China-Trip: Hintergründe zum Internet in China
Wie geht man in China mit der ausländischen Gaming-Presse um und welche Ansätze verfolgen chinesische Entwickler bei ihren Spielen? Redakteurin Maria Beyer von buffed.de war in Suzhou und hat ihre Erlebnisse in einem Kommentar verarbeitet. Auf der zweiten Seite des Artikels gibt es zudem noch ein paar Hintergrundinfos zum allgemeinen Umgang mit Internet und der Zensur in China.
China verfügt über die größte User-Base im MMO-Sektor. Zahlen wie 1,6 Millionen gleichzeitig eingeloggte Spieler oder 25 Millionen aktive Accounts – wohlgemerkt in nur einem Spiel - treiben so manchem Studio in westlichen Gefilden Neidtränen in die Augen. Natürlich verdienen chinesische Publiker und Entwickler deutlich weniger an ihren Kunden, als es hierzulande der Fall ist. Das liegt hauptsächlich am geringeren Einkommen.
Trotz boomender Wirtschaft und verbessertem Lebensstandard bleibt der Kauf eines PCs für den Großteil der chinesischen Bevölkerung trotzdem ein Leben lang unerschwinglich. Die Lösung: Internet-Cafés bieten den Menschen, die sich keinen Computer leisten können die Möglichkeit, zum Spielen ins Internet zu gehen, ohne sich teure Hardware anzuschaffen. Auf den Rechnern ist meist bereits eine Vorauswahl an Spielen installiert. Für die Nutzung wird dann eine geringe Gebühr fällig, die stundenweise abgerechnet wird. Minderjährige haben in den Internet-Cafés aus bestimmtem Grund jedoch nichts zu suchen. Wie viele Industrieländer hat auch China inzwischen nicht nur mit dem vermehrten Auftreten von Zivilisationskrankheiten zu kämpfen.
Unter anderem ist Spielsucht ein riesiges Problem, dem sich sogar die Regierung annahm. Doch ebenso sind frei verfügbare Infos aus dem Netz problematisch. Vor allem Details zu den Ereignissen am Platz des himmlischen Friedens, Tibet oder dem Dalai Lama stellen in den Augen der Staatsmacht eine Bedrohung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit dar. Auch zuhause sind Chinesen nicht gänzlich unbeobachtet. Seit 2009 werden Heimcomputer nur noch mit einer Filtersoftware verkauft, die Internet-User von schädlichen Inhalten fernhalten sollen – offiziell natürlich auch zum Schutz der Kinder, die nach wenigen Stunden nicht mehr weiter spielen können. Das ist auch der grassierenden Spielsucht zu verdanken, kommt dem Überwachungsapparat aber natürlich gelegen. Per Update aktualisiert sich die Liste verbotener Seiten und Schlagwörter, die zum großen Teil politisch, weniger pornografisch sind.
Das Programm injiziert außerdem eine DLL in den Browser, die die Nutzung von Proxy-Servern verhindern soll. Die Internet-Cafés (Wangbas) unterliegen seit zehn Jahren ebenfalls einer staatlichen Kontrolle. Alle PC-Stationen werden in den Internet-Cafés per Videokamera überwacht. Eine Software zeichnet außerdem jede Eingabe und besuchte Seiten im Netz auf, um Zugriffe auf pornografische, gewaltverherrlichende oder politische Webseiten zu verhindern. Schlagwörter politischer Natur sind etwa: 4. Juni, Tibet, Falun Gong, Taiwan. Zu den gesperrten Webseiten gehören unter anderem: YouTube, Facebook, Twitter, Amnesty International, Flickr und die chinesische Wikipedia sowie unzählige Blogger. Manipulierte Webseiten sind: Microsoft, Yahoo, Apple und Google – was bedeutet, es werden nur Inhalte angezeigt, die von der chinesischen Regierung gebilligt sind. Es liegt bei den Firmen, ob sie eigene Inhalte beschneiden, filtern, sich dem Willen der Regierung beugen, um eine Zulassung für den chinesischen Markt zu erhalten. Insgesamt gibt es mehr als 2.600 geblockte Webseiten.
PC-Spiele werden im Reich der Mitte genau beäugt, bevor sie veröffentlicht werden dürfen. Seit 2004 beschäftigt sich ein Komitee mit den Inhalten importierter Online-Spiele. Spiele dürfen nicht:
- dem Ansehen der Nation schaden
- Staatsgeheimnisse verraten
- die nationale Sicherheit, Einheit oder Integrität gefährden
- die öffentliche Ordnung stören
- Rechte verletzen
- Drogen und Gewalt verherrlichen
- Organisiertes Verbrechen darstellen
- Blut darstellen
Die oben genannten Gründe wären ja zumindest teilweise noch durchaus nachvollziehbar. Wenn aber Spiele verboten werden wie der Fußball Manager 2005, weil er Tibet als freies Land listet, dann gibt sich die Regierung der Lächerlichkeit preis. Die meisten ausländischen Entwickler kommen einer Zensur zuvor und entfernen jegliche Inhalte, die für Ärger sorgen könnten. Prominentestes Beispiel die Untoten in WoW, bei denen keine Knochen zu sehen sein dürfen.
Beispiele:
Hearts of Iron
- Grund: Tibet wird als freies Land dargestellt
Command & Conquer: Generäle
- Grund: Beschädigt das Ansehen der Nation
I.G.I-2: Covert Strike
- Grund: schadet dem Ruf und dem Ansehen der chinesischen Armee
Eine Preview zu Age of Wulin gibt es am 15. Juli!

Den Vorwurf, dass wir uns selbst kastrieren würden oder nicht mit Kritik umgehen könnten, den darfst du ja gerne stellen - aber nutze dafür doch die entsprechenden Orte oder Threads im Forum (-> Suchfunktion). Ich hoffe auf dein Verständnis und bedanke mich vorab dafür.
Wo liegt der Unterschied zwischen vorgesetzten Fragen in China und einmalig gestellten Fragen im Westen um dann Gefahr zu laufen als Magazin vielleicht nicht mehr Exklusivstorys zu bekommen oder nicht zu vorgezogenen Spielevorführungen eingeladen zu werden ?
In China gibt offenkundig der Staat oder die Firma den Fragebogen vor.
Im güldenen Westen kastriert sich die Presse selber..............was noch viel schlimmer ist !
Kann mich nicht daran erinnern in letzter Zeit ein echtes kritisches Interview von Computec mit einem großen Spielehersteller gelesen oder gesehen zu haben. Denen wird Honig ums Maul geschmiert oder die wirklich kontroversen Fragen werden erst gar nicht gestellt.
Es wird dann in Artikeln vielleicht ein bisschen auf dieses und jenes hingewiesen aber mehr nicht.
Abstrafung, wenn überhaupt, erfolgt allenfalls in Test´s wo der jeweilige Redakteur nicht mit der unmittelbaren Reaktion des Herstellers klarkommen muß, sondern dies dann als objektiv hinstellt.
Die Berichterstattung der Spielepresse vor erscheinen eines Titels und danach ist [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] öfters so erschreckend gegensätzlich wie es überhaupt nicht sein kann wenn man sich denn dem vernünftigen Spielejournalismus verschrieben hat.
Die gesamte Spielebranche einschließlich Presse ist nicht fähig mit Kritik um zu gehen oder diese aus zu üben.
Der Leidtragende ist am Ende immer der Spieler............und das ist das wirklich arme daran.
Änderungen bewirken nur die Spieler selber, in manchen Fällen.
Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit : XBOX ONE .
Erst als Fans und damit potentielle Käufer sich massiv über die Restriktionen der Box aufgeregt haben und klar zu werden drohte daß sich das zu eine riesigen Welle auftürmen könnte griff die Presse dieses Thema etwas kritischer auf. Vorher wurde es als gegeben hingenommen.
Beispiel aus jüngerer Vergangenheit : Sim City .
Keinerlei deutliche Verbraucherwarnungen über das Spiel vor Veröffentlichung und den Always on Modus sondern nur halbgare Ausreden das es nur um den Spielspaß geht.
Folge : Es ist genau das passiert was alle Spieler mit halbwegs Verstand erwartet haben und noch viel mehr. Die Leute haben sich ein Spiel gekauft welches nicht funktioniert hat und schlimmer noch die Herstellerfirma hat Funktionen die sie mit dem Spiel verkauft hat kurz nach Verkaufsstart abgeschaltet um irgend wie das Produkt zum laufen zu bringen.
Die Folge dieser weichgespülten Berichterstattung sind Millionenverkäufe einer minderwertigen Software von der die meißten nicht einmal wissen was für ein Ei sie sich da ins Nest gelegt haben, da die meißten Casualgamer garnichts wissen von solchen Praktiken und dann auch nichts damit anfangen können.
Beispiel aus der Vergangenheit : DIABLO 3 und so weiter und so fort !
Keiner, anscheinend auch du nicht, hat den Schneid der Branche gehörig und nachhaltig auf die Füße zu treten und unsere Interessen zu vertreten.
ABER WIR BEZAHLEN EURE GEHÄLTER IN DEM WIR EURE MAGAZINE KAUFEN UND EURE INTERNETSEITEN ANKLICKEN.
Euer Verhalten in unseren Gefilden ist schon längst keine lächerliche Posse mehr.
Denke darüber mal nach bevor du über die Zustände in anderen Ländern berichten willst.
Ein Jammer das sich so wenige an der Diskussion beteiligen.
Mir ging es darum zu zeigen, wie lächerlich diese ganze Posse ist. Es geht hier lediglich um ein Computerspiel.
Den wirklichen Kampf gegen politische Missstände dürfen gerne die Kollegen der Presse übernehmen, die nicht Unterhaltung als Kernthema hat.
Grüße
Maria
Im verweilen in ihren Traditionen fordern sie zwar Respekt für sich, geben diesen aber in keiner Weise zurück.
Früher war jeder "Nichthochchinese" ein Mensch zweiter Klasse für sie, mit dem nicht auf Augenhöhe verhandelt wurde.
Das ist heute kein bisschen anders siehe Siedlungspolitik ab Mittelchina bis Grenze Süden, Westen, Norden.
Ethnische, kulturelle Minderheiten werden durch aggressiven, staatlich gelängten und geförderten Zuzug der Han-Chinesen verdrängt. Ihnen wird verboten ihre Sprache zu sprechen, ihre Traditionen aus zu üben.
Und das immer mit einem scheißfreundlichem Grinsen.
Leider haben ausländische Journalisten wie auch die Artikelschreiberin jeglichen Biss verloren.
Man kann es auch Feigheit nennen !!!
Denn eine Freie Presse läßt sich nur mit MUT verteidigen !
Anstatt ironisch zu erwähnen das ein französischer Kollege eine Frage wahrscheinlich mit Absicht umformuliert hat, hätte sie auch eine eigene Frage stellen können ohne auf die IHR vorgesetzte Frage auch nur einzugehen.
Aber dann hätte man ja wahrscheinlich auf die Häppchen verzichten müßen, ODER ?
Vor allem da es eben nur um Computerspiele geht, und nichts anderes, könnte man so etwas wenigstens noch erwarten.
Aber anscheinend doch nicht, siehe kritiklose Berichterstattung und Nichtabstrafung westlicher Spielefirmen.
So taugt dieser "Reisebericht" zu rein gar nichts, außer als für den Spielehersteller billiger Werbeträger.
Das ist kein persönlicher Angriff auf die Redakteurin als Mensch.
Sie sollte aber vielleicht einmal überdenken bei solch einer inhaltslosen Berichterstattung Begrifflichkeiten wie """""FREIE Presse, UNABHÄNGIGE Berichterstattung oder gar Kommunismus.""""" weg zu lassen und sich überlegen ob sie willfährige Buchstabensetzerin oder echte Verfechterin einer meinungsfreien und unabhängigen Presse sein will.
Das eine ist bequem, das andere kann Konsequenzen nach sich ziehen.
In einem Artikel , auch wenn ironisch geschrieben, Zustände zu kritisieren aber gleichzeitig zu zugeben sich nur eingereit zu haben ist grundlegend heuchlerisch.
Soll nur ein Denkanstoß sein !