Preise für die Strecken fallen dabei so happig aus, dass sich angepeilte Warenprofite schnell mal in Luft auflösen – schade.
Starpoint Gemini 2: Schick designte Weltraumstationen findet ihr zuhauf im Spiel.
Die profitabelste Variante, um an viele Credits zu gelangen, besteht darin, Schiffe zu kapern und zu verkaufen. Eigentlich ein hübsches Feature – um ein Schiff zu kapern, benötigt ihr Invasionstruppen, die ihr auf jeder Station anheuern könnt. Je nachdem, was ihr gerade für ein Schiff besitzt, fällt die Anzahl der beladbaren Truppen unterschiedlich hoch aus. Zusätzlich lassen sich Offiziere anheuern, die Boni für ein Entermanöver bescheren. Sucht euch nun ein passendes Ziel im All aus. Wichtig dabei – das zu erbeutende Schiff sollte weniger Truppen besitzen, was sich in der jeweiligen Schiffs-Info ablesen lässt. Verwickelt das Schiff nun in ein Gefecht, fügt Schaden zu und holt es euch per Traktorstrahl in Kaper-Reichweite. Jetzt lassen sich eure Soldaten rüber beamen und beginnen den Enterkampf, der leider nur per Mini-Menü sichtbar ist. Soweit, so gut – doof dabei: Dazu stoßende und euch wohl gesonnene Fraktionsschiffe greifen unter Umständen wohlmeinend in den Kampf ein, was im schlimmsten Fall aber dazu führt, dass euer Ziel zerstört wird, bevor ihr es übernehmen könnt. Die eingesetzten Truppen sind dann natürlich auch beim Teufel.
Starpoint Gemini 2: Die Kampagne führt uns zu einer Mülldeponie in den Wastelands. Erzählerisch kommt nur schwache Fahrt auf.
Dieser steckt ja bekanntlich im Detail und das gilt an vielen Stellen in Starpoint Gemini 2. Es sind all diese nervigen Kleinigkeiten, an denen das Weltraumspiel immer wieder krankt – unabhängig davon, ob es nun in der Kampagne oder im freien Spiel auftritt. - Das sind schlicht Design-Schwächen, die noch dringend Abhilfe bedürfen. Besonders anzumahnen ist dabei auch das bislang unzulänglich ausfallende Balancing, das immer wieder für nervige Neustarts oder Unverständnis sorgt. So passierte es im Test oft, dass wir sofort nach Start von einer Station mit völlig übermächtigen Gegnern konfrontiert wurden, die aus dem Nichts auftauchten und unser schönes Schiff in wenigen Sekunden in Sternenstaub verwandelten, ohne auch nur den Hauch einer Chance auf Gegenwehr zu besitzen. An anderer Stelle dümpelte ein vom Ziel-Computer als "unmöglich" zu besiegendes Schiff vor uns her, um sich wehrlos von unserem Kanonenboot auseinander nehmen zu lassen. Oder wieso ist das Design der Kampagne so ausgelegt, uns mit Stufe 14 durch ein feindliches Fraktionsgebiet mit Stufe 63-Aufträgen zu leiten - das muss doch wahrlich nicht sein.
Taktische Kämpfe mit Rollenspielanleihen
Starpoint Gemini 2: Schick designte Weltraumstationen findet ihr zuhauf im Spiel.
Und trotz all der Macken im Spiel sind es vor allem die Kämpfe, die in Starpoint Gemini 2 für Spielspaß sorgen, da ihr euer jeweiliges Schiff auf so viele – wenn auch höchst kostenintensiv – Arten erweitern und ausrüsten könnt. Leichte Waffenbatterien, die sich per Bord-KI auch automatisch abfeuern lassen, sorgen für Projektil-, Plasma- und Strahlenschäden, dazu gibt es schwere Waffenbatterien. Diese feuert ihr stets manuell ab und schickt damit Raketen und Torpedos durchs All. Leider funktionieren im Kampf noch nicht alle Features. So lassen sich auf den Stationen zwar Söldnereinheiten anheuern, doch bleiben die bislang nutzlos. Ihr dürft sie zwar bezahlen, dafür greifen sie aber noch nicht in den Kampf ein – na super! Die Entwickler vermeldeten in einem kürzlich veröffentlichten Forum-Posting, dass dies in einem der nächsten Patches nachgebessert wird. Das ist auch dringend nötig, denn wer sich beispielsweise als Händler einen dicken Frachter mit schwacher Bewaffnung zulegt, wäre schon mehr als froh, wenn ihm angeheuerte Söldner den sprichwörtlichen Hintern retten würden, anstatt nur passiv herum zu fliegen.
Je nach gewählter Kameraeinstellung seid ihr in den Kämpfen hauptsächlich damit beschäftigt, euch in einen günstigen Winkel zum Ziel zu platzieren, um möglichst wenig Treffer zu kassieren. Mit ein wenig Übung hat man es dabei schnell raus, wie sich unterschiedliche Systeme des Gegners anvisieren und zerstören lassen. Dazu lassen sich Anomalien taktisch nutzen, Jägerstaffeln von eigenen Schlachtschiffen aus starten - die taktischen Möglichkeiten sind durchaus vorhanden und gegeben.
Quelle: Iceberg Interactive
Starpoint Gemini 2: Die taktischen Kämpfe schwanken von kinderleicht, bis bockschwer - so richtig will das Balancing einfach nicht überzeugen.
Zusätzlich zum eigentlichen Kampfsystem gesellt sich auch ein kleiner Rollenspiel-Anteil, der schon mal das Zünglein an der Waage in einem Gefecht darstellt. Bei Spielstart entscheidet ihr euch zwischen den drei Klassen Kommandant, Schütze und Ingenieur. Jede Klasse greift auf vier Spezial-Skill-Trees zu, die verschiedene Boni geben. Die vier Skills verstärken die taktische Komponente im Kampf, lassen sich per Knopfdruck einsetzen und besitzen einen Cooldown. Mit zunehmender Levelstufe lassen sich die einzelnen Skills verbessern. Dadurch erhöht ihr zum Beispiel die Chance auf kritische Treffer, erhöht die Reparatur-Rate oder steigert die Effektivität eingesetzter Staffeljäger. Neben Skills gibt es noch Spezial-Skills, die sich in je drei Stufen steigern lassen. Das können verbesserte Händlerpreise oder ein besserer Umgang mit bestimmten Waffengattungen sein. Die einzelnen Verbesserungen sind taktisch durchaus wertvoll. Wer genügend Credits besitzt (und in Starpoint Gemini 2 kostet alles ein Schweinegeld!), kann die ausgegebenen Punkte zurücksetzen und neu verteilen.
Noch deutlich Luft nach oben
In diesem Artikel
Starpoint Gemini 2 zickt an vielen Ecken noch reichlich herum. Trotz der langen Beta-Phase finden sich etliche Bugs und unausgegorene Features im Spiel. Dennoch bietet es einen gehörigen Spielumfang und die Entwickler sind fleißig dabei, das Spieler-Feedback weiter zu nutzen, um für Verbesserung zu sorgen. Auch die gute Modbarkeit von Starpoint Gemini 2 dürfte dazu beitragen, dass wir in Zukunft mit tollen Inhalten rechnen können. So könnt ihr beispielsweise im freien Spiel Raumschiffe der Star Trek-Reihe fliegen und Hud-Verbesserungen implementieren. Aktuell profitieren Käufer des Spiels noch von einem reduzierten Preis im Steam-Shop. Während die Steam-Variante schon seit dem 26. September erhältlich ist, kommt die Boxed-Version am 10. Oktober in den Handel.
*Wertungs-Update*
Auch wenn Starpoint Gemini 2 immer noch unter etlichen der beschriebenen Macken leidet - mit Patch auf Version 1.0003 spielten sich die Missionen deutlich fluffiger, als im Vanilla-Spiel. Egal ob im Sandbox-Modus oder in der Kampagne, wir erlebten jetzt erheblich weniger Frustmomente in den Kämpfen, bedingt durch überstarke Gegner. Dadurch klappten auch die Entermanöver erheblich besser, sodass wir schließlich genug Credits erwirschafteten, um ein deutlich besseres Schiff zu fliegen. War das nun reines Glück, purer Zufall oder doch die Folge von Patch-Verbesserungen? Die Kämpfe bleiben bis jetzt jedenfalls weitestgehend fair und machen deutlich mehr Spaß. Da der Boxed-Release erst am 10.10. erfolgt, haben wir die neuen Spieleindrücke mit zur finalen Wertung genutzt. Trotz der Verbesserungen in Sachen Kampf bleiben Mängel wie die furchtbare Lokalisierung, die öden Nebenmissionen und die schwache Kampagne aber nach wie vor bestehen.

Steuerung: geht aber auch links mit WASD ok. Zusammen mit der Gegnerverfolgung (k) lässt sich ganz gut kämpfen, finde ich.
viele Grüße, Stefan W.
Die bekommen ja schon Werbungsbonus bei Ihren Tests.Kleine Entwickler schauen da immer in die Röhre,egal wie gut oder schlecht das Spiel auch sein mag.
Die bekommen ja schon Werbungsbonus bei Ihren Tests.Kleine Entwickler schauen da immer in die Röhre,egal wie gut oder schlecht das Spiel auch sein mag.
Ja je, wenn man keine Argumente hat, macht man sich damit lächerlich! Hast du mal das Heft überhaupt gelesen? Ich glaube ja nicht
Dann bring mal ein paar Beispiele welche Spiele angeblich einen Nachteil haben
Die bekommen ja schon Werbungsbonus bei Ihren Tests.Kleine Entwickler schauen da immer in die Röhre,egal wie gut oder schlecht das Spiel auch sein mag.