Der Raubkopierer im Detail: Beweggründe
Im zweiten Teil unseres Kopierschutz-Reports werfen wir einen Blick auf den Ursprung der Raubkopie und die verschiedenen Gründe, warum Menschen zur Raubkopie statt zum Original greifen.
Das Original hat keinerlei Mehrwert gegenüber der Raubkopie
Quelle: PC Games
Verpackungen früher: The Curse of Monkey Island.
Ob das Gekaufte nun taugt oder nicht, das ist Geschmackssache, genau wie folgende These: Das Auge kauft mit. Sie stammt meist von all jenen, die ein paar Jahre mehr auf dem Buckel und "die gute alte Zeit" der Computerspiele mit erlebt haben. Eine Zeit, in der aufwendige Pappschachteln, dicke Handbücher, ulkige Beilagen und sonstiges Gedöns das Bild des Händlerregals prägten. Dieses Bild ist längst verblasst, seine moderne Adaption zeigt DVD-Hüllen in verschiedenen Farben und Größen, ihr Inhalt: ein Datenträger und ein Handbuch, das war's, vielleicht noch ein kleines Promo-Heftchen. Das geht ehrlichen Kunden gegen den Strich: "Wenn ich mir über Nacht ein Spiel herunterladen kann und das selbe geboten bekomme wie der legale Käufer", schreibt PC-Games-Leser High-Tech im Forum, "dann stimmt etwas nicht". Es fehlt also an Mehrwert, an Bonusinhalten, manch einer würde sagen, es fehle an Ramsch. "Wenn ich ein Spiel kaufe, möchte ich nur für das Spiel bezahlen, nicht für einen Rattenschwanz aus Ramsch, der noch mit drin liegt", entgegnet AvalonAsh. "Sich mit solchen Gimmicks im Vorteil gegenüber Raubkopierern zu fühlen, die nicht für das Kernprodukt bezahlen, das ist doch illusorisch!".
Sein Vorschlag: Der Ansatz von Publisher Stardock, Mehrwert in digitaler Form zu liefern, Online-Registrierung vorausgesetzt. So geschehen bei Galactic Civilization 2. Das Aufbau-Strategiespiel erhielt zahlreiche Updates und Zusatzinhalte, die lediglich für jene Käufer zugänglich sind, die ihr Spiel online registrieren.
Ob in digitaler oder greifbarer Form, Mehrwert bleibt Mehrwert, nicht aber das "Kernprodukt". Reicht das, um den Raubkopierer vom Kauf zu überzeugen? Unsere Einschätzung: Unwahrscheinlich.
Qualitativer Rückgang der Produkte
Quelle: PC Games
Crysis: Ein "auf Hochglanz polierter Popcornstreifen"?
Was aber, wenn das Kernprodukt bescheiden ausfällt? Dann sind Menschen nicht bereit, den Geldbeutel zu zücken. Es gibt solche - natürlich wollen sie anonym bleiben - die argumentieren: "Wenn mir das Spiel nicht gefällt, dann kaufe ich es nicht, sondern greife zur Raubkopie." Eine sehr paradoxe Einstellung, ist man doch nicht gezwungen, Dinge zu nutzen, die einem nicht zusagen, nur aus eben jenem Grund, dass sie kostenlos sind. Aus dem Paradoxen lässt sich aber folgendes ableiten: Das Preis-Leistungs-Verhältnis fällt einer Vielzahl von Kunden zu gering aus. "Die Spielindustrie schafft sich ihr eigenes Spiele-Hollywood. Sie produziert abertausende mittelmäßige, jedoch auf hochglanzpolierte Popcornstreifen, die sich in der Kostenspirale immer weiter nach oben treiben, ohne dabei spielerisch oder Design-technisch Wertvolles oder gar Neues zu bieten", schreibt Kulin im Forum über die aktuelle Entwicklung des Spielmarktes.
Kein Wunder also, dass es manch einem schwer fällt, den vollen Preis auf den Tisch zulegen. Das spiegelt sich auch in den Statistiken des Bundesverbandes für Interaktive Unterhaltungssoftware wieder: In den vergangenen Jahren sank der durchschnittliche Preis, den der Kunde für ein Computerspiel zu berappen willig ist, von mehr als 20 Euro auf 16,89 Euro (2009). Ob das tatsächlich an der Qualität der Spiele liegt oder doch an dem, was allgemein mit Inflation beschrieben wird, bleibt unklar. Ein kurzer Blick auf den Markt offenbart eine recht hohe Dichte an Spielen, die eine "2" im Namen haben, manchmal sogar eine "3", wirklich kein Zeichen für Innovation.
Was bei dieser Argumentation stets außen vor bleibt: Die Arbeit, die in Entwicklung und Produktion des Spiels gesteckt werden. Einer unserer anonymen Feedback-Schreiber beispielsweise berichtet, er habe durch das Programmieren lernen "erstmals erkannt, wie viel Arbeit in einem ganz einfachen Programm steckt". Seit dem beziehe er jedes Spiel legal, "weil es einfach fair den Entwicklern gegenüber ist", vorausgesetzt natürlich, es ist nach seinem Gusto.
Wer nicht über solche Erfahrungswerte verfügt, der lässt sich nur schwer belehren oder gar zum Käufer "erziehen". Egal, ob das Spiel nun gut oder schlecht ist.
Registrierung des Originals erfordert Übermittlung von persönlichen Daten
Quelle: PC Games
Die Registrierung von Anno 1404: Die meisten Angaben sind freiwillig.
Die Online-Registrierung erfreut sich steigender Popularität bei der Wahl der Kopierschutzmechanismen. Je nach Produkt fällt sie mehr oder weniger intensiv aus, Anno 1404 beispielsweise verlangte weitestgehend freiwillige Angaben. Trotzdem schwingen bei jeder neuen Registrierung Fragen mit: "Wie viele meiner Daten bekommt der Hersteller tatsächlich?", "Was macht er damit?", "Existieren bereits Kunden-Datenbanken und -Profile?".
An diesem Punkt zeigt sich sogar eine kleine Parallele zu den Release-Groups: Selbst wenn das eigentliche Unternehmen kein Interesse daran hat, die ihm vorliegenden Daten seiner Kunden zu verkaufen, so reicht doch ein kleines Leck in Form eines moralisch flexiblen Mitarbeiters, um den Skandal zu garantieren.
Eine Gefahr, auf die sich niemand einlassen will. Wenig überraschend, dass der Kopierschutzmechanismus Online-Registrierung das genaue Gegenteil seines Zwecks bewirkt: Er gibt Menschen einen Grund, zur Raubkopie zu greifen.
Tausch und / oder Weiterverkauf nicht möglich
In unserem Artikel "Vorsicht beim Gebrauchtkauf von Spielen: Darauf müssen Sie achten" haben wir bereits darüber berichtet, welche Hürden es zu überspringen gilt, so wöllte man denn ein Spiel gebraucht kaufen oder ein gebrauchtes verkaufen. Online-Aktivierungen, Installationsbeschränkungen, DRM-Maßnahmen, sie erschweren den Handel mit Gebrauchtwaren erheblich. Während die Mehrzahl der Publisher sich dazu bereit erklärt, auch für Second-Hand-Spiele einen Support anzubieten, versuchen wenige, dem Kunden einen Strich durch die Rechnung zu machen. Ein Grund auch dafür, warum Videotheken Computerspiele längst aus ihrem Portfolio gebannt haben - die Umständlichkeit steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Bagatellisierung der Illegalität des Raubkopierens
Das moderne Internet ist kein anonymer Raum. Wer illegal Musik, Filme oder Spiele aus dem Netz herunterlädt, der macht sich strafbar und kann sowohl aufgespürt als auch belangt werden. Das gilt auch für all jene, die meinen, durch "wenige Downloads lediglich Kavaliersdelikte" zu begehen. Die Realität allerdings sieht weniger furchteinflößend aus: Verfolgungen durch Polizei und / oder Staatsanwaltschaft richten sich meisten gegen die "großen Fische", lediglich Unternehmen starten Feldzüge der Urheberrechtsverletzung gegen Privatpersonen. Zu Gerichtsverfahren kommt es selten, meist belaufen sich die Schadensersatz-Zahlungen auf einige tausend Euro. Nicht strafbar macht sich, wer zu privaten Zwecken eine Sicherungskopie seines käuflich erworbenen Datenträgers erstellt.
Solange sich jedoch Gegenteiliges in den Köpfen der Raubkopierer festsetzt, solange ist auch ein Umdenken nicht zu erwarten. "Der gerechte Lohn ist doch die Wurzel des Übels!", schreibt GROBI75 im Forum, "Würde ein Großteil der Spieler die Arbeit hinter Spielen honorieren und das Kopieren nicht als Bagatelle ansehen, dann gäbe es das Problem überhaupt nicht ...".
In diesem Artikel
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Im dritten Teil unseres Reports werden wir ausführlich über DRM berichte - was ist das, wie funktioniert es und welche Erfahrungen haben andere Branchen damit gemacht. Den Artikel lesen Sie ab dem 9. September auf pcgames.de!

zitat von einer (höchstwahrscheinlich) scene-nahen Seite: "Die Leecher/Benutzer gehen bei einem Bust fast immer straffrei aus, sind jedoch durch separate Überwachungs- und Protokollierungsmaßnahmen keinesfalls aus dem Schneider." Also würde ich den Text an der Stelle wo erläutert wird was mit Privatpersonen passiert erweitern. Interessanterweise kann man von der Seite (mit einer normalen Registrierung?) nur NFOs herunterladen. Auch interessant: "Kommen wir nun zum Herunterladen. Seit 2007 gilt: Das Herunterladen von Inhalten aus offensichtlich rechtswidrigen Quellen ist verboten. Ebenso natürlich der Erwerb auf CD, DVD, usw. Bis 2007 wurde hier oft von einer Strafverfolgung aufgrund einer Bagatellklausel abgesehen. Seitdem diese Klausel jedoch abgeschafft wurde, kommen auf erwischte Downloader zusätzlich zu möglichen Schadenersatzansprüchen in Höhe von mehreren Tausend Euro auch noch unverschämte Abmahngebühren zu. Daraus hat sich ein regelrechtes Geschäftsmodell entwickelt, denn die Abmahngebühren gehen über den Anwalt direkt an die Rechteinhaber, was oft angenehmer als eine Verurteilung vor Gericht ist."
hier der link zum kompletten text: http://www.xrel.to/2009-1...
ansonsten, spiele die komplett orginal in DE erscheinen kauf ich mir auch so
Dann bestell es dir doch einfach aus Österreich, z.b. bei gameware.
Da brauchst keine Kreditkarte und bei mir z.B. ist das meist nach 2-3 Tagen schon da.
Es gibt so viele Shops im Internet, wo man Spiele importieren kann. Also das ist schon eine seltsame Ausrede.
Lies bitte den editierten Beitrag nochmal ... Danke.
Im Übrigen brauch ich, zu einer Diskussion, nunmal Spiele auf die man sich beziehen kann ... sowas nennt man Diskussionsgrundlage.
Was mir bei dir öfters auffällt, wenn wir schon auf diesem Niveau diskutieren wollen und die Art & Weise anprangern, dass du irgendwelche Themen mit irgendwelchen merkwürdigen zweiteiler "abfrühstückst".
Ich setz mich gerne mit Themen auseinander, nur dazu brauch man, richtig erraten: eine Grundlage. In diesem Fall sind es halt x Anzahl von Spiele, die in Deutschland zenziert auf den Markt gekommen sind. Wenn ich diese Spiele hier lesen würde, könnte ich auf Grund von Händlern recht schnell beweisen, dass man halt ohne Probleme & auf legalem Weg an die nicht zenzierten Versionen herankommt. %-)
'Tschuldige das ich den Dialog suche und mich mit den Beiträgen auseinander setze(n will). %-)
"Ich mit meinen Aufzählspielchen" ... wenn du Raubkopien unter diesem Aspekt legalisierst willst bzw. dir das dann egal ist, bitte. Mir ist es nicht egal.
Mittlerweile gibt es halt die Möglichkeiten an Spiele ranzukommen, auf legal Wege, die in Deutschland aufgrund dt. Gesetze nicht ohne weiteres zu bekommen sind.
Da muss man nicht zu Raubkopie greifen ... das ist der Punkt, den ich hier deutlich machen will.
Wenn du es nicht verstehen willst, oder kannst, ist es in Ordnung, aber die Frage nach den Spielen wird mir doch wohl noch gestattet sein, hmm?
Im Übrigen, zum Thema lesen der Beiträge: der User sprach von Spielen die in Deutschland zenziert auf den Markt kamen, nicht von beschlagnahmten Medien. D.h. ein Spiel was hier verändert auf den Markt kommt kann man, belehre mich eines besseren, ohne Probleme als UK / AT Version aus dem Ausland beziehen bzw. sogar den entsprechenden Händler in Deutschland aus Deutschland ( Grotte ).