Stalker 2 landet im Test irgendwo zwischen "Einfach nur WOW" und "Super-GAU"

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Test Stefan Wilhelm - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Stalker 2 landet im Test irgendwo zwischen "Einfach nur WOW" und "Super-GAU"
Quelle: GSC Game World

Schrecklich schön, schrecklich spannend, schrecklich kaputt: Der Test zu Stalker 2 ist ein Wechselbad der Gefühle.

Es gibt im Stalker-Universum eine Entität namens "Der Wunschgönner". Der Monolith steht im Sarkophag des Atomkraftwerks Tschernobyl und ihm wird nachgesagt, dass er jedem, der ihn erreicht, seinen Herzenswunsch erfüllt. Die Krux an der Sache: Der Wunschgönner erzeugt nur eine Illusion im Kopf, die einer genaueren Betrachtung niemals standhält.

Auch an Stalker 2 (jetzt kaufen 8,99 € / 59,99 € ): Heart of Chornobyl wurden über die vielen Jahre, die es sich in der Entwicklung befand, einige Wünsche geäußert. Kein Wunder: Dieses Spiel und seine ukrainischen Entwickler haben schon so viel überstanden, da hat es fast schon etwas Mystisches, dass es nun tatsächlich erscheint.

Eine Studioschließung, Hacker-Angriffe, ein abgebranntes Büro und nicht zuletzt der Krieg eines kleinen Mannes mit großem Geltungsdrang - nichts konnte GSC Game World aufhalten, und dafür haben sie meinen größten Respekt.

Nun habe ich die letzte Woche mit der Steam-Version dieses Ausnahmespiels verbracht, und leider habe ich mich dabei sehr oft wie ein Stalker gefühlt, der hinter die Illusionen des Wunschgönners schauen konnte.

Ab und zu habe ich den Eindruck, genau das großartige Erlebnis zu bekommen, das ich mir erhofft hatte. Aber diese Momente fühlen sich an wie Illusionen; flüchtig, selten und weit auseinander.

Aktuell ist Stalker 2 nämlich vor allem eins: kaputt. Meine Testversion ist so verbuggt, dass ich oft glaubte, eher einen Early Access oder eine frühe Beta zu spielen, als etwas, das schon bald in den Läden steht.

Wichtig: Laut eigener Aussage haben die Entwickler schon 1125 Probleme behoben, seit mich der Test-Build am 13. November erreichte. Darunter dutzende Bugs, die den Fortschritt im Spiel blockieren konnten. Nicht alle von den Problemen, die ich hier beschreibe, werden zwangsläufig noch enthalten sein, je nachdem, wann ihr den Artikel lest und das Spiel spielt. Trotzdem muss ich Stalker 2 erstmal so einschätzen, wie ich es erlebt habe.

Die meisten Bugs sind optischer Natur und zerstören, in meterdicken Anführungszeichen, "nur" die Atmosphäre und meine Immersion. Leider taten sie das im Test aber in einer solchen Frequenz, dass ich das Spiel dahinter manchmal kaum noch erkennen konnte.

Die Faustregel: Sobald ich mit anderen Lebewesen, seien es Menschen oder Mutanten, in Kämpfen oder Dialogen, interagieren muss, werden höchstwahrscheinlich seltsame Dinge passieren. Und zwar nicht die von der Sorte, die als Anomalien in der Story verankert sind.

Seltsames Gerät. Quelle: GSC Game World Wenn ich aber mutterseelenallein durch die schrecklich-schöne Welt ziehe und ihre Stimmung aufsaugen darf, wenn ich mir die spektakulären Wettereffekte ansehe und den Rost dieser industriellen Höllenlandschaft fast schon schmecken kann, dann ist Stalker 2 eine Wucht.

Auch interessant:

Zurück in die Zone

Es geht auch vielversprechend los: Skif, der neue Protagonist, kommt zum ersten Mal in die Zone rund um das AKW, als eine Emission seine Wohnung abfackelt und er ein seltsames Artefakt in der Ruine findet. Mit einem Scanner bewaffnet und unter der Anleitung eines erfahrenen Wissenschaftlers geht's in das Sperrgebiet, um das Artefakt mit der anomalen Energie der Zone aufzuladen.

Natürlich läuft aber alles schief, ich strande in der riesigen Zone und bin gezwungen, mich eine schier endlose Liste an zwielichtigen Typen hochzuarbeiten, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Im abgetrennten Tutorial werden die Grundpfeiler des Stalker-Gameplays gesteckt, das mich über viele dutzend Stunden begleiten wird: Es wird geschossen, gesammelt, erkundet und überlebt, aber das Spiel will mir bewusst nichts davon zu leicht machen.

Ein Hauch von Hardcore

Die Shooter-Komponente bekommt durch sehr tödliche Headshots, Um-Die-Ecke-Lehnen und eine gewisse Schwerfälligkeit ihre taktische Note. Fange ich mir Schaden ein, zieht das so gut wie immer eine blutende Wunde nach sich, die ich schnellstmöglich verbinden muss.

Niedrige Ausdauer wird mit Energydrinks kuriert, Strahlung entweder fachmännisch mit Medizin oder stilsicher mit einer Pulle Kosakenwodka. Wenn der kleine Hunger kommt, gibt's das edle Stalker-Dinner, bestehend aus einer Wurst und einem Laib Brot, den ich in einem feuchten Keller neben der Giftmülltonne gefunden habe. Alles mit lässigen Animationen untermalt, die meine Figur richtig schön in der Welt verankern.

Die Ressourcen, die mich am Leben halten, sind zumindest auf dem vorgesehenen mittleren Schwierigkeitsgrad allgegenwärtig, ein richtiges Survival-Spiel ist Stalker 2 also nicht.

Das Inventarlimit ist dafür extrem knauserig, absolut alles hat ein Gewicht, auch Questitems, die nicht abgelegt werden können. Meine Truhe und der nächste Händler sind meistens viele Minuten Fußmarsch entfernt, voller Anomalien, Mutantenhorden und Höhenunterschieden, die ich voll beladen nicht mehr überspringen kann.

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    • Kommentare (49)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DerSnake Gelegenheitsspieler/in
        Ich kann das Spiel stellen weiße einfach nicht ernst nehmen. Da will man hier eine bedrohliche Welt vermitteln wo jeder für sich selber mehr oder weniger Kämpft. Dass ich aber z,b ganze Gebäude/Lager looten kann ohne das sich andere NPC dadurch gestört fühlen ist ein Atmo killer. Was sagte jemand mal: Das hat selbst Gothic besser hinbekommen.

        Ich Spiele auf "normal" und kann mich über "zu wenig Loot" gar nicht beschweren. Aktuelle renne ich mit 12 Medikits rum, 12 Dosen Futter und ka würste. Es mangelt mir nie wirklich an loot und der nächste ist auch nicht mehr so weit entfernt,

        Möglich das es auf Schwer anders ist.

        Oder ich darf max 90K Tragen. Bei 91 laufe ich nur noch schnecken Tempo. Zurück auf 90 und alles wieder gut :-D

        Das Spiel hat durchaus seine guten Momente gerade wenn ein Sturm aufzieht. Auch Grafisch kann es sich durchaus sehen lassen...

        Aber so im großen und ganzen...mittelmaß Spiel für mich.
      • Von DerSnake Gelegenheitsspieler/in
        Ich kann das Spiel stellen weiße einfach nicht ernst nehmen. Da will man hier eine bedrohliche Welt vermitteln wo jeder für sich selber mehr oder weniger Kämpft. Dass ich aber z,b ganze Gebäude/Lager looten kann ohne das sich andere NPC dadurch gestört fühlen ist ein Atmo killer. Was sagte jemand mal: Das hat selbst Gothic besser hinbekommen.

        Ich Spiele auf "normal" und kann mich über "zu wenig Loot" gar nicht beschweren. Aktuelle renne ich mit 12 Medikits rum, 12 Dosen Futter und ka würste. Es mangelt mir nie wirklich an loot und der nächste ist auch nicht mehr so weit entfernt,

        Möglich das es auf Schwer anders ist.

        Oder ich darf max 90K Tragen. Bei 91 laufe ich nur noch schnecken Tempo. Zurück auf 90 und alles wieder gut :-D

        Das Spiel hat durchaus seine guten Momente gerade wenn ein Sturm aufzieht. Auch Grafisch kann es sich durchaus sehen lassen...

        Aber so im großen und ganzen...mittelmaß Spiel für mich.
      • Von statler665 Anwärter/in
        Metro und S.T.A.L.K.E.R. sind mMn schon vergleichbar. Metro ist meine Lieblingsserie. Habe alles gezockt. S.T.A.L.K.E.R. ist einfach ein realistisches Metro mit ähnlichem postapokalyptischem, atomaren Szenario. Kann man schon vergleichen. Sehe ich jetzt nicht als Blasphemie an. Habe es ca. 10 h im GP gezockt und gestern auf Steam gekauft. Für die 10 h im GP habe ich jetzt ca. 3 h gebraucht. Bin auch 20x weniger gestorben und habe sogar auf dem Wasserturm nahe der ersten Siedlung ein Sniper gefunden, dass die "Arbeit" etwas erleichtert. Die langen Wege und miese Kondition von unserem Protagonisten nerven schon etwas, auch dass man die Knarren nicht alle verhökern kann wie man möchte ist etwas nervig. Die Pillarboxed InGameVideos konnte ich weghexen nach Altvätersitte. In einem Bereich habe ich bestimmt 4 x eine spawnende Horde Stalker erledigt (neverending), ohne Ende Essen und Mun. abgegriffen aber das verd***** Versteck konnte ich nicht finden. Mir macht das Spiel Spaß, ich zocke weiter, auch auf die Gefahr hin, dass es später vielleicht (noch) besser aussehen könnte. Dann wird es eben noch mal gezockt. Gibt zu wenig gute SP Games als das ich da auf schönes Wetter warten möchte. Bei mir läuft es auf Episch mit DLSS/DLAA und FG einigermaßen rund!
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      • Von Tobi_Gamer Anfänger/in
        Zitat von kingston
        Und auch lese ich sehr oft wie sich viele über das Tragegewicht aufregen. Das soll so sein.
        Mag sein. Mich nervte das extrem, aber für die alten Titel gabs zum Glück Mods, die einem 999 kg tragen liesen.
        Wenn das Spiel in einem Jahr oder so mal ausgereift ist und es solche Mods gibt, werde ich es mir auch holen. Die ersten drei Teile fand ich super. Eine vergleichbare Atmosphäre gibts sonst nirgendswo.
      • Von Norisk699 Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von McDrake
        Ich bin da bei Dir, wenns ums Thema "an die Hand nehmen" geht.
        Eoin Spiel, in welchem man selber Erfahrung sammeln muss. Und zwar nicht einfach durch XP sammeln, sondern durch "richtige" Erfahrung.

        Aber Dieser Titel hier wurde schon mal verschoben und, wie Du sagts, wird es wahrscheinlich (?) in einem Jahr besser sein.
        Aber inwiefern kommt man sich da als Spieler ernster genommen wird, wenn man hier eine Preorder für 110.-€ macht und dann sowas zum Launch bekommt?
        Wer preordert dem kann man nicht helfen.
        Wurde schon tausendmal die letzten zehn Jahre thematisiert.
        Digitale Ware ist unendlich. Es wird nicht passieren dass Steam oder gog am Release-Termin sagt "oh sorry jetzt sind die Keys alle, komm in 4 Wochen nochmal" 😅

        Und niemand zwingt einen die 110 Euro Version zu kaufen und auch noch preordert.
        Und wer Teil 1 kennt weiß um den problematischen Release. Alle drei Teile, nur Cop war anfangs glaube ich nicht so kaputt.

        Preorder ist eigentlich nur legitim, wenn man ehrlich direkt Entwickler unterstützen will auf diese Art und Weise.

        Ich bin froh dass das Spiel überhaupt erscheint.
        Bei diesen Umständen ... Ist ja bekannt...
        Klar hätte es wohl noch ein Jahr gebraucht aber irgendwann muss man halt releasen. Denke die brauchen das Geld jetzt auch.
        Nicht sehr schön aber ist eben so.
        In einem Jahr sieht das ganz anders aus.
        Hatten auch viele Verkäufe, denke das Patchen ist gesichert aus finanzieller Sicht.
      • Von McDrake Mitglied
        Zitat von Norisk699
        Am meisten schätze ich an Stalker 1 ,und zum Glück haben sie das für Teil 2 beibehalten,
        Dass die Entwickler den Spieler ernst nehmen und nicht für einen Idioten halten und so ekelhaft nervig an die Hand nehmen wir ein Kind wie in so vielen anderen AAA Titeln.
        Ich bin da bei Dir, wenns ums Thema "an die Hand nehmen" geht.
        Eoin Spiel, in welchem man selber Erfahrung sammeln muss. Und zwar nicht einfach durch XP sammeln, sondern durch "richtige" Erfahrung.

        Aber Dieser Titel hier wurde schon mal verschoben und, wie Du sagts, wird es wahrscheinlich (?) in einem Jahr besser sein.
        Aber inwiefern kommt man sich da als Spieler ernster genommen wird, wenn man hier eine Preorder für 110.-€ macht und dann sowas zum Launch bekommt?
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