The Mandalorian and Grogu: Bei den Kritikern durchgefallen - für mich die große Star Wars-Überraschung

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Kolumne Tobias Tengler-Boehm - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
The Mandalorian and Grogu: Bei den Kritikern durchgefallen - für mich die große Star Wars-Überraschung
Quelle: Disney+/ Lucasfilm Ltd.&TM. All Rights Reserved.

Vieles an The Mandalorian and Grogu hatte im Vorfeld das Potenzial, mich einfach nur zu langweilen, doch dann kam alles ganz anders.

Ein glühender Star-Wars-Fan bin ich schon lange nicht mehr. 2002 hatte mich George Lucas bereits mit Episode 2 verloren. In einer Orgie des CGI-Größenwahns gefangen, scheiterte der Architekt der Sternensaga daran, den Charme der ersten drei Star-Wars-Filme zu bewahren. Unter Disney wurde es nicht besser.

Die Sequel-Trilogie war teilweise ganz sympathisch. Doch die katastrophale Produktion, bei der ein Filmemacher (J. J. Abrams) offenbar nicht wusste, was der andere Filmemacher (Rian Johnson) tat, war auf diesem Hollywood-Niveau schon bemerkenswert dilettantisch. Rogue One ist ein interessanter Science-Fiction-Film, mehr aber auch nicht. Das kann auch die künstlich angeflanschte, durchaus spektakuläre Szene mit Darth Vader am Schluss des Films nicht kaschieren.

Solo: A Star Wars Story floppte zwar im Kino, ist meiner bescheidenen Meinung nach aber irgendwie noch der beste Star Wars-Film unter Disney. Auf einem eher überschaubaren Niveau. Nach sieben Jahren Pause soll es jetzt also The Mandalorian and Grogu gelingen, all die Scherben der letzten Jahrzehnte zusammenzuklauben, um Leute wie mich wieder mit Star Wars zu versöhnen. Ein schier unmögliches Unterfangen. Das dachte ich zumindest.

Neu im Kino: Was ist The Mandalorian and Grogu für ein Film?

Um The Mandalorian and Grogu zu beschreiben, springe ich (völlig spoilerfrei) ans Ende des Films. Die Credits sind, wie bei den alten Teilen von Star Wars, in der typischen, leicht unscharfen, hellblauen Schrift gehalten. Das wirkt sinnbildlich für den neuen Film. An allen Ecken und Enden wird die klassische Trilogie von George Lucas stilistisch abgefeiert, ohne dass irgendwann der Titel Star Wars fällt. Und dann die Musik im Abspann.

Star Wars-typische Fanfaren vermischen sich mit entspannten Hip-Hop-Beats, Klangteppichen aus Synthesizerklängen und Stammesgesängen. Ohne, dass je die berühmte Anfangsmelodie, der Imperial March oder gar Duel of the Fates angestimmt wird. Das alles wirkt ziemlich wild, aber erstaunlicherweise ist es irgendwie stimmig.

The Mandalorian and Grogu gelingt das unglaubliche Kunststück, dass sich jede Sekunde wie klassisches Star Wars anfühlt, obwohl die Szenen teilweise dem Shooter-RPG Cyberpunk 2077 entliehen oder aus einer Aufführung der Augsburger Puppenkiste stammen könnten. CGI-Schlachten vermischen sich auf einzigartige Weise mit handgemachten Spezialeffekten. Alles, was unrealistisch wirkt, scheint kein Ergebnis von Zeitmangel und zu wenig Budget zu sein, sondern dient als ästhetisches Stilmittel und ist als eine Ode an die Spezialeffekte der späten 1970er-Jahre zu verstehen. Auch die Handlung fühlt sich im besten Sinne nach klassischem Star Wars an.

Der Mandalorianer, der zeitweise sogar von Pedro Pascal (Game of Thrones, The Fantastic Four: First Steps) gespielt wird, fungiert als gesichtsloser Avatar, der den geneigten Star Wars-Fan durch packend aneinandergereihte Action-Sequenzen lotst. Grogu funktioniert wunderbar als Auflockerung zwischendurch, damit man als Zuschauerin und Zuschauer auch kurz mal durchatmen kann. Das alles macht einfach einen Heidenspaß. Kritikpunkte habe ich dennoch.

Star Wars: Kritik an The Mandalorian and Grogu

Der Mando, wie die Hauptfigur immer wieder fast schon kumpelhaft genannt wird, bleibt ein ausdrucksloser Charakter mit monotoner Stimme. Und zu Beginn des letzten Drittels nimmt sich The Mandalorian and Grogu von jetzt auf gleich eine quälend lange Auszeit von der Action. Das zuvor mit Adrenalin angefixte Publikum wurde richtiggehend unruhig im Kinosaal. Doch das Finale entschädigt dafür umso mehr.

The Mandalorian and Grogu nimmt sich nicht wirklich ernst, lässt jegliche aufgesetzt wirkende Tragik links liegen, pfeift auf philosophischen Tiefgang und verzichtet weitestgehend auf künstlich erzeugte Spannung. In jeder einzelnen Szene tropft hingegen das Herzblut der Beteiligten von der großen Leinwand. Und genau deswegen ist dieser Film näher an der klassischen Trilogie dran, als alles, was nach Die Rückkehr der Jedi-Ritter veröffentlicht wurde. Visuell und inszenatorisch hat mich The Mandalorian and Grogu als (früherer) Star Wars-Fan einfach nur glücklich gemacht. Doch wird sich das für Disney auszahlen?

Der neue Star Wars-Film wurde seitens der Presse eher mau bewertet und droht bereits am ersten Kinowochenende zu floppen. Man kann The Mandalorian and Grogu an dieser Stelle einfach nur wünschen, dass er in Sachen Einspielergebnis doch noch alle überrascht und dank positiver Mundpropaganda einen langen Atem an den Kinokassen beweist. Abschließend will ich Lucasfilm und Disney dazu gratulieren, die Magie der Original-Star Wars-Trilogie tatsächlich wiederbelebt zu haben. So kann es gerne weitergehen.

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Krembo NPC
        Ich kann deiner Kolumne irgendwie leider so gar nicht zustimmen ...

        Episode 2 kritisieren, nachdem man Teil 7-9 gesehen hat - ok kann man machen, hatte damals auch viele hart eingesessene enttäuscht, aber das ganze hatte ein seriöse Geschichte, auch tolle Action, sowie Charakterentwicklung und interessante Charakter. Dann hättest du ja bereits episode 1 erwähnen müssen?

        Rogue One - ok... eigentlich wenn man ehrlich ist, ist es der einzige Star Wars Disney Film der gut war - das ist der einzige der nicht stark "Disney-Like" wirkte und das Vader am Schluss vorkam, war eigentlich ganz cooler Fanservice, wo man sich irgendwie freute:-) ich glaube der Film hatte mitunter von den ganzen neuen Produktionen am meisten eingespielt? Ok fair enough, sagt nicht viel über Qualität, aber bin froh das es dieser Film ist. Vielleicht lernt dann disney doch, Star wars wieder etwas erwachsener zu machen und star wars mehr Substanz mitzugeben...

        Und Mando... tja was soll ich sagen, ich wurde unterhalten aber als wirklicher star wars fan , würde ich schon sagen, dass man eher enttäuscht wird.
        - die Musik mit den Synthesizern & Beats , ist zwar mutig, passte aber nicht wirklich zu star wars. Ist für mich kein breaker, aber viel ab der ersten Sekunde beim Einsatz eher negativ auf
        - Der niedlichkeitsfaktor wurde nochmal auf eine neue Stufe angehoben und das wurde sehr oft gezeigt
        - der nächste Punkt den ich stark kritisieren müsste, ist leider ein semi spoiler und fasse ihn hier nicht auf - Stichwort: Fortschritt

        Bis jetzt liest man, dass er floppt und eigentlich find ichs gut, Disney checkts einfach nicht, was schade ist. Wäre gut das sie lernen, auch wenn ich nicht wirklich dran glaube :DUnd nein es muss nicht immer alles beim gleichen sein - neues gerne, aber mit bitte etwas mehr Tiefe.
        Aber wenn du schon behauptest das du ab Episode 2 nicht mehr abgeholt bist, dann frag ich mich, was der Mando Film, 7-9, und des andere Serien-Zeugs (ausser Andor) bei dir bewirkten :D
      • Von Krembo NPC
        Ich kann deiner Kolumne irgendwie leider so gar nicht zustimmen ...

        Episode 2 kritisieren, nachdem man Teil 7-9 gesehen hat - ok kann man machen, hatte damals auch viele hart eingesessene enttäuscht, aber das ganze hatte ein seriöse Geschichte, auch tolle Action, sowie Charakterentwicklung und interessante Charakter. Dann hättest du ja bereits episode 1 erwähnen müssen?

        Rogue One - ok... eigentlich wenn man ehrlich ist, ist es der einzige Star Wars Disney Film der gut war - das ist der einzige der nicht stark "Disney-Like" wirkte und das Vader am Schluss vorkam, war eigentlich ganz cooler Fanservice, wo man sich irgendwie freute:-) ich glaube der Film hatte mitunter von den ganzen neuen Produktionen am meisten eingespielt? Ok fair enough, sagt nicht viel über Qualität, aber bin froh das es dieser Film ist. Vielleicht lernt dann disney doch, Star wars wieder etwas erwachsener zu machen und star wars mehr Substanz mitzugeben...

        Und Mando... tja was soll ich sagen, ich wurde unterhalten aber als wirklicher star wars fan , würde ich schon sagen, dass man eher enttäuscht wird.
        - die Musik mit den Synthesizern & Beats , ist zwar mutig, passte aber nicht wirklich zu star wars. Ist für mich kein breaker, aber viel ab der ersten Sekunde beim Einsatz eher negativ auf
        - Der niedlichkeitsfaktor wurde nochmal auf eine neue Stufe angehoben und das wurde sehr oft gezeigt
        - der nächste Punkt den ich stark kritisieren müsste, ist leider ein semi spoiler und fasse ihn hier nicht auf - Stichwort: Fortschritt

        Bis jetzt liest man, dass er floppt und eigentlich find ichs gut, Disney checkts einfach nicht, was schade ist. Wäre gut das sie lernen, auch wenn ich nicht wirklich dran glaube :DUnd nein es muss nicht immer alles beim gleichen sein - neues gerne, aber mit bitte etwas mehr Tiefe.
        Aber wenn du schon behauptest das du ab Episode 2 nicht mehr abgeholt bist, dann frag ich mich, was der Mando Film, 7-9, und des andere Serien-Zeugs (ausser Andor) bei dir bewirkten :D
      • Von ichthys Gelegenheitsspieler/in
        Hm, eventuell gebe ich dem Film ja doch eine Chance. Für mich waren die ersten 6 Filme durchaus sehenswert. Man hat in SW1-3 leider sehr viel Potential verschenkt. Rouge One war meiner Meinung nach auch wirklich gut. Danach kamen sehr lange Zeit keine (Guten) Filme. Wirklich nicht!
        Aber vielleicht jetzt?
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