Lizenzspiele als Gelderschaffungs-Maschine
Star Wars: Battlefront 2, Mittelerde: Schatten des Krieges und ganz aktuell Hogwarts Mystery: Lizenzspiele, welche die zugrunde liegenden Marken durch fragwürdige Finanzierungsmodelle in den Schmutz ziehen, haben derzeit offenbar Hochsaison. Eine Bestandsaufnahme und ein Blick zurück.
Auf dieser Seite
Das machte die Situation zum Release aber nur bedingt besser. Freischaltungen in Battlefront 2, etwa von neuen Spielfiguren, waren in der ursprünglichen Fassung so ausgelegt, dass man etwa für Darth Vader gut 80 Stunden hätte investieren müssen, um ihn ohne Echtgeld-Zahlung zu erhalten. Diese Freischalt-Zeit wurde durch erhöhte Belohnungen zwar zurechtgepatcht, nahm aber noch immer viel zu viel Zeit in Anspruch. Das ganze Unlockable-System war nun einmal vollkommen auf Lootboxen gemünzt und Star Wars: Battlefront 2 somit beim Erscheinen eine zurechtgestutzte, in vielen Aspekten nicht mehr vollkommen funktionierende Hülle und ein mahnendes Beispiel, wie es nicht gemacht werden sollte.
Marken-Missmanagement
Womit sich angesichts dieser drei und weiterer, weniger prominenter, aber ebenso verhunzter Lizenzspiele eine Frage auftut: Warum lassen die Rechteinhaber das zu? Im Falle von Star Wars wurde nach dem ganzen Debakel bekannt, dass die Rücknahme der Mikrotransaktionen auf Drängen von Disney vorgenommen wurde. Verständlich - aber wie konnte es überhaupt so weit kommen? Dass Disney EA beziehungsweise im Auftrag von EA das Entwicklerstudio Dice einfach so werkeln ließ, ohne darauf zu achten, was da mit ihrer Lizenz angestellt wird, davon ist nicht auszugehen. Ebenso dachte wohl keiner der Verantwortlichen bei EA oder Disney, dass die Käufer begeistert auf die Tatsache reagieren würden, dass sie zusätzlich zum Kaufpreis des Spiels durch Mikrotransaktionen weiter geschröpft werden würden. Das Disney-Veto kam aber trotzdem erst, als die sprichwörtliche Kacke schon am Dampfen war. Auch bei Mittelerde und Hogwarts Mystery meldete sich keiner der Lizenzinhaber zu Wort.
Woran liegt's? Nun, auch, wenn man dazu wohl keine offizielle Aussage von Disney, Warner Bros. und Co. erhalten wird, liegt die Antwort auf der Hand: Geld! Was auch sonst? Die Entscheidungsträger an den Lizenz-Hebeln der jeweiligen Rechteinhaber sind natürlich tunlichst darauf bedacht, den Wert ihrer Marken nicht zu senken. Allerdings verdienen sie bei allen verkauften Merchandise-Gegenständen, allen gedrehten Filmen und natürlich allen verkauften Videospielen fleißig mit; und je mehr Geld sich per DLCs, Mikrotransaktionen und Co. aus einem Produkt holen lässt desto besser. Somit stellt sich bei jeder Lizenzvergabe die Frage, wie weit man beim Ausschlachten der jeweiligen Marke gehen kann, ohne ihren Wert zu mindern - ein Balanceakt, der oft, aber eben nicht immer gut geht.
Shitstorm-Trooper
Im Falle von Star Wars: Battlefront 2 ging der Schuss eindeutig nach hinten los. Erwartet hatte man wohl müde Kritik in ein paar Online-Foren, wohl auch deswegen, weil der große Lootboxen-Shitstorm trotz zahlreicher Negativbeispiele auf dem Markt bis dahin ausgeblieben war. Ausgerechnet Battlefront 2 als Testballon hinsichtlich der Frage "Wie viel lassen uns unsere Fans durchgehen?" zu nutzen, war aber extrem ungeschickt, denn Star Wars ist natürlich auch außerhalb der Videospiele-Blase allgegenwärtig und die Diskussion um die Rechtmäßigkeit von Mikrotransaktionen wurde größer als jemals zuvor; so groß, dass, wie erwähnt, die Marke Star Wars an sich ernsthaft im Begriff war, Schaden zu nehmen. Disney zog die Reißleine, EA stand als der Böse da und die Gelackmeierten waren die Spieler, welche anstatt des erwarteten Star -Wars-Shooter-Spaßes ein zutiefst zynisches, zusammengeflicktes Stück Software erhielten. Die Verkaufszahlen von Star Wars: Battlefront 2 blieben ob der Kritik sogar deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Mittlerer Shitstorm in Mittelerde
Quelle: PC Games
In Schatten des Krieges wird das Nemesis-System jedoch durch die Möglichkeit ad absurdum geführt, sich Orks für seine Armee einfach mit Echtgeld zu kaufen. Im Endgame wird das sogar fast zur Pflicht.
Sehen wir uns im Vergleich dazu doch einmal die Reaktionen auf Mittelerde: Schatten des Krieges an. Im Grunde sind die Mikrotransaktionsmodelle in diesem Spiel nicht oder nur unwesentlich weniger invasiv als in der Sternenkrieg-Schießerei. Auch hier gab es empörte Kritik von Spieler- und Fachpresse-Seite - aber eben fast ausschließlich von dort. Einerseits, weil Der Herr der Ringe als Marke derzeit nicht so prominent in sämtlichen Medien auftaucht, andererseits, weil Publisher Warner Bros. die Aufmerksamkeit recht geschickt von den Mikrotransaktionen weglenkte, blieb der Shitstorm nicht aus, aber in einem Rahmen, den man wohl bei der Planung des Finanzierungsmodells in Kauf zu nehmen bereit gewesen war. Mehr noch, konnte man sich angesichts des Wegfallens der Mikrotransaktionen im Nachhinein sogar noch als weißer Ritter aufspielen, dem alleine das Wohlergehen der Spieler am Herzen liegt, und auf diese Weise eine potenzielle zweite Welle an nun besänftigen Käufern generieren.
Die Zukunft von Hogwarts
Quelle: Jam City
Der eigenen Figur zig Stunden lang dabei zusehen, wie sie in Harry Potter: Hogwarts Mystery gewürgt wird - ein Schelm, wer hier einen Versuch sieht, Kinder zum Einsatz von Echtgeld zu überreden, um das virtuelle Leiden zu verkürzen.
Und Harry Potter: Hogwarts Mystery? Das steht derzeit ein wenig zwischen den Stühlen und ob es trotz all der Kritik erfolgreich ist, wird sich dank des Free2Play-Modells erst in einiger Zeit zeigen. Auf jeden Fall kommt durch den Fokus auf die sehr junge Zielgruppe eine weitere Komponente hinzu, welche durchaus das Potenzial hat, Harry Potter als Marke in Ungnade zu bringen: Denn denkt dabei denn niemand an die Kinder?! Zu versuchen, aus der Unwissenheit beziehungsweise - siehe psychischer Druck - aus Ängsten von Unmündigen Kapital zu schlagen, riecht dann doch zu intensiv nach Kapitalismus der ganz besonders diabolischen Art. Die Entwickler gehen derzeit mit dem Shitstorm nur bedingt professionell um. Ein offizielles Statement der Rechteinhaber steht derweil noch aus. Mal sehen, ob die Macher nicht auch hier über kurz oder lang dazu "überredet" werden, ihr Finanzierungsmodell noch einmal zu überdenken, um Harry Potter als solches nicht zu beschädigen.
Eines ist aber klar: Wir stehen hier erst ganz am Anfang. Auch, wenn diese drei Lizenzspiele ganz besonders dreiste Beispiele für Mikrotransaktionsmodelle sind und es auf den ersten Blick unsinnig wirkt, gerade hier dermaßen intensiv damit nach vorne zu preschen, werden uns in Zukunft wohl noch viele weitere Lizenztitel erwarten, welche sogar noch weiter gehen. Warum? Nun, wir haben ja schon die schwierige Balance zwischen Gewinnmaximierung und Behütung der Marke besprochen. Das hier aufgepasst werden muss, keine entsprechenden Grenzen zu überschreiten, ist wahr. Wahr ist aber auch, dass es schon einen Grund hat, warum bei Lizenzspielen besonders große Risiken eingegangen werden - und das hängt mit dem emotionalen Faktor zusammen, der bei etablierten Marken zum Tragen kommt.
It makes Money
Denn warum gibt es Lizenzspiele? Bestimmt nicht, weil die Publisher oder auch die Entwickler sich erwarten, dadurch ganz besonders gute Titel abliefern zu können - im Gegenteil, schränkt eine vorhandene Marke die Kreativität natürlich zu einem gewissen Grad ein. Nein, die Leute kennen und mögen die vorhandene Welt, die liebgewonnenen Figuren und sind dadurch höchstwahrscheinlich eher bereit, Geld für das Produkt in die Hand zu nehmen - im Zweifelsfall sogar, ohne auf die Qualität des Spiels zu achten. Heißt also, dass ein Harry-Potter-, Herr-der-Ringe- oder Star-Wars-Abenteuer immer automatisch jede Menge Geld einbringen wird, sogar, wenn es, wie im Falle von Battlefront 2, hinter den Erwartungen des Herstellers zurückbleibt.

Bei FUT wiederum ist es was ganz anderes, da wird eine Fußballsim gemacht, die beliebt ist, und dann denken die sich bei EA, dass man mit einer Art Sammelkartenmodus noch mehr Geld verdienen kann, u.a. auch weil es GANZ sicher nicht akzeptiert werden würde, wenn im normalen Spiel Dinge eingebaut würden, für die man zahlen muss oder wo man nur gegen Entgelt Vorteile hat. Bei PES gibt es ja auch so was wie FUT, nur ohne Originallizenzen. Aber bei Fifa ist es nicht so, dass EA sagt "wir holen uns eine Lizenz und überlegen dann, wie wir da möglichst viel Geld rausholen", sondern die würden den Modus das auch ohne Lizenz so machen ;) der Kern des Produktes ist die Fußballsim, und FUT ist IMHO selbst für EA unerwartet gut angekommen.
Hier wird also auch die Zugkraft einer Lizenz verwendet um bestimmte Käuferschichten auszubeuten. Wie du schon gesagt hast wird FUT nur von einem Teil der Fifa Käufer gespielt. Die Frage ist, welcher ist das denn? Sind das erwachsene Spieler die ihre Panini Bild Zeiten lange hinter sich gelassen haben oder zielt FUT vielleicht doch eher auf die Minderjährigen und Jugendlichen ab? Ich würde sagen Zweiteres und ich fände es extrem Interessant wieviel % der FUT einnahmen durch Kinder und Jugendliche gemacht werden.
Ob die Marke "Star Wars" durch das Spiel wirklich Schaden genommen hat glaube ich tatsächlich nicht.
Bei zB Fifa oder so kann man ja zudem auch immer noch sagen, dass der Sammelmodus nur ein Zusatzpart des Games ist - man kann völlig ohne FUT dutzende Saisons und Turniere usw. spielen, keine Sau braucht eigentlich FUT, ich verstehe auch nicht, warum das so beliebt ist (wobei ich sicher bin, dass von den Käufern wiederum nur ein sehr kleiner Teil diesen Modus auch regelmäßig spielt, aber einige wenige geben halt ein Höllengeld aus). Bei so was wie dem Harry Potter-Spiel aber ist es ja nicht ein Modus innerhalb des Spiels, um den es geht, sondern das GANZE Spiel ist so aufgebaut, dass eben in Abzock-Verdacht steht. Und im Artikel geht es eben darum, dass solche Games sogar die "Marke" gefährden - bei so was wie Fifa aber wird niemals dieser eine Modus den gesamten Fußball in Verruf bringen... die Fifa sowieso nicht, die ist ja eh schon verhasst ;)
Hier wird also auch die Zugkraft einer Lizenz verwendet um bestimmte Käuferschichten auszubeuten. Wie du schon gesagt hast wird FUT nur von einem Teil der Fifa Käufer gespielt. Die Frage ist, welcher ist das denn? Sind das erwachsene Spieler die ihre Panini Bild Zeiten lange hinter sich gelassen haben oder zielt FUT vielleicht doch eher auf die Minderjährigen und Jugendlichen ab? Ich würde sagen Zweiteres und ich fände es extrem Interessant wieviel % der FUT einnahmen durch Kinder und Jugendliche gemacht werden.
Ob die Marke "Star Wars" durch das Spiel wirklich Schaden genommen hat glaube ich tatsächlich nicht. Genauso wenig wie FUT den Fussball schlecht dastehen lässt. Auf der anderen Seite finde ich es schon etwas bedenklich das über die FIFA Lizenz , Kinder zum Glückspiel animiert werden. Sogar so bedenklich das das zwar nicht dem Fussball, wohl aber der FIFA schaden könnte.
(ich habe gerade nochmal ebay geprüft. Hier werden zig FUT Accounts für bare münze gehandelt - von diesem Aspekt haben die Gegenstände einen Gegenwert in Echtgeld und daher ist "Glückspiel" keine falsche Bezeichnung)
Dem gegenüber steht zb Battelfield mit Mikrotransaktionen, hochpreisigem und indirekt sogar verpflichtendem Season Pass. Gibt natürlich noch mehr Beispiele.
Power Ups war auch besser als das Verkorkste jetzige System im 2 Teil. Da hätte ich doch lieber nen anständigen DLC Pack zusätzlich gekauft, als an dem Hauptspiel des Öfteren Polymorphe Veränderungen, die das Spiel einfach ohne Echte "Wiederspiel Wert" belässt.
Dazu die total Bescheuerten zurücksetzen der Erfolge bez. Manipulationen die eindeutig von den EA / DICE bzw Entwickler Server herrühren
Habe Test diesbezüglich gemacht und neben einer Online Version ( Rang 50 Bug.).. Auch ne Disk Version gekauft Deren gespeicherten Profil bzw
Dateien kommen nicht vom Hauptspiel, sondern werden von deren Servern wieder beim Online gehen auf die Playsi gezogen. Und man hat die Manipulierten Datei mit dem Rang 50 Problem wieder!
Also würde ich nicht von einem Fortschritt sprechen, eher von einem Rückschritt!
Man sollte sich nicht mit deren Servern verbinden ;-) Nur Leider gibt's dann trotzdem keine Trophäen . Es kann mir keiner weiß machen das die das nicht extra machen, und ne Spiele Datei auf deren Servern nicht "Editieren" können. Ein Witz ist das.
Gruß
Bei zB Fifa oder so kann man ja zudem auch immer noch sagen, dass der Sammelmodus nur ein Zusatzpart des Games ist - man kann völlig ohne FUT dutzende Saisons und Turniere usw. spielen, keine Sau braucht eigentlich FUT, ich verstehe auch nicht, warum das so beliebt ist (wobei ich sicher bin, dass von den Käufern wiederum nur ein sehr kleiner Teil diesen Modus auch regelmäßig spielt, aber einige wenige geben halt ein Höllengeld aus). Bei so was wie dem Harry Potter-Spiel aber ist es ja nicht ein Modus innerhalb des Spiels, um den es geht, sondern das GANZE Spiel ist so aufgebaut, dass eben in Abzock-Verdacht steht. Und im Artikel geht es eben darum, dass solche Games sogar die "Marke" gefährden - bei so was wie Fifa aber wird niemals dieser eine Modus den gesamten Fußball in Verruf bringen... die Fifa sowieso nicht, die ist ja eh schon verhasst ;)
Aber es sind so oder so zwei VÖLLIG andere paar Schuhe, ob du einfach nur ein Fußballspiel oder Formel 1-Spiel machst, wo es um eine Simulation geht und du es einfach nur durch die bekannten Sportler "authentisch" machen willlst und dafür dann die Markenrechte nutzen darfst, oder ob du eine Lizenz für ein fiktives Gedankenwerk wie zB HdR oder Star Wars oder Batman usw. holst, auf dessen Basis du entweder eine bereits bestehende Story als Spiel umsetzt oder auch eine KOMPLETT eigene Story machst und die Ideen und Charaktere der jeweiligen Bücher/Film-Welt verwendest. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge, allein schon weil du bei Sport eben genau DEN Sport simulierst, bei Games zu fiktiven Welten aber alle möglichen Genres offenstehen. Das kann man ja sicher leicht nachvollziehen. Und im Artikel geht es halt offenbar um Rechte für "fiktive" Werke, Universen, Charaktere usw., ich wüsste nicht, warum man da noch extra zu Sportlizenzen abgrenzen müsste oder diese noch einbeziehen sollte...
Wenn es jetzt zB ein Stretegiegame wie Total War: Warhammer geben würde, in dem es statt Dunkelelfen, Skargen und Zwergen Spieler von Real Madrid, Bayern München und Paris St-Germain geben würde, dann könnte man darüber vlt. reden. Aber ein Spiel zum Film/Buch ist doch etwas komplett anderes als ein Sportspiel, bei dem man das Recht erwirbt, Orignalnamen zu verwenden.
Natürlich könnte man auch betrachten, wie gut oder schlecht Firmen mit den Rechten an Sport umgehen - da gibt es sicher auch Games, die aus der Lizenz einer bekannten Sport-Liga oder einem Event nur ein mieses Spiel machen. Aber die Herangehensweise ist komplett anders. Bei einem Game zu einer fiktiven Welt geht es um die Athmosphäre, künstelerische Umsetzung der Grafik, Kreativität, Story usw., bei Sport aber geht "nur" um die Simulation von etwas, das es nun mal in Echt auch gibt.