Spore im PC Games-Langzeittest
Genial sollte sie sein, die Schöpfungssimulation Spore der Sims-Macher. Unser Test im vergangenen Heft zeigte jedoch das enttäuschende Gegenteil: Spore ist ein interessanter Genre-Mix, der meist entzückend aussieht, aber kaum Spieltiefe bietet.
In Kämpfen richtet man Laser und Raketen per Maus auf sein Ziel. Das endet meist in hektischem Geballer, das wenig Freude bereitet.
Fünf Phasen durchläuft man in Spore. Anfangs erstellt man sich eine Kreatur. Das geschieht in einem vielseitigen und fantastisch zu bedienenden Editor - er ist der beste Aspekt des gesamten Spiels. In der ersten Phase ist man noch als Amöbe unterwegs, klickt sich durch ein simples, aber hübsch gemachtes Action-Spiel mit Rollenspiel- Elementen. Dieser Charme verliert sich dann in den nächsten drei Phasen, wenn Spore sich vom putzigen Kreaturen-Simulator zum stumpfen Strategiespiel wandelt. Der letzte Teil des Spiels findet im Weltall statt. Man lenkt sein Raumschiff durch eine gigantische Spiralgalaxie; in ihr Abertausende von Sternensystemen, jedes davon angefüllt mit erkundbaren Planeten. Sie alle zu erforschen würde Monate in Anspruch nehmen.
Mit der Zeit schaltet man neue Gebäude und Fähigkeiten für das eigene Raumschiff frei.
Im All gibt's viel zu tun: Mit Terraforming-Werkzeugen werden Planeten bewohnbar gemacht und anschließend Kolonien besiedelt. So erwirtschaftet man Rohstoffe, die den Handel mit anderen Rassen ermöglichen. Danach kauft man dutzende Upgrades für sein kleines Schiff, darunter Waffen, die in lächerlichen Kämpfen zum Einsatz kommen. Diplomatie, Erkundungsflüge, Städtebau, das wäre motivierend, müsste man nicht alles selbst erledigen: Jeden Botengang, jeden Kampf, jeden Warentransport tätigt man von Hand. Stunde um Stunde die gleichen eintönigen Aufgaben - so verspielt Spore jede Chance auf Langzeitmotivation.
