War das wirklich so? Eine Betrachtung historischer Korrektheit in Spielen
Viele Computerspiele setzen auf historische Szenarien. Aber wie korrekt und realistisch ist das eigentlich, was uns die Entwickler da präsentieren?
Was für ein Ausblick! Nach einer waghalsigen Kletterpartie hat Meisterassassine Arno einen der Doppeltürme der Kathedrale Notre-Dame de Paris erklommen. Zur Belohnung gibt es eine cineastische Kamerafahrt über die französische Hauptstadt des späten 18. Jahrhunderts. Die wirkt absolut authentisch. Jedes Detail scheint hier zu stimmen. Nach einem beherzten Sprung in einen Heuhaufen befindet sich Arno wieder auf den Straßen des revolutionären Paris. In den Gassen brennen Holzbarrikaden. Ein wütender Mob zieht mit Mistgabeln und Tricolore-Flaggen ausgestattet durch die Straßen. Arno geht weiter seines Weges und betritt die gotische Kirche. Dort fallen sofort die wunderschönen Buntglasfenster ins Auge, durch die das Licht physikalisch korrekt in das Innere von Notre Dame fällt. Doch für Sightseeing bleibt Arno keine Zeit. In dem Sakralbau befinden sich feindliche Wachen, die Assassinen mit Vorliebe zum Frühstück verspeisen. Ab in den Schleich- und Meuchelmodus! Die Arbeit ruft.
In diesem Artikel
Spiele mit historischen Szenarien
Schon seit der Frühzeit der Computer- und Videospiele gibt es Games mit historischen Szenarien. Der Vorteil für die Entwickler liegt auf der Hand. Sie müssen sich kein komplett neues Szenario ausdenken, sondern können auf ein vorhandenes zurückgreifen. Aber auch für Spieler haben historisch angehauchte Spiele ihren Reiz. Zum einen ergeben sich spannende "Was-wäre-wenn?"-Szenarien. Der Spieler greift aktiv in die Geschichte ein und kann sie verändern - wie beispielsweise in Europa Universalis 4 (2013) oder Panzer Corps (2011). Eine andere Möglichkeit: Der Spieler begibt sich auf eine virtuelle Zeitreise und erlebt hautnah eine historische Epoche - wie etwa im oben geschilderten Assassin's Creed: Unity (2014). Kurzum: Spiele mit historischen Szenarien können sehr spannend sein.
Quelle: Computec Media GmbH
Oregon Trail, eines der ersten Computerspiele mit historischem Szenario.
Eines der ersten Spiele dieser Art war Oregon Trail (1971). Dessen Entwicklungsgeschichte ist durchaus bemerkenswert. Der Geschichtslehrer Don Rawitsch sah in Computern die Möglichkeit, seinen Schülern Geschichte auf interaktive und spannende Weise zu vermitteln. Daher überredete er Paul Dillenberger und Bill Heinemann, zwei Mathematiklehrer, zu seinem Projekt. Heraus kam dabei ein Spiel über die Pioniere, die Mitte des 19. Jahrhunderts mit ihren Planwagen und Trecks aus der Mitte der heutigen USA über 3.500 Kilometer bis in den Westen fuhren. Im Spiel übernehmen wir die Verantwortung über einen solchen Treck und kümmern uns um das Wohlbefinden unserer Siedler, indem wir etwa auf die Jagd gehen und Nahrung besorgen. Doch nicht alle Siedler werden die fruchtbaren Täler im Westen sehen. Denn Gefahren gibt es viele. Von Schlangenbissen über die Ruhr bis hin zu tödlichen Schusswunden. Oregon Trail war seinerzeit derart erfolgreich, dass in den kommenden Jahrzehnten zahlreiche Versionen und Ableger folgten.
Mit der voranschreitenden Technik nahm die Komplexität von Spielen zu. Und auch die Anzahl an Spielen mit umfangreichen historischen Szenarien. Pirates! (1987), Civilization (1991) und Historyline: 1914-1918 (1992) seien nur als einige Beispiele genannt. Auch zahlreiche Games neueren Datums setzen auf historische Szenarien: Assassin's Creed: Syndicate (2015), Battlefield 1 (2016) oder aber die zahlreichen Paradox-Strategietitel wie Crusader Kings 2 (2012) oder Hearts of Iron 4 (2016). Wenn geschichtlich angehauchte Games so beliebt sind, stellt sich die Frage: Wie historisch korrekt sind diese Spiele eigentlich? Halten sie sich wirklich an die Fakten und zeichnen ein authentisches Bild?
Aktuelle History Games
Welche Spiele mit historischem Hintergrund sind eigentlich zuletzt erschienen? Wir stellen euch fünf vor. Aktuell wieder stark im Kommen als Szenario: der Zweite Weltkrieg.
Sniper Elite 4
Quelle: Computec Media GmbH
Sniper Elite 4
Im Taktik-Shooter Sniper Elite 4 verschlägt es euch ins Italien des Jahres 1943. Als OSS-Spion begebt ihr euch auf die Suche nach einer deutschen Wunderwaffe und dünnt mit eurem Scharfschützengewehr die feindlichen Reihen aus.
Expeditions Viking
Vor vier Jahren landete der Entwickler Logic Arts mit Expeditions: Conquistador einen tollen Indie-Hit. In ihrem neuesten rundenstrategiebasiertem Rollenspiel Expeditions: Viking schlüpft ihr in die Rolle des Wikingers Thane und erobert Reichtümer sowie Ländereien für euren Clan.
Sudden Strike 4
Quelle: Computec Media GmbH
Sudden Strike 4
Am 11. August erschien der vierte Teil der Sudden-Strike-Reihe. In drei Kampagnen schickt ihr Einheiten der westlichen Alliierten, der Deutschen und der Sowjets in Echtzeit auf die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs.
Life Is Feudal
Das Leben in einem mittelalterlichen Dorf ist hart. Das bekommt ihr in der Aufbausimulation Life Is Feudal zu spüren. Eure Aufgabe: Ein ärmliches Kaff zu einer blühenden Ortschaft aufzubauen.
Steel Division Normandy 44
Ein Treffer- und Schadenssystem statt Gesundheitspunkte, eine große Anzahl authentischer Einheiten sowie ein Sichtlinien-, Deckungs-, und Moralsystem. Die Entwickler von Eugen Systems legen in ihrem aktuellen Steel Division: Normandy 44 viel Wert auf Realismus.
Nah dran
Lasst uns dafür noch einmal auf die Assassin's-Creed-Reihe schauen. Kaum ein anderes Spiel erzeugt einen solch hohen Mittendrin-Faktor. Die Spielwelten wirken unglaublich realistisch. Das liegt nicht nur an der potenten Technik und den fähigen Entwicklern. In jedem Spiel steckt auch unglaublich viel Recherche zur jeweiligen zeitgenössischen Architektur, historischen Ereignissen und Persönlichkeiten, der Kleidung und vielen anderen Details, die schließlich zu einer stimmungsvollen, glaubwürdigen Spielwelt führen.
Aber ist hier alles wirklich historisch korrekt? Mal abgesehen von dem ganzen Abstergo-Garten-Eden-Erste-Zivilisation-Nonsens wird die gesamte Menschheitsgeschichte auf einen ewigen Kampf zwischen zwei Geheimbünden, den Templern und den Assassinen heruntergebrochen. So als ob die Geschichte der Menschheit nicht komplex, sondern ein simpler Kampf zwischen zwei Fraktionen im Hintergrund wäre, als ob es generell immer um "Ordnung" gegen "Freiheit" gehen würde. Schade übrigens, dass das Game den Spieler immer wieder aus der Illusion der historischen Spielwelt reißt, um die hanebüchene Hintergrundgeschichte fortzuführen.
Quelle: Computec Media GmbH
Toller Mittendrin-Faktor. In Assassin’s Creed: Syndicate trefft ihr auf historische Persönlichkeiten wie Karl Marx. Einige Freiheiten nehmen sich die Entwickler jedoch heraus, um dem Zielpublikum eine spannende Geschichte zu erzählen.
Zudem hatten die richtigen Assassinen weder trendige weiße Kutten noch Gadgets im James-Bond-Stil. Auch bei der Darstellung historischer Persönlichkeiten lassen die Entwickler künstlerische Freiheit walten, wenngleich sie sich meistens relativ nah an der historischen Überlieferung bewegt. So ist in Assassin's Creed: Syndicate der Disput zwischen Charles Darwin und Richard Owen richtig dargestellt. Karl Marx aber wird zum ersten Hipster der Geschichte, der heutige junge Männer zu langen Bärten inspirierte und im Spiel sein Werk beginnt, als er es in der Realität bereits veröffentlicht hatte. Auch in der Spielwelt stimmt nicht immer alles. In Assassin's Creed: Unity sind beispielsweise eindeutig zu wenige Kutschen auf den Straßen von Paris. Die Polizeiberichte der damaligen Zeit waren voll mit Anzeigen von Passanten, die rücksichtlose Kutschenfahrer anzeigten. Ein anderes Beispiel: Die Innenarchitektur der Kathedrale Notre-Dame stimmt nicht mit dem Original überein. Sämtliche Buntglasfenster sind zwar schick, aber frei erfunden. Aus Copyright-Gründen. Zudem gibt es im Spiel mehr Ebenen und Decken als in der originalen Kirche.
Wie sieht es denn beim Ego-Shooter-Hit Battlefield 1 mit der historischen Korrektheit aus? Der Erste Weltkrieg war nicht nur ein sinnloses Abschlachten von Menschenleben. Zudem entschied oftmals das Glück über Leben und Tod. Sehr anschaulich verdeutlicht das der Prolog von Battlefield 1. Stirbt der Protagonist, gibt es eine Einblendung mit Namen sowie Geburts- und Sterbedatum, und das Spiel geht in der Rolle eines anderen Soldaten weiter. Auch stimmen Waffen, Fahrzeuge und Schauplätze grundsätzlich mit der historischen Wirklichkeit überein. Dennoch ist Battlefield 1 ein riesiger Abenteuerspielplatz. In den Teams laufen jeweils zu viele Soldaten mit halbautomatischen Waffen herum. Auf fast jedem Schlachtfeld donnern deutsche A7V-Panzer über die Schützengräben, während sie in Wirklichkeit gerade einmal auf eine Geschwindigkeit von sechs bis sieben km/h kamen, als extrem störanfällig galten und keine Gräben von mehr als zwei Meter Breite überwinden konnten. Außerdem haben die Kämpfe nicht viel mit dem tatsächlichen Stellungskrieg gemeinsam.

http://i.imgur.com/zjQ8otP.gif
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edit:
oder war das sarkastisch gemeint, dann sorry
Schlimm wenn die heutige Jugend keine klassische Bildung mehr hat. ;-)
https://xkcd.com/690/
Wobei...
Government Admits It Was Only Behind Destruction Of North Tower - The Onion - America's Finest News Source
Allerdings:
https://www.youtube.com/w...
Womöglich stecken auch nur die justified ancients of mumu dahinter... ;-)
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edit:
oder war das sarkastisch gemeint, dann sorry
Die hatten doch nichts zu tun... statt zu saufen (was der Feuerwehrmann ja bekanntlich macht wenn er nichts zu tun hat) hätten sie mal lieber das WTC 7 gelöscht...
Ich bin übrigens Anhänger der Kombinationstheorie:
Osama hat die Anschläge geplant und durchführen lassen, gleichzeitig hat G.W. Bush zufälligerweise selber das WTC gesprengt um einen Krieg wegen der Ölpipeline in Afghanistan anzufangen, die dann doch nicht gebaut wurde.
(Wie die Pipeline über den Balkan für die Schröder den Kosovokrieg begonnen hat, oder die Bohrinseln vor Somalia wegen denen Clinton Somalia hat besetzen lassen).
Zusätzlich haben Reichsflugscheiben das WTC als Vergeltung für den zweiten Weltkrieg und die Mondlandung angegriffen, während ein Freimaurerritual am Todestag von Allende dafür gesorgt hat das die Amis dafür bestraft worden sind das sie deren Pläne in Chile durchkreuzt haben.
Diese Kombination ist eine glaubwürdige Erklärung warum das ganze nicht verhindert wurde ! ;-)