Faszination Trophy-Hunting: Auf der Jagd nach Platin - Seite 2
Wir gehen dem Thema Ingame-Erfolge auf den Grund: Woher kommen Achievements? Wie denken sich Entwickler Trophäen aus? Und warum Sammeln wir die Dinger?
Der einzige Big Player, der sich noch immer standhaft gegen das Konzept wehrt, ist Nintendo. Zumindest so ein wenig. Einzelne Titel wie etwa Luigi's Mansion 3 haben nämlich Achievements. Da geht's dann zum Beispiel darum, 10.000 Münzen zu sammeln oder 500 Gegner zu besiegen. Euer Fortschritt wird allerdings nur im Spiel selbst angezeigt. Es gibt also kein systemweites Interface, mit dem ihr eure Errungenschaften anschauen oder vor euren Freunden mit ihnen prahlen könntet. Statt glänzender Pixel-Abzeichen spendiert euch der Mario-Konzern auch lieber praktische Belohnungen wie einen neuen Skin für euren Schreckweg-Staubsauger.
Warum das so ist, darüber schweigt sich Nintendo recht beharrlich aus. Eine offizielle Ansage gibt es nicht, lediglich ein paar versprengte Informationsfetzen, die mal im Rahmen diverser Interviews fallen gelassen wurden. "Im Grunde genommen sind unsere Spiele so konzipiert, dass man sie einfach selbst erforscht und ein Gefühl der Entdeckung hat", verriet beispielsweise Senior Product Marketing Manager Bill Trinen in einem 2011 geführten Gespräch mit Kotaku.
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"Es gibt Dinge, die man im Spiel tun kann, die zu einer Art Belohnung oder unerwarteten Überraschung führen. Meiner Meinung nach fördert das den Erkundungsdrang und nicht das Gefühl 'Wenn ich das tue, bekomme ich eine Art künstlichen Punkt." Heißt also: Die Leute sollen Spiele spielen, weil sie dabei Spaß haben. Nicht, weil sie die Jagd nach Achievements dazu treibt.
Zwischen Frust- und Spaßfaktor
Quelle: PC Games
In Luigi's Mansion 3 gibt es Ingame-Auszeichnungen. Das scheint bei Nintendo aber eher die Ausnahme zu sein.
Das ist ohnehin einer der größten Kritikpunkte an Errungenschaften: Sie sind oftmals ziemlich repetitiv und langweilig gestaltet, indem sie euch zwingen, eigentlich bedeutungslose Tätigkeiten immer und immer wieder zu erledigen. Niemand würde freiwillig den letzten Winkel der x-ten Ubisoft-Open-World abgrasen und jedes erdenkliche Collectible einsacken.
Oder 1000 Online-Matches in Call of Duty absolvieren. Und das alles nur für ein bisschen Glitzer. Mehr sind Achievements ja nicht. Zumindest hierzulande. In den USA Gibt es immerhin die Möglichkeit, Trophäen gegen PSN-Guthaben einzutauschen.
Jedoch können richtig gute Achievements aber auch einen durchaus positiven Effekt haben. Da gibt es sogar psychologische Studien zu. So fanden US-Forscher 2017 etwa heraus, dass sich die Aktivität von Foren-Nutzern beinahe verdoppeln ließ, indem man sie fürs Kommentieren und Reagieren mit kleinen Abzeichen für ihr Profil belohnte. Ein Ergebnis, das sich zumindest teilweise auch auf die Spielewelt übertragen lassen dürfte.
Quelle: PC Games
Besonders Ubisoft-Spiele wie Assassin's Creed Valhalla sind bekannt für ihre grandlastigen Sammelobjekt-Achievements.
Die Gründe für die Wirksamkeit von Tropheän sind dabei vielfältig: Zum einen ist es natürlich befriedigend, für das Erledigen einer Aufgabe belohnt zu werden. Ein aufploppender Erfolg verleiht uns genauso einen netten Schub an Glückshormonen, wie das Abhaken einer To-do-Liste.
Errungenschaften dienen aber auch als Motivation und Wegweiser, als Orientierungspunkt, welche Ziele es noch zu erreichen, welche Geheimnisse es zu entdecken, welche Herausforderungen es noch zu meistern gibt. Sie liefern einen zusätzlichen Anreiz, sich wirklich alles anzuschauen, was ein Spiel zu bieten hat, auch abseits der Hauptstory.
Und schließlich ist da eben auch wieder der Reiz des Wettbewerbs. Der Mensch misst sich eben nun mal gerne mit anderen Menschen. Entsprechend ist die Jagd nach Trophäen für viele auch einfach ein kompetitives Meta-Game, ein Spiel im Spiel. Man sammelt wie damals in der Spielhalle wieder den Highscore, diesmal aber eben spielübergreifend für die gesamte Plattform.
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Klar, es ploppt hier und da beim spielen mal eine Nachricht auf, dass ich irgendeine Trophäe erhalten hätte.
Manchmal ganz witzig, manchmal auch Trophäen wie: „Erledige mindesten 10 Gegner mit Kopfschüssen“ .
Naja, kann man jetzt stolz auf die eigenen Shooting Skills sein, aber länger drüber nachdenken sollte man da auch nicht wirklich.
Mir persönlich sind die Trophäen/Erfolge komplett unwichtig. Wenn welche kommen, dann sind sie halt da, aber auf die Jagd danach gehe ich nicht.
Wer will, soll es machen und wenn es nur der Selbstbeweihräucherung dient. ;)
Schlimmer aber finde ich Online Erfolge in eigentlich überwiegend SIngleplayer spielen. Wo man dann auch noch Level 50 oder so erreichen soll. Gabs bei AC gerne mal..
Habe aber das Gefühl das sich Entwickler langsam wieder kreativere Erfolge einfallen lassen die nebenbei durchaus spaßig sind.
In Simulatoren/Buildern gibt es halt Milestones, um Fortschritt freizuschalten, was völlig ok ist. Aber jedes "Story Game" wäre für mich ohne Achievements besser.
Besonders toll ist immer "Quest: beeile dich, um die Welt zu retten", aber "durchsuche noch jede einzelne Schublade nach Sammel-Fotos"...
Das dies bei den meisten Spielen (gerade abseits von wettkampfbasierten Multiplayer-/Spielen) aber garnicht so ist zeigt nicht nur das Video. Wenn ich heute bereits eine Trophäe dafür bekomme nur um den ersten Standartgegner erledigt, eine Kiste geöffnet, oder den allerersten Level irgendwie halbwegs geschafft zu haben, zeigen sich vielleicht nicht-Gamer bei ihren ersten Versuchen im Pixeluniversum begeistert, aber ich fühl mich da eher veralbert. Das wäre wie wenn mein Chef sagen würde: "Toll, du hast den Mülleimer getroffen.".
Anfangs waren die Erfolge/Trophäen/Archievments ja irgendwie noch etwas aufregendes, da man insgeheim ja schon immer nach etwas wie dem "Highscore" im Spiel schielte - zumindest wenn man sich untereinander verglich. Wo ich wieder bei wettkampfbasiert wäre. Denn für mich selbst würde ich auch auf keinen Highscore schielen. Aber ehrlich gesagt hoffte zumindest ich das die Erfolge mit der Zeit besser oder zumindest kreativer werden, aber größtenteils eben auch eher nur für wirkliche "Errungenschaften" basieren. Stattdessen muss man immer mehr nur seinen Spielstiel umstellen, Dinge beabsichtigt tun, die man normalerweise nicht gemacht hätte, und wird für bald jede Standartsituation ingame mit "Erfolgen" zugeballert, was mehr als oft nur halt kein wirkler "Erfolg" ist (wie den ersten Level in einem AAA-Spiel gemeistert, und es schon traurig wenn hinter sowas dann steht: "Seltener Erfolg - Nur 5% aller Spieler haben diesen erreicht").
Kann hier dann eher nur die verstehen die durch das sammeln der Trophäen wirklich einen Gegenwert bekommen, wie in den USA. Nur wenn sich Firmen jetzt geradezu schon auf die Fahne schreiben: "Hier, kauft unser Müllgame, kostet jedoch ganz wenig, und dafür hat es aber sehr einfach zu bekommende Trophäen", sorry dann treibt es die Sache nur noch weiter nach Absurdistan. Kann da Nintendo verstehen wenn sie das eben nicht wirklich einfügen.
Aber soll jeder gerne seinen Spaß daran haben. Letztendlich braucht eben jeder einen anderen Ansporn.
Ich habe in meinem Leben noch nie nach geguckt, was da ab und zu in der Bildschirmecke auf plöppt.
Kann persönlich überhaupt nicht nachvollziehen, wie Erfolge etc motivieren sollten...