SCAR
Neben klassischen Rennkursen hat SCAR auch engere Stadtparcours im Angebot.
Wer bereits rätselt: SCAR steht für "Squadra Corse Alfa Romeo" und heißt frei übersetzt so viel wie "Rennstall Alfa Romeo". Dem schließen Sie sich im neuesten Werk der PS-Experten von Milestone (Superbike-Serie, Racing Evoluzione) als grünschnabeliger Nachwuchsrennfahrer an.
Italienische Sehnsucht
Auch bei SCAR dürfen Sie ordentlich tunen - allerdings nicht Ihren Wagen (wie in Need for Speed Underground 2 und seinen zahllosen Klons), sondern Ihren Piloten. Anstelle der Motorleistung oder der Bremsstärke frisieren Sie beim mutmaßlich ersten "CARPG" der Spielegeschichte nämlich die individuellen Fähigkeiten Ihres Rennfahrers.
Neun Talente wie Sichtweite, Kondition oder Einschüchterung steigern Sie im Spielverlauf durch gute Leistungen auf der Rennstrecke. Dort geben Sie ausschließlich mit knapp 25 Vehikeln des italienischen Autobauers Alfa Romeo Gas.
Bekannte Modelle wie Alfa 147, Alfa GT und Alfa GTV gibt es nicht nur in der gewöhnlichen Straßenvariante, sondern auch als hochgezüchtete Sport- sowie Tourenwagenmodelle. Außerdem schalten Sie im Spielverlauf eine Reihe rasanter Prototypen sowie legendäre Klassiker vom Schlage des Alfasud oder Guilia TZ2 frei.
Anspruchsvolle Rennen
Bei den Rennen kämpfen Sie gegen sieben Konkurrenten, die alle dasselbe Modell fahren.
Nachdem Sie das extrem unübersichtliche Menü hinter sich gelassen haben, finden Sie sich am Steuer des Golf-Konkurrenten Alfa 147 auf einem einzigen Parcours wieder. Weitere Fahrzeuge und Rennstrecken verdienen Sie sich mit guten Platzierungen in diversen Ligen - was aufgrund des realistischen Fahrmodells und der aggressiven Computergegner gerade anfangs ziemlich knifflig ist und dank stetig steigendem Schwierigkeitsgrad auch nicht einfacher wird.
Die konkurrierenden Alfa-Piloten rauschen nicht nur schneller über die Kurse als ein Espresso Doppio in die Tasse, sondern gehen auch sehr aggressiv vor. Drängler und Schubser sind an der Tagesordnung, was oft frustrierend ist, da ein Ausflug ins Kiesbett alle Chancen auf einen Platz auf dem Siegertreppchen und damit die Qualifikation für das nächste Rennen zunichte macht.
Außerdem kosten Karambolagen und Fahrten abseits des Asphalts Lebenspunkte. Sind diese aufgebraucht, ist das Rennen vorzeitig beendet. Ein Schadensmodell gibt es ebenfalls. Dieses beschränkt sich allerdings auf kleinere Beulen und Kratzer sowie zerberstende Frontscheiben, was aufgrund der fehlenden Cockpitperspektive nicht weiter stört.
Raser mit Herzschlag
Der Alfa Nuvola sieht von vorne etwas unförmig aus. Der grüne Helm (re.) zeigt die Kondition.
Je fitter Ihr Fahrer ist, desto leichter können Sie sich auf der Rennstrecke behaupten. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei die eingangs erwähnten Fähigkeiten Ihres Steuermanns. Besonders wichtig sind neben dem Tiger-Effect Kondition und Nervenstärke: Klebt Ihnen ein Gegner an der Stoßstange, wird Ihr Alter Ego zunehmend nervös.
Die geistige Frische verrät eine omnipräsente Anzeige. Leert sich diese, verschwimmt das Bild und die ansonsten ordentliche Steuerung wird für ein paar Sekunden schrecklich träge - wodurch die Konkurrenten leichter an Ihnen vorbeiziehen können.
Denselben Effekt üben Sie allerdings umgekehrt auch auf KI-Lenker aus, denen Sie hinterherfahren. Wie viel Angst Sie verbreiten und wie lange es dauert, bis Ihr Fahrer einen Herzkasper kriegt, liegt am jeweiligen Fähigkeitenlevel. Mit guten Leistungen gewinnen Sie Energiepunkte, die Sie nach Belieben verteilen.
Mieser Mehrspieler-Modus
Wer keinen leistungsstarken PC besitzt, muss mit einer absolut durchschnittlichen und wenig detailreichen Optik leben. Ab Auflösungen jenseits der 1.280x960 Bildpunkte und mit vollen Details sieht SCAR allerdings ganz lecker aus. Die einzelnen Fahrzeuge wurden genau wie die Rennstrecken (u. a. Hockenheimring, Laguna Seca) möglichst originalgetreu nachgebildet.
Bei näherer Betrachtung wirken einige der Boliden dennoch etwas kantig - genau wie die Randobjekte in den auf Dauer eintönigen Stadtkursen. Apropos eintönig: So viel Laune SCAR anfangs auch macht, so monoton wird es mit zunehmender Spieldauer.
Schuld sind die guten, aber langfristig zu abwechslungsarmen Kurse sowie der eingeschränkte Fuhrpark. Besonders enttäuschend: Wer sich mit menschlichen PS-Rowdys messen möchte, kann dies lediglich zu zweit an einem PC im ruckeligen Splitscreen-Modus tun.
