Lego: Das Piratenschiff Flying Lamb im Test - Der größte Schatz der Welt?
Mit dem Das Piratenschiff Flying Lamb segelt einer der größten Anime nun auch in die LEGO-Regale. Ich habe mir das Set genau angeschaut, um herauszufinden, wie gut es sich aufbauen, bespielen und bestaunen lässt. Oder anders gesagt, ob hier nur Seemannsgarn oder ein echter Piratenschatz wartet. Also an Deck, ihr Landratten!
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Obwohl ich Anime nicht abgeneigt bin, sind viele große Reihen stets an mir vorbeigegangen. Dragon Ball, Naruto oder selbst Pokémon hatten mir einfach zu viele Folgen, als dass ich mich an diese Mammutprojekte wagen wollte. So war ich persönlich überaus glücklich darüber, als Netflix mit ihrem Remake zu One Piece daherkam, und das dann sogar wirklich gut war. Auch mir sind Ruffy, Zorro und der Rest der Strohhutbande inzwischen ans Herz gewachsen. Wie schön also, dass es nicht nur endlich neue Infos zur zweiten Staffel, sondern auch eine ganze Reihe neuer LEGO-Sets gibt, darunter Das Piratenschiff Flying Lamb. Ich habe mir die schnittige Dame einmal angeschaut und erzähle euch hier, ob sich das Set für eure Sammlung lohnt.
Technische Details
- Set-Name & Nummer: Das Piratenschiff Flying Lamb (75639)
- Themenwelt: One Piece
- Erscheinungsdatum: 01. August 2025
Teileanzahl: 1376 Teile - UVP & Preis pro Teil: 129,99 €/ etwa 10 Cent pro Teil
- Aufbauzeit: ca. 4 Stunden
- Minifiguren: 5
- Aufkleber vs. Prints: 18 Sticker, 3 Prints + 4 Extrateile (Segel & Flaggen)
- Maße des fertigen Modells in cm (L×B×H): 39 × 20 × 34
- Altersempfehlung: 10+
Was ist in der Box?
Schauen wir uns zunächst einmal an, was das gute Stück so alles unter Deck hat. Unter den insgesamt 1376 Teilen, verteilt auf 10 Taschen, finden sich wie üblich einige Ersatzteile sowie viele besondere Steine und "Requisiten": Dazu zähle ich etwa Zorros Schwerter, Lysops Schleuder, einige Steckbriefe und jede Menge Futter. Doch ich greife vorweg. Ferner enthält das Set selbstverständlich eine Anleitung (zur Digitalversion), ganze 18 Sticker und die ikonischen Flaggen und Segel.
Quelle: PCGH-Ratgeber
LEGO Das Piratenschiff Flying Lamb im Test: Der größte Schatz der Welt? (2)
Letztere sind zwar aus Plastik statt Stoff, doch in diesem Fall bot sich das aus Stabilitätsgründen wohl einfach mehr an. Etwas mehr ins Gewicht fällt da die große Anzahl an Stickern im Vergleich zu den wenigen Prints. Zwei der drei sieht man nämlich nicht einmal von außen, wogegen die weißen Scheiben an der Reling alle sorgfältig beklebt werden müssen, da jeweils vier davon in dieselbe Richtung weisen.
Von Planken und Pizzen
Los geht es aber nicht mit der Reling, sondern dem Rumpf und den beiden Zimmern. Während im vorderen Ankerraum zunächst noch nicht viel passiert, wird die Kombüse mit zahlreichen kleinen Details ausgestattet, darunter Kochutensilien, einer bedruckten Pizza und der bunten, wenn auch etwas klein geratenen Sitzbank. Dabei gelingt es, trotz des kleinen Maßstabs, mithilfe zahlreicher Details und Sticker eine lebendige Umgebung zu schaffen, die den bisher recht niedrigen Bauanspruch auflockert. Lediglich bei der Rumpfaußenwand wird es gelegentlich etwas kreativer; allerdings nichts, was für die Altersgruppe von 10+ nicht machbar wäre.
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Leider nicht machbar war es wohl, das Ruder so zu bauen, dass es durch das Steuerrad bewegt werden kann. Doch auch das ist vermutlich wieder dem Maßstab geschuldet und daher durchaus verschmerzbar. Zwischendurch taucht übrigens immer mal wieder einer der Steckbriefe in den Papiertaschen auf, die jedoch erst später Verwendung finden. Denn zunächst bekommt erst einmal der Ankerraum einige Details verpasst, bevor dann der Überbau der Kanone folgt.
Alle an Deck der Flying Lamb!
Weiter geht es mit der Hecktreppe, einigem Werkzeug und einem Fass, dessen Farbunterschied zu Deckel (immerhin ein Print) nicht zu übersehen ist. Ähnlich unorganisiert wirkt auch das weitere Vorgehen, da mal hier, mal da gebaut wird, ohne klaren roten Faden, wie es mir auch beim Auenland kürzlich schon auffiel. Dank der LEGO-typisch simplen Anleitung mag das nicht schlimm sein, da diese meiner Meinung nach gelegentlich sogar ein wenig zu simpel ist, wenn auf einer ganzen Seite nur zwei Steine gesetzt werden. Es wirkt aber ein wenig, als sei den Designern des Öfteren im Nachhinein eingefallen, dass an dieser und jener Stelle ja noch etwas fehlt.
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Andererseits kann das auch für die nötige Abwechslung sorgen, wodurch die ca. vier Stunden (bei konzentriertem Bauen auch weniger) noch kurzweiliger werden. Besonders abwechslungsreich wird es dann bei den Decks, den Relingsverzierungen, der kreativen, aber etwas schlichten und wackeligen Galionsfigur und dem Heck. Das lässt sich relativ einfach wieder abnehmen, um so Zugang zur Kombüse zu ermöglichen. Dennoch sitzt das Modul fest auf, sodass es nicht versehentlich herausrutschen kann - schonmal ein großer Pluspunkt.
Lager und Takelage der Flying Lamb
Anders als Ruffys Lieblingsplatz strotzen die Lagerbestände der Flying Lamb nur so vor besonderen Teilen. Von Croissants und Trauben im unteren Lager bis hin zu Schenkeln und Würstchen in der später folgenden Truhe am Bug ist hier für jeden LEGO-Feinschmecker etwas dabei. In ersterem finden nun auch endlich die vier Steckbriefe ihren Platz. Da diese in der Anleitung nur Platzhalterbilder haben und in meinem Set zudem zweimal derselbe enthalten war, ging ich davon aus, dass es sich hierbei um Sammelgegenstände handelt. Und ein Blick auf die letzten Seiten der Anleitung bestätigte diese Vermutung: insgesamt gibt es wohl acht zufällig verteilte "Gesucht Poster" in den One Piece-Sets.
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Die große Lagerkiste, die in der Mitte des Schiffs verstaut wird, ist übrigens theoretisch ebenfalls herausnehmbar, dabei aber ein wenig zu eng verkeilt. Daher ziehe ich statt der Kiste stets nur den Deckel ab. Der Rest lässt sich daraufhin aber zumindest leicht entnehmen. Praktischer und auch schicker finde ich da den Stauraum am Heck, der noch weitere Kleinteile enthält und den man sowohl abnehmen als auch aufklappen kann.
Vorher sind jedoch noch die beiden Maste dran, was wohl tatsächlich der Plural von "Mast" ist. Diese bestehen aus schmalen LEGO Technic-Teilen, die allerdings alles andere als besonders stabil sind. Außerdem ist auch das Krähennest, in dem Lysop auf dem Produktbild so majestätisch Platz nimmt, nicht dafür geeignet, Figuren darin aufzustecken. Dafür verleihen Namis Orangenbäume, die simple, aber effektive Kanone und nicht zuletzt die Flaggen und Segel der Flying Lamb ihr unverkennbares Aussehen.
Die Strohhutbande
Nun habe ich die einzelnen Crewmitglieder zwar bereits erwähnt, gehe aber wie immer erst zum Schluss genauer auf die Minifiguren ein. Und hier muss ich sagen, sind einige wirklich schöne Stücke herausgekommen. An den Fortnite Schlachtenbus kommt zwar auch dieses Set nicht heran. So ist Sanji mit seinem schwarzen Anzug hier noch der gewöhnlichste, was aber einfach an seinem schlichten Outfit liegt. Dafür bekommen Lysop, Nami und Ruffy bedruckte Beine und ersterer sogar eine stylische Umhängetasche spendiert. Drehköpfe besitzt ebenfalls jeder und Ruffys Hut enthält auch gleich seine Frisur.
Mein Favorit ist jedoch Zorro, der nicht nur eine coole Frisur, ein schelmisches Grinsen und sein Kopftuch zum Wechseln hat. Auch das Wado Ichimonji ist so gebaut, dass er es "im Mund" tragen kann, was seinen legendären Drei-Schwerer-Stil ermöglicht.
LEGO Das Piratenschiff Flying Lamb: Fazit
Selbst wenn es beim Lesen so wirkt, als hätte ich mehr gemeckert als gelobt, gefällt mir Das Piratenschiff Flying Lamb wirklich gut. Es bietet zwar eine etwas chaotische und nicht besonders anspruchsvolle, dafür aber sehr abwechslungsreiche Bauweise. Überall am und im Schiff sind Details und besondere Teile versteckt. Und vor allem durch die Segel, Flaggen und die beliebte Piratenbande bekommt das Set seinen ikonischen Charakter. Über die instabile Takelage und die vielen Sticker kann ich dadurch noch hinwegsehen. Für die Vitrine ist das Schiff damit allemal etwas. Ob es sich auch so gut bespielen lässt, ist ob einiger wackliger Teile hingegen eine andere Frage. Für ca. 130 € zählt das Set jedoch eindeutig zu den besser bepreisten und ist für Fans damit absolut einen Blick wert.
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