Warum Splatoon 3 in Japan so unglaublich erfolgreich ist - Seite 2

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Special Katharina Pache - Autorin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Warum Splatoon 3 in Japan so unglaublich erfolgreich ist - Seite 2
Quelle: Nintendo

3,45 Millionen Einheiten von Splatoon 3 wurden innerhalb weniger Tage nach Release in Japan abgesetzt. Kein anderes Switch-Spiel hatte in dermaßen kurzer Zeit dort mehr Erfolg. Aber wieso lieben die Japaner Splatoon 3 so? Wir blicken hinter die Kulissen.

Dass die Switch, die portabel und am Fernseher funktioniert, ein wahrer Geniestreich ist, wird rein anhand der beeindruckenden Zahlen bereits deutlich. Und was die Konsole auszeichnet und so beliebt macht - nicht nur in Japan - sorgt nun in Splatoon 3 für diesen wahnsinnigen Erfolg in Japan. Es bietet, was die Japaner lieben: lokale Mehrspielermöglichkeiten, mit Salmon Run zudem einen Koop-Modus, und portabel ist der knallbunte Shooter ebenso. Die Kampagne kann man während des Pendelns zu Job oder Schule in Angriff nehmen, daheim geht es dann ab in die Mehrspielerpartien.

Grund 3: Shooter ohne Weltkrieg

Das Shooter-Genre gehört in Japan nicht zu den beliebtesten. Das hat mehrere Gründe: Westliche Titel dieser Sparte sind oft realistisch inszeniert, mit einem relativ hohen Gewaltgrad und entsprechender Altersfreigabe. Die Weltkriege als beliebtes Setting für Spiele dieser Art spricht in Japan einen weniger großen Teil der Militär-Fans an - schließlich kämpft man dort gegen die Japaner anstatt auf ihrer Seite.

Splatoon hingegen funktioniert unabhängig von der Geschichte und martialischen Szenarios. Die ganze Familie kann guten Gewissens mitmischen - seit Wii-Zeiten ist der Aspekt, dass auch Oma und Opa mitspielen können, ein wichtiger Faktor für Nintendos Eigenproduktionen. Der Erfolg gibt dem Unternehmen recht, wenn man nicht nur die Wii betrachtet, sondern auch die Switch und natürlich Splatoon 3, den unblutigen Shooter für alle.

Als einen weiteren Grund für die geringere Popularität von (Ego-)Shooter in Japan ist außerdem die Distribution dort nicht zu unterschätzen. Das Genre ist in erster Linie auf dem Gaming-PC und auf der Xbox beheimatet, beides Systeme, die in Nippon (anders als in China oder Südkorea) weniger verbreitet sind als hierzulande. In den letzten Jahren hat sich der Prozentsatz zwar mehr an den anderer Länder angeglichen, aber nostalgisch blicken vergleichsweise wenige japanische Zocker auf Titel wie Doom oder Wolfenstein zurück, das Genre ist nicht so stark im Bewusstsein der Spieler verwurzelt.

Splatoon 3: Unglaublicher Erfolg in Japan - wir klären, was dahintersteckt (2) Quelle: Nintendo Splatoon 3: Unglaublicher Erfolg in Japan - wir klären, was dahintersteckt (2) In einer Famitsu-Umfrage aus dem Jahr 2017 gaben Leser des Fachmagazins ihre liebsten Shooter an: Auf Platz 1 residierte Overwatch (auch auf Playstation erhältlich), auf Platz 2 folgte Splatoon (Wii U), das erste Call of Duty taucht erst auf Rang 11 auf. Halo, der Xbox-Shooter schlechthin, ist in der 20 Plätze umfassenden Liste gar nicht erst vertreten. Selbst Nintendo-Hausmarken bekommen das zu spüren: Die Reihe Metroid Prime hat in Nippon weniger Anhänger als im Westen. Wieso Splatoon mit Samus den Boden aufwischt? Neben den bereits genannten Punkten, also der Merchandise-Offensive, dem familienfreundliche Setting sowie der Möglichkeit, sozial zu spielen, sind Shooter aus der Ego-Perspektive in Japan noch eine schmalere Nische als Third-Person-Shooter. Auch das deutet die Famitsu-Umfrage an: Der erste Ego-Shooter der Top 20 ist das steinalte Goldeneye für N64 und Wii auf Platz 4. Die frisch angekündigte Neuauflage für Switch dürfte in Japan also immerhin ein paar Fans finden.

Grund 4: Das Miiverse lebt weiter!

Japaner spielen also tendenziell gerne sozial - man denke auch an dort immer noch populäre Arcades und Internet-Cafés. Da trifft es sich gut, dass Splatoon 3 eine Art In-Game-Social-Media bietet. Spieler können Bilder zeichnen oder handschriftlich Texte verfassen und ihren Avatar damit schmücken. Das erinnert nicht zufällig frappierend an das Miiverse, das Social-Media-Angebot von Nintendo, das mit den Mii-Avataren auf der Wii eingeführt wurde und sich großer Beliebtheit erfreute.

2017 wurde es zum Leidwesen vieler Fans eingestellt, der beste Ersatz sind tatsächlich die Community-Features in Splatoon 3. Wo sich Menschen treffen und austauschen, kommt es zwangsläufig zu Unstimmigkeiten oder verletzendem Verhalten, Splatoon 3 zeigt sich aber verhältnismäßig familienfreundlich - das liegt auch an den klugen Einschränkungen. Diskussionen kann man nicht führen, es gibt zwar Likes, aber deren Menge wird nicht angezeigt. Und Inhalte, die gegen Regeln verstoßen, sind einfach zu melden. Kauft jemand Splatoon 3 nur, um sich mit der Community zu beschäftigen? Vermutlich nicht. Aber der soziale Aspekt ist besonders japanischen Spielern sehr wichtig und trägt auch bei Animal Crossing zum Erfolg bei.

Splatoon 3 international

Und wie schlägt sich Splatoon 3 im Rest der Welt? Im UK stürmte Splatoon 3 auf den ersten Platz der Switch-Retail-Verkaufscharts in der Release-Woche und hielt die Platzierung. In den deutschen Charts war Splatoon 3 Spitzenreiter - und zwar nicht nur der Switch-Charts, sondern systemübergreifend. Wie es in Nordamerika aussieht, wird sich noch zeigen, aber klar ist: Splatoon 3 verkauft sich generell blendend, nicht nur in Japan. Und das liegt sicherlich nicht nur an den Qualitäten des Spiels und den Vorlieben diverser Gruppen, sondern auch an der weiten Verbreitung der Nintendo Switch. Wann Nintendo den Schritt hin zu einer neuen Konsole wagt, wenn die Switch und First-Party-Spiele nach wie vor eine unglaubliche Performance hinlegen, ist eine andere Geschichte.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Splatoon (3) gespielt? Fechtet ihr jeden Abend knallbunte Farbschlachten aus? Oder spricht euch der bunte Shooter generell nicht an? Wenn das so ist, dann wollen wir natürlich gerne den oder die Gründe dafür wissen! Splatoon 3 ist exklusiv für Nintendo Switch weltweit am 09. September 2022 erschienen.

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Johnny1138 Stille/r Leser/in
        Hello,

        erstmal ein Dankeschön für den interessanten Artikel.

        Ich liebe Splatoon, spiele meistens den normalen Rangmodus und Salmon-run. Leider hat meine 4er Bande noch nie einen Ober(mama)salmoniden bezwingen können.

        Kritisch finde ich, dass bestimmte Ausrüstungsgegenstände nur hinter der "Paywall amiboo" versteckt sind.
      • Von Johnny1138 Stille/r Leser/in
        Hello,

        erstmal ein Dankeschön für den interessanten Artikel.

        Ich liebe Splatoon, spiele meistens den normalen Rangmodus und Salmon-run. Leider hat meine 4er Bande noch nie einen Ober(mama)salmoniden bezwingen können.

        Kritisch finde ich, dass bestimmte Ausrüstungsgegenstände nur hinter der "Paywall amiboo" versteckt sind.
      • Von Gelöschtes Mitglied 3268579 Mitglied
        Nintendo vercasualt mal eben das Shooter-Genre: Splatoon

        Nintendo ist mMn nicht dafür bekannt, sich mal eben neue, vollwertige IPs aus den Ärmeln zu ziehen. Umso verwunderlicher eigentlich, wie gelungen Splatoon doch ist. Mich konnte letztendlich die Suchtspirale zwischen Aufleveln, Waffen kaufen und Inkling umstylen nicht überzeugen, weswegen ich aktuell noch am Hadern bin, ob Teil 3 unbedingt sein muss.

        Jetzt muss ich daran denken, wie Shigeru Miyamoto in einem Iwata-Asks-Interview mal erklärte, warum er Ego-Shooter gut findet. :D Dieses Sich-in-die-3D-Umgebung-hineinversetzen ist, glaube ich, genau das, wo in der Reihe noch Luft nach oben ist.
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Hab das erste Splatoon auf der WiiU sehr gern gespielt. Aber da war online noch kostenlos.
      • Von Schalkmund Nerd
        Konnte mich schon für die ersten beiden Teile nicht so begeistern. Wäre schön wenn irgendwann noch mal was ordentliches von Nintendo für Switch kommt, die Durststreck ist jetzt schon extrem lang.
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