Lego: Showdown im Arlong Park im Test - Eine fragile Angelegenheit
Ein Set, dessen Feature ist, das Set zu zerstören? Kann das funktionieren? Das LEGO One Piece-set "Showdown im Arlong Park" versucht genau das und spendiert den Figuren gleich noch einige interessante Kniffe. Wie gut das aber im Test überzeugt, muss sich erst noch zeigen.
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Die Strohhutpiraten sind weiter auf Reisen. Vor kurzem sind sie noch mit der Flying Lamb über diese Seiten geschippert, und legen heute schon zum Showdown im Arlong Park an. Das Schiff bestach mit modularen Elementen, zahllosen Details und natürlich den liebgewonnenen Figuren. Mit letzterem kann auch dieses LEGO-Set wieder punkten, doch wie sieht es mit dem Rest aus? Kann es den Erfolgskurs fortsetzen, oder sehen wir hier eher einen Schiffbruch?
Technische Details
- Set-Name & Nummer: Showdown im Arlong Park (75638)
- Themenwelt: One Piece
- Erscheinungsdatum: 01. August 2025
Teileanzahl: 926 Teile - UVP & Preis pro Teil: 79,99 €/ etwa 9 Cent pro Teil
- Aufbauzeit: ca. 2,5 Stunden
- Minifiguren: 5
- Aufkleber vs. Prints: 11 Sticker, 4 Prints
- Maße des fertigen Modells in cm (L×B×H): 16 × 10 × 29
- Altersempfehlung: 9+
Was ist in der Box?
Bei 926 Teilen handelt es sich hier um ein vergleichsweise kleineres Set, das aber dennoch mit gleich drei Anleitungen daherkommt (zur Digitalversion). So enthält die erste der insgesamt zehn Tüten den Schießstand, die zweite den Shark Attack-Thron und der Rest die eigentliche Pagode. Ideal also, um gemeinsam zu bauen.
Ferner gibt es wieder drei Steckbriefe, die in zufälliger Ausfertigung den Sets beigelegt werden, die allerdings auch bereits drei der vier Prints ausmachen. Dem gegenüber stehen wiederum elf Sticker. Und zu guter Letzt gibt es noch ein besonderes Teil, auf das ich aber am Ende zu sprechen komme.
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Die Arlong Park-Stände
Los geht es demnach mit dem "Wald", wie das Bäumchen im Beschreibungstext genannt wird, Lysop samt dessen Ketchupflasche, mit der er Chu austricksen konnte, und dem Schießstand. Dieser wird bereits mit vier Stickern ausgestattet, die ihm immerhin ein paar nette Details verleihen. Des Weiteren gibt es zwei drehbare Ziele, die mit einem Shooter ins Visier genommen werden können. Dasselbe Teil kennt man bereits etwa von der Kanone der Flying Lamb.
Besagter Schlauchbootlippenfischmensch alias Chu taucht wiederum in der zweiten Tüte auf. Begleitet wird er von einer knuffigen kleinen Schnecke, deren Haus der verbliebene Print ist, und die es sich neben ihm unter einem Sonnenschirm bequem macht. Die wollte wohl schon immer mal ein Haus am Meer. Abgerundet wird das Ganze von Arlongs Thron, der optisch durchaus ansprechend, natürlich aber der Altersempfehlung entsprechend mit wenigen Handgriffen fertiggestellt ist.
Jetzt könnte man diese vier Elemente zugegebenermaßen als recht mickrig betrachten, da der UVP von 80 € bei Weitem kein Schnäppchen ist. Wer hingegen ein gutes Angebot erwischt, könnte sie dagegen als nette Dreingabe sehen, die sich mit eigenen Steinen und etwas Kreativität gut zu einem zusammenhängenden Gelände erweitern lässt. Für einen richtigen Showdown im Arlong Park wären ein paar weitere Fischmenschen aber nicht verkehrt gewesen.
Das Herz des Parks
Nein, damit meine ich leider nicht Muh-Kuh, sondern die Pagode, in der Nami ihre Karten zeichnete. Und ein schönes Detail, das mir hier auffiel, waren die zum Piraten-Thema passenden blauen Outlines in der Anleitung. Das ließ mich stutzig werden, da ich hierauf in früheren Sets nie geachtet hatte. Daher schaue ich mir verschiedene Anleitungen an und stellte fest, dass es hierfür wohl kein eindeutiges System zu geben schien. Oft gab es gar keine, wie auch bei den Anleitungen 1 und 2 in diesem Set; oft waren sie aber auch rot. Grüne Outlines fand ich dagegen bei der Flying Lamb und das Baratié hat wiederum gelbe. Diese Detailliertheit sehe ich auch an einigen anderen Stellen im Set, etwa an dem minimalistischen Kartenzimmer oder den Dachschindeln.
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Und dann wäre da noch das besondere "Feature" der Pagode. Denn sowohl die Seitenwände als auch die Etagen und vor allem das Dach sind absichtlich so verbunden, dass sie bei leichtester Erschütterung bereits in ihre einzelnen Module zerfallen. Das soll Ruffys Zerstörungswut simulieren, als er Arlong endlich seine lang verdiente Abreibung verpasst. Doch obwohl das Teil des Konzepts ist, wird so der ganze Turm eben auch wahnsinnig wackelig. Im Regal dürfte dieser Umstand weniger stören. Doch wenn tatsächlich damit gespielt wird, wovon man aufgrund der Altersempfehlung und des Features ausgehen muss, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass eine falsche Bewegung schnell zum Einstürzen führen kann.
The Good, the Bad, and the Others
Weitere erwähnenswerte Bautechniken, clevere Kniffe oder besondere Steine kommen beim Bau nicht mehr vor, weswegen wir bereits zu den Minifiguren kommen. Denn ein besonderes Teil gibt es hier noch, welches ich anfangs kurz erwähnt hatte und das auf jedem Produktbild prominent herausgestellt ist: Ruffy Arme. Anders als die herkömmlicher LEGO-Figuren sind die, passend zu seinen Gummifähigkeiten, außerordentlich beweglich und lang. Etwa 165 mm, um etwas genauer zu sein, denn sie bestehen augenscheinlich aus einem einzigen, langen Bauteil, das sich nicht gegen andere Arme austauschen lässt. Dass das nicht auch beim ebenfalls recht aktuellen Fantastic Four vs. Galactus-Set verwendet wurde, überrascht mich. Denn die bieten eine Menge Flexibilität beim Spielen, auch wenn in der Pagode selbst nicht wirklich Platz dafür ist. Da war selbst im engen, aber umso hübscheren Beutelsend mehr Beinfreiheit.
Doch nicht nur das unterscheidet diesen Ruffy von seinem beinahe-Zwilling aus dem Schiffs-Set. So hat dieser hier zwei andere Wechselgesichter und trägt diesmal keinen Hut. Den hat er diesmal Nami gegeben. Ob sie allerdings so herzzerreißend schluchzt, weil der deutlich zu groß geratene Strohhut ihr die Haare klaut, bleibt Interpretationssache. Dafür hat sie, ebenso wie Crew-Mitglied Lysop, ein anderes Oberteil spendiert bekommen. Chus Dauerwelle spricht wiederum für sich selbst, wie ich finde. Besonders hervorheben möchte ich aber noch Arlong, dessen wallendes, schwarzes Haar, pelziger Hut und Rückenflosse ordentliche Hingucker sind. Die beiden Fischmenschen haben außerdem noch einige kleine Details an einem Arm; bedruckte Beine bekam dagegen nur Ruffy verpasst. So wenig Aufwand also in das Design der Beine ge-Flosse-n ist, so können die Figuren von der Hüfte aufwärts das Ruder immerhin noch herumreißen.
LEGO Showdown im Arlong Park: Fazit
Es ist schwer, LEGO-Sets unabhängig vom Preis zu bewerten. Wenn man etwa von der Rechnung ausgeht, dass eine Minifigur durchschnittlich 5 € kostet, beläuft sich das übrige Showdown im Arlong Park-Set auf 55 €. Dafür erhält man dann eben mehrere modulare Park-Elemente und eine Riege doch sehr schön gestalteter Figuren. Ruffy und Arlong sind hier ganz klar die Zugpferde, doch auch Lysop und Chu sehen richtig gut aus. Lediglich Nami versinkt etwas unter dem Hut.
Was die Gebäude angeht, so ist das Gimmick der Pagode eine interessante Idee für mehr Interaktivität. Etwas mehr Stabilität, indem man den Turm schließt oder massiver baut, damit er nicht schon bei einem schiefen Blick beinahe einstürzt, hätte dem Ganzen aber nicht geschadet. Die vier weiteren Elemente sind nett anzusehen, allerdings auch nicht unbedingt der Rede wert. Wer also ein weiteres Stück für die Sammlung sucht, der kann hieraus eine Menge machen. Ist man dagegen auf der Suche nach dem nächsten gemeinsamen Projekt mit den Kids, kann es sich hingegen lohnen, auf den einen oder anderen Sale zu warten.
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