Faszination Trophy-Hunting: Auf der Jagd nach Platin - Seite 5
Wir gehen dem Thema Ingame-Erfolge auf den Grund: Woher kommen Achievements? Wie denken sich Entwickler Trophäen aus? Und warum Sammeln wir die Dinger?
Im Zentrum steht aber seit Start im Jahr 2008 das gemeinsame Sammeln von Ingame-Erfolgen. Professionelle, aber auch Freizeit-Trophäen-Jäger, haben hier die Möglichkeit, sich zu Online-Sessions zu verabreden, gegenseitig Tipps zu geben oder einen Leitfaden mit den wichtigsten Infos zu Gemüte zu führen. Und das zu wirklich jedem Spiel! Nicht nur zu den aktuellen Dauerbrennern wie Horizon Forbidden West, sondern auch zu absoluten Paradiesvögeln. Ihr wollt wissen, wie ihr die Platin-Auszeichnung in Bibi & Tina auf dem Martinshof bekommt? Keine Sorge, hier werdet ihr fündig!
Realisiert wird das Ganze von einem ungefähr 40-köpfigen Team aus Redakteuren, Web-Entwicklern und Grafikern, die tagtäglich dafür sorgen, dass alles glattläuft. Alle Beteiligten arbeiten dabei komplett ehrenamtlich! Im Rahmen meiner Recherche habe ich beispielsweise mit Jennifer Reinhardt alias Aii ist gesprochen. Die 34-Jährige ist hauptberuflich im öffentlichen Dienst tätig, auf Trophies.de aber so eine Art "Springer". Sie hilft also überall da aus, wo gerade Not am Mann ist - sei es nun bei Reviews, Gewinnspielen, beim Moderieren von Community-Inhalten oder eben auch bei Leitfäden. Insgesamt über 40 Guides gehen mittlerweile auf ihre Kappe, unter anderem zu Death Stranding und Returnal.
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Nicht unbedingt die kürzesten und einfachsten Spiele, weshalb Jen ihr Hobby schon einiges an Nerven, aber auch an Zeit gekostet hat. "Man muss sich wirklich im Klaren darüber sein, vor allem bei Spielen mit vielen Informationen und Workaround, dass da sehr viel Zeit ins Land geht", erklärt die Community-Moderatorin mir im Interview.
Helfen und geholfen werden
Das Schreiben eines Leitfadens läuft dabei in der Regel so ab: Man spielt das Spiel regulär durch und macht sich nebenbei Notizen. Welche Trophäen sind verbuggt? Welche können auf unterschiedliche Arten freigeschaltet werden? Welche sind verpassbar? Und welche haben eventuell eine irreführende Beschreibung?
Quelle: Trophies.de
Bei Interesse: Das Team von Trophies.de freut sich jederzeit über Verstärkung. Lasst den Jungs und Mädels gerne mal eine Bewerbung da!
Diese ganzen Infos werden dann in eine Schablone auf der Trophies.de-Website eingepflegt, schick ausformuliert, für Suchmaschinen optimiert und auf bestmögliche Lesbarkeit getrimmt. Ganz schön viel zu tun also. "Da ist glaub ich alles dabei von drei bis 30 Stunden", sagt Jen.
Das Schöne dabei: Die Arbeit bleibt nicht an einer Person allein hängen. Im Prinzip kann auf Trophies.de nämlich jeder User einen Guide schreiben oder sich an einem bereits bestehenden beteiligen. Wer also zum Beispiel Tipps hat, wie man in Gran Turismo 7 am schnellsten die für die Trophäe benötigten 13.191 Kilometer zurücklegt, darf die gerne mit dem Rest der Community teilen.
So wird jeder Leitfaden zu einer Art Gemeinschaftsleistung und keiner schweißtreibenden Einzelaktion. "Das Schreiben selbst fühlt sich für mich nicht nach Arbeit an", sagt Jen. "Ich beschäftige mich ja mit einem Spiel, das ich im Idealfall selbst ausgewählt habe. Und ich beschäftige mich damit auf einer anderen Ebene, die über das reine Durchspielen und Trophäen-Abkassieren hinausgeht. Das finde ich persönlich klasse!"
Eine Bereicherung für die Spielewelt?
Leidenschaft und Emotion sind Punkte, die ich rund ums Thema Achievements ohnehin immer wieder zu hören bekomme. Es ist offensichtlich, dass sie für viele Spieler - so kontrovers sie von mancher Seite auch beäugt werden - einen enormen Mehrwert haben. Dass sich die Leute gerne mit ihnen auseinandersetzen. Und dass sie die Gaming-Welt allein deshalb schon ein klein wenig bereichert haben. Da sind sich alle Leute einig, mit denen ich im Rahmen meiner Recherche gesprochen habe.
Auch ich persönlich sehe das kein Stück anders: Erst durch die "Todsicher"-Trophäe aus Darksiders 2 habe ich zum Beispiel meine Freude an härteren Schwierigkeitsgraden entdeckt. Ohne die Pazifisten-Herausforderung in Deus Ex: Mankind Divided wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, das gesamte Abenteuer ohne einen einzelnen Kill abzuschließen.
Achievements und Errungenschaften können die Art und Weise, wie wir Spiele spielen, grundlegend beeinflussen. Sie können uns für neue Genres begeistern. Und sie können - für alle, die sich an ihnen stören - eben immer noch ignoriert werden. Sie bleiben komplett optional, man muss sie nicht machen. Und die Pop-Up-Mitteilungen, die einen aus der Immersion reißen oder in Cutscenes nervig dazwischen springen, lassen sich auf Wunsch ja auch ganz ausschalten.
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Klar, es ploppt hier und da beim spielen mal eine Nachricht auf, dass ich irgendeine Trophäe erhalten hätte.
Manchmal ganz witzig, manchmal auch Trophäen wie: „Erledige mindesten 10 Gegner mit Kopfschüssen“ .
Naja, kann man jetzt stolz auf die eigenen Shooting Skills sein, aber länger drüber nachdenken sollte man da auch nicht wirklich.
Mir persönlich sind die Trophäen/Erfolge komplett unwichtig. Wenn welche kommen, dann sind sie halt da, aber auf die Jagd danach gehe ich nicht.
Wer will, soll es machen und wenn es nur der Selbstbeweihräucherung dient. ;)
Schlimmer aber finde ich Online Erfolge in eigentlich überwiegend SIngleplayer spielen. Wo man dann auch noch Level 50 oder so erreichen soll. Gabs bei AC gerne mal..
Habe aber das Gefühl das sich Entwickler langsam wieder kreativere Erfolge einfallen lassen die nebenbei durchaus spaßig sind.
In Simulatoren/Buildern gibt es halt Milestones, um Fortschritt freizuschalten, was völlig ok ist. Aber jedes "Story Game" wäre für mich ohne Achievements besser.
Besonders toll ist immer "Quest: beeile dich, um die Welt zu retten", aber "durchsuche noch jede einzelne Schublade nach Sammel-Fotos"...
Das dies bei den meisten Spielen (gerade abseits von wettkampfbasierten Multiplayer-/Spielen) aber garnicht so ist zeigt nicht nur das Video. Wenn ich heute bereits eine Trophäe dafür bekomme nur um den ersten Standartgegner erledigt, eine Kiste geöffnet, oder den allerersten Level irgendwie halbwegs geschafft zu haben, zeigen sich vielleicht nicht-Gamer bei ihren ersten Versuchen im Pixeluniversum begeistert, aber ich fühl mich da eher veralbert. Das wäre wie wenn mein Chef sagen würde: "Toll, du hast den Mülleimer getroffen.".
Anfangs waren die Erfolge/Trophäen/Archievments ja irgendwie noch etwas aufregendes, da man insgeheim ja schon immer nach etwas wie dem "Highscore" im Spiel schielte - zumindest wenn man sich untereinander verglich. Wo ich wieder bei wettkampfbasiert wäre. Denn für mich selbst würde ich auch auf keinen Highscore schielen. Aber ehrlich gesagt hoffte zumindest ich das die Erfolge mit der Zeit besser oder zumindest kreativer werden, aber größtenteils eben auch eher nur für wirkliche "Errungenschaften" basieren. Stattdessen muss man immer mehr nur seinen Spielstiel umstellen, Dinge beabsichtigt tun, die man normalerweise nicht gemacht hätte, und wird für bald jede Standartsituation ingame mit "Erfolgen" zugeballert, was mehr als oft nur halt kein wirkler "Erfolg" ist (wie den ersten Level in einem AAA-Spiel gemeistert, und es schon traurig wenn hinter sowas dann steht: "Seltener Erfolg - Nur 5% aller Spieler haben diesen erreicht").
Kann hier dann eher nur die verstehen die durch das sammeln der Trophäen wirklich einen Gegenwert bekommen, wie in den USA. Nur wenn sich Firmen jetzt geradezu schon auf die Fahne schreiben: "Hier, kauft unser Müllgame, kostet jedoch ganz wenig, und dafür hat es aber sehr einfach zu bekommende Trophäen", sorry dann treibt es die Sache nur noch weiter nach Absurdistan. Kann da Nintendo verstehen wenn sie das eben nicht wirklich einfügen.
Aber soll jeder gerne seinen Spaß daran haben. Letztendlich braucht eben jeder einen anderen Ansporn.
Ich habe in meinem Leben noch nie nach geguckt, was da ab und zu in der Bildschirmecke auf plöppt.
Kann persönlich überhaupt nicht nachvollziehen, wie Erfolge etc motivieren sollten...