Stars, Sternchen & Videospiele - Britney Spears, Willem Dafoe und David Cage

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Verdrahtet: Für die Arbeiten an Beyond: Two Souls wurden Mimik und Körperbewegungen der Hollywood-Darsteller Ellen Page und Willem Dafoe eingefangen.

Sie verprügeln aufdringliche Paparazzi, steigen unten ohne aus Limousinen, lassen sich Starbucks-Filialen in ihre Villen pflanzen. Manche von ihnen vererben ihren Haustieren Millionenbeträge, gründen Klamotten-Labels oder leisten sich mal eben eine pazifische Insel. Stars und Sternchen treiben allerlei seltsame Dinger - und Gamer begegnen ihnen immer häufiger auch bei ihrem liebsten Hobby.

Mehr als nur eine Figur

Tanzbar: Vor Zeiten peinlicher Auftritte animierte Britney Spears in Britney's Dance Beat Zocker zum Tanzen. Veröentlicht wurde der Titel von THQ. Tanzbar: Vor Zeiten peinlicher Auftritte animierte Britney Spears in Britney's Dance Beat Zocker zum Tanzen. Veröentlicht wurde der Titel von THQ. Wenn ein Star wie A Clockwork Orange-Protagonist Malcolm McDowell in God of War 3 dem Baumeister Dädalus seine Stimme schenkt, fließt in einen solchen Prozess so gut wie immer jede Menge Herzblut. Aber der Verschmelzung von Voice Actor und Videospielcharakter sind auch Grenzen gesetzt. Zumeist wird der Sprecher natürlich typgerecht ausgesucht, seine Stimme muss zur dargestellten Figur passen. Die Stimme von Paris Hilton wäre wenig überzeugend für jemanden wie Lara Croft, die im neuen Tomb Raider ums Überleben kämpfen muss. In den genannten Fällen sind die Hollywood-Schauspieler darauf beschränkt, sich selbst nur akustisch einbringen zu können. Wenn Kiefer Sutherland den Sergeant Roebuck in Call of Duty: World at War spricht, erhält er als Voice Actor im Normalfall Informationen über seine digitale Rolle, die Handlung und Szenenkontexte, bevor die Aufnahmen beginnen.

Doch es gibt Fälle, in denen steckt mehr Promi im Spiel als rein sein Stimmorgan. Im Action-Abenteuer Brütal Legend ergab sich dieser Mehrwert an Stars im Verlauf der Produktion. Den Protagonisten Eddie Riggs, der sich für den weltbesten Roadie hält, verschlägt es in eine stark von Heavy-Metal-Ästhetik beeinflusste Fantasiewelt. Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister, Ozzy Osbourne und weitere Szenegrößen vertonen Figuren im Spiel, der Held wird unterdes gesprochen von School of Rock-Schauspieler Jack Black. Für den Spielhelden existierten anfänglich Entwürfe, in denen Riggs noch sehr Lemmy glich. Je weiter die Produktion voranschritt, desto mehr von Sprecher Jack Black brachten die Designer in das Äußere Eddies ein, denn immerhin ist der Komiker selbst ein großer Fan des Metal-Genres. Auch Blacks mitunter extreme Mimik und "all die verrückten Sachen, die er mit seinen Augenbrauen macht" haben die Spieldesigner durch intensives Studieren von Videomaterial einzufangen versucht. Was dabei herumkam? Ein digitaler Mischling aus Jack Black und Sänger Glenn Danzig, der für Black-Fans sicher gerade durch dieses Aussehen großen Reiz erhält.

Und Star-Faktor gibt's in vielen anderen Games auch. Wer in True Crime: Streets of L.A. 30 "Dogg Bones" sammelt, schaltet beispielsweise das Abbild eines Stars aus einer anderen Musikrichtung frei: Rapper Snoop Dogg. Aufmerksame Gamer werden den "Doggfather" ebenso noch aus Def Jam: Fight for NY in Erinnerung haben, wo er mit Method Man, Redman, DMX, Ludacris, Carmen Electra, Danny Trejo und anderen nur einer unter vielen war. Und Bruce Willis ballerte sich schon 1998 in der Rolle von Trey Kincaid durch das PlayStation-Actionspiel Apocalypse, wurde digital verblüffend gut getroffen. Und lieh seinem Spiele- Alter-Ego auch seine Stimme - in der deutschen Version kam demgemäß Willis-Sprecher Manfred Lehmann zum Einsatz. Solche virtuellen Gastauftritte sind zwar für Anhänger sicher interessant, verblassen aber im Gegensatz zu dem, was passiert, wenn Star und digitale Figur verschwimmen, Videospielcharaktere durch aufwendige technische Methoden zum Digitalzwilling ihrer Real-Life- Ebenbilder werden.

Schauspielern mit allen Sinnen

Verdrahtet: Für die Arbeiten an Beyond: Two Souls wurden Mimik und Körperbewegungen der Hollywood-Darsteller Ellen Page und Willem Dafoe eingefangen. Verdrahtet: Für die Arbeiten an Beyond: Two Souls wurden Mimik und Körperbewegungen der Hollywood-Darsteller Ellen Page und Willem Dafoe eingefangen. "Hallo, Jodie. Mein Name ist Nathan. Nathan Dawkins. Ich dachte, es wäre eine gute Idee, wenn wir ein wenig plaudern und uns besser kennenlernen würden. Jodie, mein Job ist es, ungewöhnliche Dinge zu untersuchen und dann zu versuchen, sie zu erklären." Der Mann mit der schwarz umrandeten Brille tippt mit dem Zeigefinger auf eine Strichmännchen-Zeichnung, offenbar angefertigt von dem kleinen Mädchen, das ihm gegenübersitzt. "Dieses Ding hier ist dein Freund und es ist mit dir über eine Art Strippe verbunden. Hat er das mit dir gemacht?" Sie blickt zu ihm auf, mit ernstem Blick: "Nein, das waren die Monster". Doch nicht nur das schräge Mädchen irritiert beim Betrachten dieser Szene aus Beyond: Two Souls, dem psychologischen Thriller und neuesten Projekt der Heavy Rain-Macher Quantic Dream. Denn den paranormalen Ermittler mit der Brille erkennen Filmfans im allerersten Moment als Willem Dafoe, berühmt für seine Rollen in Antichrist, Der blutige Pfad Gottes und auch den Spider Man-Filmen.

Beinahe erschreckend realistisch mustert sein digitales Abbild Nathan sein junges Gegenüber. Die charakteristische Mimik Nathans, so viel ist beim Betrachten sofort klar, kann unmöglich auf einer halbherzigen, auf einigen Fotos Dafoes basierenden Animation beruhen. Der Realismus des PlayStation-3-Exklusivtitels ist beeindruckend, brilliert durch Gesichtsanimationen, welche sogar die von Rockstars L.A. Noire übertrumpfen. Eingefangen wurden Mimik und Gestik der Schauspieler Willam Dafoe und Ellen Page, die die Hauptfigur verkörpert, über Motion-Capturing-Verfahren. Bei den Aufnahmen befinden sich die Hollywood-Größen in schwarzen, eng anliegenden Anzügen, ihre Gesichter muten an, als wollen sie einen Piercing-Weltrekord aufstellen. Doch die vielen runden Kugeln auf Stirn, Wangen, Nase und Kinn dienen nicht der Körpermodifikation, sondern fangen die Gesichtszüge der Darsteller ein, die dann digitalisiert und ins Spiel übertragen werden. Bereits mit Fahrenheit und Heavy Rain verwischten David Cage und sein Team bei Quantic Dream durch einen extrem cineastischen Look die Grenzen zwischen Film und Spiel, in Beyond verfolgen sie diesen Pfad stetig weiter.

Dass das so wahnsinnig real aussieht, liegt auch am Einsatz der Kara-Engine sowie bestimmten Aufnahmeverfahren. "Was wir Full Performance Capture nennen", so Cage, "heißt Körper, die Stimme und das Gesicht zur selben Zeit aufzunehmen. Ein Großteil der Studios in der Games-Industrie setzt derzeit auf das, was wir Split-Performance nennen, das heißt, man nimmt Stimme und Gesicht auf und dann anschließend den Körper. Aber man macht es nicht in einem Take. Aus diesem Grund haben wir stark in unser Motion-Capture-Studio investiert. Heavy Rain wurde mit 28 Kameras gemacht, nun haben wir das Studio auf 65 Kameras erweitert. Dadurch können wir mehrere Schauspieler gleichzeitig filmen, ihre Körper und deren Gesicht. Das ist keine kleine Veränderung und dieselbe Art, mit der Filme wie Avatar und Tim und Struppi gedreht wurden." Vorteil: Quantic Dream kann die schauspielerischen Leistungen von Dafoe und Page ohne große Kompromisse einfangen und dank starkem Technikgerüst würdig ins Spiel integrieren. Von dieser Glaubwürdigkeit profitieren sowohl Schauspieler als auch Zocker. Willem Dafoe ist beeindruckt vom interaktiven Thriller: "Weil der Spieler am Szenario teilnimmt und die Aktionen der Spielfigur auswählt, sind die Möglichkeiten, wohin die Story sich entwickelt, einfach fantastisch." Ellen Page schwärmt: "Es war eine Möglichkeit, etwas komplett anderes zu machen, und hat meine Erwartungen um Längen übertroffen."

Dieses Herzblut sieht man Beyond schon jetzt an. So wie Film und Spiel sich in dem Projekt mehr und mehr annähern, so wird auch professionelle Schauspielkunst im Medium Videospiel zunehmend zum ausschlaggebenden Qualitätsfaktor. Wo einst hier und da mal ein Star mit kleinem Gastauftritt im Spiel für Aufsehen sorgte, verkörpern mittlerweile etablierte Hollywood-Stars sogar ganze Spielfiguren, legen wie im Film oder am Theater eine ganzheitliche Performance hin und verleihen Spielen so immense Intensität und emotionale Tiefe. Denn zu einer starken Geschichte gehören auch stets starke Figuren, die diese Handlung tragen. Man darf gespannt sein, ob der ambitionierte Ansatz von Beyond Schule macht. Eines hingegen ist sicher: Stars und Sternchen werden auch in Zukunft nicht nur RTL Exklusiv unsicher machen, sondern auch in Spielen immer wieder für Furore sorgen.

Bildergalerie

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von staplerfahrer Gelegenheitsspieler/in
        Hä? Und jetzt auf Deutsch bitte so daß man versteht was Du schreiben wolltest.
      • Von staplerfahrer Gelegenheitsspieler/in
        Hä? Und jetzt auf Deutsch bitte so daß man versteht was Du schreiben wolltest.
      • Von freespace3 Anfänger/in
        wieder n arschlos quicktime event "spiel" selbst schuld wer geld dafür ausgibt
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