Gene Roddenberry, der Erfinder von Star Trek: Von der Luftfahrt bis zur Originalserie

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Special Sebastian Göttling - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Gene Roddenberry, der Erfinder von Star Trek: Von der Luftfahrt bis zur Originalserie
Quelle: Paramount

Jeder kennt Star Trek, einst in Deutschland als Raumschiff Enterprise geboren - aber nicht jeder seinen Schöpfer. Wir blicken zurück auf das bewegte Leben von Gene Roddenberry!

Der Weltraum ist in ihnen groß, fremd, geheimnisvoll, gruselig, Ursprung von Träumen und Albträumen. Was dort unter der engen Kontrolle von Roddenberry entstand, ist Zelluloid gewordene Science-Fiction-Weltliteratur.

Und natürlich kam es, wie es kommen musste: Nach dieser intensiven Phase, in welcher der Ton der Serie zementiert wurde, war der große Vogel der Galaxis vollkommen ausgebrannt. Zwar arbeitete er immer noch mit, aber längst nicht mehr so intensiv wie am Anfang - und zuallererst brauchte er einen üppigen Sabbatical.

Ein Stellvertreter musste für diese Zeit her, ein zweiter Gene mit Nachnamen Coon, ebenso ein Workaholic und Kettenraucher, der keine Nächte kannte und sensationelle Episoden wie The Devil in the Dark (Horta rettet ihre Kinder) unter Einfluss von streng genommen nicht legalen Drogen in gerade einmal 48 Stunden schrieb.

Gene, der Ältere, hatte volltes Vertrauen in den neuen Gene, welcher die Föderation als Konzept ausarbeitete, die erste Direktive der Sternenflotte formulierte und viel anderen neuen Boden erschloss, der heute bei Star Trek als gegeben angenommen wird.

Doch der größte Verdienst von Coon ist sicherlich, dass er Star Trek zugänglicher machte, denn er sorgte für warme Momente zwischen den Charakteren, für Kabbeleien, wie sie gerade zwischen Spock und McCoy legendär wurden, für Schlussgags in den letzten Momenten vieler Episoden.

Allerdings verdarb er es sich auf diese Art und Weise auch mit seinem großen Chef Gene, denn als dieser von einem längeren Urlaub zurückkehrte und mittenmang in die Dreharbeiten zu einer der wohl komödiantischen Episoden stolperte, The Trouble with Tribbles (Kennen Sie Tribbles?), wurde Roddenberry womöglich der weltweit erste, der das sagte, was in den kommenden Jahrzehnten viele ablehnende Fans sagen würden: "Das ist nicht mein Star Trek!"

Zu albern erschien ihm, was er sah, aber doch ist es die Mischung der beiden Gene-Stile, harte Science-Fiction gepaart mit leicht verdaulichen und menschlichen Momenten, die Star Trek so unwiderstehlich und über die Jahrzehnte tragfähig machten.

Roddenberry 8: Erteiler von klaren Ansagen (Originalserie, Staffel 2)

Im ersten Drittel der zweiten Staffel Star Trek herrschte dicke Luft am Set. Eigentlich war ja William Shatner als Captain Kirk der Star der Show mit sogenanntem "Top-Billing" im Vorspann, doch im Laufe der ersten Staffel hatte sich der fremdartige Vulkanier Mister Spock, gespielt von Leonard Nimoy, zum Publikumsliebling gemausert, der vor allem - aber nicht ausschließlich - die weiblichen Fans ansprach.

Weil Gene ein Workaholic war, übernahm bald ein zweiter Gene mit Nachnamen Coon. Ein Szenenbild aus dessen Episode Horta rettet ihre Kinder. Quelle: Paramount Weil Gene ein Workaholic war, übernahm bald ein zweiter Gene mit Nachnamen Coon. Ein Szenenbild aus dessen Episode Horta rettet ihre Kinder. Dder logische Wissenschaftsoffizier bekam viel Screentime, der Auftakt der zweiten Staffel spielte sogar auf seinem Heimatplaneten und war voll und ganz der mysteriösen Natur der Vulkanier gewidmet - und außerdem wurden immer mehr Dialoge für den Mann geschrieben, der eigentlich Nummer zwei auf dem Call Sheet war.

Sehr zum Missfallen von Star Shatner, der Vertragsbruch rief, neuerdings in jedem einzelnen Drehbuch die Dialogzeilen abzählte und verlangte, dass Nimoy nie mehr zu reden haben dürfte als er.

Diese Streitereien schwappten aus den Hinterzimmern und Trailern bis aufs Set und sogar ein ausgemachter Gentleman wie DeForest Kelley, Darsteller des Dr. McCoy, erlaubte sich die ein oder andere Star-Allüre. Im Laufe der Staffel wurde das Set zunehmend unbeliebter bei den Regisseuren und der Schauspielerzunft Hollywoods.

So konnte es nicht weitergehen, weswegen sich Gene Roddenberry im Oktober 1967 an seine Schreibmaschine schwang und die Mutter aller Ansagen verfasste. Ein langes Memo, in dem er sich an die drei Hauptdarsteller wandte und von dem ich hier nur einige knappe Auszüge wiedergeben mag:

"Werft diese Seiten in die Luft, wenn ihr möchtet. Trampelt auf ihnen herum und seid sauer. Das bedeutet mir nicht mehr viel, denn ihr habt mich auch an den Rand der Gleichgültigkeit getrieben. Nein, William, ich schreibe das nicht in Wirklichkeit an Leonard und setze dich nur aus psychologischen Gründen in Kopie.

Ich spreche mit dir direkt und mit einer ärgerlichen Ehrlichkeit, die du noch nie zuvor gehört hast. Und Leonard, du liegst falsch, wenn du denkst, dass ich hiermit nur Shatner ärgern möchte und lediglich so tue, als wärst du auch ein Teil des Problems.

Derselbe Brief geht an euch beide, denn ihr seid beide ebenbürtige Experten auf dem Gebiet der Egozentrik. [...] Ihr seid wie Fischweiber, die versuchen, die Tagesfänge aufzuteilen. [...] Schluss mit dem Zählen der Dialogzeilen des anderen, Schluss mit halbtagelangen Diskussionen. Der Regisseur entscheidet, wenn diskutiert wird. [...] Alles klar, meine ehemaligen Freunde, und 'einzigartige Professionelle', das war's erstmal." Danach wurde es merklich besser.

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    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Falconer75 Mitglied
        Zitat von Lukas Schmid
        Den Diss gegen Sönke will ich hier nicht so stehen lassen, in seine meine Meinung nach sehr guten Texte fließt auch sehr viel Zeit, Mühe und Herzblut rein - ob einem das Ergebnis dann gefällt oder nicht, ist aber natürlich Geschmacksache. :)
        Das sehe ich als Leser anders. An seinen grundsätzlichen Fähigkeiten zweifle ich nicht. Die für euch erstellten Texte basieren aber auf einem effizienten Baukasten-System. Informativ und ausführlich sind sie, lesen sich aber nicht schön. Der Stil ist im Vergleich zum hier besprochenen Artikel deutlich weniger packend.
        Zitat von Lukas Schmid
        Beim Lob für Sebastian gehe ich aber voll mit: Primär schreibt er bei uns über Star Trek, er hat aber auch schon andere Artikel für uns gezaubert, etwa diese hier:

        LG Lukas
        Danke für die Links. Da Sebastian auf eurer Teamseite nicht vorkommt, helfen sie sehr. LG!
      • Von Falconer75 Mitglied
        Zitat von Lukas Schmid
        Den Diss gegen Sönke will ich hier nicht so stehen lassen, in seine meine Meinung nach sehr guten Texte fließt auch sehr viel Zeit, Mühe und Herzblut rein - ob einem das Ergebnis dann gefällt oder nicht, ist aber natürlich Geschmacksache. :)
        Das sehe ich als Leser anders. An seinen grundsätzlichen Fähigkeiten zweifle ich nicht. Die für euch erstellten Texte basieren aber auf einem effizienten Baukasten-System. Informativ und ausführlich sind sie, lesen sich aber nicht schön. Der Stil ist im Vergleich zum hier besprochenen Artikel deutlich weniger packend.
        Zitat von Lukas Schmid
        Beim Lob für Sebastian gehe ich aber voll mit: Primär schreibt er bei uns über Star Trek, er hat aber auch schon andere Artikel für uns gezaubert, etwa diese hier:

        LG Lukas
        Danke für die Links. Da Sebastian auf eurer Teamseite nicht vorkommt, helfen sie sehr. LG!
      • Von Lukas Schmid Autor
        Zitat von Falconer75
        Ein hervorragender Text, vorzüglich geschrieben. Obwohl ich mit Star Trek nichts am Hut habe, freue ich mich sehr auf den zweiten Teil dieses Artikels. Qualitativ deutlich über dem Niveau der Schablonen-Kurzbiographien, die Sönke über Plassma abliefert. Nicht für VG Wort optimiert, sondern für die Leser und Leserinnen. Echt gut.
        ( [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] : Würde mich freuen, mehr von Sebastian auf PCG lesen zu können. Vielleicht sogar mal für andere popkulturelle Felder als Star Trek)
        Den Diss gegen Sönke will ich hier nicht so stehen lassen, in seine meine Meinung nach sehr guten Texte fließt auch sehr viel Zeit, Mühe und Herzblut rein - ob einem das Ergebnis dann gefällt oder nicht, ist aber natürlich Geschmacksache. :)

        Beim Lob für Sebastian gehe ich aber voll mit: Primär schreibt er bei uns über Star Trek, er hat aber auch schon andere Artikel für uns gezaubert, etwa diese hier:

        Alf
        Persönlicher PC-Rückblick
        Das Jahr 1982
        Maniac Mansion

        Und es werden sicher noch weitere folgen. :)

        LG Lukas
      • Von fud1974 Mitglied
        Immer wieder ein Highlight.. selbst wenn ich mir denke ".. ach nööö.. jetzt gerade nicht" aber dann anfange zu lesen kann ich nicht aufhören, weil es einfach gut geschrieben ist, alleine schon der Einstieg..

        Da blitzt sie immer wieder kurz hervor, diese "gute alte Zeit" der Artikel.
      • Von Cap1701D Gelegenheitsspieler/in
        Echt interessant. Danke.
      • Von jensmachwitz_88 Spiele-Novize/Novizin
        Wie immer, mal wieder eine sehr schön geschriebene Star-Trek-Expertise.
      Direkt zum Diskussionsende
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