Leaks in der Spielebranche: Am Ende gibt es keine Gewinner
Leaks sind ein Teil der modernen Gaming-Industrie. Aber wie beeinflussen sie die Branche und die Menschen dahinter?
Aber natürlich böten sich so auch Gelegenheiten für jene, die sich online durch einen Leak profilieren wollen. Paradox selbst wurde in den vergangenen Jahren mehrfach Opfer von Leaks. 2022 etwa landete eine frühe Version des Globalstrategiespiels Victoria 3 illegal im Netz. Doch zumindest auf dem offiziellen Weg gibt es Möglichkeiten, beabsichtigte Leaks zu unterbinden. Im Gespräch mit GamesIndustry.biz schlägt Anwalt Richard Hoeg von The Hoeg Law Firm vor allem den restriktiven Einsatz von Verschwiegenheitserklärungen - sogenannten Non-Disclosure Agreements (kurz NDA) - vor.
"Mit einem durchsetzbaren Vertrag, der erklärt, welche Informationen ausgehändigt werden und was der Rezipient damit tun und nicht tun kann, und der spezifische Versprechen aufseiten des Rezipienten darüber enthält, was geheim gehalten wird", sei in den meisten Fällen bereits eine gute Basis gelegt - sagt zumindest Hoeg. Dies bedeute nicht zwangsläufig, dass die Unternehmen bei jedem Leak eine Klage geltend machen müssten, aber es sei wichtig, diese Möglichkeiten in der Hinterhand zu haben. Zur Erklärung: NDAs sind in der Zusammenarbeit mit Spieleentwicklern und Herstellern an der Tagesordnung und regeln unter anderem auch, welche Inhalte beispielsweise zu welchem Zeitpunkt zwecks der Berichterstattung von Medien veröffentlicht werden dürfen.
Für andere Mitarbeiter an den Projekten - also beispielsweise Tester oder externe Dienstleister - gelten in der Regel ebenfalls derartige Verschwiegenheitsabkommen.
Quelle: Bethesda
Die Ursachen für Leaks sind vielschichtig: Cyberkriminalität ist sicherlich ein wichtiger Faktor. Man darf aber auch menschliches Versagen und Unvorsichtigkeit nicht außen vorlassen. Oftmals gelangen Informationen auch wegen banaler Fehler an die Öffentlichkeit.
Wie diese umgesetzt werden, hängt natürlich vom individuellen Fall ab. Bei einem Unfall oder einem persönlichen Fehler wie etwa der zu frühen Veröffentlichung eines Videos oder Artikels bei einem bis dato vertrauenswürdigen Mediums läuft es mehrheitlich auf eine Ermahnung oder der Aufkündigung der Zusammenarbeit heraus.
Das Veröffentlichen unautorisierter Daten im großen Stil oder gar durch einen Hacker-Angriff kann aber auch rechtliche Konsequenzen mit sich bringen. 2019 etwa wurden Fotos aus dem Lösungsbuch von Pokémon Schwert und Schild auf Discord veröffentlicht. Darauf waren bis zu diesem Zeitpunkt noch geheime Funktionen zu sehen.
Die Pokémon Company erhob darauf Anklage - und gewann den Prozess schlussendlich: Die Justiz verurteilte die beiden Angeklagten zu einer Strafe von jeweils 150.000 Dollar Schadensersatz und Gerichtskosten.
Als direkte Maßnahme können Entwickler Plattformen natürlich kontaktieren und so dafür sorgen, dass beispielsweise Videos auf YouTube offline genommen werden. Wieso dies aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, führen wir wenig später aus.
Welchen Schaden richten Leaks an?
An dieser Stelle sei gesagt, dass es denkbar schwierig ist, den durch Leaks getätigten Schaden zu ermessen. Verkauft sich ein Spiel durch einen Leak wirklich schlechter? Gehen dadurch die Wertungen der Fachpresse runter?
Oder kreiert ein Leak vielleicht auch so etwas wie Vorfreude innerhalb eines begrenzten Teils der Community? Jede dieser Fragen muss von Fall zu Fall evaluiert werden - und genau deshalb sind Leaks ein derart komplexes Thema.
Fest steht: Die Veröffentlichung unautorisierter Inhalte betrifft zunächst einmal die Köpfe dahinter. Nathan Camarillo, ausführender Produzent von Crysis 2, erklärte 2011 im Interview mit PC Games seine Gefühlslage nach der Meldung: "Zuerst ist da Panik. Danach geht's durch alle Phasen - Verdrängung, Zorn und anschließend Depression. Da sind wir im Moment."
Im Februar 2011 gelangte eine Beta-Version des Science-Fiction-Shooters in Umlauf - und das 49 Tage vor dem Erscheinen des Spiels. Camarillo äußerte sich damals geradezu verzweifelt:
"Was soll man denn machen? Sobald es im Netz ist, kannst du nichts mehr gegen die Verbreitung tun. Natürlich haben wir damit gerechnet, dass das Spiel irgendwann mal im Netz landet, aber eben nicht so früh. Ich meine, es ist ja nicht einmal fertig." Über Crytek brach damals eine Welle der Enttäuschung und Entrüstung seitens der Community herein. Ganz ähnlich wie zuletzt beim Leak von GTA 6 war vielen Nutzerinnen und Nutzern nicht klar, dass die illegal veröffentlichte Variante nicht die schlussendliche Verkaufsversion repräsentierte.

Man weiß nicht was Abby zu Joel gesagt hat, als zur spielbaren Sequenz von Ellie gewechselt wurde, durchaus möglich das sie ihm den Grund sagte. Abby wusste nicht wie ernst gemeint die Drohung war, es hätte genauso gut eine Überreaktion von Ellie sein können als sie droht, was angesichts der Szene durchaus nachvollziehbar ist. Jemandem zu drohen ist schließlich einfach, es auch umzusetzen ist etwas ganz anderes. Man wusste in dem Moment nicht was Ellie bereits alles durchgemacht hat und das sie schon oft getötet hat. Wahrscheinlich hätte man sonst anders gehandelt. Abby wägte sich vielleicht auch in falscher Sicherheit, weil Elli eine Einzelperson war, nichts über Abby und die anderen wusste und wo sie lebten. Außerdem wollte man nur die Schuldigen bestrafen und sich nicht auf diesselbe Stufe mit Joel stellen. Wie nahe Ellie dem Opfer stand, wusste Abby noch garnicht. Man wusste lediglich das man sich kannte und im selben Dorf lebte.
Die Unterstellung dass irgendetwas Off-Screen passiert sein könnte man genauso gut die Unterstellung entgegen bringen, dass etwas nicht passiert ist. Schrödingers Katze quasi. Damit kann man nicht argumentieren, sondern nur mit den Fakten.
Ich weiß ja nicht, wie du andere Menschen wahr nimmst, aber eine Frau die bewaffnet in einen Raum tritt und überwältigt werden muss, die anschließend geifernd droht alle umzubringen, was sie auch gemacht hätte, hätte man sie nicht festgehalten, wirkt auf mich im Normalfall nicht wie jemand, den man als harmlos abtun könnte. Ellie's Emotionalität macht hinreichend klar wie sie zu Joel steht. So naiv kann Abby nicht sein, wenn sie bei Joel gänzlich anders verfährt.
Bei deiner Argumentation gibt es ne Menge "vielleicht"'s und Versuche irgendwas zu relativieren, aber wenn man ehrlich zu sich selbst ist, müsste man einsehen, dass man das nicht schön reden kann. Ich würd's auch gerne dabei belassen, da dies nicht unbedingt der Mittelpunkt dieses Threads ist.
Joels Hinrichtung mit dem Golfschläger ist eine dieser Szenen. Hatte er Abbys Leben zuvor noch gerettet, wird er trotzdem übertrieben grausam hingerichtet und weiß nicht mal wofür, was in keiner Relation zum Tod von Abbys Vater steht. Er erfährt das auch nur nicht, damit der Spieler es noch herausfinden muss, was ein merkwürdiger Kniff in einer Erzählung ist. Sein ganzes Verhalten in der Szene mag diskutabel sein, aber spätestens, wenn Ellie die ganze Zeit herum schreit und ihr verspricht Abby umzubringen, gäbe es keine rationale Erklärung dieses lose Ende in Form von Ellie einfach am Leben zu lassen, wenn von ihr eine unmittelbare Bedrohung ausgeht. Wer so grausam ist, verschont keine Zeugen, die dem Opfer so nahe stehen. Das ist widersprüchlich.
Man weiß nicht was Abby zu Joel gesagt hat, als zur spielbaren Sequenz von Ellie gewechselt wurde, durchaus möglich das sie ihm den Grund sagte. Abby wusste nicht wie ernst gemeint die Drohung war, es hätte genauso gut eine Überreaktion von Ellie sein können als sie droht, was angesichts der Szene durchaus nachvollziehbar ist. Jemandem zu drohen ist schließlich einfach, es auch umzusetzen ist etwas ganz anderes. Man wusste in dem Moment nicht was Ellie bereits alles durchgemacht hat und das sie schon oft getötet hat. Wahrscheinlich hätte man sonst anders gehandelt. Abby wägte sich vielleicht auch in falscher Sicherheit, weil Elli eine Einzelperson war, nichts über Abby und die anderen wusste und wo sie lebten. Außerdem wollte man nur die Schuldigen bestrafen und sich nicht auf diesselbe Stufe mit Joel stellen. Wie nahe Ellie dem Opfer stand, wusste Abby noch garnicht. Man wusste lediglich das man sich kannte und im selben Dorf lebte.
Da sage ich: Nein, auf keinen Fall, wieso denn? Bisher gibt nicht ein einziges schlüssiges Argument dafür.
Dir gefällt es nicht, das ist ok. Verlangt auch keiner. Aber das is ganz allein deine subjektive Einstellung, die nichts von dem begründet, was du verlangst.
Joels Hinrichtung mit dem Golfschläger ist eine dieser Szenen. Hatte er Abbys Leben zuvor noch gerettet, wird er trotzdem übertrieben grausam hingerichtet und weiß nicht mal wofür, was in keiner Relation zum Tod von Abbys Vater steht. Er erfährt das auch nur nicht, damit der Spieler es noch herausfinden muss, was ein merkwürdiger Kniff in einer Erzählung ist. Sein ganzes Verhalten in der Szene mag diskutabel sein, aber spätestens, wenn Ellie die ganze Zeit herum schreit und ihr verspricht Abby umzubringen, gäbe es keine rationale Erklärung dieses lose Ende in Form von Ellie einfach am Leben zu lassen, wenn von ihr eine unmittelbare Bedrohung ausgeht. Wer so grausam ist, verschont keine Zeugen, die dem Opfer so nahe stehen. Das ist widersprüchlich. Als Autor würde ich mich für diese Szene schämen, weil sie nur deswegen so existiert, damit die Handlung, die man eigentlich im Sinn hat, passieren kann.
Sicherlich kann man festhalten das Story-Leaks in aller Regel eher keinen Vorteil bringen, aber in diesen konkreten Fall gab es dann schon ne Menge Spieler, die das Spiel zwar gekauft haben, dann aber vor Frust abgebrochen und weggeschmissen. Druckmann hat die Protagonisten aus dem ersten Teil verramscht und ich mag das nie ganz verstehen können, warum es dann Leute gibt, die das geil finden.
Angry Joe hat dem Titel eine 6 von 10 gegeben, ich hätte es vermutlich bei einer 8/10 belassen, vielleicht sogar 9/10 und letztendlich haben wir auch stichhaltige Gründe dafür.
Die Twist mit Abby wertet das Spiel ja auch meiner Ansicht nach deutlich auf und nicht ab, wie manche kleingeistige Spießer gerne mal behaupten.
Und das mit Abby war nun wirklich kein Geheimnis.
Das Problem ist doch, dass du sagst, das Spiel hätte am besten mit einem Warnhinweis versehen werden sollen, oder wie du sagtest, die Spieler hätten darauf hingewiesen werden müssen.
Da sage ich: Nein, auf keinen Fall, wieso denn? Bisher gibt nicht ein einziges schlüssiges Argument dafür.
Dir gefällt es nicht, das ist ok. Verlangt auch keiner. Aber das is ganz allein deine subjektive Einstellung, die nichts von dem begründet, was du verlangst.
Ich habe auch Spiele, die mir so gar nicht gefallen, obwohl sie hochgelobt sind.
Death Stranding zum Beispiel. Ich finde das Spiel absolut furchtbar und langweilig. Ich kann deshalb die Wertungen größtenteils nicht nachvollziehen, aber das ist meine Sache. Mir würde im Traum nicht einfallen, dass mich gefälligst im Vorfeld jemand hätte davor „warnen“ sollen. Oder vor Skyrim… ^^
Dieses Baby vorm Bauch hat mir bei dem Spiel den Rest gegeben. Hat mir auch keiner vorher gesagt, so what? War halt so. Wer soll das auch wissen?
Und genau wie deine Probleme mit Abby…wer soll das vorher wissen?
Wer soll vorher wissen, ob mir ein Film, ein Buch, ein Lied, ein Spiel gefällt? Das muss man halt ausprobieren.
Und wie ich schon mehrmals geschrieben habe, es gibt und gab auch genug Testberichte, die das thematisiert haben.
Das konnte man wissen, bevor man es kauft.
Wenn da ganze Spieldurchlaeufe als Videos mit Spoilern kurz vor Release geleakt werden oder so, dann finde ich das auch ziemlich beschissen und stimme zu, das schadet sowohl dem Entwickler als auch den Spielern.
Aber es gibt auch coole Leaks. Z.B. wenn es halt dann Geruechte gibt, dass vielleicht ein grosses Studio an einem neune Titel arbeitet und was dieser sein koennte usw usf. Da faellt mir z.B. das immer wiederkehrende Raetselraten zum naechsten Assassin's Creed Setting ein, da gibt's doch auch eigentlich jedes mal Leaks, manchmal stimmen sie, manchmal nicht, aber mir macht es immer wieder Spass dann zu spekulieren und versuchen auszutuefteln ob das nun Sinn machen koennte oder nicht.
Solche eher unpraezisen Leaks ohne direkte Spoiler finde ich shcon immer wieder spassig und interessant.
Und dann waeren da noch die ppost-release Leaks zur Spieleproduktion, die ich eigentlich immer eher gut finde, wenn da Dinge aufgrund von Leakern an's Licht kommen, die zeigen was bei den Firmen auch gerne mal im Argen liegt, so wie wenn Crunch Missstaende ans Licht kommen, oder der ganze Sumpf bei Blizzard mal geleakt wird. Das kann dann den Betroffenen Arbeitskraeften ja auch nur zu gute kommen.
Oder wie bescheuert eigentlich die Entwicklung der letzten BioWare Spiele, ME:Andromeda und Anthem gelaufen ist. Klar, da betreibt ein jason Schreier auch von seiner Seite aus eine Art des investigativen Spielejournalismus aber auch er stuetzt seine Artikel ja auf Leaker, die halt mit ihm sprechen. Solche Infos geben mir dann oft mal eine ganz andere Perspektive auf die Spiele.
Also, wenn man wirklich von allen Arten von leaks spricht, dann finde ich die nicht unbedingt alle schlecht.